Entnommen: https://linkezeitung.de/2024/06/17/raus-aus-der-nato-rette-sich-wer-kann/
Raus aus der NATO – Rette sich, wer kann!
VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 17. JUNI 2024 ⋅ HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR
Von Uli Gellermann – https://rtnewsde.com
Deutschland verstrickt sich immer tiefer in den Ukraine-Konflikt: Das
Hauptquartier für den NATO-Einsatz zur Koordinierung von
Waffenlieferungen und der Ausbildung ukrainischer Soldaten wird nun in
Deutschland angesiedelt. Uli Gellermann meint: Wer den Deutschen
wohlwill, der sollte dafür eintreten, die NATO zu verlassen, solange es
noch nicht zu spät ist.
Wer immer noch glaubt, dass der Ukraine-Krieg eine Marotte von Wladimir
Putin ist, sollte sich diese Meldung zu Gemüte führen: Das Hauptquartier
für den geplanten NATO-Einsatz zur Koordinierung von Waffenlieferungen
und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen Streitkräfte wird in
Deutschland angesiedelt. Wie die dpa am Freitag aus Bündniskreisen
erfuhr, ist Wiesbaden als Standort vorgesehen. Dort ist zufälligerweise
auch die Basis der US-Streitkräfte in Europa, die bislang die
Koordinierungsaufgaben wahrnehmen. Geleitet werden soll der Einsatz von
einem Dreisternegeneral, der direkt an den Oberbefehlshaber der
NATO-Streitkräfte in Europa berichtet.
Putin-Administration ist nicht verrückt
Deutschland will es mit Russland noch einmal wissen! – Bilanz nach einem Selenskij-Besuch
Die NATO, das offen aggressive Kriegsbündnis (viermal NATO-Kriege auf
dem Balkan als Reaktion auf Konflikte in Bosnien und im Kosovo, in
Afghanistan und in Libyen), das Bündnis, gegen dessen Einkreisung sich
die Russen wehren, will sich nun mit einem Sprungbrett in Deutschland
fester etablieren. Das deutsche Militär ist seit 1955 in die
NATO-Strukturen eingebunden, und die deutschen Parteien, ob in der
Regierung oder der Opposition, sind weitgehend der NATO ergeben.
Natürlich ist die Putin-Administration nicht verrückt: Man wird nicht
nach der Maxime “Viel Feind, viel Ehr” handeln und die russische Armee
prophylaktisch nach Deutschland in Bewegung setzen. Aber dieser neue
Schritt der NATO auf das strategische Vorfeld Russlands wird nicht ohne
Konsequenzen bleiben.
Präsident muss Souveränität der Russischen Föderation wahren
Das in Artikel 51 der UN-Charta vorgesehene Recht auf kollektive
Selbstverteidigung könnte von Russland jederzeit als Kriegsgrund für
einen Schlag gegen Deutschland in Anspruch genommen werden. Hinzu kommt
der Amtseid, den der russische Ministerpräsident abgelegt hat und der
ihn verpflichtet, die Souveränität und Unabhängigkeit der Russischen
Föderation zu wahren. Der neue, weitere Schritt zur Bedrohung der
russischen Souveränität kann jederzeit einen russischen Militärschlag
auslösen. Wer das für übertrieben hält, muss sich nur vorstellen, dass
der russische Flottenverband rund um die Fregatte “Admiral Gorschkow” in
Begleitung des atomgetriebenen U-Boots “Kazan”, zweier Logistikschiffe,
eines Öltankers und eines Bergungsschleppers, der zurzeit im Hafen von
Havanna ankert, dort dauerhaft stationiert bleibt: Ein militärischer Akt
der USA würde nicht ausbleiben.
Putin: Sohn einer Leningrad-Überlebenden
Die Traumtänzer in Berlin, die das geplante neue NATO-Hauptquartier
unkommentiert hinnehmen, tun so, als wäre nichts. Wie Kinder, die sich
die Augen zuhalten und glauben, man könne sie nicht sehen, hoffen sie
scheinbar, dass der russische Generalstab naiv oder unfähig ist. Aber
der Chef des russischen Generalstabs, Waleri Gerassimow, war für die
Planung und Umsetzung des russischen Militäreinsatzes in Syrien
zuständig, anders als die Berliner Schreibtisch-Strategen weiß er, wie
Krieg riecht. Und sein Chef, Wladimir Putin, ist der Sohn einer Mutter,
die die deutsche Blockade Leningrads überlebt hat.
NATO-Karrieristen
Baerbock über ihren Nazi-Opa: “Wir haben ja gar nichts gewusst”
Tatsächlich wusste Olaf Scholz einst in der spw – Zeitschrift für
sozialistische Politik und Wirtschaft von der
“aggressiv-imperialistischen NATO” zu schreiben, aber diese klare
Analyse ist ihm auf dem Karriereweg irgendwie abhandengekommen. Seine
Polit-Partnerin, Annalena Baerbock, war von solchen Erkenntnissen
allzeit weit entfernt. Bis heute bringt sie es nicht fertig, sich von
ihrem Großvater, einem glühenden Nazi-Anhänger, zu distanzieren. Die
deutsche Geschichte schreibt eigentlich vor, den Russen mit Respekt zu
begegnen. Aber Bundeskanzler Scholz fällt zum 75. NATO-Geburtstag ein:
“Ohne Sicherheit ist alles nichts.” Und Frau Baerbock behauptet sogar:
“Die NATO ist unser zentraler Sicherheitsanker.” Solche NATO-Karrieren
sind auf Krieg, nicht auf Frieden mit Russland orientiert. Die jüngsten
russischen Friedensvorschläge und ein Gespräch mit Putin hat Kanzler
Scholz zurückgewiesen: “Ein solches Gespräch macht nur Sinn, wenn es
etwas zu bereden gibt.”
Rette sich, wer kann
Das Interesse der Deutschen kann nicht mit einem Krieg gewahrt werden.
Wer den Deutschen wohlwill, der sollte dafür eintreten, die NATO zu
verlassen, solange es noch nicht zu spät ist: Rette sich, wer kann.
Uli Gellermann ist Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den
öffentlich-rechtlichen Sendern begründen seine Medienkritik. Er ist
Betreiber der Internetseite www.rationalgalerie.de.
Der Beitrag wurde zuerst am 15. Juni 2024 auf www.rationalgalerie.de veröffentlicht.
https://rtnewsde.com/meinung/209363-raus-aus-nato-rette-sich/
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