Donnerstag, 16. September 2021

Corona-Geimpfte sind ansteckend - sascha313, arvay

 Entnommen: https://sascha313.wordpress.com/2021/09/16/clemens-arvay-corona-geimpfte-sind-so-ansteckend-wie-ungeimpfte/


Clemens Arvay: Corona-Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte


Erstellt am 16. September 2021 von sascha313
arvay


Anders als Wolfgang Wodarg begibt sich Clemens Arvay des Öfteren in die Matrix der Zeugen Coronas, um ihnen die Widersprüche aufzuzeigen. Daher hört es sich zuweilen an, als ob er Corona als schlimme Bedrohung ansehen würde, was aber nicht der Fall ist. Bereits im Vorwort seines ersten Corona-Buchs „Wir können es besser“ schreibt Arvay: »Dieses Virus ist nicht so neu, wie es bei all den Schlagzeilen der letzten Monate den Anschein hatte. Coronaviren sind älter als die Menschheit …« (September 2020, Seite 11; liegt auch als Hörbuch vor). Unter anderem wegen dieser Haltung wurde der Biologe jetzt ebenfalls zensiert: Mitte August löschte Youtube eines seiner Videos mit Forschungsergebnissen, wonach Geimpfte vor allem bei der Delta-Variante das Virus genauso weitergeben können wie Nicht-Geimpfte. Kurz: Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte (Foto: Screenshot).


Die staatliche Willkür
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die genetischen Impfstoffe weisen nur eine geringe Wirksamkeit gegen Corona-Infektionen auf, worauf neben Immunbiologe Clemens Arvay (siehe Beitrag) unter anderem auch Wolfgang Wodarg aufmerksam gemacht hat (siehe unten). Darüber hinaus deutet laut Arvay immer mehr darauf hin: Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte! (Video vom 22.08.21 hier als Niederschrift). Ihre Privilegierung offenbart sich einmal mehr als staatliche Willkür. Dessen ungeachtet redet der Mainstream auf der Grundlage falscher Zahlen eine „Pandemie der Nicht-Geimpften“ herbei, was man mit Fug und Recht als Volksverhetzung bezeichnen kann. Und nun stellt sich auch noch heraus, dass die Covid-19-Vakzine möglicherweise kontraproduktiv sind: Immunbiologe Arvay weist im Video vom 23.08.21 auf eine neue Studie im ‚Journal of Infection‘ hin, wonach die gängigen Corona-Impfstoffe eine Infektion mit der Delta-Variante sogar begünstigen könnten!

Von Thomas Rettig
Impfkritiker Clemens Arvay beginnt sein Video vom 23.08.21 zusammenfassend wie folgt: »Nach der Verabreichung der aktuell zugelassenen mRNA- und viralen Vektorimpfstoffe gegen Covid-19 könnte es gemäß einer aktuellen Studienveröffentlichung durch infektionsverstärkende Antikörper zu einer Verstärkung der Infektion kommen, wenn eine Infektion mit der mittlerweile dominierenden Delta-Variante stattfindet.« (Impfung als Infektions-Verstärker? Studie warnt vor infektionsverstärkenden Antikörpern). In Minute 8:13 bringt Arvay ein Zitat aus dieser Studie:

»Infektionsverstärkende Antikörper könnten bei jenen Menschen besorgniserregend sein, die Impfstoffe erhalten haben, welche auf dem Original-Wuhan-Spikeprotein basieren, also bei den mRNA- und viralen Vektor-Impfstoffen.«

Dann bekräftigt der österreichische Biologe mit diesen Worten seinen Rat, die Impfkampagne zu beenden: »Die Studienautoren empfehlen daher eine Umformulierung, eine Neuformulierung der Impfstoffe, also eine ‚zweite Generation‘, die nicht zu diesen Komplikationen führt. Diese Empfehlung steht im Widerspruch zu der laufenden Impfkampagne, in der mit großem PR-Aufwand die mRNA- und viralen Vektor-Impfstoffe ‚verimpft‘ werden, die bereits vor vielen Monaten milliardenfach vorbestellt und vorproduziert wurden!« (8:13)

Die Covid-Impfung als Akt der Solidarität ist hinfällig
In einem Video vom Tag zuvor (22.08.21) verweist Clemens Arvay auf neue Studien, aus denen man zumindest bei der Delta-Variante schließen könne: Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte (Schützt die Corona-Impfung andere? Clemens Arvay über die moralische „Impfpflicht“). Auch hier legt Arvay den Finger in die Wunde und kritisiert die Impf-Apartheid: »Die 3G-Regel [Geimpft, Genesen, Getestet] basiert auf der Annahme, dass die Impfung das Risiko, selbst zum Überträger des Corona-Virus zu werden, signifikant reduziert. Und dass sich Ungeimpfte daher testen lassen müssten, Geimpfte aber nicht.«https://www.youtube-nocookie.com/embed/x2vbTaJxxV4

Hier das Clemens-Arvay-Video vom 22.08.21 im Wortlaut:
»Eines der häufigsten Argumente, um Menschen zur Impfung gegen Covid-19 zu bewegen, ist das moralische Argument. Man solle sich impfen lassen, um andere zu schützen. Solidarität ist wichtig, daher lohnt es sich dieses Argument genauer anzusehen. Auf Basis der Annahme dieses Schutzes der anderen werden inzwischen auch schon Zutrittsverbote für Nicht-Geimpfte in verschiedene öffentlich zugängliche Räume ab Herbst von Politikern offen diskutiert. Siehe als Beispiel Fußnote 1 (ORF vom 14. August 2021: Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker will Zutritt nur für Geimpfte).

Die Irrigkeit der 3-GT-Regel

Auch die 3G-Regel basiert auf der Annahme, daß die Impfung das Risiko, selbst zum Überträger des Corona-Virus zu werden, signifikant reduziert. Und daß sich Ungeimpfte daher testen lassen müßten, Geimpfte aber nicht. Mein ausführliches Video zu diesem Thema wurde von Youtube nach vier Stunden und 30.000 Klicks gelöscht. In diesem Video fasse ich ganz neutral, sachlich, ohne jeden eigenen Kommentar die Studien zusammen, die ich in dem gelöschten Video verwendet habe. Dabei zitiere ich die Original-Wortlaute. Es ist wichtig, daß die folgenden Erkenntnisse offen diskutiert und bekannt werden.

Gefahr für die Risikogruppen: Geimpfte werden unachtsam
Menschen, die sich aus moralischen Gründen oder aus Gründen der Solidarität impfen lassen möchten, um andere zu schützen, müssen ein möglichst realistisches Bild davon haben, inwieweit die aktuellen Impfstoffe die Infektionskette unterbrechen können. (…) Sollte der Schutz anderer überschätzt werden, besteht die Gefahr, dass sich diese Personen zu wenig achtsam verhalten. Daher müssen auch Geimpfte realistisch über die bestehenden Fragezeichen bei der Unterbrechung der Infektionskette aufgeklärt werden. Dieses Wissen ist unabdingbar, um das eigene Verhalten anzupassen und Menschen vor einer Übertragung zu schützen, es dient also dem Schutz anderer. (…) Ich ersuche Youtube daher, dieses sachliche Video nicht nochmals zu entfernen. Die Entfernung medizinisch korrekter Information wäre die eigentliche medizinische Falschinformation.

Welchen Nutzen hat die Covid-Impfung?


Jetzt zum Thema: Wir wissen seit Mai 2020 – seit den Versuchen an Affen – daß die Impfstoffe keine sterile Immunität bewirken [siehe Beitrag: Bewirkt die Corona-Impfung eine Reprogrammierung des Immunsystems?]. Das bestreitet auch niemand. Oft hört man, die Impfung schütze andere – aber eben nicht zu 100 Prozent. Was bedeutet „nicht zu 100 Prozent“? 90 Prozent sind „nicht 100 Prozent“. Aber auch 20 Prozent sind „nicht 100 Prozent“.

Studie aus Schottland: Geimpfte sind 30 Prozent weniger ansteckend
Ich beginne mit einer Studie aus der Zeit vor der Delta-Variante: Es gab mehrere Kohorten-Beobachtungen von Geimpften im Vergleich zu Nicht-Geimpften. Die günstigste davon wurde in Schottland durchgeführt: Krankenhauspersonal wurde längere Zeit beobachtet. [Fußnote 2: „Die Studie aus Schottland stammt aus einer Zeit vor der Delta-Variante (Vorveröffentlichung bereits im März 2021). Zitat aus der Studie: „This study examined the impact of a nationwide vaccination programme on the risk of COVID-19 in healthcare workers and their household members. We found that vaccination appeared to reduce transmission. Among household members of vaccinated healthcare workers there was a 30% reduction in documented cases from day 14 post vaccination with similar, albeit not statistically significant, reductions in hospitalisation.“ (veröffentlichte Studie; Vorveröffentlichung aus März 2021; PDF-Quelle)“]

Wie gehen wir mit der Wahrheit um?
Bei den Geimpften sank die Gefahr das Corona-Virus auf Familienmitglieder zu übertragen um 30 Prozent. Andere Studien kamen auf zum Teil deutlich geringere Werte. Die Studie aus Schottland – bei der möchte ich jetzt bleiben – wurde genau so auch von Quarks Science Cops (ab Minute 44:20) wiedergegeben, und das sind große Impfbefürworter [siehe Beitrag: Die Wahrheit braucht das alles nicht: z.B. Faktenchecker und Zensur].

Im Umkehrschluß ergab diese Studie, daß Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften zum damaligen Zeitpunkt noch mit etwa einer etwa 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit Überträger des Corona-Virus werden konnten. Ich überlasse jedem selbst, ob dies für ein moralisches Argument des Schutzes anderer ausreicht. Es liegen aktuelle Studienergebnisse vor, die nahelegen, dass der Schutz Anderer durch die Impfung seit der Dominanz der Delta-Variante noch weiter gesunken sein könnte:

Corona-Ausbruch in Massachusetts: 74% waren vollständig geimpft
Massachusetts ist ein Land mit besonders hoher Durchimpfungsrate. Eine Kohortenstudie aus Massachusetts untersuchte einen Corona-Ausbruch nach dem 4. Juli 2021, das ist der amerikanische Nationalfeiertag. 74 Prozent der Infizierten waren vollständig geimpft. Im Nasensekret der geimpften Infizierten wurde eine ebenso hohe Virenlast wie bei den ungeimpften Infizierten gemessen. Die Studie finden Sie in Fußnote 4 [Outbreak of SARS-CoV-2 Infections, Including COVID-19 Vaccine Breakthrough Infections, Associated with Large Public Gatherings — Barnstable County, Massachusetts, July 2021].

Eine Rezeption der Studie in einem Artikel in Nature finden Sie in Fußnote 5 (Nature-Artikel vom 12.08.21: How do vaccinated people spread Delta?). Der Artikel ist als weiterführende Lektüre zu empfehlen.

Eine weitere Rezeption finden Sie in Fußnote 6 (Medienbericht über die Studie aus Massachusetts in CNBC News 30.03.21: „CDC study shows 74% of people infected in Massachusetts Covid outbreak were fully vaccinated„). Ich zitiere aus der Studie – zuerst englisch und dann deutsch: „As population-level vaccination coverage increases, vaccinated persons are likely to represent a larger proportion of COVID-19 cases.“ Gibt man das englische Originalzitat in die Google-Übersetzungsmaschine ein, wird folgendes deutsches Ergebnis ausgeworfen: „Da die Durchimpfungsrate auf Bevölkerungsebene zunimmt, werden geimpfte Personen wahrscheinlich einen größeren Anteil der COVID-19-Fälle ausmachen.“

Ein Kampf, der nicht gewonnen werden kann: Je mehr sich impfen lassen, desto geringer die Wirksamkeit
Diese etwas ungenaue Übersetzung gehört meines Erachtens wie folgt korrigiert: „Während die Durchimpfungsrate auf der Ebene der Bevölkerung steigt, nimmt wahrscheinlich auch der proportionale Anteil Geimpfter unter den Covid-19-Fällen zu“. Mit anderen Worten: Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weiter steigt ihr prozentualer Anteil unter den Infizierten wahrscheinlich an. Soweit dieser Auszug aus der Studie. Diese Studienergebnisse wurden wie gesagt unter anderem in einem Artikel in Nature rezipiert – ich verweise also nochmal auf Fußnote 5. Und dort wurden sie genau so rezipiert wie in meinem Video, auch in meinem gelöschten Video.

Aus dieser Studie kann nicht abgeleitet werden (ich betone das nochmal), dass es nicht nach wie vor einen individuellen Schutz vor schweren Verläufen durch die Impfung geben kann. Der Schutz anderer könnte aber seit der Delta-Variante im Vergleich zu dem davor genannten Wert von minus 30 Prozent noch kleiner geworden sein. Die Ergebnisse dieser Studie sollten ernst genommen werden. Menschen, die sich aus Solidarität gegenüber anderen impfen lassen möchten, sollten darüber in Kenntnis gesetzt werden, um ihre Entscheidung auf Basis der aktuellen Evidenzen und Entwicklungen fällen zu können. Die Studie wurde übrigens auch durch das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlicht.

Studie aus Wisconsin: Delta-Variante bei Geimpften so oft gefunden wie bei den Nicht-Geimpften
Noch zur Information: Eine ähnliche Studie wurde in Wisconsin durchgeführt und liegt derzeit als Preprint vor. Bitte entnehmen Sie den Link zu diesem Preprint der Fußnote 7 („Shedding of Infectious SARS-CoV-2 Despite Vaccination when the Delta Variant is Prevalent – Wisconsin, July 2021″). Auch aus dieser Studie geht hervor, dass die Delta-Variante zunehmend auch Geimpfte infiziert. Mittels PCR-Tests wurde nachgewiesen, daß die geimpften Infizierten genauso viel Virus im Nasensekret hatten wie die ungeimpften Infizierten. Die Studie stützt die Ergebnisse aus Massachusetts. (…)

Ich beende dieses Video ohne jegliche weitere Kommentierung einfach mit diesen Informationen, aber mit einem besonderen Schmankerl aus der Medien-Akrobatik. Dieses entstand in einem Artikel auf der Website des ZDF [vom 11.08.2021], nachzulesen in Fußnote 8 („Corona-Pandemie in Israel – Vom Impfweltmeister zum Inzidenzweltmeister?„). Es geht um die Lage in Israel – ich zitiere:

ZDF: In Israel 60% der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf doppelt geimpft
„Besonders überraschend und erschreckend ist auf den ersten Blick der Impfstatus der 400 Personen, die mit schweren Verläufen im Krankenhaus liegen (Stand: 11. August, 13 Uhr): 140 sind gar nicht geimpft, 10 einfach und 240 sogar doppelt geimpft. Das war im Frühjahr noch anders. Damals lagen vor allem Ungeimpfte mit schweren Verläufen im Krankenhaus. Sind Impfungen bei Delta weniger effektiv? Das scheint zu zeigen, dass die Impfungen wirkungslos sind, könnte man meinen. Doch es könnte auch daran liegen, dass die herkömmlichen Impfungen gegen die Delta-Variante weniger effektiv sind oder dass die Wirkung einfach grundsätzlich mit der Zeit nachlässt. Letzteres vermuten einige (nicht alle) israelische Experten.“

Nichts anderes sage ich in meinem Video! Sowohl in diesem als auch in dem, das gelöscht wurde. Wenn dieses Video nochmal gelöscht wird, dann ist das nichts anderes als eine Zensur von wissenschaftlichen Fakten! Und das würde ich wirklich als sehr skandalös betrachten.«

Argumente gegen die angebliche „Pandemie der Nicht-Geimpften“
Die von Clemens Arvay vorgestellten Untersuchungsergebnisse nähren den Verdacht, dass die Geimpften sich deswegen nicht testen lassen müssen, weil sonst sofort herauskäme, dass es unter ihnen ähnlich viele positiv Getestete gibt. Dann wäre allen sofort klar, dass ihre Privilegierung willkürlich und ohne wissenschaftliche Evidenz erfolgt. Und tatsächlich hat der Biologe in einem weiteren Video vom 29.08.2021 dazu Stellung genommen. Das Narrativ von der ‚Pandemie der nicht Geimpften‘ beruhe unter anderem auf der Tatsache, dass Geimpfte sich nicht testen lassen müssen:

»Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass die angebliche ‚Pandemie der Ungeimpften‘ teilweise auch durch massiv fehlerhafte Daten veranschaulicht wird. Beispielsweise wenn eine Kurve mit Inzidenzen präsentiert wird, die bei den Ungeimpften steil ansteigt, bei den Geimpften aber wesentlich flacher bleibt. Diese Kurven basieren häufig auf Testpositiven-Zahlen, und diese sind schwer mangelhaft. Denn Ungeimpfte müssen sich wegen der 3-G-Regel praktisch ständig testen lassen, wenn sie am öffentlichen Leben teilnehmen möchten, Geimpfte jedoch nicht. Dadurch wird der bei Corona außerordentlich hohe Anteil an milden, symptomlosen oder atypischen Verläufen bei den Ungeimpften wie in einem permanenten Massenscreening ununterbrochen erfasst, während dies bei den Geimpften nicht der Fall ist. Ich ersuche unsere Medienvertreter wenigstens noch den letzten Funken Seriosität zu bewahren und die Spaltung unserer Gesellschaft durch Slogans wie ‚Pandemie der Ungeimpften‘ nicht weiter voranzutreiben!« (21:51)

Gesundheitsminister Jens Spahn gab übrigens am 30.08.21 in ‚HartAberFair‘ (ARD) bei seiner Antwort auf dieses Argument indirekt zu, dass die sogenannte Pandemie herbeigetestet wird, und dass die Impfung kaum etwas bringt: »Wenn wir geimpfte Menschen auch genauso testen wie ungeimpfte, dann hört diese Pandemie nie auf.«

Verwaltungsgericht Berlin: Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte
Laut Querdenker-Anwalt Ralf Ludwig hat sogar das Berliner Verwaltungsgericht in der Entscheidung zum Verbot der Querdenken-Demonstration vom 29.08.21 argumentiert, auch Geimpfte könnten andere mit dem Virus anstecken: »Zudem zeigt die Impfung nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Wissenschaft zwar eine hohe Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2-Infektionen, Krankheitslast und Sterbefälle, führt aber nicht zu einer sog. „sterilen Immunität“. Dies bedeutet, dass sich auch geimpfte Personen mit dem SARS-CoV-2-Virus infizieren, die Infektion weitergeben und auch an Covid-19 erkranken können; siehe auch die Ausführungen des Robert Koch-Instituts zur Frage, ob Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen können.«

Übrigens manipuliert auch das dem Bundesgesundheitsminister untergeordnete Robert-Koch-Institut die angebliche „Pandemie der Ungeimpften“ herbei. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Peter Boehringer schrieb am 30. August 2021 auf seiner Homepage: »Das RKI zählt statistisch über eine ganz neu eingeführte Definition GEIMPFTE auf Intensivstationen nur dann als Covid-Fälle, wenn sie auch eine Corona-typische ‚klinische Symptomatik‘ aufweisen! Was logisch klingt und es in einer normalen Welt sogar wäre, wird aber bei NICHT Geimpften Patienten auf der Intensivstation NICHT getan! Wenn ein NICHT Geimpfter einen positiven Corona-Test bei Einlieferung aufweist (selbst wenn er mit schweren Verletzungen aufgrund z.B. eines Unfalls eingeliefert wurde), dann zählt dieser gemäß der RKI-Statistik-Logik TROTZDEM als CORONA-Fall.«

Wolfgang Wodarg: Wirksamkeit von Pfizer/BioNTech liegt nicht bei 95%, sondern bei 0,81%!
Epidemiologe Wolfgang Wodarg weist seit Jahrzehnten immer wieder darauf hin, dass Viren permanent mutieren, damit sie nicht vom Immunsystem untergebuttert werden. Ähnlich könnte es bei der Corona-Impfung sein, vorausgesetzt die Impfung hat überhaupt einen Effekt. Dann könnten die Coronaviren durch die Massen-Impfungen noch stärker als früher animiert werden, die Gestalt immer neuer Varianten anzunehmen, um durch die Impfkampagne nicht ausgerottet zu werden. Da die Coronaviren laut Wodarg seit Jahrzehnten weit verbreitet sind (und für sieben bis 15 Prozent der Erkältungen verantwortlich zeichnen) dürfte das ein Wettrennen sein, dass der Mensch nicht gewinnen kann – und auch nicht gewinnen muss, weil es laut Wodarg längst eine natürliche Herdenimmunität gegen Corona und alle anderen Erkältungsviren gibt! (im Buch Seite 253 – siehe Beitrag).

Allerdings bezweifelt der ehemalige Gesundheitspolitiker (er war von 1994 bis 2009 SPD-Abgeordneter im Bundestag) die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe, die zum Beispiel bei Pfizer/BioNTech mit 95 Prozent angegeben wird. In seinem Buch legt Wodarg auf den Seiten 255 bis 258 offen, mit welch windiger Zahlenakrobatik (siehe auch Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung) BioNTech im Zwischenbericht zur Notzulassung Ende 2020 auf diese 95% gekommen ist:

»In der geimpften Gruppe hatten 8 Personen leichte Symptome mit einem positiven Test (‚bestätigte Fälle‘) und in der Placebogruppe waren es 162 Personen. Von den 19.000 Geimpften waren 154 Personen somit weniger erkrankt als in der gleich großen Placebogruppe. Die Relative Risiko-Reduktion (RRR) für die Geimpften betrug also 154:162 = 0,95 (95 Prozent). Das hört sich gut an und wurde als 95-prozentige Wirksamkeit überall propagiert (RRR= 95 Prozent). Wenn man jedoch bedenkt, dass 19.000 Personen geimpft werden mussten, damit 154 Personen davon profitieren, klingt das schon etwas enttäuschend, denn 154 von 19.000 sind nur 0,81 Prozent, bezeichnet als Absolute Risiko-Reduktion (ARR).« (Falsche Pandemien – Argumente gegen die Herrschaft der Angst, Juni 2021, Seite 256; liegt auch als Audiobook vor)

Influenza ist kein Pappenstiel
Wodarg bezeichnet die Impfung gegen Erkältungsviren als „Holzhammermethode“ und hält auch nichts von der Grippeimpfung. Er schreibt im Buch auf Seite 41: »Die Grippe-Impfung vermindert übrigens auch nicht das Erkrankungsrisiko alter Menschen, sie verändert nur das Erregerspektrum – zum Beispiel zugunsten von Coronaviren.« Mit anderen Worten: Selbst wenn die Coronaimpfung das angeblich so gefährliche Virus weitgehend zurückdrängen würde, würden andere Grippeviren wie Influenza- oder Reno-Viren profitieren und eine umso größere Verbreitung finden!

Zu Influenza kann ich allerdings aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Virus nicht zu unterschätzen ist. Ich hatte vor ca. 15 Jahren eine echte Influenza-Grippe, zumindest hat dies mein Hausarzt so gesagt (vielleicht war es aber auch Corona). Und ich muss sagen, dass ich sonst nie so krank gewesen bin! Ich war fast eine Woche lang ausgeknockt und bettlägerig. Ab diesem Zeitpunkt ließ ich mir jeden Herbst eine Grippe-Impfung verpassen – allerdings nur bis 2019.

Auszüge aus dem Buch von Dr. Wolfgang Wodarg: „Falsche Pandemien“
Dass der politisch-mediale Komplex unter der Führung von Bill Gates und Big Pharma mit der Angstmacherei einen so durchschlagenden Erfolg hatte, liegt unter anderem an der gesunkenen Allgemeinbildung der Bevölkerung. Als Gegengewicht hier weitere Passagen aus dem Buch des mehrfachen Facharztes Dr. Wolfgang Wodarg:

»Viren sind viel älter als alle Lebewesen und unendlich variantenreich. Sie besetzen jede mögliche ökologische Nische und sind beispielsweise millionenfach in jedem Tropfen Meerwasser enthalten sowie ebenfalls in unserer Tränenflüssigkeit. (…) Viren besiedeln unseren gesamten Körper und vermehren sich auf allen unseren Oberflächen. Ihre Gesamtheit bezeichnen Wissenschaftler als Virom. Das Virom wohnt auch dauerhaft in Nase und Rachen, also ebenfalls auf den Schleimhäuten unserer Atemwege. Wer dabei gleich an Krankheiten denkt, begeht einen ökologischen Kurzschluss. Viren leben im Gleichgewicht mit unseren Körperzellen und sind lediglich Opportunisten, die zum Beispiel bei Stress oder Vitamin-D-Mangel ihre Chance nutzen und sich kräftiger vermehren, sodass wir auch Symptome spüren. Dass dieses Gleichgewicht erhalten bleibt, stellt unser Immunsystem sonst durchgehend sicher. Viren müssen sich vermehren, um zu überleben. Auf den Schleimhäuten unserer Atemwege wetteifern sie mit anderen „Siedlern“. Beispielsweise kämpfen dort Coronaviren mit Influenzaviren um einen Platz. Manche Virusarten wirken symbiotisch zusammen, während andere sich als Konkurrenten gegenseitig verdrängen. (…) Das Zusammenspiel unserer inneren Biotope, die Abwehr-, Toleranz- und Symbiosemechanismen zwischen Mikroorganismen untereinander und mit ihren Wirten näher zu durchleuchten, verspricht ein wichtiges Forschungsfeld für die Zukunft zu werden. Dadurch könnten völlig neue Konzepte und Verfahren sowohl in der Prävention als auch in der Therapie die Holzhammermethoden mit Antibiotika oder Impfungen gegen einzelne Erreger ablösen. Probiotische Verfahren und Phagentherapie weisen bereits in diese Richtung. Als Auslöser von Atemwegsinfektionen kommen zwar über hundert Erreger in Betracht, im medizinischen Alltag spielen jedoch nur wenige eine Rolle. Das sind nur die Viren, für die es anerkannte Tests gibt.« (Falsche Pandemien, Seite 105-106).
Unser Immunsystem erkennt auch neue Varianten und wehrt sie ab – „Und das war’s.“
»Ganz egal, ob die jeweilige Variante oder Mutante eines Virus schon in einer der Datenbanken dokumentiert ist oder ob Stammbaumforscher der Virologie sie noch nicht entdeckt und sequenziert haben, unser Immunsystem erkennt sie zum überwiegenden Teil trotzdem (Kreuzimmunität) und wehrt sie ab. Nach dem Motto: Ach, ihr schon wieder. Und das war’s. Und auch Varianten des SARS-Virus schwirren ja schon seit mindestens zwei Jahrzehnten um die Welt. Vermehren können sich also nur die Viren, die für ihre Wirte derart neu sind, dass die Immunzellen in Nasen-, Mund- und Rachenschleimhaut sie nicht sofort wegputzen. Das sind dann vielleicht die 5 bis 15 Prozent der „Grippefälle“, bei denen auch neue Influenza- oder Coronaviren nachgewiesen werden. Deshalb verändern sich Viren ja ständig. Und es scheint ihnen zum Teil auch zu gelingen, uns zu einem immunologischen Viren-Update zu zwingen. (…) Gemäß den jüngsten Angaben der International Civil Aviation Organisation (ICAO) haben die Airlines der Welt 2018 bei rund 38 Millionen Starts 4,3 Milliarden Fluggäste befördert. (…) Viren fliegen immer mit um den Globus und vermehren sich dann dort, wo sie die günstigsten Bedingungen vorfinden. Weil sie sonst gegen das Immunsystem der Milliarden Menschen keine Chance haben, bauen sie sich laufend genetisch um und tauschen Gene miteinander aus, um mit immer neuen Oberflächenstrukturen ihre Wirte überlisten zu können. Dieser Prozess verläuft in rasantem Tempo, sodass wir fast jährlich mit neu „verkleideten“ Atemwegsviren rechnen können, beispielsweise mit neuen Corona- oder Influenzaviren. (…) Da sich Viren laufend und überall gleichzeitig verändern, finde ich es geradezu rührend, wie die Virologen ihre mikrobiologische Jagdtrophäen zu Stammbäumen formen.« (Falsche Pandemien, Seite 108 bis 109)

Schutzgeld-Erpressung: Pharmaindustrie redet Epidemien herbei und verdient sich dumm und dämlich

»Das Geschäft ist lukrativ und erstickt jede aufkeimende Kritik wegen angeblich gesundheitlich erforderlicher Zwänge. Wer mitmacht, bekommt – wie bei der Mafia üblich – seinen Anteil. So wie die Viren unser Immunsystem auszutricksen versuchen, indem sie häufig mutieren, präsentieren uns die Vertreter von Macht und Geldgier die Angst vor den Viren in immer neuen Variationen. Eine perfide Geschäftsidee, die seit Jahrzehnten entwickelt, mehrfach ausprobiert wurde und gerade verstetigt werden soll. Testungen, Vereinzelung, Masken- und Impfzwang als Schutz vor Bedrohungen, welche die angeblichen ‚Retter‘ aber gerade erst selbst geschaffen haben. Das entspricht verblüffend genau der klassischen Schutzgelderpressung der Mafia. Das lange und aufwendig organisierte Verbrechen kauft gerade hinter der Fassade einer falschen pandemischen Notlage die Macht.« (Falsche Pandemien, Seite 362)

»Sogenannte ‚Pandemien‘ wie die Vogel- oder Schweinegrippe haben nicht zu erkennbar mehr Todesfällen geführt. Die letzte stärkere Grippewelle mit einer erhöhten Sterblichkeit hatten wir im Winter 2017/2018 – ganz ohne Pandemie-Theater. Damals waren die Kliniken und Intensivstationen in Italien und Deutschland voller als in der Wintersaison der Jahre 2019/2020 und 2020/2021. Obwohl die saisonale Übersterblichkeit in Deutschland im Winter 2017/2018 von sonst 10.000 Toten bis auf 25.000 Tote anstieg, war darüber nicht viel in den Medien zu hören. Auch lief vor drei Jahren trotz erhöhter Sterblichkeit keiner mit Maske auf der Straße umher.« (Falsche Pandemien, Seite 41)

Update 09.09.21: Kinderärztin Stefanie Krohne-Reichert beteiligt sich nicht länger an der Impfkampagne und tritt aus dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte aus. Sie schreibt unter kinderarzt-merklingen.de: »Bei den derzeitigen Covid-19-Impfungen handelt es sich um neuartige Impfungen, die in sehr wenigen Monaten entwickelt und anschließend im Rahmen eines pandemischen ‚Notfalles‘ eine bedingte, sogenannte Notfall-Zulassung, erhalten haben. Diesen Notfall kann ich bei jungen Patienten und insbesondere bei Kindern beim besten Willen nicht erkennen. Bestimmte sehr strenge Zulassungs-Voraussetzungen, die bisher für Impfstoffe erfüllt sein mussten, gelten für die neuen Impfstoffe nicht. So können keine Aussagen zu Langzeitnebenwirkungen gemacht werden (dazu gehören Autoimmunerkrankungen, Krebs und mögliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit). Des Weiteren zeichnet sich unzweifelhaft ab, dass die Impfung keine Herdenimmunität erzeugen kann und Geimpfte sehr wohl an Covid-19 erkranken und dann das Virus mit gleicher Viruslast weitergeben können. Dies sehen wir aktuell in Ländern mit hoher Impfquote (Israel, Großbritannien, USA, Gibraltar etc.), in denen die Fallzahlen regelrecht explodieren.« (Artikel auf reitschuster.de und FrEiVoN auf Youtube).

Quelle: Übernommen von P.O. Schenker
Clemens Arvay: Corona-Geimpfte sind so ansteckend wie Ungeimpfte (Vielen Dank!)

(Aus alldem geht hervor, daß es sich bei den mRNA-Injektionen nicht um eine Impfung handelt, sondern um ein riskantes, teilweise tödliches, gentechnisches Experiment. Wir haben zur besseren Lesbarkeit des Textes noch einige weitere Zwischenüberschriften eingefügt, haben jedoch das Wort „Impfung“ so übernommen wie im Original, und nicht, wie es richtiger wäre, in Anführungsstriche versetzt.)




Montag, 13. September 2021

AUF TITANIC-KURS - H.P.

 AUF TITANIC-KURS


Man stelle sich vor, man sei Passagier auf der Titanic. Auf Hoher See. Auf Urlaubsfahrt. Auf Westkurs. Da heißt es, der Kapitän und der Steuermann müssen ausgewechselt werden. Sie hätten das Schiff ordnungsgemäß auf Westkurs gehalten, doch die demokratische Ordnung verlange eine Neubesetzung. Soweit in Ordnung. Aber nur für die oberen Herrschaften, für die Reeder.

Doch Passagiere auf dem untersten Deck protestieren. In ihrer Uneinigkeit fragen sie sich, wer soll führen? Immer nur jene, die nach Westen schielen und der Freiheitsstatue die Füsse küssen wollen? Wo doch das Sternenbanner mit dem Militär-Industrie-Komplex in Afghanistan eine enorme Niederlage erlitten hat und trotzdem weiterhin verstärkt über andere Länder politisch, ökonomisch und militärisch herrschen will? 
Die Spaltung im Unterdeck ist nicht totzukriegen: Da melden sich die verschiedensten Stimmen: Es solle der Herr x sein, er liebe die grüne Natur und die Tiere, er werde in Übersee eine Farm bauen und noch mehr die im Aussterben befindlichen Bienen. Andere wollen nur ihren häuslichen Frieden haben und vertrauen vor allem der SPD, die würde es an der Seite der NATO schon noch richten. Weitere Michels im Unterdeck schwören auf jene, die sich im Grützteich grün gefärbt haben und bösartig das Lied des Krieges und der Aufrüstung gen Osten singen.

Die auf dem Oberdeck kümmert der Krawall auf dem Unterdeck keineswegs. Sie haben die Michels mit gespaltenen Zungen voll im Griff. Dank der langjährigen Hirnwäsche glauben jene, es gehe so weiter – ob unter der Pandemie oder unter weiteren höheren „Herausforderungen“ im Interesse eines starken Deutschlands in der EU. Mit flachgebürsteten Reden, die deutliche Anzeichen von Phrasen haben,   wollen sie alle Menschen erreichen. Die einen versprechen soziale Verbesserungen, andere, dass die Orang-Utans mehr unter Tierschutz zu stellen seien. Weitere wollen mehr Freiheit für Andersgeschlechtliche, den Schutz auch der Wepen, mehr Geld in Kliniken, niedrigere Mieten...

Über den Bordfunk ist zu hören: Kurz vor den Wahlen finden sich außer Vertretern der etablierten Parteien auch ganz neue ein, von denen niemals jemand etwas gehört, geschweige denn gelesen hat: Ökologisch-Demokratische Partei, V-Partei³ (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer, DiB-(Demokratie in Bewegung), Tierschutzallianz (Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz), Die Humanisten (Partei der Humanisten), Gartenpartei, (Die Urbane. Eine HipHop Partei), Liebe (Europäische Partei Liebe), Volt (Volt Deutschland) u.a.

Doch die unterschiedlichen Standpunkte und Meinungen im Wahlkampf an Bord der Titanic jucken den Einzelnen wenig, im Gegenteil, die tiefgehende Spaltung zwischen dem Ober- und den unteren Decks auf dem westlich Kurs haltenden Schiff lässt sie beruhigt schlafen: Die etablierten Parteien haben heute zu allen wichtigen Themen die gleiche Meinung. Es gibt kein Thema, bei dem sich deren Meinungen fundamental unterscheiden.
Einige noch denkfähige Passagiere fragen sich: Wie sollen tausende verschiedene Interessen unter einen Hut befördert werden? Friedensfragen zum Beisiel, der einzigen Frage, die alle Wahlkampfleute zusammenführen müsste.

Da träumen dennoch kampflustige Widerständler, die als Verschwörer und Feinde der parlamentarischen Ordnung verschrien sind, von einer richtigen Wende zu einem neuen Aufbruch – nicht mehr in Richtung nur nach Westen, wo die Felsen im Wasser nur so auf die Titanic lauern. Sie stellen sich die Frage, warum keine Partei – außer Die Linke Partei, die DKP oder die SGP - , energisch Front macht gegen Aufrüstung und Kriegsvorbereitung und für den Austritt aus der NATO, den grundlegenden Bedingungen für eine friedliche Zukunft. Im Klartext: Unter diesen Klassenkampfbedingungen brauchst du dich nicht wundern, dass sich die Titanic mit einem „WEITER SO“ nach wie vor auf gefährlichem Kurs befindet.

Was bewirken also Wahlen? Das alles so bleibt? Dass das Bienensterben weitergeht? Das das Klima uns nach wie vor zu schaffen macht? Dass die Kranken für ihre Gesundheit enorm viel blechen müssen? Dass die Mietwohnungen weiter unbezahlbar steigen werden? Dass die Arbeitslosen weiter nur noch auf die Armenhilfe angewiesen sind?
Dass die Titanic dem Ruf des aus dem Meer ragenden großen Riffs nach eines neuen innigen Zusammenstoßens unter Führung der willfärigen Steuerleute unbedingt Folge leisten wird? 

Wozu also einen neuen Steuermann wählen, wenn es alles beim Alten bleibt? Rummel, nichts als Rummel...
Oder ist noch Land zu gewinnen? Für die Michels im Unterdeck?

Harry Popow


Samstag, 11. September 2021

Wollen Sie die Entmilitarisierung Deutschlands? - Neue Rheinische Zeitung

 

Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27606&css=print


Wahlprüfstein zur Bundestagswahl am 26. September 2021


Wollen Sie die Entmilitarisierung Deutschlands?


Von Mitgliedern der Kampagne "NATO raus - raus aus der NATO" (*)

Der Bundestagswahlkampf wird überwiegend mit hohlen, desorientierenden Parolen geführt. Der Frieden – der äußere wie der innere – stehen in der Skala der Aufmerksamkeit weit unten. Mitglieder der Kampagne "NATO raus – raus aus der NATO" sehen das anders. Für sie stehen der äußere wie der innere Frieden in der Wertigkeit für die Gesellschaft an oberster Stelle. Deshalb thematisieren sie die von der Militarisierung wie auch die von der Corona-Operation ausgehenden Bedrohungen in einem Wahlprüfstein zur Bundestagswahl am 26. September 2021. Die NRhZ dokumentiert nachfolgend den Wahlprüfstein.

In Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl fragen wir Sie, die Sie die Interessen der Menschen in Deutschland im Bundestag vertreten wollen: Wollen Sie, dass
*die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen verschwinden?
*die aufgrund der Kündigung des INF-Vertrags drohende Stationierung neuer atomarer Mittelstreckenraketen verhindert wird?
*die Auslandseinsätze der Bundeswehr (im Schlepptau der USA) der Vergangenheit angehören?
*Kriegsdrehscheiben wie die US-Airbase Ramstein geschlossen werden?
die US-Kriegskommando-Zentralen EUCOM und AFRICOM beseitigt werden?
*NATO-Hauptquartiere wie die in Ulm und Kalkar beseitigt werden?
die mehr als 50 militärischen Einrichtungen von USA und NATO (Deutschland hat neben Japan die größte Anzahl an US-*Militärstützpunkten) geschlossen werden?
die insbesondere von USA, Großbritannien und NATO für militärische Zwecke besetzte Fläche von 600 bis 700 Quadratkilometern – entsprechend eines Streifens von Hamburg bis München, ein Kilometer breit – zivil genutzt wird?
*das irrsinnige 2-Prozent-Ziel der NATO, mit dem der deutsche Militärhaushalt von 42,9 (2019) auf ca. 80 Milliarden Euro pro Jahr steigen würde, gestrichen wird?
*Kriegsmanöver wie "US Defender Europe 2020" zumindest in Deutschland der Vergangenheit angehören?


Wollen Sie, dass dieser Riesenschritt auf dem Weg zur Entmilitarisierung Deutschlands vollzogen wird? Das kann durch nur zwei Schritte Wirklichkeit werden: durch Kündigung des Truppenstationierungsvertrags und Austritt aus der NATO!


*Der Truppenstationierungsvertrag von 1954 (Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland), der es den USA und anderen NATO-Staaten gestattet, in Deutschland militärisch präsent zu sein, kann infolge von Notenwechseln vom 25.9. und 16.11.1990 mit 2-Jahres-Frist gekündigt werden. ("Die Bundesrepublik Deutschland kann den Aufenthaltsvertrag in bezug auf eine oder mehrere Vertragsparteien durch Anzeige an die Vertragsparteien unter Einhaltung einer Frist von zwei Jahren beenden.")
*Jedes Mitglied kann gemäß NATO-Vertrag von 1949 mit 1-Jahres-Frist aus der NATO austreten. ("Nach zwanzigjähriger Geltungsdauer des Vertrags kann jede Partei aus dem Vertrag ausscheiden, und zwar ein Jahr, nachdem sie der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika die Kündigung mitgeteilt hat.")


Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen? Sind Sie bereit, den Weg in Richtung Entmilitarisierung Deutschlands dann konsequent weiter zu gehen, die Sicherheitspolitik Deutschlands ausschließlich auf Verteidigung zu orientieren und die Bundeswehr zu einer reinen Verteidigungsarmee zu machen? Insbesondere die 20 Jahre völkerrechtswidriger Afghanistan-Krieg haben mehr als deutlich werden lassen, dass die Bundeswehr außerhalb Deutschlands nichts zu suchen hat.

Neben den hier angesprochenen militärischen Aspekten, die unser aller Leben bedrohen, darf nicht übersehen werden, dass die gleichen Kräfte, die hinter dem US-Imperium und ihrer NATO stehen, zurzeit unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung einen andersartigen, aber ebenfalls äußerst bedrohlichen Krieg – sozusagen einen Krieg nach innen gegen Großteile der Weltbevölkerung – führen. Sind Sie bereit, sich dem zu widersetzen?


*Sind Sie bereit, den im Grundgesetz verbrieften Grundrechten wieder Gültigkeit zu verschaffen?
*Sind Sie bereit, dem indirekten Impfzwang (womöglich auch von Kindern und Jugendlichen) und der damit verbundenen Entrechtung der Nicht-Geimpften mit Apartheid-Charakter entgegenzutreten?
*Sind Sie bereit, der lebensbedrohlichen Impfkampagne ein Ende zu setzen?

(*) Anneliese Fikentscher, Annette van Gessel, Senne Glanschneider, Jean-Theo Jost, Dr. Ansgar Klein, Helene Klein, Klaus-Peter Kurch, Ullrich Mies, Andreas Neumann, Elke Zwinge


Mittwoch, 8. September 2021

Globalpolitische Strategien der USA - Dr. Wolfgang Bittner

 

Entnommen: https://apolut.net/globalpolitische-strategien-der-usa-von-wolfgang-bittner/


Globalpolitische Strategien der USA | Von Wolfgang Bittner

Die Situation ist in jeder Hinsicht bedrückend.

Ein Standpunkt von Wolfgang Bittner.

Neben der immer noch weiter betriebenen Corona-Panik richtet sich zurzeit der Fokus von Politik und Medien bis zur nächsten hausgemachten Katastrophe auf die Niederlage der westlichen Allianz in Afghanistan.

Welchen ungeheuren Verbrechens sich die USA – unter Einbeziehung und Mitwirkung europäischer NATO-Staaten einschließlich Deutschlands – schuldig gemacht haben, geht aus einem Interview hervor, dass der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Carter, Zbigniew Brzeziński im Januar 1998 der französischen Wochenzeitung Le Nouvel Observateur gegeben hat. Brzeziński geht darin auf den Beginn des Afghanistan-Krieges, den Ursprung von Al Qaida und die Absichten der USA ein:

„In der offiziellen Version der Weltgeschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch die CIA in den 1980er Jahren, sprich nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Afghanistan [am] 24. Dezember 1979. Die bisher gut behütete Realität dahinter sieht jedoch völlig anders aus. Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter den ersten Befehl zur verdeckten Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul bereits am 03. Juli 1979. Am gleichen Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Nachricht, in der ich ihn darauf hinwies, dass meiner Ansicht nach diese Unterstützung unweigerlich zu einer sowjetischen Militärintervention führen würde… Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern.“

Das Interview ist lesens- und beachtenswert, zumal es von den westlichen US-affinen Politikern und den Systemmedien verschwiegen wird (1).

Wo die aus Afghanistan abgezogenen US-Truppen künftig eingesetzt werden, ob im Orient (u.a. ist der Iran noch im Fadenkreuz), an den Grenzen Russlands oder im Ostpazifik, ist noch nicht ersichtlich. Jedenfalls sind die strategischen Pläne der Washingtoner Bellizisten soweit zu durchschauen, dass im Westen Deutschland als „Speerspitze“ gegen Russland vorgesehen ist und im Osten Japan als Kombattant und „Flugzeugträger“ gegen China. Zu rechnen ist auch mit Geheimverhandlungen zwischen CIA und den Söldnerführern der Hilfstruppen der Taliban, die sich bestens in den an Afghanistan angrenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken einsetzen ließen, um der Russischen Föderation zu schaden.

Weiter in dem Buch „Deutschland – verraten und verkauft. Hintergründe und Analysen“ von Wolfgang Bittner:

Die USA verfolgten trotz der bis zu panikartigen Zuständen hochgespielten Corona-Krise ihre wirtschaftlichen und geostrategischen Ziele unbeeindruckt weiter. Die Konfrontationspolitik gegenüber der aufstrebenden Wirtschafts- und Militärmacht China, die sich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt hat, wurde vorangetrieben. Ausdrücklich wiederholte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Mitte Juni 2020 seine Warnung vor einer möglichen Bedrohung durch China (2).

Und die Aggressions- und Sanktionspolitik gegen Russland (wie auch gegen den Iran, Venezuela, Syrien …) wurde – begleitete von Medienhetze – im Schatten der Pandemie ebenfalls weitergeführt. Außerdem drangen US-affine Politikerinnen wie Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen im Einvernehmen mit Kanzlerin Angela Merkel auf eine Erhöhung des deutschen Militäretats (3).

Hinzu kommt ein kaum beachteter Aspekt von enormer Brisanz: Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene weltweite Corona-Ausnahmezustand bot den USA den lange gesuchten Vorwand, das von China und Russland betriebene One-Belt-One-Road-Projekt (auch Neue Seidenstraße genannt) zu torpedieren.

Die europäischen Politiker sollen sich also zum Nachteil ihrer Länder zwischen China und Russland auf der einen Seite und den USA auf der anderen Seite entscheiden. Es bleibt abzuwarten, ob sie sich aus dieser Zwickmühle herauslavieren können. Dass sie Größe zeigen und sich widersetzen, ist kaum zu erwarten. Die USA verfügen immer noch über genügend Druckmittel, Gefolgschaft zu erzwingen. Zwar hat Donald Trump keine neuen Kriege begonnen, aber immer weitere Sanktionen verhängt und vermehrte Aufrüstung gefordert. Das wird unter seinem militanten Nachfolger Joe Biden noch forciert, was Schlimmes befürchten lässt.

Der australische Dokumentarfilmer und ehemalige Leiter der Auslandsredaktion des britischen Daily Mirror, John Pilger, warnte sogar vor einem zweiten Hiroshima in China. In der Tat ist für die Bellizisten in den USA der Einsatz von Atomwaffen eine Option. In einem Washingtoner Report heißt es, begrenzte Atomschläge seien möglich, ohne „die amerikanische Heimat“ zu gefährden.(4) Danach ist ein „begrenzter Atomkrieg“ in Europa, dem Nahen Osten oder in China – jedenfalls fern der amerikanischen Heimat – nicht auszuschließen. (…)

Auf Betreiben der USA bereitet sich auch die deutsche Armee intensiv auf „den Ernstfall“ vor. Für die Marine wurde der Bau von vier Kampfschiffen in Auftrag gegeben. German Foreign Policy berichtete am 25. Juni 2020, die Bundeswehr treibe „mit weiteren Rüstungsprojekten ihre Umorientierung auf Großmachtkonfrontationen voran“, am 19. Juni habe sie den Auftrag zum Bau des neuen Mehrkampfschiffs MKS 180 erteilt. Das sei allerdings nur „ein Vorhaben von vielen, mit denen das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr systematisch aus- und umgebaut werden soll“, weitere gälten den Landstreitkräften und der Luftwaffe. Der Rüstungsetat solle kontinuierlich wachsen, die Rüstungspläne kosteten eine dreistellige Milliardensumme. Es gehe vor allem um „die Ausstattung der Bundeswehr für ihre Führungsrolle bei der NATO-‚Speerspitze‘ im Jahr 2023“, wobei die deutschen Streitkräfte für die „Landkomponente“ vorgesehen seien.(5)
(…)

Die Situation ist in Deutschland in jeder Hinsicht bedrückend. Wer die Zeitung aufschlägt, das Radio oder den Fernseher anschaltet, wird mit negativen Berichten über Russland, China, Venezuela, den Iran, Weißrussland usw. überhäuft. Verschleierung der eigenen aggressiven Politik, Fehlinformationen und Hetze auf allen Kanälen. Hinzu kommt, dass fast alle basisdemokratischen Organisationen der letzten Zeit systematisch unterwandert wurden und neu entstehende Gruppierungen sofort infiltriert werden. Als Beispiele sind die einst mächtige Friedensbewegung sowie „Occupy Wall Street“ oder „Fridays for Future“ zu nennen. Andere Initiativen, wie die Montagsmahnwachen für den Frieden, wurden von den Medien so lange als antiamerikanisch, antisemitisch, rechtsextrem und verschwörungsideologisch diskreditiert, bis sie sich in internen Auseinandersetzungen verstrickten und keinen Zulauf mehr erhielten.

Die Welt steht Kopf – nicht erst seit der Corona-Krise, aber immer mehr –, und das ist ohne jeden Zweifel die Schuld der amtierenden Politiker mit den angepassten Massenmedien. In deren Hintergrund agieren die einflussreichsten elitären Kreise, für die nicht das Wohl der Menschen, sondern ihre eigenen Interessen und – so fantastisch und „verschwörungstheoretisch“ das auf den ersten Blick erscheint – ihre Vorstellungen von einer neuen Weltordnung ausschlaggebend sind. Wie sich gezeigt hat, gehen ihre Marionetten dafür über Leichen.

Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. 2019 sind von ihm der Roman „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“ sowie das Sachbuch „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise“ erschienen.

Quellen:

Der inszenierte Terrorrismus: Die CIA und Al Qaida – Global Research – Centre for Research on Globalization
www.tagesschau.de/ausland/stoltenberg-china-nato-101.html
Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) stand Deutschland 2019 mit 49,3 Milliarden US-Dollar an siebenter Stelle der weltweiten Rüstungsausgaben: www.sipri.org/media/press-release/2020/global-military-expenditure-sees-largest-annual-increase-decade-says-sipri-reaching-1917-billion
Vgl. Clark Murdock u. a.: CSIS, Project Atom, May 2015, http://csis.org/files/publication/150601_Murdock_ProjectAtom_Web.pdf, 16.8.2015. Dazu auch: Ulrich Gellermann, Rationalgalerie, 27.7.2015, www.rationalgalerie.de/home/die-irren-in-washington.html
www.german-foreign-policy.com/news/detail/8315/
Dazu: „Deutschland – verraten und verkauft“, S. 198, 252, 263ff., 306
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Danke an den Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Bumble Dee/ shutterstock




Samstag, 4. September 2021

BERLIN und BRÜSSEL auf KRIEGSKURS - Johannes Stern, LZ

 

Entnommen: https://linkezeitung.de/2021/09/04/nach-dem-afghanistan-debakel-berlin-und-bruessel-verfolgen-eigenstaendige-europaeische-kriegspolitik/


Nach dem Afghanistan-Debakel: Berlin und Brüssel verfolgen eigenständige europäische Kriegspolitik


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 4. SEPTEMBER 2021

von Johannes Stern – http://www.wsws.org

Deutschland und die Europäische Union verstärken nach dem Debakel in Afghanistan ihre Offensive für eine eigenständige europäische Kriegspolitik. Auf einem informellen Treffen im slowenischen Kranj diskutierten die EU-Verteidigungsminister am Donnerstag über die Aufstellung einer schnellen Eingreiftruppe, die auch unabhängig vom US-Militär agieren kann.

Der Rückzug der USA aus Afghanistan werde die EU dazu veranlassen, ihre eigenen ständigen Streitkräfte aufzustellen, erklärte der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borell, nach dem Treffen.

„Es ist klar, dass der Bedarf an mehr europäischer Verteidigung noch nie so offensichtlich war wie heute nach den Ereignissen in Afghanistan“, sagte Borrell. „Es gibt Ereignisse, die als Katalysator für die Geschichte dienen. Manchmal passiert etwas, das die Geschichte vorantreibt, es schafft einen Durchbruch, und ich denke, die Ereignisse in Afghanistan in diesem Sommer sind einer dieser Fälle.“

Die europäischen Mächte hatten zunächst mit einer Mischung aus Desillusion und Empörung auf den Abzug der US-Truppen und den schnellen Zusammenbruch des pro-westlichen Marionettenregimes in Kabul reagiert. Nun wollen sie sich so aufstellen, dass sie in Zukunft in der Lage sind, Militäroperationen wie in Afghanistan auch ohne die Unterstützung Washingtons durchzuführen.

Europäische Verteidigungspolitik werde „nur glaubhaft sein, wenn wir auch in der Lage sind, außerhalb unserer Grenzen komplizierte militärische Operationen zu starten“, erklärte der amtierende EU-Komissar für Binnenmarkt und Industriepolitik, Thierry Breton, gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dafür sei eine schnell zu mobilisierende EU-Eingreiftruppe notwendig, „mit allem, was das für Logistik, Vorbereitungen und Kommandostrukturen bedeutet – und mit Blick auf die Risiken für jene Frauen und Männer, die für Europa im Einsatz wären“.

Bereits vor dem Treffen in Kranj hatte Borell einen Gastbeitrag in der New York Times veröffentlicht. Unter dem Titel „Europa, Afghanistan ist dein Weckruf“ plädierte er darin für die Aufstellung einer europäischen Streitmacht und eine weitere Steigerung der europäischen Verteidigungsausgaben.

„Neben dem Ausbau zentraler militärischer Fähigkeiten“, darunter „Lufttransport und Luftbetankung, Führung und Kontrolle, strategische Aufklärung und weltraumgestützte Mittel“, brauche die EU „Streitkräfte, die leistungsfähiger, verlegefähiger und interoperabler sind“. Gleichzeitig werde „der Europäische Verteidigungsfonds, der eingerichtet wurde, um die Verteidigungskapazitäten der EU zu stärken“, in den nächsten Jahren „mit knapp 8 Milliarden Euro ausgestattet“.

Borell ließ keinen Zweifel daran, dass es der EU dabei nicht etwa um „Menschenrechte“ und „Demokratie“ geht – die Propaganda, mit der die US-geführten Militärinterventionen in Afghanistan, Libyen oder im Irak gerechtfertigt wurde –, sondern um die Durchsetzung imperialistischer Interessen mittels Kriegs.

„Eine strategisch autonomere und militärisch fähigere EU wäre besser in der Lage, die kommenden Herausforderungen in Europas Nachbarschaft und darüber hinaus zu bewältigen“ und „die Verteidigung seiner Interessen zu stärken“, schreibt Borell in der Times.

Die EU müsse nicht nur „Bedrohungen“ wie „die Gefahr erneuter Terroranschläge“ und „irreguläre Migration“ bekämpfen, sondern auch andere Mächte zurückschlagen. China, Russland und der Iran würden bereits jetzt „mehr Einfluss in der Region [Zentralasien] haben“, während Pakistan, Indien, die Türkei und die Golfmonarchien sich neu positionierten. Europa könne „nicht zulassen, dass sie nach dem westlichen Abzug die einzigen Gesprächspartner für Afghanistan sind“, und müsse „sein Engagement neu ausrichten“.

Besonders aggressiv gebärdet sich der deutsche Imperialismus. In einem Statement beklagte die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dass die Europäer nicht in der Lage gewesen seien, den Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan zu verhindern. „Wir Europäer haben gegen die Entscheidung der USA zum Abzug kaum Widerstand geleistet, weil wir mangels eigener Fähigkeiten keinen leisten konnten“, klagte sie auf Twitter.

Das ist unmissverständlich. Wäre es nach Berlin gegangen, hätte der brutale 20-jährige Kriegseinsatz, der Hunderttausende Menschenleben gekostet hat und auf die imperialistische Kontrolle und Ausbeutung des rohstoffreichen und geostrategisch wichtigen Landes zielte, fortgesetzt werden müssen. Für Kramp-Karrenbauer und die deutsche Bourgeoisie lautet die zentrale Lehre aus Afghanistan nicht weniger, sondern mehr Aufrüstung und Krieg.

Man müsse „jetzt europäisch stärker werden, um auf Augenhöhe mit den USA das westliche Bündnis insgesamt stärker zu machen“, so die Verteidigungsministerin. Dabei dürfe man nicht bei „der Frage stehenbleiben, ob wir eine ‚europäische Eingreiftruppe‘ wollen oder nicht“. Die zentrale Frage für die Zukunft der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sei, „wie wir unsere militärischen Fähigkeiten in der EU endlich gemeinsam nutzen! Mit welchen effektiven Entscheidungsprozessen, echten gemeinsamen Übungen und gemeinsamen Missionen.“

Um die Kriegspläne umzusetzen, könnten in der EU „Koalitionen von Willigen nach der gemeinsamen Entscheidung aller vorangehen“. Auch müsse man prüfen, ob die EU-Mitgliedsstaaten „regionale Verantwortungen für Sicherheit festlegen, gemeinsam Spezialkräfte trainieren und wichtige Fähigkeiten wie strategischen Lufttransport und Satellitenaufklärung gemeinsam organisieren“. Deutschland sei „zu diesen Themen“ bereits „mit interessierten EU-Staaten im Gespräch“.

Arbeiter und Jugendliche auf dem ganzen Kontinent müssen dies als Warnung verstehen. Die herrschende Klasse in Deutschland arbeitet seit langem fieberhaft daran, Europa unter ihrer Führung zu organisieren, um sich nach zwei verlorenen Weltkriegen wieder zu einer außenpolitischen und militärischen Großmacht aufzuschwingen. Bereits nach der deutschen Wiedervereinigung und der Auflösung der Sowjetunion durch die stalinistische Bürokratie vor 30 Jahren plädierten führende Politiker und Militärs für eine stärkere Rolle Deutschlands in Europa und der Welt.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 verkündeten dann der damalige Bundespräsident Joachim Gauck und sein sozialdemokratischer Nachfolger Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit der aktuellen Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), endgültig die Rückkehr des deutschen Militarismus. Es folgten eine massive Aufrüstung der Bundeswehr, die Verlegung von deutschen Kampftruppen an die russische Grenze und neue Kriegseinsätze im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika. Inmitten der Corona-Pandemie schlachtet die herrschende Klasse nun das Debakel in Afghanistan aus, um die begonnene Offensive voranzutreiben.

Die Bundesregierung kann nur deshalb so aggressiv auftreten, weil ihr Kurs auch von den nominell „linken“ Oppositionsparteien unterstützt wird. Mehr als zwei Jahrzehnte, nachdem die Grünen den ersten deutschen Kriegseinsatz seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Kosovo mit auf den Weg gebracht haben, stehen sie an der Spitze der deutsch-europäischen Kriegsoffensive.

Seit dem ersten Golfkrieg 1990–1991 führen die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg. Gestützt auf ein marxistisches Verständnis der Widersprüche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Militärinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.

Im Wahlkampf kritisiert die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die Große Koalition in Bezug auf eine deutsch-europäische Großmachtpolitik durchgehend von rechts. Im letzten Triell warf sie CDU/CSU und SPD vor, sich international „wegzuducken“ und forderte eine „aktivere deutsche Außenpolitik“.

Auch die Linkspartei steht mit beiden Beinen im Lager des deutschen Imperialismus. Bei den Wahlen schielt sie auf ein Regierungsbündnis mit den Hartz-IV- und Kriegsparteien SPD und Grüne und hat längst klargestellt, dass sie als Teil einer möglichen rot-rot-grünen Bundesregierung die Nato und deutsche Auslandseinsätze befürworten würde.

Am 25. August unterstützte die Linke den „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur militärischen Evakuierung aus Afghanistan“. Während sich die Mehrheit der Fraktion enthielt, stimmten fünf Abgeordnete, darunter ihr sicherheitspolitischer Sprecher Matthias Höhn, offen für den Einsatz.

Die Pläne der herrschenden Klasse, die USA als führende Interventionsmacht zu ersetzen, haben etwas Größenwahnsinniges. Doch sie müssen todernst genommen werden. Letztlich befeuern die gleichen grundlegenden Widersprüche des Kapitalismus, die hinter der Aggression des US-Imperialismus stehen und nach dem Abzug aus Afghanistan immer direkter die Gefahr eines Nuklearkriegs mit Russland und China heraufbeschwören, die deutsch-europäische Kriegsoffensive.

Diese wiederum verschärft die Konflikte zwischen den imperialistischen Mächten selbst – auch innerhalb Europas.

Die einzige Möglichkeit, einen vernichtenden dritten Weltkrieg zu verhindern, ist der Aufbau einer Antikriegsbewegung der internationalen Arbeiterklasse. Die objektiven Voraussetzungen dafür reifen schnell heran. In der Perspektive zur letzten Rede von US-Präsident Joe Biden zum Debakel in Afghanistan schreiben wir:

Der demütigende Rückzug aus Afghanistan markiert nicht nur das Scheitern der US-Politik in diesem Land, sondern das Scheitern einer ganzen Strategie und Weltanschauung – des Programms der globalen Vorherrschaft und innenpolitischen Reaktion, das seit 30 Jahren verfolgt wird. Angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheit und der mörderischen, profitorientierten Corona-Politik der herrschenden Klasse weltweit trifft das Debakel in Afghanistan mit einem Wiederaufleben des Klassenkampfs in den USA und international zusammen und hat revolutionäre Implikationen.

Die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) kämpft in der Bundestagswahl dafür, die sich entwickelnden Kämpfe der Arbeiter – darunter die wichtigen Streiks der Lokführer, Pfleger und Lieferbeschäftigten in Deutschland – mit einer sozialistischen und internationalistischen Perspektive zu bewaffnen, um die Kriegsentwicklung zu stoppen und ihre Ursache – das kapitalistische Profitsystem – zu beseitigen.

https://www.wsws.org/de/articles/2021/09/03/mili-s03.html


Mittwoch, 1. September 2021

DER HAUPTFEIND STEHT IM EIGENEN LAND - LZ

 

Entnommen: https://linkezeitung.de/2021/09/01/der-hauptfeind-steht-im-eigenen-land/


Der Hauptfeind steht im eigenen Land!


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 1. SEPTEMBER 2021

von http://www.autonomie-magazin.org

1915 veröffentlichte Karl Liebknecht ein Flugblatt unter dem Titel “Der Hauptfeind steht im eigenen Land”. Diese Parole ist aktueller denn je.

War schon die gesamte Zeit nach dem 2. Weltkrieg geprägt vom sogenannten Kalten Krieg und einem fanatischen Antikommunismus der westlichen, kapitalistischen Länder, gegen alle die sich ihrer Systemlogik entzogen, so hat sich die Lage nach dem Ende des großen Gegenspielers, der Sowjetunion, keinesfalls zum Besseren gewendet. Im Gegenteil: mit dem Sieg im Wettrüsten gegen die Sowjetunion wurde das Einflussgebiet der NATO, entgegen vorherigen Zusagen, durch die Imperialisten in einem beispiellosen Rollback konsequent nach Osten ausgeweitet. Heute steht die NATO an den Grenzen Russlands und stellt für dieses eine reale Bedrohung dar.

In der Folgezeit begannen sie unter fadenscheinigsten Begründungen zusätzlich permanent kleinere, ihnen militärisch maßlos unterlegene Länder zu destabilisieren oder zu besetzen, deren Regierungen oder Staatschefs ihnen nicht genehm waren (Politik des regime change). Dabei mussten auch einstige Verbündete dran glauben, wie Saddam Hussein oder Muammar al-Qaddhafi (Letzterem haben die Imperialisten seinen Widerstand gegen ihre Politik nie verziehen, auch wenn er sich in späteren Jahren weniger widerspenstig zeigte). Nach einer Reihe von eher mäßig erfolgreichen Regime-Change-Aktionen, die meist nur zum Kollaps jeglicher staatlichen Ordnung der jeweiligen Länder geführt haben, in denen es aber nicht gelungen ist dem Westen zugeneigte Regierungen zu installieren, haben die Imperialisten lediglich eine Reihe von failed states hinterlassen, deren Bevölkerungen in Chaos und Bürgerkrieg versinken. Wenn man nicht mutmaßt, dass Zerstörung allein ihr Ziel war (und das ist nicht auszuschließen), dann ist ihre Politik politisch wie militärisch gescheitert. Trotzt milliardenteurer Kriegseinsätze mussten sie sich letztlich überall geschlagen zurückziehen. 20 Jahre Krieg in Afghanistan gehen mit einem Abzug der Imperialistentruppen ohne bedeutende Erfolge zu Ende. Das Land fällt erneut an die Taliban zurück. Selbiges zeichnet sich in Mali ab. Somalia, Irak und Libyen stehen ohne funktionierende staatliche Ordnung da. In Syrien wurde der regime change nicht erreicht.

Folge ihrer unverantwortlichen Politik sind unzählige Tote und Verstümmelte, vor allem unter der Zivilbevölkerung und ca. 80-100 Millionen Menschen auf der Flucht, vor Krieg, Hunger und Umweltzerstörung.

Aber anders als für die Bevölkerungen der jeweiligen Länder, sind die Verluste für die Imperialisten wohl zu verschmerzen und so brechen sie ungehindert zu neuen Abenteuern auf.

Heute glauben sich die Imperialisten stark genug ihre geostrategisch und wirtschaftlich größten Konkurrenten, Russland und China, direkt angehen zu können.

Nach Trump, der durch seine Losung “America first!” eher mäßige außenpolitische Ambitionen hatte (was ihn nicht daran hinderte 243 zusätzliche Sanktionen gegen Kuba zu erlassen und sich durch Strafzölle gegen China und die EU hervorzutun), nimmt das US-Regime unter Präsident Biden und seiner Vize Kamala Harris wieder verstärkt “ihre außenpolitische Verantwortung wahr”. Engster Verbündeter dabei die BRD. Russland und China die Feinde.

Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion kann an die Bedeutung des Vorgängerstaates zwar nicht anknüpfen, entwickelt aber unter dem Staatsoberhaupt Wladimir Putin, anders als unter dem alkoholgeschwängerten Jelzin, eigene Ambitionen, die den westlichen und vor allem den US-Amerikanischen Interessen guten Teils entgegenstehen.

In China wiederum ist ihnen in den letzten Jahren, zumindest wirtschaftlich, ein ernstzunehmender Gegner entstanden. China hat es geschafft unter sozialistischen Vorzeichen zu einer der bedeutendsten Wirtschaftsmächte aufzusteigen. Es geht also dabei nicht nur darum einen ökonomischen Konkurrenten kleinzuhalten. Mit dem chinesischen Modell der „sozialistischen Marktwirtschaft“ (Eigenbezeichnung) ist ihnen auch ein mächtiger ideologischer Gegner entstanden, dessen Beispiel in die Welt hinausstrahlt und vielen Ländern, vor allem in Afrika und Asien als ein geeigneterer Partner erscheint als die ehemaligen Kolonialisten und heutigen, westlichen Imperialisten. Das eine ehemalige Kolonie und Entwicklungsland ihnen heute, noch dazu unter roter Flagge, Konkurrenz macht, können sie nicht verdauen.

Deshalb haben die Imperialisten nun auch offiziell zum Kampf gegen ihre beiden Hauptkonkurrenten aufgerufen.

Mittlerweile hat sich hemmungslose Kriegspropaganda in der westlichen Politik fest etabliert. Kein Tag vergeht, ohne dass von US-Amerikanischer Seite die Notwendigkeit betont wird, China und Russland auch militärisch in die Schranken zu weisen.

In der BRD machen fast alle Parteien gegen Russland, China und Kuba mobil. Besonders hervor tut sich auch die dauermoralisierende, olivgrüne Partei, unter deren Mitregentschaft (Rot-Grün) schon der erste deutsche Angriffskrieg der Nachkriegsgeschichte (im Jugoslawienkrieg) möglich wurde. Habeck verspricht heute der semifaschistischen Regierung in der Ukraine Waffen. Baerbock fordert „harten Kurs“ gegen Russland.

Die erneuten Versuche der USA über die NATO alle westlichen Imperialisten mit ins Boot zu holen, kann nicht über die Widersprüche zwischen den Imperialisten aufgrund unterschiedlicher Wirtschaftsinteressen hinwegtäuschen (China ist größter Handelspartner der BRD, Russland und Deutschland kooperieren beim Bau von Nord Stream 2).

Der Sanktionskurs der USA ist also eher zweifelhaft. Insgesamt sind sich die westlichen Imperialisten aber darin einig, den Einfluss Russlands und Chinas massiv zurückzudrängen. Notfalls mit Gewalt.

Andere Länder fühlen sich zu Recht bedroht

Durch den aggressiven Konfrontationskurs der USA und ihrer NATO-Partner fühlen sich China und Russland zu recht bedroht. Die Imperialisten verletzen in Permanenz chinesische und russische Hoheitsgebiete, halten an deren Grenzen See- und Landmanöver ab und versuchen die Widersprüche zwischen den Anrainerstaaten und China, als auch Russland, zu verschärfen.

Ständig werden russische Territorialansprüche in Frage gestellt, innerhalb Russlands antirussische Oppositionen aufgebaut und unterstützt, in ex-sowjetischen Ländern (Ukraine) faschistische Bewegungen in Stellung gebracht.

Im Falle Kubas produzieren die US-Imperialisten durch ihre Blockade Versorgungsengpässe, die sie dann versuchen der legitimen kubanischen Regierung anzulasten. Auch hier versuchen sie den durch die Blockade entstehenden Unmut für ihre konterrevolutionäre Propaganda zu nutzten, um das Land soweit zu destabilisieren, dass ihnen ein Einmarsch irgendwann erfolgversprechend erscheint. Doch die meisten Menschen durchschauen dieses Manöver und Kuba hat FreundInnen in aller Welt.

China, das sich auf allen internationalen Treffen immer für fairen Handel und internationale Zusammenarbeit ausgesprochen hat, wird in der westlichen Propaganda als aggressiver Imperialist auf Kriegskurs dargestellt. Dabei sind es einzig und allein die westlichen Imperialisten, die vor der Küste Chinas provozieren. Auch die BRD hat mittlerweile die Fregatte `Bayern´ ins Südchinesische Meer entsandt und lässt bei den ChinesInnen ungute Erinnerungen an die Zeit des Kolonialismus und der `ungleichen Verträge´ aufkommen. (Was angesichts des derzeitigen Kräfteverhältnisses geradezu lächerlich anmutet und nur dazu geeignet ist böse Blut zu schüren).

Wo sind eigentlich unsere ganzen woken AntirassistInnen und AntikolonialistInnen, die mit Begeisterung Straßen und Plätze umbenennen, wenn es um China geht? Erkennen sie nicht das rassistische, neokoloniale Dominanzverhalten der Imperialisten China gegenüber? Der Unterschied zu den anderen kolonialisierten Ländern der Geschichte ist allerdings, dass China beileibe nicht allein als Opfer taugt, sondern sich aus der kolonialen Unterdrückung durch eigene Kraft zu Unabhängigkeit und Stärke emporgekämpft hat. Das selbstbewusste China eignet sich nicht für paternalistische Mitleidsbekundungen, sondern gilt vielen Linksliberalen selbst als „Imperialist“, weswegen sie einstimmen in den Chor des allgemeinen Chinabashings. Wo kämen wir denn hin, wenn ehemalige Kolonialisierte ihre Opferrolle abstreifen, gar den Ton angeben. So viel Empowerment ist dann selbst unseren „AntirassistInnen“ zu viel.

Tatsache ist und bleibt letztlich:

Aggressiv gegen andere Länder und Grenzen stürmt derzeit einzig und allein der westliche Imperialismus. Er mischt sich permanent in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ein und will ihnen seine “Werte” aufdrängen – heißt schrankenloser Kapitalismus.

Militäretat in US-Dollar:

USA: 778 Mrd.; Nato: über 1 Billion; China: 252 Mrd.; Russland: 61,7Mrd.; BRD: 52,8 Mrd.

Bevölkerungszahl:

USA: 334 Mio.; China: 1.4 Mrd.; Russland: 142 Mio.; BRD: ca. 80 Mio.

Militärstützpunkte im Ausland:

USA: 58 Militärbasen. Sie können jedoch auf ca. 1000 Stützpunkte in Ausland zugreifen. Das sind 90%-95% der gesamten ausländischen Militärstützpunkte der Welt.

UK: 28; Frankreich: 11; Deutschland: 4; Italien: 2; Russland: 18; China:1

(Zahlen sind teilweise gerundete Schätzungen von 2020)

Die Frage wer die aggressivsten Imperialisten in der Welt sind beantwortete sich angesichts dieser Zahlen wohl von selbst.

Für die meisten Menschen sind Kuba, China und Russland keine Feinde

Kuba, China und Russland genießen dennoch in vielen Ländern der Erde großen Respekt. Das kleine Kuba hat in viele Länder der Erde Ärzte und Hilfspersonal als auch logistische Unterstützung entsandt und zeigt sich trotz seiner eigenen Schwierigkeiten immer solidarisch im Sinne der internationalen Solidarität. Russland und vor allen die Sowjetunion waren und sind für viele Länder verlässliche Partner, denen sie viel zu verdanken haben. Dasselbe gilt, trotz aller Verleumdungen auch für China. All diese Menschen und Staaten lassen sich nicht ohne weiteres ein X für ein U vormachen. Nach wie vor sehen auch große Teile der Bevölkerung in den kapitalistischen Ländern Kuba, China und Russland nicht als Feinde an. Die Erfolge Chinas bei der Befreiung vom Kolonialismus, beim Aufbau zu einem wirtschaftlichen Global Player, dem Ende der (relativen) Armut und der Schaffung eines bescheidenen Wohlstands für die große Mehrheit der Bevölkerung in einem ehemaligen 3. Welt Land und aktuell bei der Bekämpfung des Coronavirus, nötigen vielen Menschen weltweit Respekt ab. Das Kuba und China als sozialistisch/kommunistisch gelten stachelt den Hass der Imperialisten jedoch doppelt an. Deshalb macht die imperialistische Propaganda konsequent alles schlecht, was diese Länder angeht. Doch noch lässt sich ein großer Teil der Menschen nicht für dumm verkaufen, denn ihre praktische Erfahrung widerspricht dem, was die Propaganda der Imperialisten behauptet. Leider sind es gerade auch Teile der kleinbürgerlichen, alternativen Metropolenlinken die dieser Propaganda aufsitzen (z.B. „Free Tibet!“- Nonsens“).

“Wenn der Feind uns energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und gar nichts bei uns gelten lässt, dann ist das noch besser; denn es zeugt davon, dass wir nicht nur zwischen uns und dem Feind eine klare Trennungslinie gezogen haben, sondern dass unsere Arbeit glänzende Erfolge gezeitigt hat.”

Máo Zédōng , 26. Mai 1939

Die Rolle der Medien

Damit sich dies ändert, versuchen die sich selbst so bezeichnenden “Qualitätsmedien”, für die ein Tag ohne China- oder Russland-Bashing nicht mehr möglich scheint, mit einer massiv in die Bevölkerung gepressten “Berichterstattung” in ausgesuchtem Kriegssprech diese Länder konsequent zu diskreditieren. Fast täglich wird dabei sogenannten RegimegegnerInnen große Aufmerksamkeit geschenkt. So dem, aus einem faschistischen Jugendverband entstammenden, “Kremlkritiker” Alexei Nawalny oder dem Hongkong “Aktivisten” Joshua Wong, bei dem sich der Westen empört, wenn er nach einem Aufruf zu einer nicht genehmigten, gewaltsam verlaufenden Demonstration, festgenommen wird.

Weniger interessiert zeigen sie sich bei himmelschreienden Menschenrechtsverletzungen wie der seit Jahren andauernden Tortur von Julian Assange (und anderer Whistleblower), dessen einziges “Vergehen” darin bestand, US-amerikanische Kriegsverbrechen aufzudecken. Die Kriegsverbrecher laufen weiter frei herum. Beispiele dieser grenzenlosen Heuchelei der kapitalistischen Mainstream-Medien ließen sich ohne Ende fortsetzen.

Im Falle Kubas scheuen sie sich ein weiteres Mal nicht vor offensichtlichen Fälschungen, indem sie Demonstrationen zur Verteidigung der kubanischen Revolution, nach konterrevolutionären Ausschreitungen, in Proteste gegen die Regierung umetikettieren.

Die nicht selten von westlichen Geheimdiensten initiierten Proteste, werden zu “Volksaufständen” hochstilisiert, um gegebenenfalls ein “Eingreifen des Westens” moralisch zu rechtfertigen, zumindest aber um die Lage dort dauerhaft zu destabilisieren.

Diese embedded journalists der großen Medienkonzerne haben sich damit ein weiteres Mal als Informationsquelle komplett disqualifiziert. Sie sind über weite Strecken die größten VerbreiterInnen von fake news und werden dafür völlig zu Recht von großen Teilen der Bevölkerung misstrauisch betrachtet. Dass die Presse lügt, wird nicht dadurch unwahr, weil dies mittlerweile auch ein paar rechte Spinner erkannt haben, die im nächsten Moment aber gleich wieder alles nachbeten, was die Bild oder dubiose Facebook-Beiträge über AusländerInnen und vermeintliche LinksextremistInnen zu berichten wissen. Jeder kritische Mensch weiß, dass sich der größte Teil der bürgerlichen Presse in den Händen der kapitalstarken, herrschenden Klasse befindet. Und so sieht die Berichterstattung der Lohnschreiberlinge auch aus. Sie beißen nicht die Hand, die sie nährt.

Versagen großer Teile der sogenannten Linken

Große Teile der westlichen Linken ignoriert den imperialistischen Kriegskurs und debattiert lieber über Gendergerechtigkeit und dergleichen, ohne zu bemerken, dass diese Nebelkerze den neoliberalen, postmodernen Ideologieschmieden entstammen. Sie freuen sich auf eine Frauenquote in DAX-Konzernen und dass ihnen von den Werbeplakaten People of Colour entgegen lächeln, anstatt konsequent den Klassenkampf voranzutreiben, für internationale Solidarität einzutreten und den Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu führen, der die Kämpfe um Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung mit einschließt. Sie erkennen nicht die Ablenkungsmanöver der herrschenden Klasse, die initiiert werden, um von ihren bestialischen Machenschaften abzulenken, mit denen sie die Welt ins Unglück stürzen – durch Ausbeutung, Unterdrückung und Umweltzerstörung. Dabei sollte es einem schon zu denken geben, warum die sogenannte Diversity von der neoliberalen Mainstream-Politik, Wirtschaft und Werbeindustrie so begeistert abgefeiert wird.

Und ja: Wer den antiimperialistischen Kampf richtig interpretiert, steht im Kampf gegen Rassismus und Sexismus an vorderster Front!

Den antiimperialistischen Kampf an allen Fronten führen

Der Hauptfeind ist der westliche Imperialismus mit den USA an seiner Spitze, die NATO und ihre Verbündeten, mitsamt ihren neoliberalen Ideologien und Werten, ihrem räuberischen Wirtschaftssystem, dem Kapitalismus, als Wurzel des Übels.

Deshalb muss der klassenbewusste, antiimperialistische Kampf an allen Fronten geführt werden. Gegen RassistInnen und SexistInnen ebenso, wie gegen FaschistInnen und imperialistische AusbeuterInnen und KriegstreiberInnen. Wer wirklich eine revolutionäre Veränderung in Richtung einer befreiten Gesellschaft will, darf keines der Kampffelder vernachlässigen und muss dem westlichen, imperialistischen System konsequent revolutionäre, linke Politik entgegensetzen.

Nur wer konsequent den Weg zum Sozialismus beschreitet, kann die Welt von Ausbeutung und Unterdrückung befreien. Alle kleinbürgerlichen Reformversuche des bestehenden Systems allein sind zum Scheitern verurteilt, das hat die Geschichte der letzten 150 Jahre gezeigt. Die Welt steht heute beschissener da denn je.

Nur wenn die revolutionären Kräfte gebündelt werden und mit ideologischer Klarheit voranschreiten, kann die Kraft entstehen, die die Machtfrage stellt – das haben die großen Revolutionen der Weltgeschichte gezeigt


Freitag, 27. August 2021

Niedergang Weltimperialismus - LZ

 

Entnommen: https://linkezeitung.de/2021/08/28/hinter-dem-niedergang-des-us-imperialismus-steht-der-niedergang-des-weltkapitalismus/


Hinter dem Niedergang des US-Imperialismus steht der Niedergang des Weltkapitalismus


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 28. AUGUST 2021

von https://de.internationalism.org

Der überstürzte Rückzug der US-amerikanischen und anderer westlicher Streitkräfte aus Afghanistan ist ein deutlicher Beweis für die Unfähigkeit des Kapitalismus, etwas anderes als zunehmende Barbarei zu bieten. Aber als Marxisten können wir die Ereignisse nicht nur kommentieren, sondern müssen ihre historischen Wurzeln analysieren, was wir in dem folgenden Artikel tun wollen.

Der überstürzte Rückzug der US-amerikanischen und anderer westlicher Streitkräfte aus Afghanistan ist ein deutlicher Beweis für die Unfähigkeit des Kapitalismus, etwas anderes als zunehmende Barbarei zu bieten. Der Sommer 2021 hat bereits eine Beschleunigung von miteinander verknüpften Ereignissen erlebt, die zeigen, dass der Planet bereits in Flammen steht: der Ausbruch von Hitzewellen und unkontrollierbaren Bränden von der Westküste der USA bis nach Sibirien, Überschwemmungen, die anhaltenden Verwüstungen durch die Covid-19-Pandemie und die von ihr verursachten wirtschaftlichen Verwerfungen. All dies ist “eine Offenbarung des Grades der Fäulnis, der in den letzten 30 Jahren erreicht wurde“[1]. Als Marxisten besteht unsere Aufgabe nicht nur darin, dieses wachsende Chaos zu kommentieren, sondern seine Wurzeln zu analysieren, die in der historischen Krise des Kapitalismus liegen, und die Perspektiven für die Arbeiterklasse und die gesamte Menschheit aufzuzeigen.

Der historische Hintergrund der Ereignisse in Afghanistan


Die Taliban werden als Feinde der Zivilisation dargestellt, als eine Gefahr für die Menschenrechte und insbesondere für die Rechte der Frauen. Sie sind zweifellos brutal und werden von einer Vision angetrieben, die an die schlimmsten Aspekte des Mittelalters erinnert. Sie sind jedoch keine seltene Ausnahme in der heutigen Zeit. Sie sind das Produkt eines reaktionären Gesellschaftssystems: des dekadenten Kapitalismus. Ihr Aufkommen ist insbesondere Ausdruck der Zerfallsphase, dem letzten Stadium der Dekadenz des Kapitalismus.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eskalierte der Kalte Krieg zwischen den imperialistischen Blöcken der USA und Russlands, wobei die USA Marschflugkörper in Westeuropa stationierten und die UdSSR zu einem Wettrüsten zwangen, das sie sich immer weniger leisten konnte. Im Jahr 1979 stürzte jedoch einer der Pfeiler des westlichen Blocks im Nahen Osten, der Iran, ins Chaos. Alle Versuche ausgeheckter Fraktionen der Bourgeoisie, Ordnung zu schaffen, scheiterten, und die rückständigsten Elemente des Klerus nutzten dieses Chaos, um an die Macht zu kommen. Das neue Regime brach mit dem westlichen Block, weigerte sich aber auch, dem russischen Block beizutreten. Der Iran hat eine ausgedehnte Grenze zu Russland und war somit ein wichtiger Akteur in der westlichen Strategie der Einkreisung der UdSSR. Nun war der Iran zu einer unberechenbaren Waffe in der Region geworden. Diese neue Unordnung ermutigte die UdSSR, in Afghanistan einzumarschieren, als der Westen versuchte, das pro-russische Regime zu stürzen, das er 1978 in Kabul hatte installieren können. Mit dem Einmarsch in Afghanistan hoffte Russland, zu einem späteren Zeitpunkt auch Zugang zum Indischen Ozean zu erhalten.

In Afghanistan wurden wir nun Zeuge einer schrecklichen Explosion militärischer

Barbarei. Die UdSSR ließ die gesamte Macht ihres Arsenals auf die Mudschaheddin („Freiheitskämpfer“) und die Bevölkerung im Allgemeinen los. Auf der anderen Seite bewaffnete, finanzierte und trainierte der US-Block die Mudschaheddin und die afghanischen Kriegsherren, die sich den Russen widersetzten. Darunter befanden sich viele islamische Fundamentalisten und auch ein wachsender Zustrom von Dschihadisten aus aller Welt. Diese sog. „Freiheitskämpfer“ wurden von den USA und ihren Verbündeten in allen Künsten des Terrors und der Kriegsführung unterrichtet. Dieser Krieg für die „Freiheit“ kostete zwischen 500.000 und 2 Millionen Menschen das Leben und hinterließ ein verwüstetes Land. Er war auch die Geburtsstätte einer globaleren Form des islamischen Terrorismus, der durch den Aufstieg von Bin Laden und Al-Qaida verkörpert wird.

Gleichzeitig drängten die USA den Irak in einen acht Jahre dauernden Krieg gegen den Iran, in dem rund 1,4 Millionen Menschen getötet wurden. Während Russland sich in Afghanistan erschöpfte, was wesentlich zum Zusammenbruch des russischen Blocks 1989 beitrug, und der Iran und der Irak in die Kriegsspirale hineingezogen wurden, zeigte die Dynamik in der Region, dass der Ausgangspunkt, die Verwandlung des Irans in einen „Schurkenstaat“, eines der ersten Anzeichen dafür war, dass die sich vertiefenden Widersprüche des Kapitalismus die Fähigkeit der Großmächte zu untergraben begannen, ihre Autorität in verschiedenen Regionen des Planeten durchzusetzen. Hinter dieser Tendenz steckte etwas Tieferes: die Unfähigkeit der herrschenden Klasse, ihre Lösung für die Krise des Systems – einen weiteren Weltkrieg – einer Weltarbeiterklasse aufzuzwingen, die in einer Reihe von Kämpfen zwischen 1968 und den späten 80er Jahren ihre mangelnde Bereitschaft gezeigt hatte, sich für den Kapitalismus zu opfern, ohne jedoch in der Lage zu sein, eine revolutionäre Alternative zum System zu präsentieren. Kurz gesagt, eine Sackgasse zwischen den beiden großen Klassen bestimmte den Eintritt des Kapitalismus in seine letzte Phase, die Phase des Zerfalls, die auf imperialistischer Ebene durch das Ende des Zwei-Blöcke-Systems und die Beschleunigung des „Jeder für sich“ gekennzeichnet ist.

Afghanistan im Zentrum des imperialistischen „Jeder für sich“


In den 1990er Jahren, nach dem Abzug der Russen aus Afghanistan, stürzten sich die siegreichen Kriegsherren aufeinander und nutzten alle Waffen und das Wissen über den Krieg, das ihnen vom Westen zur Verfügung gestellt wurde, um die Ruinen zu kontrollieren. Massenhaftes Abschlachten, Zerstörung und massenhafte Vergewaltigungen zerstörten das bisschen an sozialem Zusammenhalt, das der Krieg übrig noch gelassen hatte.

Die sozialen Auswirkungen dieses Krieges beschränkten sich nicht auf Afghanistan. Die Heroinsucht, die seit den 1980er Jahren explosionsartig zunahm und Elend und Tod in die ganze Welt brachte, war eine der direkten Folgen des Krieges. Der Westen ermutigte die Taliban-Gegner, Opium anzubauen, um die Kämpfe zu finanzieren.

Der rücksichtslose religiöse Fanatismus der Taliban war also das Ergebnis jahrzehntelanger Barbarei. Sie wurden auch von Pakistan manipuliert, um zu versuchen, eine Art Ordnung vor seiner Haustür zu schaffen.

Die US-Invasion im Jahr 2001, die unter dem Vorwand gestartet wurde, Al-Qaida und die Taliban loszuwerden, sowie die Invasion des Irak im Jahr 2003 waren Versuche des US-Imperialismus, angesichts der Folgen seines Niedergangs seine Autorität durchzusetzen. Er versuchte, andere Mächte, insbesondere die Europäer, dazu zu bringen, als Reaktion auf den Angriff auf eines seiner Mitglieder zu handeln. Mit Ausnahme Großbritanniens war die Reaktion aller anderen Mächte lauwarm. In der Tat hatte Deutschland bereits Anfang der 1990er Jahre einen neuen „unabhängigen“ Weg eingeschlagen, indem es die Abspaltung Kroatiens unterstützte, die wiederum das schreckliche Gemetzel auf dem Balkan auslöste. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurden Amerikas Rivalen noch mehr ermutigt, als sie zusahen, wie sich die USA in nicht zu gewinnende Kriege in Afghanistan, Irak und Syrien verstrickten. Der Versuch der USA, ihre Vorherrschaft als einzige verbleibende Supermacht zu behaupten, offenbarte mehr und mehr den wahren Niedergang der imperialistischen „Führungsrolle“ Amerikas; und weit davon entfernt, dem Rest des Planeten eine monolithische Ordnung aufzwingen zu können, waren die USA nun zum Hauptverursacher des Chaos und der Instabilität geworden, die die Phase des kapitalistischen Zerfalls kennzeichnen.



Bidens Realpolitik in Kontinuität mit der von Trump


Die Politik des Rückzugs aus Afghanistan ist ein klares Beispiel für Realpolitik. Die USA müssen sich von diesen teuren und sie schwächenden Kriegen befreien, um ihre Ressourcen auf die Verstärkung ihrer Bemühungen zur Eindämmung und Unterminierung Chinas und Russlands zu konzentrieren. Die Regierung Biden hat sich bei der Verfolgung der US-Ambitionen als nicht weniger zynisch erwiesen als Trump.

Gleichzeitig haben die Bedingungen des US-Rückzugs dazu geführt, dass die Botschaft der Biden-Regierung „America is Back“, dass Amerika ein zuverlässiger Verbündeter ist, einen schweren Schlag erlitten hat. Langfristig setzt die Regierung wahrscheinlich auf die Angst vor China, um Länder wie Japan, Südkorea und Australien dazu zu zwingen, mit der „Ostverschiebung“ der USA zu kooperieren, die darauf abzielt, China im Südchinesischen Meer und anderswo in der Region einzudämmen.

Es wäre ein Fehler, daraus zu schließen, dass sich die USA einfach aus dem Nahen Osten und Zentralasien zurückgezogen haben. Biden hat deutlich gemacht, dass die USA in Bezug auf terroristische Bedrohungen eine „Over the Horizon“-Politik verfolgen werden. Das bedeutet, dass sie ihre Militärbasen auf der ganzen Welt, ihre Marine und ihre Luftwaffe einsetzen werden, um Staaten oder einzelne Ziele in diesen Regionen zu vernichten, wenn sie die USA gefährden. Diese Bedrohung hängt auch mit der zunehmend chaotischen Situation in Afrika zusammen, wo sich zu den gescheiterten Staaten wie Somalia auch Äthiopien gesellen könnte, das von einem Bürgerkrieg heimgesucht wird und dessen Nachbarn die eine oder andere Seite unterstützen. Diese Liste wird noch länger werden, da islamistische Terrorgruppen in Nigeria, im Tschad und anderswo durch den Sieg der Taliban ermutigt werden, ihre Kampagnen zu verstärken.

Wenn der Rückzug aus Afghanistan mit der Notwendigkeit begründet wird, sich auf die Gefahr zu konzentrieren, die vom Aufstieg Chinas und dem Wiedererstarken Russlands als Weltmächte ausgeht, so sind seine Grenzen offensichtlich, denn er bietet dem chinesischen und russischen Imperialismus sogar einen Weg nach Afghanistan selbst. China hat bereits massiv in sein Projekt der Neuen Seidenstraße in Afghanistan investiert, und beide Staaten haben diplomatische Beziehungen zu den Taliban aufgenommen. Aber keiner dieser Staaten kann sich über eine zunehmend widersprüchliche Weltordnung erheben. Die Welle der Instabilität, die sich in Afrika, im Nahen Osten (zuletzt der Zusammenbruch der libanesischen Wirtschaft), in Zentralasien und im Fernen Osten (insbesondere in Myanmar) ausbreitet, ist für China und Russland eine ebenso große Gefahr wie für die USA. Sie sind sich darüber im Klaren, dass Afghanistan keinen wirklich funktionierenden Staat hat und dass die Taliban nicht in der Lage sein werden, einen solchen aufzubauen. Die Bedrohung der neuen Regierung durch die Warlords ist hinlänglich bekannt. Teile der Nordallianz haben bereits erklärt, dass sie die Regierung nicht akzeptieren werden, und der ISIS, der sich ebenfalls in Afghanistan engagiert hat, betrachtet die Taliban als Abtrünnige, weil sie bereit sind, mit dem ungläubigen Westen Geschäfte zu machen. Teile der alten herrschenden Klasse Afghanistans könnten versuchen, mit den Taliban zusammenzuarbeiten, und viele ausländische Regierungen öffnen ihre Kanäle, aber nur, weil sie Angst davor haben, dass das Land wieder in Warlordismus und Chaos versinkt, was sich auf die gesamte Region ausweiten würde.

Der Sieg der Taliban kann die uigurischen islamischen Terroristen, die in China aktiv sind, nur ermutigen, auch wenn die Taliban sie nicht unterstützt haben. Der russische Imperialismus kennt den bitteren Preis der Verstrickung in Afghanistan und weiß, dass der Sieg der Taliban den fundamentalistischen Gruppen in Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan – Staaten, die einen Puffer zwischen den beiden Ländern bilden – neuen Auftrieb geben wird. Die USA werden diese Bedrohung nutzen, um ihren militärischen Einfluss in diesen und anderen Staaten zu verstärken, aber sie können erkennen, dass selbst die Macht der US-Kriegsmaschinerie eine solche Dynamik nicht niederschlagen kann, wenn dieser genügend Unterstützung aus anderen Staaten erhält.

Die USA waren nicht in der Lage, die Taliban zu besiegen und einen zusammenhängenden Staat zu errichten. Sie haben sich in dem Bewusstsein zurückgezogen, dass sie zwar eine echte Demütigung hinnehmen mussten, aber eine Zeitbombe der Instabilität hinterlassen haben. Russland und China müssen nun versuchen, dieses Chaos einzudämmen. Die Vorstellung, dass der Kapitalismus dieser Region Stabilität und irgendeine Form von Zukunft bringen kann, ist eine reine Illusion.

Barbarei mit humanitärem Antlitz


Die USA, Großbritannien und alle anderen Mächte haben das Schreckgespenst Taliban benutzt, um den Terror und die Zerstörung zu verbergen, die sie der afghanischen Bevölkerung in den letzten 40 Jahren angetan haben. Die von den USA unterstützten Mudschahedin metzelten, vergewaltigten, folterten und plünderten genauso viel wie die Russen. Wie die Taliban führten sie Terrorkampagnen in den von den Russen kontrollierten städtischen Zentren durch. Dies wurde jedoch vom Westen sorgfältig verheimlicht. So ist es auch in den letzten 20 Jahren gewesen. Die schreckliche Brutalität der Taliban wurde in den westlichen Medien hervorgehoben, während die Nachrichten über die Todesopfer, Morde, Vergewaltigungen und Folterungen durch die „demokratischen“ Regierungen und ihre Unterstützer zynisch unter den Teppich gekehrt wurden. Offenbar ist es nicht erwähnenswert, dass die Granaten, Bomben und Kugeln der von den „demokratischen“, „menschenrechtsfreundlichen“ USA und Großbritannien unterstützten Regierung Junge und Alte, Frauen und Männer in Stücke gerissen haben. Tatsächlich wird nicht einmal das ganze Ausmaß des Terrors, den die Taliban angerichtet haben, berichtet. Es wird als nicht „berichtenswert“ angesehen, es sei denn, es könnte dazu beitragen, den Krieg zu rechtfertigen.

Die europäischen Parlamente haben sich den US-amerikanischen und britischen Politikern angeschlossen und das schreckliche Schicksal der Frauen und anderer Menschen in Afghanistan unter den Taliban beklagt. Dieselben Politiker haben Einwanderungsgesetze erlassen, die Tausende von verzweifelten Flüchtlingen, darunter viele Afghanen, dazu gebracht haben, ihr Leben bei dem Versuch zu riskieren, das Mittelmeer oder den Ärmelkanal zu überqueren. Wo bleibt ihr Wehklagen über Tausende, die in den letzten Jahren im Mittelmeer ertrunken sind? Welche Sorge zeigen sie für die Flüchtlinge, die gezwungen sind, in der Türkei oder in Jordanien in Konzentrationslagern zu leben (die von der EU und Großbritannien finanziert werden) oder auf den Sklavenmärkten in Libyen verkauft werden? Diese bürgerlichen Sprachrohre, die die Taliban für ihre Unmenschlichkeit verurteilen, befürworten den Bau einer Mauer aus Stahl und Beton um Osteuropa, um die Flüchtlingsströme zu stoppen. Der Gestank der Heuchelei ist fast überwältigend.

Das Proletariat ist die einzige Kraft, die dieser Hölle ein Ende setzen kann.


Der Anblick von Krieg, Pandemien, Wirtschaftskrise und Klimawandel ist in der Tat furchterregend. Deshalb füllt die herrschende Klasse ihre Medien mit diesen Themen. Sie will, dass das Proletariat unterdrückt wird, dass es vor der düsteren Realität dieses verrottenden Gesellschaftssystems in Angst und Schrecken erstarrt. Sie wollen, dass wir wie Kinder sind, die sich an den Rockzipfel der herrschenden Klasse und ihres Staates klammern. Die großen Schwierigkeiten, die das Proletariat in den letzten 30 Jahren im Kampf um die Verteidigung seiner Interessen hatte, lassen diese Angst noch stärker hervortreten. Die Vorstellung, dass das Proletariat die einzige Kraft ist, die eine Zukunft, eine völlig neue Gesellschaft, bieten kann, kann heute absurd erscheinen. Aber das Proletariat ist die revolutionäre Klasse, und drei Jahrzehnte des Rückzugs haben dies nicht ausgelöscht, auch wenn die Dauer und Tiefe dieses Rückzugs es der internationalen Arbeiterklasse erschwert, das Vertrauen in ihre Fähigkeit wiederzuerlangen, den wachsenden Angriffen auf ihre wirtschaftlichen Bedingungen zu widerstehen. Aber nur durch diese Kämpfe kann die Arbeiterklasse ihre Kraft wieder entfalten. Wie Rosa Luxemburg sagte, ist das Proletariat die einzige Klasse, die ihr Bewusstsein durch die Erfahrung von Niederlagen entwickelt. Es gibt keine Garantie dafür, dass das Proletariat in der Lage sein wird, seiner historischen Verantwortung gerecht zu werden, der übrigen Menschheit eine Zukunft zu bieten. Dies wird sicherlich nicht geschehen, wenn das Proletariat und seine revolutionären Minderheiten der erdrückenden Atmosphäre der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erliegen, die von unserem Klassenfeind gefördert wird. Das Proletariat kann seine revolutionäre Rolle nur erfüllen, wenn es der düsteren Realität des zerfallenden Kapitalismus ins Auge blickt und sich weigert, die Angriffe auf seine wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen hinzunehmen, wenn es Isolation und Hilflosigkeit durch Solidarität, Organisation und wachsendes Klassenbewusstsein ersetzt.

[1]https://en.internationalism.org/content/17042/report-pandemic-and-development-decomposition

https://de.internationalism.org/content/3004/hinter-dem-niedergang-des-us-imperialismus-steht-der-niedergang-des-weltkapitalismus