Mittwoch, 3. März 2021

Das CHINA-Tabu - NRhZ

 Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27204


Auf dem Weg von Corona zu "Great Reset" und Transhumanismus


Das China-Tabu


Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Ist Fragen erlaubt? Ist es erlaubt, der Rolle Chinas in Zusammenhang mit der so genannten "Corona-Pandemie" nachzuspüren? Darf gefragt werden, ob Chinas Rolle womöglich über die reine Opfer-Rolle hinausgeht? Darf eine Mittäterschaft in Betracht gezogen werden? Nein, diese Frage geht zu weit, werden viele sofort einwenden. Das wäre Wasser auf die Mühlen der China-Feinde. Aber sei's drum! Fragen wir weiter. Stimmt es, dass der chinesische Staatspräsident Xi Jinping beim Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum WEF), dem Treffen der Staats- und Konzernchefs aus aller Welt, aufgetreten ist? Stimmt es, dass der chinesische Staatspräsident in der Selbstdarstellung des WEF neben Bill Gates, der die ganze Weltbevölkerung impfen lassen will, groß herausgestellt wird? Stimmt es, dass das Buch "Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution" des WEF-Gründers und Great-Reset-Propagandisten Klaus Schwab (in deutscher Übersetzung erschienen unter dem Titel "Die Zukunft der Vierten Industriellen Revolution") in China große Verbreitung gefunden hat? Stimmt es, dass Klaus Schwabs Sohn Oliver seit 2011 das WEF-Büro in Peking leitet? Stimmt es, dass das WEF seit Jahrzehnten gute Beziehungen zur Zentralregierung in Peking unterhält? Stimmt es, dass ein hoher Vertreter der chinesischen Seuchenbehörde beim Pandemie-Planspiel Event 201, das in Partnerschaft mit dem WEF und der Bill & Melinda Gates Foundation am 18. Oktober 2019 in New York stattgefunden hat, dabei war? Stimmt es, dass es in Zusammenhang mit dem dubiosen PCR-Test, der allein in Deutschland bis Dezember 2020 über 30 Millionen Mal zum Einsatz gekommen ist, Beziehungen von Christian Drosten mit China gegeben hat? Stimmt es, dass es einen Bezug zwischen der WEF-Konferenz im Januar 2020 und dem in die "Pandemie" mündenden Epidemie-Geschehen in China gibt? Das sind gewiss Fragen, die manch einer nicht gestellt sehen möchte. Trotzdem stellt sich die Frage, ob sie sich zuverlässig beantworten lassen –  ob sie einer Überprüfung als Tatsachenbehauptung standhalten.

Hinter den Kulissen des politischen Theaters

Es lässt sich nicht gänzlich verbergen, dass sich hinter den Kulissen des politischen Theaters, das Tag für Tag für die Massen aufgeführt wird, etwas anderes abspielt als auf der öffentlichen Bühne. Und es liegt auf der Hand, dass diejenigen, die hinter die Kulissen zu blicken sich erdreisten, diffamiert werden müssen. Wenn es zwischen einem Land wie China und dem kapitalistischen Westen hinter den Kulissen ein Zusammenwirken geben sollte, dann muss das als irrwitzig ausgeblendet werden. Dann müssen derartige Aussagen gebrandmarkt werden – z.B. als anti-chinesische, anti-kommunistische Hetze. Also fragen wir weiter. Kann es sein, dass hinter der Fassade einer erbitterten Gegnerschaft zwischen China und dem "Westen" ein Zusammenwirken sichtbar wird? Was ist davon zu halten, wenn jemand schreibt: "Am Anfang dachte ich wie viele ja noch, dass es sich um einen Biowaffenangriff gegen China handele, aber mittlerweile kann man ja nicht mehr annehmen, China sei ein passives Opfer." Was ist davon zu halten, wenn jemand äußert: "Ich weiß nicht so genau, was ich über die China-Geschichten denken soll; es gibt Leute, die mögen China grundsätzlich nicht, und ich bin der Meinung, dass das politische System dort wenig bis nichts mit Kommunismus zu tun hat, vielmehr mit Totalüberwachung, die man liebend gern hierzulande hätte." Oder anders gefragt: Ist eine Partei, die sich kommunistisch nennt, tatsächlich auf dem Weg zum Kommunismus? Oder geht sie womöglich ganz andere Wege? Doch kommen wir auf die Fragen zurück, bei denen es darum geht, ob eine Tatsachenbehauptung zutrifft oder nicht.

Stimmt es, dass der chinesische Staatspräsident Xi Jinping beim Weltwirtschaftsforum aufgetreten ist?

Ja, das lässt sich nicht bestreiten. Das kann als belegt gelten. Der Auftritt von Xi Jinping war im Januar 2017. Davon gibt es Fotos – auch solche mit WEF-Gründer Klaus Schwab. Die Rede ist auf der website des WEF komplett wiedergegeben. (1) Und auf der chinesischen website des China Internet Information Center mit Sitz in Peking findet sich ein Artikel vom 19. Januar 2017. Er trägt den Titel "Xi bringt Sonnenschein ins kalte Davos". (2) Am Schluss heißt es darin: "Er sei sich der Gefahren und Nachteile der Globalisierung durchaus bewusst, so Xi ... Die internationale Staatengemeinschaft müsse sich aber den Herausforderungen der Zeit stellen: 'Die Geschichte wird von tapferen Menschen gestaltet. Wir wollen gemeinsam arbeiten, für eine hellere und bessere Zukunft.' Lob für diesen Appell erntete Chinas Präsident nicht zuletzt von WEF-Gründer Klaus Schwab: 'Sie haben heute eine historische Rede gehalten. Mister President, Sie haben heute ein bisschen Sonnenschein hierher gebracht.'" Gut ein Jahr später kam es zu einem weiteren Zusammentreffen der beiden Männer – dieses Mal in Peking in der "Großen Halle des Volkes". Die "Swiss Chinese Chamber of Commerce" berichtet: "Am 16. April 2018 traf Präsident Xi Jinping mit dem Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums (WEF) Klaus Schwab in der Großen Halle des Volkes zusammen. Xi Jinping brachte zum Ausdruck, dass sich die Zusammenarbeit zwischen China und dem WEF fast synchron mit dem Prozess der Reform und Öffnung Chinas entwickelt hat… Klaus Schwab brachte zum Ausdruck, dass die großartige Rede von Präsident Xi Jinping auf der WEF-Jahrestagung im vergangenen Jahr unvergesslich war und von der Weltöffentlichkeit mit großem Beifall aufgenommen wurde.“ (3) Und im Januar 2020 ist anlässlich des WEF-Treffens unter dem Motto "Akteure für eine kohärente und nachhaltige Welt" auf der website des China Internet Information Center unter dem Titel "Präsident Xis Rede von 2017 aktueller denn je?" die Rede vom "Zusammenrücken der Weltgemeinschaft", vom "vertrauensvollen Zusammengehen aller zum allseitigen Nutzen und zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Zeit". Diese Erkenntnis sei "vor drei Jahren auf dem WEF 2017 mit Klarheit und analytischer Schärfe dargelegt" worden. "Es war damals die weltweit Aufsehen erregende Rede des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, der ein Plädoyer für Globalisierung und einen gemeinsamen Weg der Weltgemeinschaft zum Wohle aller hielt." (4)

Stimmt es, dass der chinesische Staatspräsident in der Selbstdarstellung des WEF neben Bill Gates, der die ganze Weltbevölkerung impfen lassen will, groß herausgestellt wird?

Ja, das lässt sich nicht leugnen. 2019 ist eine 20seitige Selbstdarstellung des WEF unter dem Titel "A Platform for Impact" (Eine Plattform für Einflussnahme) erschienen. (5) Es ist die Selbstdarstellung, die auch im Jahr 2020 auf der WEF-website angepriesen wird. Auf Seite 18 präsentiert sich das WEF mit sieben Rednerinnen und Rednern. Oben links dominiert der chinesische Staatspräsident Xi Jinping. Das Bild nimmt deutlich den größten Raum auf der Seite ein. Neben ihm sind die Chefin der EU-Kommission Ursula von der Leyen und darunter – gewissermaßen zu Füssen des Chinesen – der superreiche Microsoft-Gründer Bill Gates abgebildet. Übrigens ist auch die Ikone der Klima-Bewegung, Greta Thunberg, die im Januar 2019 beim WEF in Davos gesprochen hat, auf dieser Seite platziert.


WEF-Broschüre, Seite 18

Stimmt es, dass das Buch "Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution" des WEF-Gründers und Great-Reset-Propagandisten Klaus Schwab (in deutscher Übersetzung erschienen unter dem Titel "Die Zukunft der Vierten Industriellen Revolution") in China große Verbreitung gefunden hat?

Ja, das ist in einem im November 2020 bei RT Deutsch erschienenen Artikel mit dem Titel "Transhumanismus: WEF-Gründer Schwab prophezeit 'Verschmelzung physischer und digitaler Identität'" nachzulesen. (6) Dort heißt es: "Schwab hob hervor, dass allein 800.000 Exemplare in drei bemerkenswerten Ländern verkauft worden seien: in China, Südkorea und Japan." RT Deutsch gibt auch an, wo Klaus Schwab diese Äußerung getan haben soll – bei einer Rede vor dem Chicago Council on Global Affairs. Insofern lässt sich nachprüfen, ob die Darstellung von RT Deutsch zutrifft. Der Video-Mitschnitt vom 13.05.2019 bestätigt es. Schwab sagt: "And what is interesting is that 800,000 copies of those 2 million were sold in three countries alone: China, Japan and South Korea." (7) RT Deutsch führt aus, worum es in diesem, im November 2018 erschienenen Buch geht. Es werde von Klaus Schwab dargelegt, "wie es die neuen digitalen Technologien Behörden ermöglichen werden, etwa auch 'in den bisher privaten Raum unseres Geistes einzudringen, unsere Gedanken zu lesen und unser Verhalten zu beeinflussen'." Und: "Selbst 'das Überschreiten einer Landesgrenze könnte' es eines Tages erforderlich machen, 'einen detaillierten Gehirnscan' bei Personen vorzunehmen, um deren Risikopotenzial 'einzuschätzen'." Und es biete sich die "einzigartige Möglichkeit", "auf den Trümmern von Millionen Existenzen eine neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen" Es verwundert, dass das Buch eines der perfidesten Strategen der "westlichen" Welt in einem Land Verbreitung finden kann, das von einer Partei geführt wird, die sich "kommunistisch" nennt. Müsste sich ein Staat, der den "Kommunismus" anstrebt, sich nicht gegen derartiges Schriftgut mit aller Macht zur Wehr setzen?

Stimmt es, dass Klaus Schwabs Sohn Oliver seit 2011 das WEF-Büro in Peking leitet? Und stimmt es, dass das WEF seit Jahrzehnten gute Beziehungen zur Zentralregierung in Peking unterhält?

Ja, beides ist nicht von der Hand zu weisen. Die Schweizer "Handelszeitung" hat am 21. Mai 2015 ein Interview mit Olivier Schwab, dem Sohn des WEF-Gründers Klaus Schwab, geführt. (8) Dort ist über Oliver Schwab zu lesen: "Seit 2011 leitet er das WEF-Büro in China und organisiert das dortige Sommer-WEF." Es dürfte keinen Grund geben, dies anzweifeln. Auf die Frage, ob China nicht mehr die verlängerte Werkbank des Westens sei, antwortet Oliver Schwab: "Die chinesischen Unternehmer... haben auch enorme Fähigkeiten, sich an globale Märkte anzupassen... Wir werden schon bald chinesische Branchen-Champions sehen, die global tätig sind. Ich bin überzeugt: Der Westen kann heute ebenso viel von China lernen wie China vom Westen." Auf die Frage, ob es von Vorteil sei, Schwab zu heißen, antwortet er: "Der Name hilft, ja. Es unterstreicht auch unsere Wertschätzung und die Bedeutung, die China für das WEF hat. Zudem ist mein Vater regelmässig vor Ort, insbesondere ist er im September stets an unserem Treffen in Dalian oder in Tianjin." Dort hielt 2010 Chinas Vize-Ministerpräsident die Eröffnungsrede. Dazu Oliver Schwab: "Ich interpretiere seine Auftritte am Jahrestreffen als ein Zeichen, dass China in der Welt eine wichtigere Rolle spielen will. Wir sind natürlich stolz, dass wir unseren Gästen diese Plattform bieten können." Und dann resümierend über das WEF: "Das Forum hat seit über 30 Jahren gute Beziehungen zur Zentralregierung in Peking." Der chinesische Fernsehsender CGTN bekräftigt dies am 18.12.2018 – etwa ein Monat nach Erscheinen von Schwabs Buch über die Vierte industrielle Revolution – mit der Meldung: "Der deutsche Ingenieur und Ökonom Klaus Schwab wurde auf einer Konferenz zum 40. Jahrestag der Reform- und Öffnungspolitik Chinas…in Peking mit der 'China Reform Friendship Medal' ausgezeichnet." (9) Und in den Deutschen WirtschaftsNachrichten ist im November 2020 zu lesen: "Seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive Einstellung zu China, das eine Symbiose aus Sozialismus, Kapitalismus, sozialer Kontrolle und Überwachung darstellt." (10)

Stimmt es, dass ein hoher Vertreter der chinesischen Seuchenbehörde beim Pandemie-Planspiel Event 201, das in Partnerschaft mit dem WEF und der Bill & Melinda Gates Foundation am 18. Oktober 2019 in New York stattgefunden hat, dabei war?

Ja, daran gibt es keinen Zweifel. Auf der website des "Johns Hopkins Center for Health Security", Ausrichter des "Event 201", sind die Teilnehmer des Planspiels aufgeführt. Darunter ist neben vierzehn Vertretern aus dem kapitalistischen Westen Professor George Fu Gao. (11) Er ist Generaldirektor des in Peking ansässigen Chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention, Professor am Institut für Mikrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Präsident der Chinesischen Gesellschaft für Biotechnologie und Präsident der Asiatischen Föderation für Biotechnologie (AFOB). Die Gespräche, in denen eine "Pandemie" aus der Sicht einer Weltregierung durchgespielt wird, sind per Video aufgezeichnet und öffentlich zugänglich. (12)(13) Darin wird nicht erkennbar, dass der Vertreter der Volksrepublik China aus dem Rahmen gefallen wäre. Er hat wie selbstverständlich mitgespielt. Die Organisatoren beschreiben das Ereignis wie folgt: "Das Johns Hopkins Center for Health Security veranstaltete in Partnerschaft mit dem World Economic Forum und der Bill & Melinda Gates Foundation am 18. Oktober 2019 in New York das Event 201, eine Pandemieübung auf hohem Niveau." (14) Paul Schreyer bestätigt in seinem 2020 erschienenen Buch "Chronik einer angekündigten Krise – Wie ein Virus die Welt verändern konnte": zu den "Playern" gehörte "George Gao, Direktor der chinesischen Seuchenschutzbehörde CCDC, Virologe und Vogelgrippe-Forscher, der Anfang Januar 2020 den amerikanischen CDC-Chef Robert Redfield über die Gefährlichkeit des Coronavirus informierte und, ebenfalls im Januar, zwei der ersten maßgeblichen wissenschaftlichen Artikel zum Coronavirus in westlichen Fachzeitschriften mitverfasste." (15) Auch der investigative Journalist Tilo Gräser weist auf diese Zusammenhänge hin. (16) Es gibt also keinen Grund, die Verwicklung Chinas in das Pandemie-Geschehen als reinen Zufall abzutun.

Stimmt es, dass es in Zusammenhang mit dem dubiosen PCR-Test, der allein in Deutschland bis Dezember 2020 über 30 Millionen Mal zum Einsatz gekommen ist, Beziehungen von Christian Drosten mit China gegeben hat?

Paul Schreyer beantwortet diese Frage mit Ja. In seinem Buch "Chronik einer angekündigten Krise" ist zu lesen: "Dass ein Team um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charite bereits am 16. Januar einen PCR-Test zum Virusnachweis entwickelt hatte, den die WHO umgehend Laboren in aller Welt empfahl, wurde von den Medien zunächst nicht registriert. Zum unglaublichen Tempo dieser Testentwicklung erklärte Drosten später: 'Bereits zwischen Weihnachten und Neujahr ging das los, dass hier die erste informelle Information ankam. (...) Wir haben uns tatsächlich auf so ein paar Indizien verlassen. Wir haben aus sozialen Medien Informationen gehabt, dass das ein SARS-ähnliches Virus sein könnte und wir haben dann eins und eins zusammengezählt. (...) Und als dann so eine Zeit später die Kollegen aus China die erste Genom-Sequenz öffentlich gestellt haben von diesem neuen Virus [am 10. Januar; P.S.], haben wir das natürlich mit all unseren Kandidatentests verglichen, die besten herausgesucht und mit denen weitergearbeitet. (...) Wir haben diesen Test Kollegen in China zur Verfügung gestellt, deren Namen ich jetzt nicht nennen kann. Und die haben das für uns getestet und uns gesagt, dass es gut funktioniert.'" (17)

Stimmt es, dass es einen Bezug zwischen der WEF-Konferenz im Januar 2020 und dem in die "Pandemie" mündenden Epidemie-Geschehen in China gibt?

Ja, den gibt es offensichtlich – zumindest in zeitlicher Hinsicht. Paul Schreyer stellt in seinem Buch die zeitliche Verquickung des Epidemie-Geschehens mit dem WEF-Treffen dar. (18) "Das große und bis heute anhaltende Medieninteresse am Virus begann dann schlagartig und unvermittelt" am 20. Januar 2020, einen Tag vor der Eröffnung des WEF-Treffens. "Allein am 21. Januar, dem Eröffnungstag der Konferenz, erschienen in der New York Times fünf verschiedene Artikel zum Coronavirus... Am 22. Januar folgte der nächste große Paukenschlag: Die chinesischen Behörden kündigten an, am folgenden Tag die Zehn-Millionen-Metropole Wuhan sowie mehrere weitere Großstädte vollständig unter Quarantäne zu stellen... Was im Nachhinein auffällt: Am 24. Januar, als die in Davos versammelten Staats- und Konzernchefs wieder nach Hause reisten, waren mehrere für das zukünftige Management der Corona-Krise wesentliche Elemente bereits gestartet oder einsatzfähig: der PCR-Test zum Sammeln der Fälle, die täglichen Lageberichte der WHO zur Unterrichtung der Öffentlichkeit, das Covid-19-Dashboard zur grafischen Darstellung der Lage in den Medien, die politischen Empfehlungen des WEF und der Gates Foundation. Alles war vorbereitet. Und tatsächlich: Von diesem Zeitpunkt an entfaltete sich die Krise fast wie automatisch. Die große Pandemie-Maschine, jahrelang konstruiert, geprobt und für den Ernstfall vorbereitet, lief nun."

Weiter Paul Schreyer (19): "China erweckte [Ende Januar 2020] den Anschein, die Bedrohung sehr ernst zu nehmen. Die Regierung begann in großem Stil, ihre Bürger auf das Virus zu testen. Rasch stiegen nun auch die täglich gemeldeten Fallzahlen... Exakt vier Wochen lang blieb die Zahl der täglich gemeldeten neuen Fälle im unteren vierstelligen Bereich, ... bis dann am 20. Februar die Werte vollkommen abrupt, von einem Tag auf den anderen, von 1749 auf 394 zurückgingen, dann zwei Wochen konstant im mittleren und unteren dreistelligen Bereich verharrten, bevor sie ab Anfang März auf ein kaum noch messbares Niveau abfielen. Was war passiert? Hatte China mit seinen rigorosen Quarantänemaßnahmen die Pandemie besiegt...? Oder hatte die chinesische Regierung nach vier Wochen fleißigen Testens ganz einfach beschlossen, die Testmenge radikal zurückzufahren und die Pandemie auf diese Weise zu 'beenden'? ... Der Verdacht ließ sich schwer ausräumen, da China, anders als andere Länder, keine überprüfbaren Daten zur Anzahl der täglich oder wöchentlich durchgeführten Tests veröffentlichte. Zumindest erschien es kaum schlüssig, wie eine sich rapide ausbreitende Epidemie in einem Staat mit über einer Milliarde Einwohnern bei konstant hoher Anzahl der Tests schon nach wenigen Wochen landesweit (!) nur noch zu 19 neuen Fällen (10. März) oder 8 neuen Fällen (13. März) führen sollte, wie es offiziell gemeldet wurde... So gut wie alle Medien akzeptierten die Geschichte von den erfolgreichen Maßnahmen der Chinesen – unterstützt auch durch das vermeintlich neutrale Johns Hopkins Dashboard. Wenn selbst die Amerikaner die chinesischen Zahlen veröffentlichten, so die unterschwellige Annahme vieler, dann würden die Werte wohl stimmen... Was auch immer stimmte – im Ergebnis war China in der öffentlichen Wahrnehmung das Corona-Problem jedenfalls erst einmal los und hatte der Welt außerdem gezeigt, wie zu handeln war, nämlich entschieden und mit aller Härte. Diese Lektion wurde anschließend fast überall befolgt."

Mit der "großen Pandemie-Maschine" Richtung "Great Reset"

Damit ergibt sich der Verdacht, dass das Hochspielen des Virus nicht nur im Westen Teil der Strategie war und ist, sondern auch in China, wobei in China der Ball ins Rollen gebracht wurde. Während aber die "große Pandemie-Maschine" in China bald "gestoppt" war, wurde sie im Rest der Welt immer stärker in Schwung gebracht. Testen, testen, testen ist die Devise, um die "Fallzahlen" in die Höhe zu treiben und auf diese Weise Grund- und Menschenrechte außer Kraft zu setzen und so den Boden zu bereiten für die große kapitalistische Transformation, den "Great Reset". Für die Deutschen WirtschaftsNachrichten scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein festzustellen: "China wird offenbar auch im Rahmen des 'Great Reset' eine wichtige Rolle spielen." (20)

Köder für Linke

China wird vielfach – auf Basis der von China verbreiteten Zahlen – als vorbildlich dargestellt. Am 20.10.2020 heißt es in der Neuen Zürcher Zeitung (21): "Blickt man auf den Umgang mit der Corona-Pandemie, fällt auf, wie glücklos der Westen und wie erfolgreich Ostasien agiert... China ist es, bei aller berechtigten Kritik an den Versäumnissen in der Anfangsphase, gelungen, den Ausbruch des Virus in Wuhan praktisch vollständig unter Kontrolle zu bringen. Dort finden Kongresse wieder offline statt, die Wirtschaft erholt sich rasch... Die intuitive Polemik gegen das autoritäre Regierungssystem Chinas und das hartnäckige Ausblenden der asiatischen Erfolgsmodelle lassen sich am besten mit dem Begriff des epidemischen Orientalismus erklären. Er beschreibt eine Geisteshaltung, die jegliches Lernen vom Gegenüber ausschließt..." Indem auf diese Weise dem Feindbild China entgegengewirkt wird, wird damit manch "Linker" geködert, ohne zu bemerken, dass er Opfer einer (arg-)listigen Täuschung – eines Trojaners – geworden ist. Denn mit der ungebrochenen Verwendung des Begriffs "Corona-Pandemie" wird jeder Zweifel daran ausgeblendet. Dass die "Corona-Pandemie" strategisches Kernelement des "Great Reset" ist, gerät damit vollends aus dem Blickfeld. Das zeigt sich auch in der Formulierung vom "glücklosen Westen", der nicht in der Lage sei, der "Pandemie" Herr zu werden. Der Gedanke daran, dass das, was als "Pandemie" bezeichnet wird, gewollt sein kann, wird damit ausgeschaltet. Dieses fatale Prinzip der Desorientierung und Desinformation ist auch in "linken" Publikationen gang und gäbe. Drei Beispiele:

Renate Hennecke schreibt am 28.11.2020 in der Zweiwochenschrift "Ossietzky" in einem Artikel mit dem Titel "China und die Pandemie" (22): "Ganz anders die Situation in mehreren Ländern Asiens, allen voran China. Seit Monaten gibt es dort kaum noch neue Covid-19-Fälle." Auf diese Weise wird auch hier der Köder China ausgeworfen, um damit Desinformation zu verkaufen. Bezogen auf Deutschland wird formuliert: "Die Zahl der täglich bestätigten Covid-19-Neuinfektionen ist immer noch alarmierend hoch." Damit wird die Falschinformation gestützt, das positive Ergebnis des PCR-Tests sei gleichbedeutend mit "Infektion". Was noch verbunden wird mit der Diffamierung derjenigen, die die Desinformation anprangern: "Währenddessen demonstrieren immer wieder sogenannte Querdenker, gemischt mit Nazis aller Art, gegen die Maßnahmen, mit deren Hilfe die Regierung die Pandemie unter Kontrolle bringen will." Die Bewegung zur Verteidigung von Grund- und Menschenrechten mit Nazis in Verbindung zu bringen, ist ein regelmäßig zu beobachtendes, übles Mittel der Verunglimpfung. Und die Behauptung, die Bundesregierung wolle "die Pandemie unter Kontrolle bringen" soll unsichtbar machen, dass es um das glatte Gegenteil geht – die "Pandemie" zu forcieren –  mit dem bekannten Ziel des "Great Reset".

Auch ein am 3.9.2020 erschienener Artikel von Rüdiger Rauls kombiniert in ähnlicher Weise die positive Darstellung von China mit Desinformation und Diffamierung. (23) So wird vielfach der verunglimpfende Begriff "Corona-Leugner" verwendet. Und wir finden auch bei Rüdiger Rauls die Desinformation von den "steigenden Infektionszahlen". So ist zu lesen: "Während also in China dank seiner Erfolge in der Seuchenbekämpfung wieder gefeiert werden kann, steigen die Infektionszahlen in den westlichen Staaten erneut an." Chinas "Erfolg" wird nicht hinterfragt, und dass das Steigen der Zahlen in erster Linie mit dem Hochschrauben des Testens (in Deutschland – als der Artikel verfasst wurde – auf über eine Million Tests pro Woche) zusammenhängt, bleibt ausgeblendet. Und dann enthält der Artikel eine ungeheuerliche Unterstellung: "Dieses hohe gesellschaftliche Gut der bürgerlichen Errungenschaften [das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit], die unter Jahrhunderte langen Kämpfen und hohen Opfern gegen feudalistische Herrschaft erkämpft worden waren, scheint der Grundrechte-Bewegung gleichgültig und bedeutungslos." Das ist eine Verdrehung der Tatsachen, wie sie extremer kaum sein kann.

Auch der DKP-Vorsitzende von Brandenburg kommt auf China zu sprechen und verbindet das mit der Verurteilung eines wesentlichen Teils der Bewegung zur Verteidigung der Grundrechte. (24) Es gehe ihm nicht darum, sich mit den Querdenkern zu verbünden. Deren Freiheitsbegriff sei "ein ideologisches Schmiermittel für die Herrschaft des Kapitals". Und dann bringt auch er China ins Spiel und macht eine singuläre Kritik an der KP Chinas zum Fallbeil: "Wenn ich Transparente auf der Leipziger Demo sehe, wie 'Der gefährlichste Virus der Welt ist die KP Chinas', dann muss man sich des antikommunistischen und reaktionären Potenzials dieser Kräfte bewusst sein. Man muss sich aber auch bewusst sein: sie haben mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes mit der Merkel-Regierung." Der Gedanke, dass China ein verdeckter Player in Richtung "Great Reset" sein könnte, wird auf diese Weise als antikommunistisch und reaktionär gebrandmarkt.

Störfaktor Trump

US-Präsident Donald Trump wird von den Strategen des "Great Reset" als Störfaktor gesehen. Trump ist bei der Durchführung des Corona-Manövers ein zu unsicherer Kantonist. Schon bei der WEF-Konferenz im Januar 2017 erntet Chinas Staatspräsident Xi Jinping großen Beifall, als der mit Blick auf Trump vor wirtschaftlicher Abschottung, Protektionismus, Populismus und Entglobalisierung warnt. Xi: (25) "Protektionismus ist dasselbe, wie wenn man sich in einem dunklen Raum einsperrt". Deshalb darf es für Trump keine zweite Amtszeit geben. Joe Biden ist der Mann der Wahl. Michel Chossudovsky: "Joe Biden wird die von dem Weltwirtschaftsforum ausgerufene Große Transformation [den "Great Reset"] sowohl national als auch international vorantreiben — mit verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen. Das für kommenden Sommer terminierte Weltwirtschaftsforum (WEF) 2021 wird sich auf die Umsetzung der Großen Transformation konzentrieren. Eine Joe-Biden-Administration wird die autoritären Pläne von Big Money – die Große Transformation – aktiv unterstützen." "Das ist Imperialismus mit einem 'menschlichen Gesicht', schreibt Michel Chossudovsky sarkastisch. (26)

Eine neue Stufe der Perversion

Es ist, als sollten all diese Zusammenhänge aus dem öffentlichen Diskurs ausgeblendet werden. Besonders "linke" Kräfte scheinen dafür auserkoren, den Blick zu trüben, als seien besonders sie der verlängerte Arm derer, die "auf den Trümmern von Millionen Existenzen“ eine neue Ordnung im Sinne des "Great Reset" aufbauen und damit den Kapitalismus auf eine neue Stufe der Perversion heben wollen.

Es sei hier zum Abschluss erinnert an eine Passage aus dem Artikel "Wer ist George [Fu Gao]?". Darin heißt es: "Ist das Corona-Manöver... ein trojanisches Pferd, mit dem es China gelingt, seine Gegner im 'Westen' auf dieses aufspringen zu lassen, um sie damit durch Zerstörung großer Teile der Wirtschaft und der Demokratie-Restsubstanz ihren eigenen Niedergang bewirken zu lassen? Ist das Corona-Manöver ein Schachzug, mit dem China den Westen angreift? Oder ist es umgekehrt: will das US-Imperium – womöglich mit einer B-Waffen-Operation – China in die Knie zwingen? Treffen hier zwei Strategien aufeinander, von denen noch nicht abzuschätzen ist, welche sich letztlich wie auswirkt und obsiegt? Oder gibt es doch gemeinsame Interessen in dem Sinne, wie sie mit der Studie der Rockefeller-Foundation von 2010 umrissen sind, die beschreibt, wie die Welt über eine 'Pandemie' im Gleichschritt ('Lock Step') unter 'Zurückdrängung der Bürger' eine 'autoritärere Führung' erhält?" (27)


Nachtrag 1 - Influenza verschwindet im Gleichschritt

Entsprechend der Datenlage der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich 2020 eine phänomenale Entwicklung vollzogen. Alle aufgeführten Varianten der Influenza-Grippe sind seit dem Frühjahr 2020 – etwa seit Ausrufung der Covid19-Pandemie durch die WHO – weltweit wie im Gleichschritt verschwunden. Auch China macht da keine Ausnahme. (28) Siehe Grafik:


Entnommen aus WHO/FluNet/Global Influenza Surveillance and Response System (GISRS) am 05.01.2021 – montiert aus den Ergebnissen für die Jahre 2018, 2019 und 2020 und mit den Jahreszahlen versehen (hier klicken, um die Grafik vergrößert anzuzeigen)


Nachtrag 2 - NATO verkündet: China kein Gegner

Am 2. Dezember 2020 berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg habe über das Bedrohungspotenzial Chinas gesprochen, das mehr und mehr zu einem Thema für die NATO werde, aber er habe betont, "China sei kein Gegner". (29)


Nachtrag 3 - Investitionsabkommen EU-China

Am 30. Dezember 2020 heißt es in einer EU-Pressemitteilung mit dem Titel "EU und China erzielen Grundsatzeinigung über Investitionen": "Die EU und China haben heute die Verhandlungen über ein umfassendes Investitionsabkommen im Grundsatz abgeschlossen. Diese Einigung wurde in einer Videokonferenz erzielt, an der der chinesische Präsident Xi Jinping, Kommissionspräsidentin von der Leyen, der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Namen des EU-Ratsvorsitzes sowie der französische Präsident Emmanuel Macron teilnahmen. China verpflichtet sich dazu, Investoren aus der EU einen umfassenderen Marktzugang als je zuvor zu gewähren, einschließlich einiger wichtiger neuer Marktöffnungen..." Und in der Pressemitteilung wird die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zitiert: "Die heutige Einigung ist ein wichtiger Meilenstein in unseren Beziehungen zu China und für unsere wertebasierte Handelsagenda. Sie eröffnet europäischen Investoren einen beispiellosen Zugang zum chinesischen Markt..." (30)


Nachtrag 4 - Vorbild China

Am 31.12.2020 erscheint im Handelsblatt ein Artikel zur Abqualifizierung der Querdenker-Bewegung (31). Darin enthalten ist eine Grafik, die beiläufig China ins Spiel bringt. Anhand von Daten der US-Institution "Johns Hopkins" und des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control / Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) sind "Corona-Tote" je 100.000 Einwohner für verschiedene Länder aufgeführt.

Danach soll China bei weitem die geringste Zahl von Toten aufzuweisen haben. In Italien, Spanien und USA soll es demnach über 100 Tote pro 100.000 Einwohner gegeben haben, in China dagegen den verschwindenden Wert von 0,3. Es sind "westliche" Organisationen, die China in dieser Weise als Vorbild erscheinen lassen.


Sonntag, 28. Februar 2021

Die NVA und ihr Ende - RotFuchs, Februar 2021

 

Entnommen: RotFuchs, Februar 2021


Die Nationale Volksarmee und ihr Ende


Die Abwicklung der DDR-Armee im Jahr 1990


Am 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer der DDR das Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee (NVA). Dieser Beschluß erfolgte in Wahrnehmung des souveränen Rechts der DDR zum Schutz der Bürger und ihrer Errungenschaften vor Angriffen von außen. Am 1. März 1956 wurden die ersten Führungsorgane und Truppenteile der NVA aufgestellt und vereidigt. Er gilt als ihr Gründungstag. Seit dieser Zeit bis zu ihrer Auflösung dienten und arbeiteten etwa drei Millionen Bürgerinnen und Bürger als Armeeangehörige und Zivilbeschäftigte in der Nationalen Volksarmee und trugen dazu bei, daß sie ein zuverlässiger und geachteter Partner der Streitkräfte der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages wurde und den Auftrag zur Sicherung des Friedens erfüllte.


Anfang der 80er Jahre hatte die NVA den Höhepunkt ihrer Gefechtsbereitschaft erreicht und galt nach der Sowjetarmee als die bestausgerüstete Streitmacht des Warschauer Paktes. Von der Mitte des Jahrzehnts an trübte sich aber die Lage ein: Einerseits herrschte ein mit 85 Prozent sehr hohe Bereitschaftsgrad, andererseits mußte die NVA seit 1985 mit mehreren tausend Soldaten gleichzeitig überall dort in der DDR-Industrie einspringen, wo Personalmangel herrschte. Nachdem am 11. September 1989 Ungarn seine Grenzen geöffnet hatte, verließen täglich viele DDR-Bürger das Land zudem über die Botschaften der Bundesrepublik in Warschau und Prag. Zugleich wurde die Zahl der Menschen, die für sogenannte Freiheit- und Demokratie auf die Straße gingen, immer größer. Am 18. Oktober traten Generalsekretär Erich Honecker und am 7. und 8. November nacheinander Regierung und Politbüro zurück. Neuer Regierungschef wurde Hans Modrow und Verteidigungsminister Admiral Theodor Hoffmann.


Am 18. März 1990 fanden Wahlen zur Volkskammer der DDR statt. Das Ergebnis kam für viele in der NVA überraschend: Statt der SPD gewann die „Allianz für Deutschland“, gebildet aus CDU, CSU und dem „Demokratischen Aufbruch“. Die neue große Koalition vereinbarte, schnellstmöglich die „deutsche Einheit“ nach Artikel 23 des Grundgesetzes zu verwirklichen. Neuer Minister, jetzt für Abrüstung und Verteidigung, wurde der Pfarrer Rainer Eppelmann.


Nach den Wahlen herrschte in der NVA große Verunsicherung. Diese überspielte man, indem man den Soldaten versicherte, daß die NVA auch nach der „Vereinigung“ weiter bestehen würde. Sie bekamen immer wieder gesagt, daß ihnen allein ihr Anteil an der „friedlichen Revolution“ in der DDR weiterhin eine Existenzberechtigung geben würde. Im Glauben daran ließ sich die Armee personell reduzieren und materiell abrüsten. Dachte man anfangs im Offiziers- und Unteroffizierskorps noch, man könnte quasi als „Territorialheer Ost“ fortbestehen – zum Ende der DDR hatte die NVA eine Truppenstärke von knapp etwa 155 000 Mann – wurde in den Wochen und Monaten nach dem Frühjahr 1990 schnell klar, daß von der NVA nichts mehr übrigbleiben würde. Lediglich ein paar tausend Offizieren und Unteroffizieren – in der Regel mit niedrigerem Rang – wurde der Dienst in der Bundeswehr angeboten. Nicht wenige, die in der NVA ihrem sozialistischen Vaterland voller Überzeugung gedient hatten, konnten sich nicht vorstellen, die Uniform des Klassenfeindes zu tragen.


Was in der Truppe folgte, waren Töne im dumpfen Moll, als am 2. Oktober 1990 die Fahne der DDR an den Standorten der Nationalen Volksarmee eingeholt wurde. Mit dem Tag, mit dem die fünf ostdeutschen Bundesländer dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vor 30 Jahren „beitraten“, war das Ende des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden besiegelt und war auch die NVA nur noch eine Episode. Eine Schlüsselfigur war dabei der Politiker Werner E. Ablaß, der in der DDR erst in der Opposition eine Rolle spielte und später Staatssekretär für Abrüstung und Verteidigung war. Daß ausgerechnet er die NVA abwickeln sollte, war Jahre zuvor nicht denkbar. Dieser Mann gründete den „Demokratischen Aufbruch“ in Mecklenburg und schloß sich damit einer Bewegung an, die von den Pfarrern Rainer Eppelmann und Friedrich Schorlemmer in der DDR gegründet worden war: Bevor am 3. Oktober 1990 die NVA von der Bildfläche verschwand, war Werner E. Ablaß auch daran beteiligt, daß die NVA aus dem Verteidigungsbündnis des Warschauer Vertrages ausschied.


Die Mehrzahl der Berufssoldaten fürchtete ebenfalls, entlassen und ins soziale Abseits gestellt zu werden. Eppelmann hatte ihnen im Mai 1990 auf der ersten Kommandeurstagung seiner Amtszeit versichert, er könne für ihre berufliche Perspektive im Zuge der Verhandlungen des „Einigungsvertrages“ etwas erreichen. Im September antwortete er nur ausweichend: „Was soll ich Ihnen sagen. Ich weiß ja auch nicht, was aus mir wird.“ Damit erntete er Hohn und Spott und wurde ausgelacht.


Daß schlußendlich auch keine Generale in das Bundeswehrkommando Ost übernommen werden sollten, erfuhr Ablaß am 28. September. Dann mußte es schnell gehen. Entlassungsdokumente für 24 Generale und Admirale der NVA wurden geschrieben. Der letzte Chef der NVA, Generalmajor Lothar Engelhard, rief sie zu 14 Uhr im Haus 20 des Ministeriums in Strausberg zusammen. Sie, die vom Staatsoberhaupt der DDR in den Generalsrang ernannt worden waren, wurden nun von einem Staatssekretär nach Hause geschickt.


Als am 2. Oktober 1990 im Ministerium für Abrüstung und Verteidigung in Strausberg praktisch die Nationale Volksarmee symbolisch zu ihrem letzten Appell antrat, zum letzten Mal die Truppenfahne hißte, trat nicht Pfarrer Eppelmann, sondern der frühere Leiter des Altenheims im mecklenburgischen Camin, Werner Ablaß, ans Rednerpult. Er sei sich dessen bewußt, erklärte er, daß er ohne die politische Loyalität der vertriebenen Generale seine 178 Tage in der politischen Führung dieser Armee nicht bewältigt hätte. Es hätte auch zu katastrophalen Ereignissen und eskalierenden Konf likten kommen können, wenn die militärische Führung der NVA nicht verantwortungsbewußt und sachlich ihre Aufgaben bis zum Schluß wahrgenommen hätte.


Dessen ungeachtet überbrachte er den Tagesbefehl, in dem es hieß: „Hiermit entlasse ich sie als Angehörige oder Zivilbeschäftigte der Nationalen Volksarmee aus Ihren Verpflichtungen, die Sie gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik zu erfüllen hatten.“ Ein Befehl, der die Angehörigen der NVA diskriminierte und ihre Geschichte verfälschte. Führende Kader wurde gerichtlich verfolgt, Offiziere und Soldaten verhöhnt. Werner E. Ablaß hingegen, der die Auflösung der NVA mitverhandelt und besiegelt hatte, wurde nach dem Ende der DDR Leiter der Außenstelle des Bundesministeriums der Verteidigung in Strausberg. Heinz Pocher




Samstag, 27. Februar 2021

ZUM TAG DER NVA - Persönliche Erinnerungen, H.P.

 

GRATULATION

zum 65. Jahrestag der Gründung der NVA am 1. März


AUSBRUCH AUS DER STILLE“

Persönliche Lebensbilder

(Autor: Harry Popow)


1.Textauszug


https://www.epubli.de/shop/buch/AUSBRUCH-AUS-DER-STILLE-Harry-Popow-9783748512981/83705


Götter-Ohren“ an Soldaten-Herzen


Im Juli 1964 schreibt Henry: Nicht zum ersten Mal haben wir den Eindruck, dass man Menschlichkeit im Umgang besonders in den oberen Etagen antrifft. Jüngstens waren beispielsweise Mitarbeiter des Zentralkomitees der SED in unserem Regiment im Einsatz. Was mich besonders freut: Nach einer Übung sind die Genossen vom ZK nicht allein zufrieden damit, dass die Soldaten gut geschossen haben, nein, sie wollen herausfinden, wie die jungen Leute denken und was deren Herz sagt. Und sie beraten sich mit uns Offizieren, wie man die Rechte der Soldaten noch besser sichern muss, wie man im Gespräch zu ihrem Inneren findet. Das ZK kritisiert u.a. jene Vorgesetzten, die die Nöte und Sorgen der Soldaten zu wenig kennen und dann manche Fehlentscheidungen treffen. Unter Feuer werden vor allem die mancherorts anzutreffende Gleichgültigkeit und Sorglosigkeit gegenüber den Unterstellten genommen, (siehe z. B. Willkür bei den Festlegungen zum Urlaub und Ausgang und zur Freizeitgestaltung ). Nur ein Beispiel: Warum lässt man die Sonnabend-Ausgänger erst um 17 Uhr raus? Außerdem: Oft wissen die Soldaten nicht, wer am Wochenende Wache stehen muss, demzufolge sind auch Urlaub und Ausgang unklar. Oder: Waffenreinigen eine Stunde, am nächsten Tag zwei Stunden, ohne sie benutzt zu haben! Da greift sich doch jeder an den Kopf. Sinnlosigkeiten lassen Gleichgültigkeit aufkommen und ersticken jeden guten Willen. Aber: Wie leicht fällt es den Genossen von „oben“, zu bemängeln, sie ziehen ja wieder ab, und der Druck auf die Regimentsangehörigen, all die Termine, die Forderungen der höheren Stäbe – sie bleiben und halten sich zäh wie Teer in der Truppe. Man kann sich jedoch auf diese Genossen mit den mitfühlenden Herzen beziehen, das gibt ein wenig Halt.



2. Textauszug



Anfang Februar 1985 ringt sich Henry endgültig zu einem Entschluss durch. Im nächsten Jahr wird er fünfzig. Ist es nicht an der Zeit, den Dienst zu quittieren? Zumal es – das spürt er - nicht danach aussieht, dass die Armee noch sehr lange ihre Existenzberechtigung hat. Die NVA – so sieht es Henry – hat bisher mitgeholfen, an der Seite der Bruderarmeen einen kriegerischen Konflikt zu verhindern. Jetzt aber ist die Zeit reif für die weltweite Ächtung des Krieges, denn niemand würde ihn gewinnen, den atomaren Schlagabtausch. Sollte nicht endlich mal die Vernunft zum Zuge kommen? Vor allem aus der Sowjetunion sind neue Töne zu hören hinsichtlich grundlegender Veränderungen. Oberstleutnant Henry Popow hat sich als politischer Militärjournalist in diesem Zweikampf der Supermächte gesehen. Aber er wird älter, und Jüngere rücken nach. Sicher, die erheblichen Dienstbezüge (Gehalt) und Cleos gutes Verdienen in der Redaktion der Zeitschrift „Für Dich“ haben der Familie materielle Sicherheit garantiert ... Sie geben ihm aber nicht mehr Zeit für die Familie und nicht mehr Gesundheit ... Also: Er stellt den Antrag, zum Ende des Ausbildungsjahres 1985/86 aus dem aktiven Wehrdienst auszuscheiden.



3. Textauszug



"DER RUF DER TAUBE"



Harry Popow: "Der Ruf der Taube", Blüten im Kreuzfeuer. Sprache: Deutsch, ISBN: 9783746782256, Format: DIN A5 hoch, Seiten: 548, Erscheinungsdatum: 19.11.2018

https://www.epubli.de//shop/buch/RUF-DER-TAUBE-Harry-Popow-9783746782256/80635?  utm_medium=email&utm_source=transactional&utm_campaign=Systemmail_PublishedSuccessfully 
  


Auf nach Moskau


Ende September 1978. Im Ministerium für Verteidigung wurde es jetzt bestätigt: Henry fliegt nach Moskau. Auslandsdienstreise zur befreundeten Zeitung „Krasnaja Swesda“. Abflug am 2. Oktober von Schönefeld um 08.15 Uhr mit der IF 600, Ankunft in Moskau um 12.40 Uhr. Rückflug am 5. Oktober um 14.00 Uhr mit der IF 605, Ankunft in Berlin um 14.25 Uhr. Also bereitet er sich vor. Malt sich das reichlich zu recherchierende Material aus, eine Vielfalt von Themen. „Bringe soviel Artikel mit wie du kannst“, gab Oberst J. ihm mit auf den Weg. Henry ist allerdings auch für schnelle Änderungen der Lage dort in Moskau gewappnet, andere dienstreisende Reporter hatten ihm manchen Tipp gegeben. Dann Moskau, die Geburtsstadt seiner Mutter. Die breiten Straßen, der starke Autoverkehr, die Gastfreundlichkeit seiner Betreuer. Man besuchte die Offiziershochschule der Landstreitkräfte, die Kunpemirowkaer Panzerdivision und - natürlich – das Lenin-Mausoleum. Aber aus den sehr gründlichen Interviews wurde nichts. Mit einem Kompaniechef wollte Henry z. B. über Erfahrungen beim Gefechtsschießen sprechen. Doch viele Ohren- und Augenzeugen während des Gesprächs verunsicherten den sowjetischen Offizier offenbar. Henry konnte nur wenige Fakten notieren. Manches blieb auch recht unkonkret. Es war zum Haare ausreißen.


In Berlin musste er sich später aus eigener Anschauung ein Bild machen von den „Erfahrungen“ des sowjetischen Kompaniechefs, also flunkern was das Zeug hält. Privat wollte der Reporter in der Nähe des Alten Arbat auf Bitte seiner Mutter ihr ehemaliges Haus, in dem sie mit ihren Eltern gelebt hatte, ansehen. Sein Begleiter führte ihn zwar hin, aber wohl war diesem offensichtlich nicht zumute. Sollte Henry nicht, durfte er nicht? Machte der private Wunsch ihn verdächtig? Aber warum? Auch besuchte Henry mit seinen Begleitern auf die Schnelle Stanislaw, seinen sowjetischen Journalistenfreund aus Neubrandenburger und Potsdamer Zeiten. Er überreichte aber nur ein Geschenk, hielt sich nicht unnötig auf, er spürte, wie verlegen sowohl Stanislaw, als auch Henrys Betreuer waren. War ihnen privater Kontakt hier in der SU nicht erlaubt? Manches ist recht rätselhaft. Wer weiß, was deren Vorschriften diktieren? In einem Brief an seine Mutter beschreibt Henry Tage danach seine Eindrücke: „Moskau ist imposant. Viele interessante Bauten. Manches mutet an, als wäre es für die Jahrhunderte erbaut. Im krassen Gegensatz dazu die noch teilweise bewohnten alten Holzhäuser. Wie man mir sagte, wird Altes hier und da erhalten bleiben. So auch der alte Arbat. Die Kirche z. B., die ich fotografiert habe, trägt zur Zeit ein Baugerüst. Gaststätten, wie Du ja weißt, gibt es nur in den Hotels. Für die Jugend ist nichts da - tote Hose. Nur drei Diskotheken - für eine Achtmillionenstadt. Vor der Revolution hat es mehr Gaststätten, auch kleinere, gegeben. Danach wurde vieles liquidiert, so meine Begleiter. An diesen Zustand hat man sich wohl gewöhnt. Dafür herrscht ein feucht-fröhliches Treiben z. B. im Hotel Moskwa, in dem ich untergebracht war. Morgens aus dem Lautsprecher russische Lieder, ich fühle, die DDR, das mehr westliche Europa, ist so weit weg ...“


Donnerstag, 25. Februar 2021

Nawalny als "Regimechanger" - Wolfgang Bittner

 

Nawalny als „Regimechanger“


Ein ungeheuerliches Betrugsmanöver


Von Wolfgang Bittner

Am 20. August 2020 erlitt der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny während eines Inlandfluges einen Schwächeanfall und musste nach einer Notlandung in Omsk in einer Klinik behandelt werden. Wenig später wurde er mit Einwilligung der russischen Regierung in die Berliner Charité ausgeflogen, wo er mehrere Tage im Koma lag. Noch bevor Fakten bekannt waren, geschweige denn eine erste Untersuchung des Vorfalls stattgefunden hatte, wurde von westlichen Politikern und Journalisten behauptet, auf den „Kreml-Kritiker“ sei auf Anordnung oder jedenfalls mit Wissen Wladimir Putins ein Mordanschlag mit einem russischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe verübt worden. Es folgte eine bis zur Gegenwart andauernde Empörungswelle und Hetzkampagne gegen Russland.

Auf deutscher Seite waren unverzüglich bekannte US-affine Einflusspersonen zur Stelle, die mit Unterstützung der Leitmedien im Einsatz gegen die russische Regierung und deren Präsidenten agierten. Mit großem Bohei trat der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Norbert Röttgen, auf die Bühne, assistiert von dem Grünen-Europapolitiker Reinhard Bütikofer und anderen Agitatoren. Und sofort kam die Forderung auf, den Bau von Nord Stream 2 aufgrund des Anschlags auf Nawalny endgültig abzubrechen, was den jahrelangen intensiven völkerrechtswidrigen Bemühungen der US-Regierung entsprach.

Jetzt müsse „alles auf den Prüfstand“, forderte Röttgen, die einzige Sprache, die Wladimir Putin verstehe, sei „eine Sprache der Härte“. Die Vollendung der Ostseepipeline wäre nach Röttgen die „ultimative und maximale Bestätigung für Wladimir Putin, mit genau dieser Politik fortzufahren“; dieses „gegen die Mehrheit der Europäer“ betriebene Projekt müsse aufgegeben werden.(1) Bütikofer bezeichnete das Beharren der Bundesregierung als „verbohrtes Festhalten“ an dem Projekt.(2) Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete am 2. September 2020, es lägen Untersuchungsergebnisse eines Bundeswehrlabors vor, nach denen Nawalny „zweifelsfrei“ vergiftet worden sei. Man werde mit den Partnern in der NATO und in der EU über eine „angemessene, gemeinsame Reaktion entscheiden.“(3)

Im Spiegel hieß es schon am 28. August 2020 zum Fall Nawalny, Putin sei „eine destruktive Kraft der Weltpolitik“,(4) und die Verteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete Anfang September 2020 das „System Putin“ als „aggressives Regime, das seine Interessen ohne Skrupel auch mit Mitteln der Gewalt durchzusetzen versucht und die internationalen Verhaltensregeln immer wieder verletzt“.(5) Kurz darauf legte der Spiegel nach und kommentierte: „Die Zeit für Härte ist jetzt. Jetzt ist die Zeit, um dem Mann im Kreml wehzutun.“(6) Ähnlich feindlich äußerten sich weitere führende Politiker der CDU, der Grünen und der FDP; mäßigende Stimmen waren kaum zu vernehmen.

In die kriegstreiberischen Spekulationen zum Anschlag auf Nawalny, wurde auch die NATO einbezogen, und der angeblich „vom Kreml“ Vergiftete, der sich bereits nach wenigen Tagen erholt hatte, wurde als Lichtgestalt und potenzieller russischer Präsident propagiert. Allerdings stand das in völligem Widerspruch zur russischen Realität, denn Alexej Nawalny war in Russland trotz Unterstützung aus dem Ausland verhältnismäßig einflusslos. Zwar war er 2010 einige Monate an der Eliteuniversität Yale/Connecticut im „Yale World Fellows Program“ auf seine Rolle als globale Führungskraft (d. h. „Regimechanger“) vorbereitet worden,(7) aber bei Wahlen lag seine Partei russlandweit im unteren einstelligen Bereich.

Und wieder einmal entblößte sich das EU-Parlament in seiner antirussischen Haltung: Diesmal wegen der unterstellten Vergiftung Nawalnys mit einer Resolution(8), in der härtere Sanktionen gegen Russland gefordert wurden, obwohl keinerlei Beweise für russisches Fehlverhalten vorlagen. Den Bitten aus Russland um Weitergabe von Untersuchungsergebnissen, war die deutsche Regierung nicht nachgekommen. Verschwiegen wurde von den westlichen Medien, dass der Nationalist Nawalny zweimal wegen Betrugs verurteilt worden war.(9) Ein älteres Video zeigt zudem, wie er politische Gegner mit Ungeziefer gleichsetzte, „das entsprechend zu ‘behandeln‘ sei“.(10)

Wie heuchlerisch die antirussische Kampagne der Berliner Politikerkaste und ihrer Leitmedien war, zeigte sich überdeutlich daran, dass von der jahrelangen Drangsalierung und rechtswidrigen Inhaftierung des dadurch ernsthaft erkrankten Journalisten Julian Assange überhaupt keine Kenntnis genommen wurde. Auch die grausame Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi am 2. Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul durch „Spezialkräfte“ aus Riad geriet bald in Vergessenheit;(11) ebenso die Ermordung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch eine Drohne. Dass in der Ukraine ständig Regimegegner umgebracht wurden und werden, war nie ein Thema.

Zweifel werden ignoriert

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Anschuldigungen aus Deutschland entschieden zurück und erklärte: „Wir sind bereit und daran interessiert, vollständig zu kooperieren und die Informationen zu diesem Thema mit Deutschland auszutauschen.“(12) Das konnte die Wogen nicht glätten, denn die Unschuldsvermutung vor einem Urteil gilt in den Beziehungen zu Russland schon lange nicht mehr, Zweifel werden ignoriert, Untersuchungsergebnisse aus Deutschland werden den Behörden in Russland verweigert.

Außenminister Sergej Lawrow beklagte mit ernsten Worten in einem Interview am 15. September 2020: „Gäbe es Alexej Nawalny nicht, würde man sich noch irgendetwas als Vorwand zur Einführung zusätzlicher Sanktionen einfallen lassen… Was diese Lage betrifft, so scheint mir, dass unsere westlichen Partner schlicht allen Anstand und alle Grenzen des Vernünftigen hinter sich gelassen haben. Im Kern der Sache verlangt man jetzt von uns ein ‚Geständnis‘. Man fragt uns: ‚Wie, ihr vertraut deutschen Spezialisten nicht, von der Bundeswehr? Wie kann das sein? Ihre Schlussfolgerungen wurden von den Franzosen und Schweden bestätigt. Was, ihnen traut ihr auch nicht?‘“(13)

Zu konstatieren ist: Die russische Regierung hatte zugestimmt, dass Nawalny trotz der Corona-Grenzsperre zur Behandlung und Untersuchung mit einem Privatjet nach Deutschland in die Charité gebracht wurde. Das hätte sie wohl kaum gemacht, wenn sie eine Vergiftung angeordnet hätte, noch dazu mit dem Nervengift Novitschok. In der Affäre um den Doppelspion Skripal, der angeblich in London von russischen Agenten mit Novitschok vergiftet wurde, weswegen die deutsche Regierung sofort Diplomaten ausgewiesen hat, gibt es immer noch keinen eindeutigen Beweis für einen Mordanschlag aus Russland. Diese bedauerlichen Vorgänge werden in Szene gesetzt und dramatisiert, aber die folgenden Untersuchungen bleiben ergebnislos, während Diskriminierung, Hetze und Scheinbeweise Wirkung zeigen, wenn die Unterstellungen nur oft genug wiederholt werden.

Besonders perfide an dem Vorgehen der Bundesregierung war, dass mit einem vermuteten Verbrechen an einem russischen Staatsbürger in Russland die Bundeswehr und die NATO befasst wurden. Damit erhielt der Fall Nawalny eine militärische Dimension. Aber es lag kein bewaffneter Angriff Russlands auf Deutschland vor. Die Bundeswehr als Verteidigungsarmee und die NATO, die entsprechend dem Nordatlantikvertrag ein Verteidigungsbündnis ist, hätten überhaupt nicht einbezogen werden dürfen. Was sich die Bundesregierung geleistet hat, ist eine Ungeheuerlichkeit, und ebenso ungeheuerlich ist, dass dies im Westen von keiner Seite thematisiert wurde. Die Reaktionen im Deutschen Bundestag und in den Medien waren beschämend. Erst nach Tagen regte sich allmählich Kritik an der offiziellen Version, nachdem die sogenannten alternativen Medien sie schon lange angezweifelt hatten.

In der Wochenzeitung Freitag wurde der Anschlag auf Nawalny wie folgt kommentiert: „Anstandslos wird Wladimir Putin von vielen deutschen Politikern die Verantwortung für den ‚Fall Nawalny‘ angelastet. Ob es klare Beweise gibt, erscheint zweitrangig. … Wo Fakten, Argumente und vor allem offene Fragen nicht ins Weltbild passen, werden sie der Ideologie geopfert. Beim ‚Fall Nawalny‘ geschieht das in einer krassen, geradezu fanatischen Weise, dass einem der Atem stockt. Woher diese Melange aus Vorurteil, Ressentiment, Kriminalisierungs- und Verdammungswahn gegenüber der russischen Regierung? … Es liegt nicht der geringste, schon gar kein stichhaltige Beweis dafür vor, dass ‚Putin‘ oder ‚der Kreml‘ den Anschlag auf Nawalny angeordnet und wissentlich geduldet haben. Trotzdem wird unablässig suggeriert, es könne gar nicht anders sein.“(14)

Aufschluss in der Affäre Nawalny, gibt letztlich die Tatsache, dass sie umgehend mit der Fertigstellung von Nord Stream 2 verknüpft wurde. Seit mindestens zwei Jahren lief die US-Regierung Sturm gegen dieses Projekt, von Monat zu Monat heftiger. Jetzt hatte sie, assistiert von ihren deutschen Einflusspersonen, endlich den triftigen Anlass, kategorisch das Ende des Pipelinebaus zu verlangen.

Nawalnys Rekonvaleszenz in Deutschland

Am 22. Januar 2021 platzte dann eine Bombe, als der Schwarzwälder Bote berichtete, dass Alexej Nawalny während seiner „Rekonvaleszenz“ im Geheimen in den „Blackforest Studios“ in Ibach/Schwarzwald wochenlang an einem Propagandafilm über einen „Luxus-Palast“ Putins am Schwarzen Meer gearbeitet hat.(15) Das geschah unter Begleitschutz unter den Augen von Politik und Medien mit Unterstützung aus den USA und einem professionellen Mitarbeiterstab. Wie Investigationsjournalisten herausfanden, handelt es sich um einen ungeheuerlichen Betrug.(16) Der angebliche Palast Putins mit kostbar eingerichteten Gemächern ist eine noch im Rohbau befindliche Hotelanlage. In dem Film, der in Russland millionenfach gesehen wurde und zu Massendemonstrationen führte, wird Putin unterstellt, er habe sich mit staatlichen Geldern ein „Zarenschloss“ errichten lassen.

Die deutsche Regierung und die Geheimdienste haben die Filmproduktion offensichtlich unterstützt, obwohl Nawalny nach deutschem Recht unverzüglich hätte ausgewiesen werden müssen. Die stattdessen erhobenen Forderungen nach seiner Freilassung aus der Haft erscheinen vor diesem Hintergrund gewissenlos, zumal Nawalny nach seiner Rückehr in Russland zu Recht wegen der Verletzung von Bewährungsauflagen inhaftiert wurde und eine Bewährungsstrafe antreten musste. In voller Absicht wurde eine Propagandakampagne gegen den russischen Präsidenten inszeniert, die umso niederträchtiger ist, als sie darauf angelegt ist, die Bevölkerung gegen Wladimir Putin mit dem Ziel eines Regime Changes in Russland aufzuhetzen. Dass im Westen über die Untersuchungsergebnisse zum sogenannten Putin-Palast bis dato nicht berichtet wurde, ist ein weiteres Zeichen für die Verkommenheit von Politik und Medien.

Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner veröffentlichte 2019 den Roman „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“ sowie das Sachbuch „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise“. Anfang März erscheint „Deutschland – verraten und verkauft. Hintergründe und Analysen“.

Quellen und Anmerkungen


(1) www.deutschlandfunk.de/nawalny-vergiftung-roettgen-die-einzige-sprache-die-putin.694.de.html?dram:article_id=483493
(2) www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/mit-dem-kopf-durch-die-wand-buetikofer-ruegt-nord-stream-2-1027934486
(3) www.tagesschau.de/ausland/nawalny-nowitschok-103.html
(4) www.spiegel.de/politik/ausland/russland-und-der-fall-nawalny-diesem-regime-kann-man-nicht-mit-mahnungen-begegnen-a-00000000-0002-0001-0000-000172728795
(5) www.zeit.de/news/2020-09/03/fall-nawalny-berlin-will-mit-verbuendeten-beraten
(6) www.spiegel.de/wirtschaft/russland-anschlag-auf-alexej-nawalny-es-ist-zeit-dem-mann-im-kreml-wehzutun-a-72720825-6757-4a5d-9cbb-7974adafe53f
(7) Eine ähnliche Unterweisung erhielten der Ukrainer Arsenij Jazenjuk, der Georgier Micheil Saakaschwili, die Litauerin Dalia Grybauskaité, der Venezolaner Juan Guaidó und andere US-„Hoffnungsträger“. Auch einige deutsche Politiker wurden in den USA entsprechend geschult.
(8) Am 18.9.2020 mit 532 Ja-Stimmen, 84 Gegenstimmen und 72 Stimmenthaltungen; vgl. https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/506424/Wegen-Nawalny-EU-Parlament-beschliesst-Resolution-fuer-haertere-Sanktionen-gegen-Russland
(9) www.tagesschau.de/ausland/nawalny-portraet-101.html
(10) www.nachdenkseiten.de/?p=64036
(11) Nach Angaben offizieller türkischer Stellen ist Kashoggi, der sich kritisch über den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman al-Saud geäußert hatte, gefoltert und bei lebendigem Leibe zerstückelt worden.
(12) www.tagesschau.de/inland/nawalny-merkel-101.html
(13) https://deutsch.rt.com/international/106671-lawrow-gabe-es-nawalny-nicht-fiele-anderer-vorwand-sanktionen-ein/
(14) www.freitag.de/autoren/lutz-herden/wie-im-affekt
(15) www.schwarzwaelder-bote.de/thema/Alexej_Nawalny
(16) https://youtu.be/qalJPNmBbhE (17.2.2021) sowie www.anti-spiegel.ru/2021/neue-details-von-navalnys-film-ueber-putins-palast-zeigen-er-ist-made-in-usa/. Russisches Video: https://vesti7.ru/video/2264133/episode/31-01-2021/ (21.2.2021)




Mittwoch, 24. Februar 2021

DIE BÜCHSE DER PANDORA - LZ

 

Entnommen: https://linkezeitung.de/2021/02/24/techno-zensur-die-buechse-der-pandora-von-der-zensur-von-desinformation-bis-zum-mundtot-machen-der-wahrheit/


Techno-Zensur – Die Büchse der Pandora: Von der Zensur von „Desinformation“ bis zum mundtot machen der Wahrheit


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 24. FEBRUAR 2021


von John W. Whitehead – https://www.theblogcat.de/

„Wenn Freiheit irgend etwas bedeutet, dann ist es das Recht, den Menschen das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ – George Orwell

Dies ist der schmale Grat, der zum Ende der freien Rede führt, wie wir sie einst kannten.

In einer Welt, die zunehmend durch die Linse der Künstlichen Intelligenz automatisiert und gefiltert wird, sind wir starren Algorithmen ausgeliefert, die die Grenzen unserer Freiheiten diktieren.

Ist die Künstliche Intelligenz erst einmal voller Bestandteil der Regierungsbürokratie, dann gibt es kein Zurück: dann sind wir den kompromisslosen Urteilen der Techno-Herrscher unterworfen.

https://www.intel.com/content/www/us/en/government/artificial-intelligence.html

So fängt es an.

Martin Niemöllers Warnung über das größer werdende Netz, das uns umfängt, gilt noch immer:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“

In unserem Fall begann es jedoch mit jenen Zensoren, die auf der Jagd nach Extremisten sind, die sogenannte „Hassrede“ verbreiten, und wenige haben den Mund aufgemacht – denn man ist ja kein Extremist und man will nicht als politisch unkorrekt wahrgenommen werden.

Dann schalteten sich die Internet-Zensoren ein und gingen auf die Extremisten los, die „Desinformation“ über eine gestohlene Wahl, über den Holocaust und Hunter Biden verbreiten.

https://text.npr.org/924625825

Und wenige haben den Mund aufgemacht – denn man ist ja kein Extremist und will nicht geschnitten werden, weil man scheinbar der Mehrheit widerspricht.

Als die Techno-Zensoren auf jene Extremisten losgingen, die „Falschinformationen“ über die COVID-19 Pandemie und die Impfstoffe verbreiten, hatten die Zensoren ein System und eine Strategie entwickelt, die Nonkonformisten zum Schweigen zu bringen.

https://www.cnbc.com/2020/10/31/2020-election-coronavirus-vaccine-disinformation-will-continue.html

Und wieder haben Wenige den Mund aufgemacht.

Und irgendwann werden „Wir das Volk“ im Fadenkreuz stehen.

Und früher oder später, je nachdem, was die Regierung und ihre Konzern-Alliierten als „Extremismus“ definieren, werden „Wir das Volk“ womöglich alle für das eine oder andere Gedankenverbrechen angeklagt.

Wenn es soweit kommt, ist wahrscheinlich niemand mehr da, der seine Stimme zu unserer Verteidigung erhebt.

Was auch immer wir jetzt tolerieren – oder wegschauen – was auch immer wir für Gründe dafür finden, was anderen angetan wird, sei es im Namen der Rassengerechtigkeit oder der Verteidigung der Demokratie oder dem Kampf gegen Faschismus, das wird uns eines Tages ereilen und uns gefangennehmen, alle miteinander.

Schaut hin und lernt daraus.

Wir sollten alle alarmiert sein, wenn prominente Internet-Stimmen wie Donald Trump, Alex Jones, David Icke und Robert F. Kennedy zensiert werden, zum Schweigen gebracht werden und von Facebook, Twitter, YouTube und Instagram verbannt werden, weil sie Gedanken äußern, die als politisch unkorrekt, hasserfüllt, gefährlich oder verschwörerisch gelten.

Es geht nicht um die Frage, ob der Inhalt ihrer Äußerungen legitim ist.

Die Sorge ist, was passiert, nachdem solche prominenten Ziele mundtot gemacht wurden. Was passiert, wenn die Techno-Zensoren der Konzerne ihre Augen auf den Rest von uns richten?

Es ist ein schmaler Grat von der Zensur sogenannter illegitimer Gedanken zur Unterdrückung der Wahrheit. Schließlich wird, wie George Orwell voraussagte, das Aussprechen der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.

Das geht im Affentempo.

Schon jetzt gibt es Aufrufe an die Biden-Administration, einen „Reality Czar“ zu ernennen, um Desinformation, inländischen Extremismus und die so genannte „Realitätskrise“ der Nation zu bekämpfen.

Nach allem, was wir über die Tendenz der Regierung wissen, ihre eigene Realität zu definieren und Verhaltensweisen und Reden, die ihre Autorität in Frage stellen, mit eigenen Etiketten zu versehen, sollte dies über das gesamte politische Spektrum hinweg Anlass zur Sorge sein.

Hier ist der Punkt: Man muss Trump oder einen der anderen, die mundtot gemacht werden, nicht mögen, noch muss man zustimmen oder sogar mit ihren Ansichten sympathisieren, aber die langfristigen Auswirkungen einer solchen Zensur zu ignorieren, das wäre gefährlich naiv.

Wie Matt Welch, der für Reason schreibt, zu Recht betont: „Vorgeschlagene Änderungen der Regierungspolitik sollten immer mit dem gegnerischen Team, das für die Umsetzung verantwortlich ist, sichtbar gemacht werden.“

https://reason.com/2021/02/03/no-biden-cant-save-us-with-a-reality-czar-also-wtf/

Mit anderen Worten: Welche Befugnisse auch immer man der Regierung und ihren Konzernvertretern jetzt zugesteht, um des größeren Wohls willen oder weil man die Verantwortlichen mag oder ihnen vertraut, diese Befugnisse werden schließlich missbraucht und von Tyrannen, die man selbst geschaffen hat, gegen einen verwendet werden.

Wie Glenn Greenwald für The Intercept schreibt:

„Der eklatante Trugschluss, der immer im Zentrum der Pro-Zensur-Stimmung liegt, ist der leichtgläubige, wahnhafte Glaube, dass Zensurbefugnisse nur eingesetzt werden, um Ansichten zu unterdrücken, die man nicht mag, aber niemals die eigenen Ansichten… Facebook ist kein wohlwollender, gütiger und mitfühlender Elternteil oder ein subversiver, radikaler Akteur, der unseren Diskurs überwachen wird, um die Schwachen und Marginalisierten zu schützen oder als edle Kontrolle des Unfugs der Mächtigen zu dienen. Sie werden fast immer genau das Gegenteil tun: die Mächtigen vor denen schützen, die versuchen, die Institutionen der Elite zu untergraben und deren Orthodoxien ablehnen. Tech-Giganten sind, wie alle Unternehmen, gesetzlich verpflichtet, ein übergeordnetes Ziel zu verfolgen: die Maximierung des Shareholder Value. Sie werden stets ihre Macht nutzen, um diejenigen zu beschwichtigen, von denen sie glauben, dass sie die größte politische und wirtschaftliche Macht ausüben.“

https://theintercept.com/2020/10/15/facebook-and-twitter-cross-a-line-far-more-dangerous-than-what-they-censor/

Willkommen im Zeitalter des Technofaschismus.

In tyrannische Selbstgerechtigkeit gekleidet, wird der Technofaschismus von Technologiegiganten (sowohl Unternehmen als auch Regierungen) angetrieben, die im Tandem arbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Bislang konnten die Tech-Giganten den Ersten Verfassungszusatz aufgrund ihres nicht-staatlichen Status umgehen, aber das ist bestenfalls eine zweifelhafte Unterscheidung. Sicherlich sind Facebook und Twitter die modernen Äquivalente von öffentlichen Plätzen, von traditionellen Foren für freie Meinungsäußerung geworden, wobei das Internet selbst als öffentliches Hilfsmittel dient.

Aber was bedeutet das für die freie Meinungsäußerung im Internet: soll sie geschützt oder reguliert werden?

Wenn die Regierung vor die Wahl gestellt wird, entscheidet sie sich immer für die Option, die ihre Befugnisse auf Kosten der Bürger ausweitet. Außerdem ist Regulierung, wenn es um die freie Meinungsäußerung geht, nur ein anderes Wort für Zensur.

Im Moment ist es modern und politisch zweckmäßig, jeden anzuprangern, zum Schweigen zu bringen, niederzuschreien und zu beschämen, dessen Ansichten die vorherrschenden Normen herausfordern, so dass die Tech-Giganten sich einreihen, um ihre Aktionäre zu besänftigen.

Das ist die Tyrannei der Mehrheit gegen die Minderheit – genau jene Bedrohung der freien Meinungsäußerung, die James Madison zu verhindern suchte, als er den ersten Zusatzartikel zur Verfassung entwarf – und die im Gleichschritt mit dem Technofaschismus marschiert.

Mit Intoleranz als dem neuen scharlachroten Buchstaben (The Scarlet Letter, Nathaniel Hawthorne) unserer Zeit werden wir nun vom Mob regiert.

Diejenigen, die es wagen, eine Meinung zu äußern oder ein Tabuwort oder -bild zu verwenden, das den akzeptierten Normen zuwiderläuft, werden als Erste beschämt, niedergeschrien, zum Schweigen gebracht, zensiert, gefeuert, ausgestoßen und allgemein auf den Müllhaufen ignoranter, gemeiner Tyrannen verbannt, die sich verschiedener „Wortverbrechen“ schuldig gemacht haben und aus der Gesellschaft verbannt werden.

Zum Beispiel wurde ein Professor an der Duquesne University gefeuert, weil er das N-Wort in einem akademischen Kontext verwendet hatte. Um seinen Job zurückzubekommen, wird Gary Shank ein Diversity-Training absolvieren und seine Lehrpläne umstrukturieren müssen.

Das ist es, was in Amerika heute als akademische Freiheit gilt.

Wenn die Amerikaner nicht lautstark das Recht einer Minderheit verteidigen, Ideen und Meinungen zu vertreten (geschweige denn zu äußern), die beleidigend, hasserfüllt, intolerant oder einfach nur anders sind, dann werden wir bald feststellen, dass wir überhaupt keine Rechte haben (zu sprechen, sich zu versammeln, zuzustimmen, nicht zuzustimmen, zu protestieren, sich zu entscheiden, auszusteigen oder unsere eigenen Wege als Individuen zu gehen).

Egal wie viele wir sind, egal welche Ansichten wir haben, egal welcher Partei wir angehören: es wird nicht lange dauern, bis „Wir das Volk“ eine machtlose Minderheit in den Augen eines faschistischen Staates sind, der seine Macht um jeden Preis erhalten will.

Wir sind jetzt fast an diesem Punkt angelangt.

Die stetige, allgegenwärtige Zensur, die uns von den Tech-Giganten mit dem Segen der Machthaber auferlegt wird, droht eine Umstrukturierung der Realität zu bewirken, die direkt aus Orwells 1984 stammt, wo das Wahrheitsministerium die Sprache kontrolliert und sicherstellt, dass die Fakten mit jener Version der Realität übereinstimmen, die die Regierungspropagandisten vertreten.

Orwell wollte 1984 als Warnung verstanden wissen. Stattdessen wird es als dystopische Gebrauchsanweisung für ein soziales Engineering einer Bevölkerung verwendet, die konform und gehorsam gegenüber Big Brother ist.

Aus der Techno-Zensur kann nichts Gutes entstehen.

Nochmal ein Zitat von Greenwald:

„Die Macht der Zensur, wie die Tech-Giganten sie jetzt ausüben, ist ein Instrument zum Erhalt des Status quo. Das Versprechen des Internets war von Anfang an, dass es ein Werkzeug der Befreiung, des Gleichheitsprinzips sein würde, indem es denjenigen ohne Geld und Macht erlaubt, zu fairen Bedingungen im Informationskrieg mit den mächtigsten Regierungen und Konzernen zu konkurrieren. Aber genauso wie das Internet in ein Werkzeug des Zwangs und der Massenüberwachung umgewandelt werden kann, zerstört nichts dieses Versprechen, dieses Potenzial so wie die Ermächtigung von Konzernoberhäuptern und nicht rechenschaftspflichtigen Monopolisten, zu regulieren und zu unterdrücken, was gehört werden darf.“

Wie ich in meinem Buch „Schlachtfeld Amerika: Der Krieg gegen das amerikanische Volk“ deutlich mache, handeln diese Internet-Zensoren sind nicht in unserem besten Interesse, um uns vor gefährlichen Desinformations-Kampagnen zu schützen. Sie legen den Grundstein, um alle „gefährlichen“ Ideen zu verhindern, die den Würgegriff der Machtelite über unser Leben herausfordern könnten.

https://www.amazon.com/Battlefield-America-War-American-People/dp/1590793099/ref=asap_bc?ie=UTF8

Daher ist es wichtig, das Gedankengefängnis, das um uns herum gebaut wird, als das zu erkennen, was es ist: ein Gefängnis mit nur einem Ausweg – freies Denken und freie Rede im Angesicht der Tyrannei.

ÜBER JOHN W. WHITEHEAD

Der Verfassungsrechtler und Autor John W. Whitehead ist Gründer und Präsident des Rutherford Institute. Sein neues Buch „Battlefield America: The War on the American People“ ist erhältlich unter http://www.amazon.com.

Whitehead kann kontaktiert werden unter johnw@rutherford.org.

Anm.d.Ü.: Und hier ein brandneues Beispiel für die Zensurversuche, diesmal durch die Demokraten im Repräsentantenhaus:
https://www.zerohedge.com/political/greenwald-house-democrats-targeting-right-wing-cable-outlets-are-assaulting-core-press

Sitzung eines Unterausschusses des House Energy and Commerce Committee am 24. Februar mit dem Titel: „Öl ins Feuer gießen: Desinformation und Extremismus in den Medien“. Der Ausschuss behauptet: „Die zunehmende Ausrichtung einiger Sender und Kabelnetze hin zu Verschwörungstheorien und irreführenden oder komplett falschen Informationen wirft die Frage nach ihrer journalistischen Integrität auf.“

Das Abgeordnetenhaus entscheidet also jetzt über „journalistische Integrität“?

https://www.rutherford.org/publications_resources/john_whiteheads_commentary/techno_censorship_the_slippery_slope_from_censoring_disinformation_to_silencing_truth

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/buechse-der-pandora-17-02-2021/


Sonntag, 21. Februar 2021

"Narretei des Krieges" - gegen Russland, China und für mehr Militäreinsätze - Jürgen Wagner, LZ

 

Entnommen: https://linkezeitung.de/2021/02/21/narretei-des-krieges-oase-der-ehrlichkeit-muenchner-sicherheitskonferenz-gegen-russland-china-und-fuer-mehr-militaereinsaetze/


Narretei des Krieges“ – „Oase der Ehrlichkeit“ – Münchner Sicherheitskonferenz gegen Russland, China und für mehr Militäreinsätze


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 21. FEBRUAR 2021


von Jürgen Wagner – http://www.imi-online.de/

Die Pandemie und ihre Auswirkungen war, wie nicht anders zu erwarten, ein prägendes Thema der diesjährigen – umständehalber online und in abgespeckter Form abgehaltenen – Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Auf dem wohl wichtigsten Treffen der westlichen „sicherheitspolitischen Gemeinschaft“ wurde, wie nicht unüblich bei dieser Veranstaltung, auch diesmal kräftig die transatlantische Einigkeit beschworen – in diesem Jahr, nach der Abwahl Donald Trumps und dem Auftritt des neuen US-Präsidenten Joseph Biden, geschah dies allerdings mit besonderer Inbrunst. Gleichzeitig wurde noch einmal deutlicher als in den Jahren zuvor die „Systemkonkurrenz“ zwischen USA und EU auf der einen und China sowie Russland auf der anderen Seite hervorgehoben, für die es sich zu rüsten gelte. Bekräftigt wurden zu allem Überfluss auch noch die kurz zuvor beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister getroffenen Entscheidungen, den eigentlich für April vorgesehenen Truppenabzug aus Afghanistan bis auf Weiteres auf Eis zu legen und die Zahl der NATO-SoldatInnen im Irak massiv zu erhöhen. Als neuer Vorschlag kam dann auch noch Angela Merkels Idee daher, einen „robusten“ UN-Einsatz in der Sahelzone auf den Weg zu bringen.

Wenn auch häufig etwas verklausuliert, bestätigten die meisten RednerInnen damit den von CSU-Chef Markus Söder in seiner Begrüßung beschriebenen Markenkern der Veranstaltung, sie sei eine „Oase der Ehrlichkeit“, indem dort den einmal mehr couragiert vorgetragenen Forderungen von UN-Generalsekretär António Guterres, der „Narretei des Krieges“ abzuschwören, eine klare Absage erteilt wurde.

Rufer im Walde

Den Auftakt der MSC bestritt UN-Generalsekretär António Guterres, der allen, die es hören wollten, einmal mehr eine Menge sinnvoller Vorschläge mit auf den Weg gab. Vehement mahnte er einen solidarischen Umgang bei der Bewältigung der Pandemie an, was interessanterweise auch in relativ vernünftiger Weise im MSC-Begleitbericht „Polypandemie“ gefordert wurde. Darin wurde wenige Tage vor Beginn der Sicherheitskonferenz geschrieben: „Die gesamte Finanzierungslücke für die Pandemiebekämpfung in Afrika wird für jedes der nächsten drei Jahre auf 100 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Debatte unter den wohlhabenden Ländern, wie diese Lücke zu schließen ist, sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen – und europäische Regierungen sollten diese Diskussion vorantreiben. In der Zwischenzeit muss Europa sicherstellen, dass Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe nicht dem Rotstift zum Opfer fallen – auch und vor allem angesichts des wachsenden Drucks auf die Staatshaushalte.“

Auch diverse RednerInnen griffen dieses Thema auf der MSC auf – allerdings auch gerne garniert mit dem Seitenhieb, wenn der Westen hier nicht aktiv werde, eröffne dies nur China und Russland weitere Möglichkeiten sich unbotmäßig in westlichen Einflusssphären breit zu machen. Was außerdem vermieden wurde war die Frage, woher die Gelder für die Pandemiebekämpfung stammen sollen. Wenn man den Reden auf der Sicherheitskonferenz lauschte, konnte man jedenfalls über eines sicher sein: nicht aus den Verteidigungsbudgets.

Stattdessen stellte sich US-Präsident Joseph Biden hin und forderte in voller Kontinuität zu seinem Vorgänger größere Rüstungsanstrengungen von den Verbündeten und Kanzlerin Angela Merkel freute sich in Richtung Übersee vermelden zu können, dass Deutschland in Sachen Erhöhung des Militärhaushaltes voll auf Kurs sei: „Ich kann heute sagen, dass wir in diesem Jahr bei 1,5 Prozent angekommen sind, nachdem wir 2014 1,1 Prozent Verteidigungsausgaben hatten. Wir fühlen uns dem 2-Prozent-Ziel natürlich weiterhin verpflichtet und werden auch weiter daran arbeiten.“

In Zahlen referierte Merkel damit die Entwicklung des deutschen Militärbudgets, das in den letzten Jahren nach NATO-Kriterien von 35 Mrd. Euro (2015) auf 53 Mrd. Euro (2021) kometenhaft angestiegen ist. Gleiches gilt für die NATO als Ganzes, deren Mitglieder 2015 „nur“ 895 Mrd. Dollar für ihr Militär ausgaben, während es 2020 schon 1092 Mrd. Dollar waren. Die Frage, woher die Gelder für die Pandemiebekämpfung (und andere sinnvolle Dinge) kommen sollten, wäre somit recht einfach zu beantworten gewesen – doch darüber verlor auf der Sicherheitskonferenz niemand ein Wort.

Auch andere Impulse von Guterres wurden geflissentlich ignoriert: Schon im März letzten Jahres ergriff er die Initiative, um alle Länder gerade im Zeichen der Pandemie zu einem „Globalen Waffenstillstand“ aufzufordern. In seiner damaligen Rede „Die Raserei des Virus offenbart die Narretei des Krieges“ forderte er einen „unverzüglichen, globalen Waffenstillstand in allen Ecken der Welt“. Dabei appellierte er an sämtliche Konfliktparteien: „Ziehen sie sich von allen Kampfhandlungen zurück. Verabschieden sie sich von Misstrauen und Feindseligkeiten. Bringen sie die Gewehre zum Schweigen, Stoppen sie die Artillerie, beenden sie die Luftschläge“.

Diesen Appel wiederholte Guterres auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz, den die NATO-Verteidigungsminister aber bereits kurz zuvor auf ihrer Tagung mit Entscheidungen zur Ausweitung bzw. Beibehaltung der Einsätze im Irak und Afghanistan in den Wind schlugen. Und leider genauso wenig Resonanz erfuhren Guterres‘ Warnungen in seiner MSC-Rede vor einem wachsenden „militärischen und geostrategischen Riss“ wie auch sein Plädoyer „geopolitische Spannungen abzubauen“.

Der Neue Kalte Krieg

Der mit großem Brimborium angekündigte erste große Auslandsauftritt des neuen US-Präsidenten Joseph Biden hatte viel von einem Déjà-vu. Wie schon Barack Obama als Nachfolger des in Europa zumeist nicht eben beliebten George W. Bush trat auch Biden als derjenige auf, der nach den dunklen Jahren der transatlantischen Zerwürfnisse unter Donald Trump nun wieder zum freundschaftlichen Schulterschluss bereit sei.

Und tatsächlich, dass Biden ankündigte, die USA würden versuchen, das Atomabkommen mit dem Iran wiederzubeleben, ist sicher ebenso zu begrüßen wie der – öffentlichkeitswirksam am selben Tag wie die MSC selbst offiziell vollzogene – Wiederbeitritt der USA zum Pariser Klimaabkommen. Abseits dessen sieht es aus friedenspolitischer Sicht aber eher düster aus, sowohl was Bidens Positionierung als Hardliner in Sachen China und Russland anbelangt als auch mit Blick auf die ersten Entscheidungen bezüglich diverser Militäreinätze und Stationierungen.

Wie bereits angedeutet, hatte sich Biden schon seit einiger Zeit als Hardliner in Sachen China und Russland positioniert. Und auch auf der Sicherheitskonferenz blieb der neue US-Präsident diesem Ruf treu. Man sei an einem „Scheidepunkt“ und befinde sich in einem „langfristigen Wettbewerb mit China“, der „intensiv werden“ könne. Aber: „ich glaube an das globale System, das die USA und ihre Bündnispartner aufgebaut haben.“

Gleich im Anschluss griff Kanzlerin Merkel diesen Ball in ihrer Rede bereitwillig auf, China sei ein „systemischer Wettbewerber“, der an „globaler Schlagkraft“ gewinne. Dies bedürfe eines transatlantischen Schulterschlusses, da hier die größten Übereinstimmungen seien, das zu schützen, was seit einigen Jahren gerne als „Regelbasierte Ordnung“ bezeichnet wird: „Aber vom Grundansatz, von der Wertebasis, von der Überzeugung, von der Demokratie und ihrer Handlungsfähigkeit her haben wir ein breites, gutes, gemeinsames Fundament. Wir müssen zeigen, dass wir Länder nicht in Abhängigkeiten bringen wollen, sondern dass wir Länder von unserer Art zu leben und von unserer Art Politik zu machen überzeugen wollen.“

Die Sache mit den Regeln

Anknüpfend an die Reden Bidens und Merkels wusste dann auch noch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in seiner Rede zu verkünden, der Westen müsse die „Regelbasierte Ordnung verteidigen“, da „China und Russland versuchen, die Regeln neu und umzuschreiben, um ihren Interessen zu dienen.“ Nun ist es wirklich nicht zwingend erforderlich, China und Russland jeglicher militärisch-machtpolitischer Ambitionen freizusprechen. Dass aber der Westen – freundlich formuliert – maßgeblich zu dem beigetragen hat, was heute als militärisch aufgeladene neue Großmachtkonkurrenz bezeichnet wird, steht ebenso außer Frage. Stattdessen wird aber nur allzu gerne ohne einen Hauch der Selbstkritik auf die „Systemrivalen“ verwiesen, die einen regelrecht zwingen würden, trotz allem Widerwillen aufrüsten zu müssen. Der Versuch, sich in die Sichtweise des „Gegners“ zu versetzen, spielt leider inzwischen überhaupt keine Rolle mehr. Ein „schönes“ Beispiel hierfür ist das „Positionspapier: Gedanken zur Bundeswehr der Zukunft“, das Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn am 9. Februar 2021 veröffentlichten: „Wir selbst denken nicht in den Kategorien von Machtpolitik und Dominanz, doch andere tun es und handeln danach. […] China ist von einer aufstrebenden Volkswirtschaft zu einem machtvollen und immer häufiger sichtbar ausgreifenden Akteur geworden. […] Russland definiert sich als Gegenmacht zum Westen. Immer deutlicher hat Moskau seine militärischen und politischen Drohungen in jüngster Zeit verschärft und internationale 2 Verträge wissentlich verletzt. Russland wendete in den vergangenen Jahren in seiner Nachbarschaft militärische Gewalt an und rüstet massiv konventionell und nuklear auf. […] Wir setzen uns konsequent für die regelbasierte internationale Ordnung ein, in NATO und EU und Kooperation mit unseren Verbündeten und Wertepartnern weltweit.“

Wenn die Münchner Sicherheitskonferenz vor diesem Hintergrund überhaupt je irgendeinen ­Nutzen hatte, dann bestand er darin, dass in früheren Jahren stets auch die ein oder andere vereinzelte Stimme aus Russland oder China zu Wort kam, um deren Sichtweise wenigstens in Ansätzen Gehör zu verschaffen. Über diese Einladungen wurde vormals wenigstens eine gewisse Dialogbereitschaft signalisiert – nicht so aber bei der diesjährigen Veranstaltung.

Hätte man zum Beispiel jemanden wie Sergey Karaganov, der als einer der engsten Berater des russischen Präsidenten gilt, zu Wort kommen lassen, hätte man eine gänzlich andere Sichtweise über die vielbejubelte Regelbasierte Ordnung erhalten können: „Die Krise von 2008 hatte neben anderen Dingen gezeigt, dass das westliche Wirtschaftsmodell nicht in der Lage ist, mit fairer Konkurrenz umzugehen, wenn es nicht durch militärische Vorherrschaft abgesichert ist. Von der liberalen Handels- und Wirtschaftsordnung profitierten vornehmlich diejenigen, die ihre Regeln auf Grundlage ihrer militärischen und maritimen Überlegenheit entworfen haben, zuerst das Vereinigte Königreich, dann die Vereinigten Staaten. Ihre überlegenen Waffen und Kriegsschiffe machten es neben einer effizienten militärischen Organisation möglich, Kolonien auszuplündern und Handelsregeln zu diktieren. Das plastischste Beispiel hierfür ist die Reihe von Kriegen im 19. Jahrhundert, die China zwangen, sich am Opiumhandel mit Britisch Indien zu beteiligen, der sich für Großbritannien als überaus erfolgreich erwies, aber große Teile der chinesischen Gesellschaft vergiftete und ihren Ruin beschleunigte.“

Flucht nach vorne: Ausbau der Kriegseinsätze

Auch wenn der transatlantische Schulterschluss gegen China und Russland bei der Münchner Sicherheitskonferenz dominierte, wurden auch einige kurz zuvor gefällte Beschlüsse bestätigt. Dazu gehört einmal den eigentlich für April 2021 beschlossenen Truppenabzug aus Afghanistan auf Eis zu legen. Als Grund dient der Verweis auf die schwierige Sicherheitslage, woran die westliche Truppenpräsenz allerdings nicht ganz

unschuldig sein dürfte – dass Deutschland im Übrigen trotz dieses Befundes weiter Menschen nach Afghanistan abschiebt, ist ein Skandal, von dem leider kaum Notiz genommen wird. Außerdem wurde beschlossen, das NATO-Kontingent im Irak von derzeit 500 SoldatInnen auf bis zu 4.000 deutlich vergrößert, was auf der MSC ebenfalls die ungeteilte Zustimmung der westlichen Staats- und Regierungschefs fand, während US-Präsident Joseph Biden gleichzeitig ankündigte, den geplanten US-Truppenabzug aus Deutschland wieder einzukassieren.

Und schließlich brachte Kanzlerin Angela Merkel noch einen „robusten“ UN-Einsatz in der Sahel-Zone ins Spiel, wo die letzten Wochen, Monate und Jahre eigentlich einmal mehr hätten zeigen sollen, dass das Militär hier kein Teil der Lösung, sondern des Problems ist: „Wir unterstützen auch die G5-Sahel-Initiative, und ich würde mich dafür einsetzen, mit den Vereinigten Staaten von Amerika jetzt noch einmal darüber zu sprechen, ob wir diesen Ländern im Kampf gegen den Terrorismus nicht dadurch helfen sollten, dass wir gemeinsam ein Kapitel-VII-Mandat der Vereinten Nationen beschließen; denn das würde diesen Ländern noch einmal sehr viel mehr Unterstützung und Hilfe im Zusammenhang mit ihrem wirklich schwierigen Kampf gegen den islamistischen Terrorismus geben.“

„Narretei des Krieges“ – „Oase der Ehrlichkeit“


Samstag, 20. Februar 2021

Russische Mikrobiologin: "Impfung" - Art Kannibalismus

 

Entnommen: https://sascha313.wordpress.com/2021/02/19/elena-kalle-diese-mrna-impfung-ist-ein-kannibalismus/


Russische Mikrobiologin: Diese genetisch manipulierte „Impfung“ ist eine Art Kannibalismus!


Erstellt am 19. Februar 2021 von sascha313


Da in den Zeitungen das Wichtigste verschwiegen wird, nämlich die Gefährlichkeit der angeblichen „Impfungen“, und die Leser geradezu dreist belogen werden, hier noch einmal ein Beitrag zum Thema „Impfen“…


Kürzlich fand in Rußland eine Diskussion statt über die aktuelle Corona-Lage und die sog. „Impfungen“. Etwa 20 verschiedene Experten waren zusammengekommen oder wurden per Video zugeschaltet. Man ist auch in Rußland sehr gut darüber informiert, was in der Welt geschieht. Die Mikrobiologin Elena Kalle warnte eindringlich vor dem russischen Sputnik-V-„Impfstoff“. Sie sagte: Mit einer herkömmlichen Impfung habe diese barbarische „Impf“-Kampagne absolut nichts gemeinsam. Die Folgen einer solchen „Impfung“ seien ethisch inakzeptabel und vergleichbar mit dem Kannibalismus. Sie erinnerte dabei auch an die „Forschungen“ der USA im berüchtigten Fort Detrick und wies darauf hin, daß Corona-Viren, um sich zu vermehren auf menschliche Zellen angewiesen seien, die aus abgetriebenen Föten gewonnen wurden. Wer einmal gespritzt worden sei, und das ist der entscheidende Punkt, dessen Körper verwandele sich in ein transgenen (genmanipulierten!) Organismus…..

Bei der Diskussion kam auch die Frage der „Freiwilligkeit“ der „Impfung“ zur Sprache. Das ist natürlich demagogisch. Denn was will ein „mündiger Bürger“ denn entscheiden, wenn er keine Ahnung hat, worüber er hier überhaupt „entscheidet“, d.h. wenn ihm die Konsequenzen absolut nicht klar sind. Auch in Rußland verschweigen die Hersteller, die tödlichen Gefahren. „Impfen oder nicht“ – ist keine Alternative, sondern ein Betrügertrick! Insbesondere kommen immer mehr die warnenden Stimmen von Ärzten, Virologen und Mikrobiologen zu Wort, die erklären, daß diese „Impfungen“ einen „Genozid“ zur Folge haben werden.

Der Sputnik-V-„Impfstoff“ ist eine Art Kannibalismus“


Interview mit der Molekularbiologin Elena Kalle


Autor: Sabina Zwetkowa (Öffentlicher Nachrichtendienst-ÖND)
15. Februar 2021, 08: 31 Uhr-


In Rußland und in der Welt ist bereits die „Impfung“ im Gange, die russischen „Impfstoffe“ werden sogar ins Ausland geliefert. Wie der Sputnik V-„Impfstoff“ funktioniert und über welche Seite man ernsthaft nachdenken sollte, davon sprach die Molekularbiologin Elena Kalle in einem Interview mit dem Öffentlichen Nachrichtendienst.

ÖND: Elena, guten Tag! Ich möchte Ihnen gleich sagen, daß ich mich keineswegs als Covid-Dissidentin einordne. Außerdem ist es mir unangenehm festzustellen, daß es einen wachsenden Trend gibt, Menschen in „Geimpfte“ und „Ungeimpfte“, in Menschen mit und ohne Antikörper einzuteilen. All diese Trends, die immer mehr in unsere Gesellschaft eindringen, sind mir zuwider, ich verstehe sie nicht und ich akzeptiere sie nicht. Aber ich möchte gleich allen, die diese Ausgabe lesen werden, sagen, daß ich bereit bin, mich „impfen“ zu lassen, aber mein wißbegieriger Geist läßt mir keine Ruhe, denn ich habe gegoogelt und versucht herauszufinden, was das eigentlich ist, was ich da gespritzt bekommen soll. Alles, was ich möchte, ist eine Antwort – was enthält der „Impfstoff“, was wird in meinen Körper gelangen und welche, wenn überhaupt, Nebenwirkungen werde ich bekommen. Das sind genau die Fragen, die ich einem Profi stellen möchte, nämlich Ihnen.

Elena Kalle: Vielen Dank. Ich freue mich über Ihre Herangehensweise — die logische Herangehenswise eines erwachsenen Menschen. Ich zähle mich auch nicht, auf keinen Fall, zu den Impfgegnern und Covid-Dissidenten. Ich bin Wissenschaftlerin und möchte auch den Wirkungsmechanismus verstehen. Ich kann Ihnen natürlich nicht auf alle Fragen antworten, erstens, weil ich Spezialist in der Molekularbiologie bin, und nicht in der Immunologie, beispielsweise. Und darüber hinaus ist es eine so schwierige Erscheinung, die eine Vielzahl von Experten erfordert. Aber ich werde versuchen, die wichtigste Frage zu beantworten — wie funktioniert der Sputnik-V-Impfstoff. Insgesamt gibt es drei Impfstoffe, die ähnlich wirken — das sind der chinesische Impfstoff Kansin, der Oxfordsche AstraZeneca und unser Sputnik V. Das sind drei registrierte Impfstoffe, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Beginnen wir mit dem, was Sie genannt haben. Die Tendenz, die der Gesetzgebung der Russischen Föderation zuwiderläuft, ist die sogenannte Doktrin der informierten Zustimmung, die in Teil 1 des Artikels 20 des Gesetzes 323 „Über die Gesundheit der Bürger“ eingeführt wurde. Sie besagt, daß ein Mensch das Recht hat, vor jedem medizinischen Eingriff in seiner Muttersprache umfassend informiert zu werden, damit er eine bewußte Entscheidung treffen kann. Genau die Wahl, die Sie treffen wollen.

Schauen wir uns also an, wer dafür verantwortlich ist, der Person diese Informationen zu geben. Erstens ist es natürlich der Hersteller des Impfstoffs, und zweitens das Gesundheitsministerium und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Wohlbefinden. Aber wenn wir die Website des Sputnik-V-Impfstoffs besuchen, was sehen wir? Das einzige, was dort geschrieben steht,  ist: „Ein Vektor ist ein Virus, der dem Fortpflanzungssystem entzogen wird und verwendet wird, um genetisches Material aus einem anderen Virus, gegen das der Impfstoff hergestellt wird, in die Zelle zu transportieren. Der Vektor stellt keine Gefahr für den Körper dar.“ Haben Sie irgendetwas verstanden, was das bedeutet?

ÖND: Ich habe nichts verstanden. Ich habe damit angefangen, daß ich ins Internet gegangen bin und Informationen über diesen Impfstoff gelesen habe, und ich habe nichts verstanden. Überdies, wenn wissenschaftliche und medizinische Terminologie verwendet wird, verstehe ich sie nicht mehr. Also sagen Sie mir bitte, was ist im Sputnik-V-Impfstoff enthalten?

Elena Kalle: Ich kann Ihnen sagen, wie der Impfstoff wirkt, wie er funktioniert und was in Ihrem Körper passiert, wenn man Ihnen diesen Impfstoff spritzt. Zunächst einmal wirken der klassische Impfstoff und der Sputnik V-Impfstoff unterschiedlich. Während der klassische Impfstoff so aufgebaut ist, daß der Organismus mittels eines abgetöteten Virus trainiert wird – das bedeutet, daß unsere Abwehrmechanismen anhand eines vollständigen Abbilds trainieren können, d.h. bedingt durch Kleidung und Geruch des Virus, durch die Form seiner Augen und Ohren, so beruht der Sputnik-V-Impfstoff auf einem gänzlich anderen Prinzip. Aus dem vollständigen Anzug wurde ein Knopf abgetrennt und an Hand dieses Knopfes müssen unsere Schutzsysteme den Krankheitserreger erkennen. Und noch ein Punkt – diesen Knopf müssen Ihre eigenen Zellen synthetisieren. Das bedeutet: Ihre eigenen Zellen produzieren diesen Knopf aus einem Coronavirus, und Ihre eigenen Zellen müssen darauf eine Antwort geben. Das ist – kurz gesagt – die Wirkungsweise des Sputnik V.

Nun werden wir einmal untersuchen, wie dies geschieht, d.h. wie wir gezwungen sind, dies auf molekularer Ebene zu tun. Was ist ein Adenovirus? * Er ist ein Transportmittel, das bei einem Impfstoff verwendet wird, um einen Wirkstoff zu transportieren, der tatsächlich funktioniert — die Bauanleitung für ebenjenen Knopf von der Kleidung des Coronavirus. So wird die Bauanleitung in diesen Transportwagen hineingelegt und zu unseren menschlichen Zellen gebracht. Und diese Bauanleitungen kommen in großen Mengen, jede menschliche Zelle erhält eine solche Bauanleitung. Und wie geht es dann weiter — dann dringt die Bauanleitung in das Hauptzentrum ein, wo unsere eigenen Informationen aufbewahrt sind, und wo sie gelesen werden. Und von diesem Moment an kann sich die menschliche Zelle nicht mehr weigern, diese Information zu lesen. Sie beginnt, Teile des Coronavirus zu lesen und zu produzieren.

Unser Immunsystem arbeitet nach dem Freund-Feind-Prinzip: Es muss erkennen, ob es sich bei diesem Ersatzteil um Eigenes oder Fremdes handelt, das Fremde zerstören und das Eigene belassen. Die Idee ist also, daß diese Ersatzteile, die in unseren eigenen Zellen synthetisiert werden, von unserem Immunsystem als ihre eigenen erkannt werden müssen. Ich betone — die Hauptgefahr, die dieser Impfstoff darstellt, besteht darin, daß das fremde Gen in den menschlichen Körper transportiert wird und dort zu arbeiten beginnt.

Es gibt zwei grundlegende Merkmale eines gentechnisch veränderten Organismus: die Übertragung eines Gens und die Arbeit dieses Gens im Körper. Das heißt, aus uns macht man im Verlaufe der Impfung in großen Mengen einen gentechnisch veränderten Organismus. Deshalb die erste Frage, die ich habe, durch welche Gesetzgebung ist das begründet?

ÖND: Was ist ein fremdes Gen, wie muß man es behandeln?

Elena Kalle: Das fremde Gen beginnt zu arbeiten und Teile zu produzieren, die für Ihren Körper uncharakteristisch sind, und zwar in großen Mengen. Sie werden dort nicht benötigt und können dort auch nirgends verwendet werden. Welchen Effekt sie hervorrufen werden, ist auch noch nicht bekannt. Ein zweiter Effekt von Genen ist, daß sie in unsere eigenen Gene eingebaut werden können.

Über Sputnik V gibt es keine Daten darüber, in welcher Menge die DNA des Impfstoffs in unsere eigene DNA eingebaut werden, und in welche Zellen. Denn es ist eine Sache, wenn sie in die üblichen Zellen des Körpers eingebaut werden, und eine andere — wenn sie in die Geschlechtszellen gelangt und an unsere Kinder weitergegeben wird. Und wenn diese Informationen über Teile des Virus an unsere Kinder weitergegeben werden, dann werden sie im Laufe ihres gesamten Lebens ständig diese Teile produzieren. Die Wirkung davon ist unbekannt, und ich verstehe nicht, warum das notwendig sein soll.

Und der dritte Effekt ist, daß die eingebaute Bauanleitung die Wirkungsamkeit der Vorschläge unserer eigenen Bauanleitung verletzt. Das bedeutet, wenn wir irgendeinen Text für unsere Bauteile haben und dort ein Text in einer Fremdsprache ankommt, dann kann unser Körper ihn nicht mehr lesen. Und die ganze Bauanleitung hört auf zu funktionieren, das heißt, als Ergebnis können unsere eigenen Bauteile nicht mehr produziert werden.

Der Adenovirus selbst ist als ein Virus bekannt, der Krebs verursacht. Krebs ist also eine natürliche Nebenwirkung, die ich mir als Molekularbiologe nach dieser Impfung anschauen würde. Aber wenn Sie sich die Nebenwirkungen durchlesen, die auf Sputnik V angezeigt werden, so sind das Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Herzklopfen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schmerzen im Mund-Rachen-Raum, Unwohlsein, Halsschmerzen, Nesselfieber, verstopfte Nase, Husten und Schnupfen. Das sind die Nebenwirkungen, die sie in klinischen Studien dokumentieren. Und die Wahrscheinlichkeit von Krebserkrankungen wird nicht einmal überprüft.

Der Gentransfer ist ein schwerwiegender Prozeß, der die Funktion unseres gesamten Körpers stören kann. Umso mehr, wenn er in so großen Ausmaß stattfindet. Unser Abwehrsystem wird damit einfach nicht zurechtkommen. Im Prinzip entstehen Krebszellen das ganze Leben lang, unser Abwehrsystem wird normalerweise mit ihnen fertig, aber in diesem Fall vielleicht nicht. Und diese Nebenwirkungen in Form von Krebs dürfen nicht übersehen werden, und wenn sie übersehen werden, dann können Sie nicht beweisen, daß die Krankheit gerade durch diesen Impfstoff hervorgerufen wurde.

ÖND: Und ist das Risiko hoch?

Elena Kalle: Informationen darüber, wie der Impfstoff in einem lebenden Organismus wirkt — nein, ich habe sie nicht gefunden. Aber von den Indizien her, danach, wie viele Gene in die Zellkultur eingebaut werden, reicht das völlig aus, um Krebs zu verursachen. Was bedeutet es, Gene einzubauen? Es ist eine Mutation. dies ist eine der schwersten Mutationen. Jetzt sprechen selbst Ärzte davon, daß Krebs durch eine Genmutation verursacht wird und dabei wenden sie einen Impfstoff an, dessen Gefährlichkeit in der Mutation von Genen besteht. Und die hauptsächlichste Nebenwirkung ist der Einbau von Genen — das ist Onkologie.

ÖND: Aber sie wird niemals mit einer irgendwann verabreichten Impfung in Verbindung gebracht werden?

Elena Kalle: Sie ist nicht auf der Liste der Nebenwirkungen von Sputnik V aufgeführt, sie ist einfach nicht vorhanden. Daher können Sie nicht beweisen, daß die Onkologie als Folge der Verabreichung des Impfstoffs entstanden ist. Deshalb gibt besteht die Aufgabe, den Impfstoff in den rechtlichen Bereich zu überführen. Jetzt befinmdet er sich in einer Grauzone. Ich habe eine Frage an die Juristen: Gibt es bei uns das Recht, massenhaft modifizierte Menschen zu erzeugen? Haben wir das Recht, Menschen genetisch zu verändern? Nein, das Gesetz verbietet es direkt. Wozu ist dann bei so ein Impfstoff aufgetaucht, bei dem die Nebenwirkungen nicht in den Kriterien erfaßt sind, nach dem er bewertet wird?

ÖND: Warum nennen Sie Menschen nach der Impfung „transgen“?

Elena Kalle: Weil es zwei Merkmale eines transgenen Menschen gibt? Das erste ist, daß ein fremdes Gen, in diesem Fall das Gen des Coronavirus, in ihn übertragen wurde. Das zweite ist, daß dieses Gen in ihm zu arbeiten beginnt, um ein fremdartiges Produkt zu erzeugen. Nach diesen Merkmalen ist dies ein transgenes menschliches Wesen.

ÖND: Was ist schlecht an dem Coronavirus-Gen?

Elena Kalle: Das wissen wir nicht. Ich kann einen Effekt nennen, der für mich schlecht ist — es gibt eine riesige Anzahl davon. Er beginnt Mengen zu produzieren, darunter ist nicht ein einziges unserer Gene. Wozu? Stellen Sie sich vor, daß eine Fabrik, die bisher Schokolade produziert hat, Anweisungen erhielt, Granaten zu produzieren. Und wir produzieren Granaten. Was könnte der Effekt sein? Sie könnten explodieren.

Wir wissen nicht, was das ist. Diese Corona-Teile werden in den Menschen injiziert und wir produzieren sie in großen Mengen, und sie sind an den Membranen unserer Zellen befestigt. Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, zu überprüfen, was mit der Zelle geschieht, wenn so viele Teile daran befestigt sind. Wie wird sie reagieren? Vielleicht zerreißen sie alle Membranen. Das sollte untersucht werden und es ist eine Frage an diejenigen, die Physiologie studieren.

Hier wird es eine breite Palette von Spezialisten benötigt, die darüber entscheiden und es vor allem untersuchen müssen. Weil der Coronavirus in die Gruppe der zweiten Pathogenität aufgenommen wurde und die Anzahl der Labors, die es untersuchten, begrenzt war. Sie sind buchstäblich eins.

ÖND: Sie sagten, daß der Impfstoff ein fremdes Element aus den Geweben anderer Menschen enthält. Können Sie das hier genauer erklären?

Elena Kalle: Das ist ein weiterer Aspekt dieses Impfstoffs und ein anderer Bestandteil. Adenoviren sind Parasiten, sie können sich nicht selbst reproduzieren und sie brauchen unsere Organismen, um sich zu vermehren. Also, um die industrielle Menge dieses Adenovirus herzustellen, den Transport der Impfstoffe, zu entwickeln, muß man sie in etwas wachsen lassen. Und sie können nur in menschlichen Organismen gezüchtet werden: Es wird eine Zellkultur entnommen, mit diesem Virus infiziert und sie vermehren sich bereits dort. Die ethische und moralische Frage ist, daß die Zellen des menschlichen Embryos verwendet werden, um dieses Adenovirus zu züchten.

Das heißt, es geht nicht um den Impfstoff selbst, sondern um die Methode seiner Kultivierung. Natürlich kommen die Reste der menschlichen DNA dorthin und für viele ist das ethisch inakzeptabel, vergleichbar mit dem Kannibalismus. Zumal die Zellen aus Material von Abtreibungen stammen.

ÖND: Und trotzdem solche Schlußfolgerung: Ein 100%er Mensch wird es erst nach neun Monaten oder gibt es eine Information, dieses Element bleibt für immer und tut leise seine böse Tat??

Elena Kalle: Es ist bekannt, daß in einer Zellkultur 1% der Information für immer an Ort und Stelle bleibt. Wenn wir also 1.000.000.000.000 Elemente einführen, wieviel Information bleibt dann übrig? Ich kann mit großer Sicherheit sagen, daß in jedem Menschen, der den Impfstoff erhält, dieses Gen verbleibt und intergriert wird. Wenn wir Glück haben, wird es in einem Bereich integriert, in dem es nicht gegen unsere Bauanleitung verstößt. Wenn wir Pech haben, integriert es sich dort, wo unsere eigenen Bauanleitungen sind und verletzt sie. Aber ich kann mit großer Sicherheit sagen, daß jeder nach diesem Impfstoff transgen wird und daß es unmöglich sein wird, dieses Gen aus dem Körper zu entfernen. – Frühere Impfstoffe arbeiteten nach einem anderen Prinzip.

ÖND: Warum wollen Sie nicht akzeptieren, daß derselbe Knopf später einfach der Held unseres Körpers wird und uns einfach schützt. Schließlich werden wir von Kindheit an gegen verschiedene Krankheiten geimpft, und wir reden nicht darüber, es ist in unsere Kultur eingegangen. Warum ist das für uns normal und im Kontext von Sputnik V ist es schlecht? Ich kann das wirklich nicht verstehen.

Elena Kalle: Lassen Sie uns noch einmal die Mythen zerreißen, die versuchen wollen, sich bei uns einzubürgern. Erstens wurden diese Impfstoffe, die früher verabreicht wurden, auf einem anderen Prinzip aufgebaut. Es war ein toter Virus und unser Abwehrsystem hatte ein vollständiges Bild über den Feind. Zweitens stimme ich zu, daß die Impfung eine allgemein akzeptierte Maßnahme war, aber ich sehe auch, daß es viele Fragen gibt. Und die waren niederschmetternd.

Doch das wichtigste ist, die bisherigen Impfstoffe funktionierten nach einem anderen Prinzip. Hier wurde uns ein neues Prinzip gegeben, und es wurde uns nicht gesagt, wie es funktioniert. Und ob es gut oder schlecht ist, einem Menschen ein Gen zu injizieren, sollte der Mensch selbst entscheiden. Und ihm sollte diese Gelegenheit auch gegeben werden. Es muß einem Menschen erklärt werden, daß der neue Impfstoff auf einem anderen Prinzip basiert:

„Das Coronavirus-Gen wird in Ihnen arbeiten. Wieviel es arbeiten wird, wissen wir nicht. Wieviele Teile es produziert, wissen wir nicht. Welche Effekte das hervorrufen wird, wissen wir nicht. Ob Sie diese Informationen an Kinder weitergeben und welche Gene in Ihrem eigenen Körper zerstört werden, wissen wir auch nicht. Hier unter diesen Bedingungen, treffen Sie bitte Ihre Entscheidung über die Impfung“.
Das wäre ehrlich gewesen. Aber auf der Website wird geschrieben, daß Vektoren keine Gefahr darstellen…

ÖND: Aber das kann doch nicht passieren?

Elena Kalle: Vielleicht kann das nicht passieren. Wir sprechen über die Wahrscheinlichkeit, es hängt davon ab, wie viele solcher Einbauten es geben wird. Aber in einem Impfstoff mit 1.000.000.000.000 Partikeln und Einbaufällen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ereignisses millionenfach. Und diese Partikel sind mit einem speziellen System ausgestattet, das Ihre Immunität tötet. Es ist ein gentechnisch verändertes Produkt, das Ihre Immunität tötet, um eine Bauanleitung zu integrieren. Und dann warten wir darauf, daß er sich selbst erholt. Es scheint mir, daß diese Niederlage der Schutzsysteme beim Eintritt des Impfstoffs einige Fälle der Krankheit von Menschen nach der Impfung erklärt. Es kann nicht nur ein Coronavirus sein, sondern auch alle anderen Infektionen, einschließlich derjenigen, die im menschlichen Körper im Schlafzustand vorhanden sind.

ÖND: Nach unserem Interview werden diejenigen, die bereits den Impfstoff gemacht haben, es wahrscheinlich stark bereuen. Es ist zu spät, wahrscheinlich zu bereuen, aber es lohnt sich, den Körper zu beobachten. Die Frage nach den irreversiblen Reaktionen, die der Impfstoff verursachen kann: Was glauben Sie, worauf diese Menschen, die sich bereits haben impfen lassen, achten sollten?

Elena Kalle: Es tut mir weh, in Augen dieser Leute zu schauen, weil es die Schuld von uns als Experten ist, nicht rechtzeitig zu ihnen zu kommen, um sie zu informieren. Aber ich glaube an die Abwehrsysteme des menschlichen Körpers und schlage den Menschen vor, sich auf ihre eigene Immunität zu verlassen und alles zu tun, um sie zu stärken. Gesunde Ernährung, gesunder Schlaf und Ausschalten des Fernsehers — keine Panik, auch das beeinflußt die Immunität.

Quelle: «Вакцина “Спутник V” – сродни каннибализму»: Интервью с молекулярным биологом Еленой Калле
(Übersetzung: Florian Geißler – Kommunisten-Online)

*Adenovirus: Zur Virusfamilie der Adenoviridae gehören DNA-haltige, unbehüllte isometrische Viren, mit Ikosaedersymmetrie, die einen Durchnmesser von 70…90nm aufweisen. Das Virion enthält dioppelstrngige DNA. Adenoviren sind chloroform und etherresistent und stabil bei pH 3. Einige Arten sind bei Versuchstieren onkogen und können Zellkulturen transformieren.