Donnerstag, 15. August 2019

User Lotti zu "ZITTERPARTIE"


User Lotti, Mitautorin
von „EISZEIT-BLÜTEN“ zu
„Angst und Macht“




Da hast Du eine gute Rezension zu einem guten und sehr interessanten Buch geschrieben. Sehr interessant auch deshalb, weil der Autor auf die Erscheinungen zugreift, die von den Herrschenden gern vernebelt, damit nicht erkannt und zu perfidesten Ergebnissen gebracht werden. Man spricht oft vom Geschäft mit der Angst, die jeden Menschen erreichen kann und erreicht. Das ist eine der besten Manipulationsmethoden für den Umgang, bzw. die Niederhaltung des Volkes. Wer will nicht lieber auf ein "bisschen" Lohn verzichten, Hauptsache es gibt keinen Krieg. Diese und ähnliche Dinge zu erhellen und vielleicht auch, bei entsprechender Popularisierung als Kampfmittel in die Hand zu geben, ist sehr gut und nötig. Hier meine alte Frage: "Wie kommt es unters Volk?" Pragmatikerin, die Alte. Das „Beim - Alten – Bleiben“ ist ein probates Mittel im Umgang mit Bequemen, Ängstlichen und Denkfaulen, und das ist kein kleiner Prozentsatz in der Gesellschaft. Für mich kommt zu der Aufzählung des „Bösen“ noch der Begriff „Machthaber" hinzu, wieso ist Kim aus Nordkorea ein Machthaber und der Trampel in Washington, bloß weil er mit raffinierteren Methoden zur Macht gelangt, nicht? Diese Entblößung der Begriffe ist sehr interessant, schon allein weil mal zum Nachdenken und nicht bloß zum Nachplappern gezwungen wird. Deine Kapitelüberschriften nennen sensible Punkte im gesellschaftlichen Geschehen, wie das Ich, wohin sich die Menschen nicht nur flüchten, dahin werden sie auch geschoben mit allen möglichen Roßtäuschertricks. Die Gedanken um „Was nicht vertretbar ist", „Der Schoß ist fruchtbar noch" und besonders „Der heilige Freie Markt" sind noch viel zu wenig im Bewusstsein so mancher „Kämpfer", positive und negative. Am meisten aber freut es mich, dass Du mit der satirischen Einleitung den Weg zur satirischen Darstellung gefunden hast. Denke an die Zwanziger - „Kunst ist Waffe", die Spitze dieser Waffe ist noch immer die Satire, denn sie darf auch vernichten, muss es sein. Der Einband ist gut gestaltet, sehr beeindruckend und in den Schädel dringend.


Dienstag, 13. August 2019

ANGST UND MACHT - Buchtipp


Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“ - Rainer Mausfeld

DIE ZITTERPARTIE
DER MACHT

Buchtipp mit einer satirischen Vorbemerkung / von Harry Popow

Welch ein Glück im Unglück. Wie üblich nach einem Zwischenfall auf Leben und Tod so auch diesmal, wie erwartet: Kaum war das Kind vom Bahnsteig auf die Gleise zu Tode gestoßen worden, saßen auch schon die Oberen in einem Glashaus mitten in einem riesigen Gelände privaten Grund und Bodens beisammen und knobelten mit Hilfe künstlicher Intelligenz daran, was gegen das unendlich zunehmend scheinende Ungemach ( Feindbilder im Osten, Rassismus, Korruption, Antisemitismus, Nationalismus, rechter Populismus, Gewalt, sogenannte Gefährder, Rechtsradikale und, und, und... ) im deutschen Lande umgehend in Angriff genommen werden muss: Mehr Überwachung. Mehr Polizei. Null Toleranz. Zum Beispiel gegenüber Drogendealern. Vielleicht auch neue Mauern, so an Bahnsteigen? Mehr Rüstung, mehr Drohnen... Dies auf jeden Fall!

Haben sie als aufmerksamer Leser bemerkt, wie sich die Macht die Hände reibt? Sie braucht sich nur zu bücken, wo im selbst angelegten und gepflegten privaten Unkrautfeld der Vielfalt, des Pluralismus und der gesellschaftlichen Alternativlosigkeit immer noch jene Giftpflanzen sprießen, die man benötigt, um das kleine Volk in Angst und Apathie zu halten, es als Konsumenten gefügig zu machen, damit es gegebenenfalls wieder einmal „Gewehr bei Fuß“ steht? Wer schreit da nach Alternativen? Was, das gesamte Feld umpflügen? Es in Volkes Hände geben? Das mit über 14 Millionen in Armut lebenden überflüssigen Schmarotzern? Und was wäre mit den Reichen? Was wäre mit dem stolzen Wachstum? Außerdem: Die Pflugscharen wurden längst wieder zu Schwertern umgeschmiedet. Alles soll bleiben wie es ist. So brodelt der Eintopf aus Geschwätz und leeren Versprechungen weiter, immer weiter... Ohne auch nur den wahren Gründen für die Störungen im Gesellschaftsgefüge auch nur einen Deut näher zu kommen. Das darf um Gottes willen nicht sein, das wäre der Untergang der nach Maximalprofit jagenden Macht.

Wie gut also, dass man in einer Demokratie lebt. Die einen glauben daran, die anderen zweifeln. Die Reichen schwören auf „weiter so“, die Armen ducken sich ab, mitunter demonstrieren sie. Die Nachdenklichen machen sich Sorgen, die Nicht- oder Gar- Nicht-Denker verfallen auf Meditation und beten vielleicht noch zu Gott, Die es allerdings ernst meinen mit Widerstand gegen Verdummung - unzählige Demonstranten oder auch Autoren - die brauchen weder Gefängnis noch ein neuerliches Verbrennen ihrer Bücher fürchten. Im Unkrautfeld ist alles erlaubt, soweit alles beim Alten bleibt, denn die Demokratie schützt jedes Gift, solange keiner ans Umpflügen des Ackers denkt, was dem freien Markt die endgültige Trockenlegung verpassen würde.

Einer der vielen Mutigen im literarischen Blätterwald ist der emeritierte Professor der Psychologie Rainer Mausfeld. Großen Dank an ihn, die Tiefen des jahrzehntelang währenden Kampfes zwischen der Macht und dem einfachen Volk aus seiner Sicht mit Vorträgen und diesem 123-Seiten-Buch ausgeleuchtet zu haben. Nicht nur als Beschreibung der Zustände, sondern entlarvend und aufklärerisch.

Was nicht vereinbar ist

Trotz technischem Fortschritt und der Errichtung einer demokratischen Gesellschaftsordnung, so der Autor im Vorwort, habe „Angst eine überraschend große Präsenz in dem Lebensgefühl unserer Epoche“, wenn auch oftmals hinter einer kulturellen Fassade, „die vor allem durch Konsumismus, Zerstreuung und eine alle Lebensbereiche durchdringende Unterhaltungsindustrie geprägt ist“. Er schreibt von Depressionen, Abstiegsängsten, Versagensängsten, Identitätsängsten sowie auf politischem Gebiet von einer Zunahme von Angstrhetorik.

Das Ziel des Autors sei es, zu zeigen, wie die Macht in kapitalistischen Demokratien stabilisiert, gesichert und in diesem unauflöslichen Spannungsverhältnis verschleiert wird. Fundamental stellt er auf Seite 17 klar, „Demokratie und Industrie- und Konzernkapitalismus sind aus grundsätzlichen Gründen nicht miteinander vereinbar“. Ausgeschlossen von einer demokratischen Kontrolle seien grundsätzlich der Bereich der Wirtschaft sowie die Eigentumsordnung. (Wobei auch der militärische Bereich zur verbotenen Zone zu zählen ist. H.P,) Interessant folgender Gedanke von Rainer Mausfeld: Mit der Entwicklung des Industriekapitalismus seien die potenziellen Kosten der Repression höher als die der Demokratie. Deshalb ziehe man es vor, „den unzufriedenen Bürgern die Demokratie zu geben, anstatt Gewalt gegen sie anzuwenden“. Angewiesen sei man deshalb auf geeignete Techniken von Propaganda, Meinungsmanagement und Demokratiemanagement, „durch die sich die unaufhebbaren Widersprüche zwischen Kapitalismus und Demokratie verdecken lassen“. (S. 19) Der Autor verweist auf eine seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts verfolgte Tradition der Angsterzeugung, auf dem nunmehr der Neoliberalismus aufbaut.

Der Schoß ist fruchtbar noch

Auf Seite 25 wird auf die eigentlichen Ursachen der Angsterzeugung verwiesen. Der Kapitalismus beruhe darauf, (was ja nicht neu ist, Marx lieferte schließlich die grundlegenden Aussagen hierzu, H.P.), „Kapital zu akkumulieren, indem ein erzielter Mehrwert in vermehrtes Kapital rückverwandelt wird“. So übe eine Minderheit von Besitzenden Macht über eine Mehrheit Nichtbesitzender aus. Es herrsche der Zwang zur Lohnarbeit, deren soziale Schutzmechanismen sich allerdings in Auflösung befinden. Stattdessen ziehe Unberechenbarkeit ein: Minijobs, Leiharbeit. Man lebe in der permanenten Bedrohung eines sozialen Abstiegs, da diese prekären Arbeitsverhältnisse jederzeit widerrufen werden können“. (S. 79) Arbeit im Kapitalismus sei grundsätzlich ohne Angst nicht denkbar. Die illusionserzeugende Kraft des Kapitalismus werde vor allem „durch die dem Kapitalismus innewohnenden Krisendynamiken“ immer wieder brüchig, wodurch zusätzliche Herrschaftstechniken der Angsterzeugung benötigt werden. Wenn mehr als 13 Millionen Menschen zu den Armen gezählt werden und dies nicht einmal als Ideologie des Neoliberalismus wahrgenommen wird und „lediglich als eine bedauernswerte, aber unvermeidliche Nebenwirkung einer Anpassung an die `Gesetzmäßigkeiten des Marktes` gesehen wird, dann ist die gewünschte politische Lethargie der Bevölkerung vorprogrammiert.

Professor Mausfeld untersucht z.B. die Entformalisierung des Rechts sowie die propagandistische Deklaration einer großen Gefahr. Das Böse könne ziemlich alles sein, was Angst erzeugt. So die Bezeichnungen Kommunist, Migrant, Sozialschmarotzer, Terrorist, Fake News, Desinformation, Rechtspopulismus, Islamismus. Damit lassen sich „demokratische Strukturen abbauen und auf allen Ebenen der Exekutive und Legislative autoritäre Strukturen etablieren“. (S. 39)

Der „HEILIGE FREIE MARKT“

Dem sogenannten freien Markt, so der Autor auf Seite 66, wird vom Neoliberalismus die Eigenschaft zugeschrieben, „die einzig rationale und effiziente Form gesellschaftlicher Problemlösungen zu verkörpern“. Er ersetze „alle menschlichen Bemühungen um eine rationale Erfassung gesellschaftlicher Phänomene“. Alles drehe sich um das Funktionieren des Marktes, und ist dessen Rationalität gefährdet, so sei dies als Marktstörung zu betrachten. Seite 65: Das Ende der Aufklärung sei gekommen, als Mythen zu entlarven seien insbesondere Vernunft, Freiheit und Autonomie. Damit ist die Täuschung, der freie Markt gebe sich „als rationale Form des gesunden Menschenverstandes“ perfekt, er mache sich als Ideologie nahezu unsichtbar, womit der Neoliberalismus in allen meinungsprägenden gesellschaftlichen Schichten eine enorme Breitenwirkung verschafft habe, „wie sie keine totalitäre Ideologie je zuvor erreicht hat“. (S. 73)

Somit bläut man den Bürgern die Undurchschaubarkeit der Wirkungsmechanismen des Marktes und des Staates ein, in dieser Unwissenheit erscheine „der Markt als gleichsam gottgleiche Instanz“, alles erscheine nur als Chaos, was weder steuerbar noch vorhersagbar“ sei. (S. 77) Was darauf folgt: Man könne als Einzelperson nichts mehr tun, dem eigenen Handeln seien Grenzen gesetzt und damit sind „die Wege zu einer solidarischen Bewältigung der aus diesen Kontrollverlusten resultierenden Ängste verstellt“. (S. 78) Der Autor warnt auf Seite 81 vor der totalen Macht des Neoliberalismus, vor der Unterordnung der Gesellschaft unter die Wirtschaft, vor der „Demoralisierung von Bürgern zu passiven Konsumenten“. (S. 81) Die negative und zerstörerische Angst erzeugende Ideologie z.B. des „unternehmerischen Selbst“ habe nicht nur im privaten Bereich, sondern im gesamten Bereich der Kultur tiefe Spuren hinterlassen. Dies zeige sich u.a. in der „Überbewertung narzisstischer Bedürfnisse und in der Kultur extremer Individualisierung, Konkurrenz und sozialer Fragmentierung“. (S. 83)

Flucht ins ICH?

Welche Wirkungen die Ideologie des Selbst, der Individualisierung und Entsolidarisierung und damit auch der Undurchschaubarkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse haben, zeigt sich in emanzipatorischen Bewegungen, sprich in der Flucht aus der Wirklichkeit. Statt gesellschaftlich etwas ändern zu wollen, solle man mit der eigenen Veränderung beginnen. Konzentriere dich also auf dein ICH, nimm innere Einkehr, verwirkliche dich selbst, meditiere, glaube an das Gute. Keine Frage, diese „frohe Botschaft zur Individualisierung des Glücks (…) wird sicherlich von den Herrschenden gerne begrüßt“. Professor Mausfeld zweifelt jedoch diesen Zustand an, denn Glück hänge nicht allein von unserer individuellen Selbsterfahrung und Selbstverwirklichung ab, „sondern wesentlich auch von unseren sozialen Lebensverhältnissen, insbesondere von einem Gefühl von Zugehörigkeit, und damit auch von unseren materiellen Lebensverhältnissen“. Diese Flucht aus der Realität trage „zur Stabilisierung der gegebenen Machtverhältnisse bei“ und führe zu einer weiteren Entleerung des politischen Raumes. (S. 85)

Wenn es um tatsächliche und notwendige gesellschaftliche Veränderungen gehe, die wie anfangs formuliert, den gesellschaftlichen Acker um und um wälzen müssten, also die Machtverhältnisse umkehren sollen, dann trifft Professor Rainer Mausfeld auch in dem folgenden Resüme auf den Seiten 99 bis 102 den Nagel auf den Kopf: Demokratie und Kapitalismus sind nicht miteinander vereinbar. Der Neoliberalismus ist gescheitert. Er „irrlichtert als wirres Ideologiegestöber durch die Köpfe der herrschenden Klasse und ihrer ideologischen Lakaien“. Sich auf Chomsky (2004, S. 88) beziehend, hält der Autor auf den Seiten 101/102 fest: Wenn wir uns von den Fesseln gesellschaftlicher Angst befreien wollen, müssen wir entschlossen an die Wurzeln der Macht gehen. „Solange die Wirtschaft unter privater Kontrolle steht, ist es egal, welche Formen das System annimmt, weil sich mit der Form nichts erreichen lässt.“ Der Zerstörung unserer „gesamten Lebensgrundlagen“ durch den Neoliberalismus könne nur entgegengewirkt werden durch ein wirksames zivilisatorisches Gegenmittel von unten. Aber: „Uns scheint weitgehend die Fähigkeit abhandengekommen zu sein, uns überhaupt noch vorzustellen, wie eine menschenwürdigere Gesellschaft aussehen könnte.“ (S. 99)

Der Autor des weithin bekannten Buches „Das Schweigen der Lämmer“ hat mit „Angst und Macht“ ein vortreffliches Buch aus der Sicht eines Psychologen vorgelegt, dass allein mit dem Begriff der „Angst“ nahezu alle politisch interessierten Menschen nahegehen sollte. In Verbindung mit der Wortverbindung „Demokratie im Kapitalismus“ steht bereits außer Frage, dass hier kein Loblied auf die Verheißungen der Kapitalelite und des Finanzkapitals zu erwarten ist. Es regt deshalb umso mehr zum selbstständigen Nach- und Weiterdenken an. Nicht näher bin ich als Rezensent auf bestimmte vom Autor benutzte Fachbegriffe wie zum Beispiel „Binnenangst“ und auf weitere Spezialausdrücke eingegangen. Es kam vielmehr darauf an, den Text besonders auf eine Frage zu konzentrieren, dass es trotz aller zivilisatorischer Einzelbemühungen, trotz unzähliger Debatten im Politischen, trotz aller Demonstrationen in Einzelfragen es schier unmöglich ist, die tiefsten Ursachen der verfahrenen Gesellschaft im Kapitalismus so ohne weiteres zu erkennen, dies überhaupt sehen zu wollen. Ohne eine wissenschaftliche, sprich ideologische Herangehensweise, ohne die grundlegende Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln lässt sich der Unkrautacker der wiederholten Kriege und der Ausbeutung keinesfalls umpflügen. Der Kapitalismus ist nicht reformierbar. Da kann man schwatzen was man will. Es bleibt dann wie es ist: Angstzustände, geistiger Zerfall, Leere und Alternativlosigkeit. Nochmals danke Herr Professor Rainer Mausfeld für Ihre tapfere Aufklärungsarbeit. Die Angst vor der Macht wird sich umkehren lassen müssen... Aus Ihrem Buch spricht Hoffnung und Zuversicht.



Angst und Macht“; Rainer Mausfeld; Verlag: Westend Verlag; Auflage: 2 (2. Juli 2019); Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3864892813, ISBN-13: 978-3864892813
Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 1,5 x 20,5 cm; Preis: 14 Euro

(Erstveröffentlichung am 14.08. in Neue Rheinische Zeitung)




Freitag, 9. August 2019

KRIEGS-AUSSICHTEN - Jens Wernicke



Die ideologische Mobilmachung


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 9. AUGUST 2019


von Jens Wernicke – https://www.rubikon.news

Mit allen Kräften forciert der Westen einen neuen großen Krieg.



Nach zwei Weltkriegen, in denen sich Deutschland jedes Mal angeblich gegen Russland „verteidigte“, darf von deutschem Boden nur noch Frieden ausgehen. Dies hatten sich viele angesichts der Trümmerlandschaften nach 1945 geschworen. Nun wird erneut für einen großen, verheerenden Krieg mobil gemacht. In den Waffenfabriken sowie in den Medien der „Heimatfront“, die ihre vornehmste Aufgabe darin zu sehen scheinen, die Köpfe der kriegsskeptischen Bürger mit Propagandaphrasen sturmreif zu schreiben. Das betrifft unser ureigenstes Metier: den engagierten Journalismus. Der Rubikon hat für sein Freitags-Samstags-Special „Frieden mit Russland!“ daher die hellsten Köpfe der Friedensbewegung versammelt, um ein machtvolles Gegengewicht zu schaffen. Hier erklärt Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke, warum dies gerade heute so wichtig ist.

Liebe Leserinnen und Leser,

nein, es ist leider kein Scherz:

Mit allen Kräften forciert die sogenannte westliche Wertegemeinschaft — allen voran die USA — einen neuen großen Krieg gegen Russland.

Das Menschheitsverbrechen ist bereits geplant, die Kriegsvorbereitungen laufen.

Truppen werden gen Osten verlegt und die Straßen in Richtung Russland panzerfest gemacht.

Und selbstverständlich wird, um das Feindbild des bösen Russenwieder einmal in den Köpfen und Herzen der Menschen zu verankern, politisch und medial gelogen, dass sich die Balken biegen, wird Geschichte verfälscht und ist ganz allgemein jedes Mittel recht und kein „Kollateralschaden“ zu groß.

Angesichts dieser Lage kommt man nicht umhin, unsere aktuelle Lebenszeit als Vorkriegszeit sowie die pausenlos über uns alle erbrochene Propaganda als „ideologische Mobilmachung“ der Republik zu verstehen.

Es ist daher höchste Zeit, aufzustehen. Zeit, die eigene Stimme zu erheben. Zeit, Position zu beziehen. Für jeden und jede von uns.

Egal, was jeder und jede von uns tun kann: Tun wir es. Egal, wie klein oder unbedeutend es erscheint — es ist richtig und wichtig. Genau jetzt!

Dieser Krieg wird nicht nur nicht in unserem Namen stattfinden — nein, wir vom Rubikon werden alle gemeinsam alles in unserer Macht stehende tun, ihn zu verhindern.

Die „Rettung“ wird dabei nicht von oben, von einem Führer oder Gott oder Politikern kommen — sie kommt, wenn genug von uns bereit sind, das Nötige zu tun, die Wahrheit auszusprechen und sich den Kriegshetzern entschieden in den Weg zu stellen, von „unten“, durch uns.

An diesem Freitag und Samstag veröffentlichen wir daher im Rahmen einer Doppel-Sonderausgabe rund 20 Artikel gegen die aktuelle Kriegshetze und für den Frieden im Rubikon. Nennen Roß und Reiter, spießen Doppelzüngigkeit und Verlogenheit mit spitzer Feder auf und bringen mutig jene Fakten ans Licht, die Sie in anderen Medien kaum auffinden werden.

Unterstützen Sie uns und unser Anliegen, indem Sie diese, unsere Texte soweit als möglich verbreiten. Sei es per E-Mail, über die immer häufiger und regider zensierten sozialen Medien oder als Ausdruck, den Sie Freunden in die Hand drücken können.

Und schreiben Sie uns Ihre Stimme und Position wider die aktuelle Propaganda auf eigentlich allen Kanälen an leseraktion@rubikon.news. Wir werden Ihre Zuschriften an einem der kommenden Samstage veröffentlichen.

Rubikon ist ein aktives, plurales, freches, dynamisches, lebendiges und, wenn Sie gestatten, stets rotzfreches Projekt, das konsequent gegen Zensur sowie für Klarheit, Wahrheit, Pluralität und Frieden agiert und sich keinem Dogma und keiner Macht je beugen wird.

Rubikon war, ist und bleibt zudem ein Projekt, das stets zum Mitmachen und Selberdenken ermutigt und Ihr ganz eigenes Engagement im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen wird.

Werden wir gemeinsam aktiv — vor allem für den Frieden und die Wahrheit in diesem, unserem eigenen Land!

Mit herzlichen Grüßen:
Ihr Jens Wernicke





Mittwoch, 7. August 2019

Feindbilder in der Tagesschau - U. Gellermann





Seit Hitler immer noch der Russe


Autor: U. Gellermann
Datum: 07. August 2019

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind durch ihre Staatsverträge eigentlich zur Objektivität verpflichtet. Die Verträge basieren sogar auf dem Grundgesetz. Und weder im Grundgesetz noch in den Verträgen steht ein Wort von einem Feind. Und doch arbeiten die Sender ziemlich konsequent an einem Feindbild. Es ist seit Hitler immer noch das alte: DER RUSSE! Zwar gibt es die ARD erst nach 1945, aber manche Traditionen haben eben den Krieg überlebt. Wer Feindbilder aufbaut, der bereitet psychologisch den Krieg vor. Die MACHT-UM-ACHT beweist an einigen Beispielen wie hartnäckig sich DER FEIND in der Tagesschau hält.

Unter der Überschrift "US-Wahlkampf 2016 - Welche Rolle spielte Assange?" arbeitet sich die schlechte Journalistin Silvia Stöber am guten Journalisten Assange ab. Zwar gibt es keinen aktuellen Anlass zur Berichterstattung, aber Stöber diffamiert Julian Assange als jemanden, der "Schon früh Verbindungen zu russischen Institutionen" hat. Natürlich führt sie dafür keinen Beweis an. Sie verlässt sich darauf, dass die deutsche Öffentlichkeit durch Jahre eingeübter Russophobie die Russen für böse hält und damit jeden, dem man russische Kontakte anhängen kann, auch als böse empfindet. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

In der nächsten Tagesschau-Meldung wird mit der Überschrift "Kreml-Kritiker in Klinik - Gift in der Zelle von Nawalny?" das Schauerstück vom bösen Russen weitergeführt. Irgendjemand soll dem Kreml-Kritiker Alexej Nawalny Gift in die Zelle geschmuggelt haben. Beweis? Die Aussage von Nawalnys Hausärztin: "Wir können nicht ausschließen, dass seine Haut von einem Gift berührt und von einer unbekannten chemischen Substanz durch einen Dritten verletzt wurde". Wer sich jemals von seinem Hausarzt hat krank schreiben lassen, der weiß, wie "objektiv" Hausärzte sein können. Und wer jemals mit der deutschen Sprache hantiert hat. der weiß: "Können nicht ausschließen" ist der billigste aller Billig-Konjunktive.

Doch der dritte Teil. der folgt sogleich: "Fall Skripal - GRU-Agent soll Anschlag koordiniert haben". Die GRU ist ein russischer Nachrichtendienst. Und der "Fall Skripal" ist eine uralte Story, die durch nichts bewiesen wurde, aber einen Giftanschlag auf britischem Boden der GRU zuschiebt. Hätte der öffentlich-rechtliche Sender ARD sich im eigenen System umgesehen, hätte er beim Berliner Inforadio (rbb) folgende Nachricht finden können: "Der Bundesregierung liegen offenbar keine Beweise vor, dass Russland für den Giftgas-Anschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal verantwortlich sein könnte." Gute Quelle. Die Tagesschau interessiert das nicht. Weil sie nicht will. Die pinselt lieber am Feindbild, statt Nachrichten zu fertigen.

Und nochmal die Skripals in der "Tagesschau": "Fall Skripal - Neue US-Sanktionen gegen Russland". Natürlich stellt die "Tagesschau" die US-Sanktionen nicht infrage. Sie apportiert sie nur und kotzt sie den Zuschauern vor die Füße. Die Zweifel, die ein ordentlicher Journalist anmelden müsste, überlässt die Redaktion einem Zusschauer, der auf der Website der Nachrichtensendung diese Frage stellt: "Die USA haben im Irak über 1 Million Tote zu verschulden, und wo bleiben da die Sanktionen?" Eine einfache aber höchst intelligente Frage, die sofort jenen Zweifel nähren würde, der zum qualifizierten Journalismus gehört. Aber die Hamburger Redaktion hat keine Zweifel. Sie hat noch ein Karriere vor sich und die Rente bald durch.

Die MACHT-UM-ACHT zeichnet solche und ähnliche Blüten des pensionsberechtigten Gewerbes im öffentlich-rechtlichen Sektor mit einen Warndreieck aus. Denn, sagt Uli Gellermann, kaputte Nachrichten machen Hirne kaputt. Davor muss gewarnt werden. – Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM-DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Die Mannschaft der MACHT-UM-ACHT bedankt sich herzlich bei den vielen Zuschauern, die mit ihrer kritischen Beobachtung der "Tagesschau" an der Alternative zu den ARD-Nachrichten mitarbeiten.

Hier geht es zum Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-32/






Samstag, 3. August 2019

Falsche CO2-Propheten - Rainer Rupp



Entlarvung der CO2-Jünger


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 3. AUGUST 2019

von Rainer Rupp – https://kenfm.de

Das Glaubensbekenntnis der falschen CO2-Propheten wird immer stärker durchlöchert. Entsprechend nervöser und hysterischer sind die Aufschreie der CO2-Klima-Blockwarte, die mangels besserer Argumente glauben, sie könnten mit persönlichen Beleidigungen der „Klima-Leugner“ als „rechts“ oder gar als „Klima-Nazis“ punkten. Auch an der kürzlich veröffentlichten Studie der vier Klimaforscher V.V. Zharkova, S. J. Shepherd, S. I. Zharkov und E. Popova, die an den Universitäten Northumbria, Bradford, Hull und Moskau beschäftigt sind, wird die CO2-Glaubensgemeinschaft wieder schwer zu knabbern haben. Sie sagte nämlich eine Mini-Eiszeit voraus.

Aber im Unterschied zu den unbewiesenen, empirisch nicht nachgewiesenen Annahmen und Vermutungen des CO2-Computermodells, haben die vier Autoren der neuen Studie unter Zugrundelegung echter, empirischer und historischer Klimadaten, unterschiedliche, von der Sonne beeinflussten Zyklen entdeckt und angewandt.

Diese Zyklen sind eine Kombination von sich wiederholenden Sonne- und Erdbewegungen, die sich auch im Laufe der letzten Tausend Jahre real nachweisbar auf das Klima auf unserem Globus ausgewirkt haben. Um das zu beweisen, haben die vier Forscher mehrere dieser ineinander verwobenen Zyklen in ein Klimamodell eingebaut, das für die Vergangenheit erstaunlich genaue Ergebnisse geliefert hat. Daher könnte dieses Modell auch einen einigermaßen genauen Blick in die Zukunft erlauben, solange sich die Zyklen nicht durch einmalige Einwirkungen von außen verändern.

Das Klimamodell der vier Forscher, das unter anderem auf Sonnenaktivitäten, Magnetismus und Umlaufzyklen basiert, ist natürlich weitaus komplexer, als die absurde, derzeit sakrosankte Annahme, dass das Klima nur von genau einer Variablen, nämlich von CO2 und folglich vom Menschen beeinflusst wird.

Die Studie heißt: “Oscillations of the baseline of solar magnetic field and solar irradiance on a millennial timescale”.  (Schwingungen der Basislinie des solaren Magnetfeldes und der solaren Bestrahlungsstärke auf einer tausendjährigen Zeitskala). Sie wurde am 24. Juni erstveröffentlicht (1).

Allerdings darf man gespannt sein, wie lange es dauert, bis die Hohen Priester der CO2-Sekte auch dieses Studie als „rechts“ oder als AfD-afin und daher als unseriös zurückweisen. Dafür genügt schon, wenn ein einziger AfD-Sympathisant die Studie positiv beurteilt. Denn wenn ein erstmal erkannter „Klima-Nazi“ zwei plus zwei zusammenrechnet, dann kann das Ergebnis für einen aufrechten Grünen oder Linken oder linken Grünen auf gar keinen Fall vier bedeuten.

Wenn sie freitags nicht „für das Klima“ Schulschwänzen würden, hätten sie vielleicht gelernt, dass das CO2-Gas außergewöhnlich „wasserlöslich“ ist. Im Wasser geht es eine neue chemische Verbindung ein und beeinflusst den dortigen PH-Wert positiv, um dann wieder vom Wasser in die Atmosphäre zu entweichen, wenn ein temporäre Ungleichgewicht zwischen den beiden Elementen besteht, was u.a. von den jeweiligen Druck- und Temperaturverhältnissen in Wasser und Luft abhängt. So kann Wasser bis zu fünfzig Mal mehr CO2 aufnehmen als die Luft und mal mehr oder weniger CO2 an die Luft abgeben.

Und wenn bei hoher Luftfeuchtigkeit viel Wasser in der Luft ist, ist auch mehr CO2 in der Atemluft. Aber insgesamt reden wir ohnehin nur von Spurenelementen des allerdings lebensnotwendigen Gases. Denn sowohl im Wasser als auch in der Luft ist CO2 das Lebenselixier für alle Pflanzen. Ohne CO2 gäbe es kein Plankton und damit auch keine Fische im Meer und es gäbe keinen Wald und andere grünen Pflanzen auf der Erde.

Wer zu all dem mehr erfahren will kann sich auf der deutschsprachigen Webseite des „Europäischen Institut für Klima und Energie, EIKE“ informieren und die der CO2-Glaubensgemeinschaft kritisch gegenüber steht. Daher kann es sich bei EIKE auch nur um eine rechtsradikale Institution handeln, denn – so der Vorwurf in Wikipedia – die AFD beziehe sich in ihrer verwerflichen Politik des Klimaleugnens oft auf EIKE. Wenn man sich jedoch die Arbeiten von EIKE anschaut, dann sind sie – zumindest was die CO2-Hysterie betrifft – zum selben Ergebnis gekommen, wie die oben genannten vier Sonnenzyklen-Forscher aber auch wie der wohl bekannteste britische Astrophysiker und lebenslange Klimaforscher, der Marxist Piers Corbyn, der das genaue Gegenteil von „Rechts“ ist.

Piers Corbyn ist der älteste Bruder des britischen Labour-Vorsitzenden. Schon bereits als Schüler, dann als Student ist er bis heute seinen traditionellen, linken Überzeugungen treu geblieben. Für ihn bedeutet links immer noch unbeirrt von post-modernen Genderdebatten und sonstigen Ablenkungen fest an der Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten zu stehen. Vor diesem Hintergrund sieht er auch den CO2-Betrug als Teil der neoliberalen Globalisierung und als zielgerichtete Aktion zur weiteren De-Industrialisierung der europäischen Länder, weil das Kapital mit den Billiglöhnen und so gut wie nicht existierenden Lohnnebenkosten in Schwellen- und Entwicklungsländern weitaus höhere Profite machen könne, so Pierce Corbyn. Mit Panik und CO2-Angstmache sollen die Malocher in Europa zur Rettung des Klimas freiwillig dieser De-Industrialisierung zustimmen und sich mit niedrigeren Löhnen und weniger Kaufkraft abfinden.

Im Unterschied zu den CO2-Jüngern untersucht auch Piers Corbyn den Einfluss der Sonne auf das Wetter. Und seine langfristigen Wettervorhersagen waren bisher sehr beeindruckend, bzw. wurden durch die realen Entwicklungen und nicht durch Computermodelle bestätigt.

Nachfolgend sind einige Ausschnitte aus seinem Interview mit dem holländischen Dokumentarfilmer Marijn Poels aus dem Jahr 2017:

PC: Die tatsächlich zu beobachtenden Beweise zeigen, dass Co2 eine Wirkung und nicht die Ursache des Klima(wandel)s ist. Der CO2 Gehalt der Luft hängt von der Oberflächentemperatur der Meere ab. Es gibt nämlich ein dynamisches CO2-Gleichgewicht zwischen Meer und Luft. Es gibt 50 Mal mehr CO2 im Meer als in der Atmosphäre. So funktioniert das und die Daten belegen es. Sie zeigen auch, dass der CO2 Gehalt mit einer Verzögerung von bis zu einigen Hundert Jahren den weltweiten Temperaturveränderungen hinterherhinkt. Das geht seit Millionen Jahren schon so.

Frage: Wie passt da der aktuell steigende Meeresspiegel rein?

PC: Wahrscheinlich wegen der warmen Periode im Mittelalter vor 800 Jahren. Und zwischen dieser Erwärmung und dem steigenden CO2 gibt es wegen der komplexen Meeresströmungen, die unter der Wasseroberfläche Hunderte von Jahren brauchen, um einmal rund um den Globus zu zirkulieren, diese bereits erwähnte Verzögerung. Das heißt: menschengemachtes CO2 steigert den Wert von gar nichts. Der natürliche Prozess geht weiter; er ist viel größer, als dass der Mensch ihn beeinflussen könnte. Außerdem macht das von Menschen gemachte CO2 nur 4 Prozent des gesamten CO2 Flusses aus, der von der Atmosphäre in die Ozeane hinein und wieder heraus führt.

Nehmen wir den Big Ben Tower als Beispiel. Wenn der Tower die Atmosphäre repräsentiert, dann würden die letzten 2,5 cm auf der Spitze des Turms das in der Luft enthaltene CO2 darstellen. Und der Beitrag, des vom Menschen gemachten CO2 wäre ein Spritzer von Vogelscheiße obendrauf. Und dann will man uns weiß machen, dass das den Klimawandel verursacht. Das ist kompletter, wahnhafter Unsinn.

Um das zu erklären bedürfte es einer Verschwörung der Natur und ihrer natürlichen Vorgänge gegen den Menschen. Wahnsinn. Aber genau das wird von den Mächtigen propagiert. Termiten z.B. produziere zehn Mal mehr CO2 als die Menschen.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft?

PC: Weil wir mit unseren bisherigen Prognosen recht nahe an der tatsächlichen Entwicklung lagen, erwarten wir eine ständige, generelle Abkühlung des Globus bis ca. 2035. Es wird einige sehr strenge Winter geben. Auch werden kurze heiße Phasen kommen, aber insgesamt wird es kälter werden, also eine Mini-Eiszeit!

Frage: Aber ich sehe wie überall das Eis schmilzt und in großen Blöcken in die arktischen Gewässer stürzt. Da ist ein auch eine Polarkappe, die abschmilzt und …

PC unterbricht und lacht: Aber das ist doch Unsinn. Das, was sie beschreiben ist seit Jahr-Millionen der Fall. Schnee fällt auf die Pole, breitet sich aus und bricht als Eisblock wieder ab. Wenn sie einen großen alten Baum haben der in einem Sturm umgeblasen wird, dann sagen sie ja auch nicht, ohh, das war der stärkste Sturm seitdem ich hier wohne. Das wäre Unsinn. Der Baum war alt und schwach und ist deshalb entwurzelt worden. Das Eis, das wir da sehen, das abbricht, ist typischer Weise 4.000 Jahre alt. Es ist ein langsam fließendes Eis, das irgendwann abbricht.

Frage: Ich sehe ständig Tabellen im Fernsehen, auf denen die Temperaturen steigen.

PC: Diese Grafiken sind ein Schwindel. Sie haben aufeinander folgende Datensätze ausgewählt und reduzierten die Datenquellen auf eine Art, um zu zeigen dass die Vergangenheit kälter war als die Gegenwart. Mit aufeinanderfolgenden Datensätzen kann man aber unterschiedliche Graphiken produzieren, je nachdem, welche Jahre und welche Skalierung man dafür aussucht. So kann man aus einer Mücke einen Elefanten machen.

An dieser Stelle zeigt Corbyn am Beispiel von zwei Graphiken, dass es bei der ganzen globalen Erwärmungsdebatte tatsächlich nur um ein gemessenes, halbes Grad Celsius geht, was genauso gut innerhalb der Toleranz von Messfehlern liegen könnte. Dennoch werde mit denselben Graphiken Angstmache betrieben.

Frage: Angenommen Ihre Theorie ist falsch und die CO2-Theorie stimmt, was passiert dann? Ist es überhaupt möglich, das Klima zu stabilisieren, wie wir das heute versuchen?

PC lacht und antwortet mit einem ganz bestimmten „Nein“: „Das Hinzufügen oder Wegnehmen von CO2 hat keinen Effekt. Wenn Sie CO2 aus der Atmosphäre entfernen, dann wird mehr CO2 aus dem Meer aufsteigen. Und wenn man der Atmosphäre mehr CO2 hinzufügt, dann wird es vom Meer absorbiert. So sind all diese Überlegungen kompletter, illusionärer Unfug.“ Wenn man wirklich das Klima verändern will, dann ist das ziemlich schwer. Denn dann müsste man die Sonnenaktivität ändern oder die Sonnenpartikel daran hindern, auf die Erde zu treffen. Das ist nicht zu machen.“

Szenenwechsel, Piers Corbyn redet weiter über die Landwirtschaft:

„Nun, kleine Bauernhöfe sind ziemlich ineffizient. Man braucht große Höfe, um effizient zu sein. Für große Konzerne ist es billiger, Lebensmittel im Ausland erzeugen zu lassen. Wenn sie damit größere Profite machen können, werden sie es tun. Sie schicken Essen rund um die Welt. Sie haben geradezu Spaß daran, die Tätigkeit der Bauern hierzulande darauf zu reduzieren, Windräder anzustarren und für andere Arbeiten subventioniert zu werden, wobei die Subventionen wiederum von anderen Arbeitern bezahlt werden, damit solche dummen Sachen gemacht werden.

Insgesamt ist das nur Teil eines Plans zur De-Industrialisierung des Westens. Denn Superprofite können mit Arbeitern gemacht werden, die in Indien, der Türkei oder in China Maschinen bauen.

In der Art und Weise wie die EU operiert, kann man sehen, dass die Interessen der Wall Street voll hinter der EU stehen, der ein Mechanismus zur De-Industrialisierung des Westens innewohnt. Teeside in England ist dafür ein Paradebeispiel:

Energiepreise in England sind so hoch, dass die Stahlproduktion unprofitabel geworden ist. Daher wurde die Produktion reduziert. Dann kommt eine Firma von Indien und kauft das Land, um die Fabrik zu retten. Dafür bekommen sie CO2 Subventionen des EU-Emissionshandelssystems. Warum? Weil sie den britischen CO2-Ausstoss reduzieren. Dann verkünden sie, dass die Fabrik nicht mehr zu retten ist. Als nächstes wollen sie die CO2-Subventionen der EU dazu benutzen, um in Indien eine neue Stahlfabrik zu bauen.

Aber der lokale Abgeordnete von Teeside wandte sich dagegen und unterstrich, dass die CO2-Subventionen durch die Reduzierung der eigenen, lokalen Industrien gewonnen worden waren, und dass sie dazu benutzt werden sollten, um hier in England eine neue Industrie aufzubauen. Aber die EU beschloss entsprechend ihrer Gesetzeslage, dass die CO2-Subventionen der indischen Firma gehören und das Geld nach Indien geht.

Also, was ist hier passiert? Wir haben Steuerzahler, die für die Zerstörung ihrer eigenen Industrie in England und der Arbeitsplätze in England und für die Umsiedlung der Industrie nach Indien Subventionen bezahlt haben. Dabei wurde die CO2-Produktion von England nach Indien verlagert, mit dem Resultat, das der weltweite CO2-Ausstoss überhaupt nicht verringert wurde. Wenn das die Rettung des Planeten bedeuten soll, dann wird hier gar nichts gerettet.

Es geht nur um die De-Industrialisierung des Westens, wobei die Ausbeutung der Arbeiter in Indien enorm gesteigert wird. Diese Art von Operationen passieren andauernd rund um die Welt. Solange die multinationalen Konzerne den angeblich vom Menschen gemachten Klimawandel als ideologische Waffen benutzen können, um Superprofite zu machen, wird sich nichts ändern.

Erneuter Szenenwechsel, Piers Corbyn redet weiter über die LINKE und CO2:

„Als die Berliner Mauer fiel, ist die moderne Linke teilweise von ihrem Weg abgekommen. Von ihrer einst geradlinigen, sozialistischen Ideologie hat sie sich abgewandt, hin zu einer rot-grünen Mischung und hat solcher Sachen wie den „Öko-Sozialismus“ entwickelte, was immer das bedeuten soll. Und das machte sie natürlich zur idealen Beute für die Ideologie des Klimawandels, die komplett von den Interessen des internationalen Big Business generiert wird.

Wir alle wollen Gutes tun. Und den Planeten schützen ist doch gut. Zum Beispiel all diese Bäume hier, wir sollten sie um ihrer selbst willen schützen. Wir sollten die biologische Vielfalt um ihrer selbst schützen. Aber man sollte das nicht mit einer CO2-Erzählung verbinden. Das ist das Hauptproblem. Wir haben eine Linke, die Parolen hinterherläuft. Wo Leute das, woran sie glauben, damit rechtfertigen, indem sie auf andere verweisen, die auch daran glauben.

Wenn ich also mit Informationen zum Klimawandel komme, dann sagen sie zu mir: „George Bush sagt das Gleiche. Wie fühlt man sich, wenn man mit George Bush übereinstimmt? Da liegst du wohl falsch!“ Ich meine, das ist doch albern. Also wenn George Bush in den Raum kommt und zu dir sagt, „heute ist Dienstag“, dann wirst du also entscheiden, heute muss Mittwoch sein.“

Man muss sich die Fakten und Beweise ansehen, um etwas zu entscheiden. Und wer immer sonst daran glaubt oder nicht, hat absolut nichts damit zu tun ob es wahr ist. Die Öffentlichkeit wird ständig irregeführt. Und die da oben, nutzen alles, was ein grünes Label trägt, um es zu verkaufen.

Dinge wie Windparks und Solarenergie sollten auf Experimente reduziert werden. Ich denke, dass in vielleicht 50 Jahren, Solarstrom sehr billig wird und wahrscheinlich eine der billigsten Energiequellen werden kann. Aber heute ist Kohle am billigsten, gefolgt von Öl. Und diese sollten wir nutzen.

Frage: Hat Öl Auswirkung auf das Klima?

PC: Nein, nicht im Geringsten. Kohlendioxid in der Luft ist Nahrung für Pflanzen. Dieser Baum absorbiert Kohlendioxid und verwandelt es hauptsächlich in Zucker. Dies ist ein Prozess, der seit Millionen von Jahren stattfindet. Die Kohle im Boden war ursprünglich in der Luft, als es noch viel mehr CO2 in der Atmosphäre gab.Wenn man die Menge an CO2 verdoppeln würde, wäre das eine sehr gute Sache, denn es würde die Wachstumsrate der Pflanzen weltweit um 40% erhöhen. Es wäre von großem Nutzen für unsere Umwelt. Aber es ist unmöglich CO2 zu verdoppeln, denn es würde nur vom Meer aufgenommen werden, da das Meer und die Luft sind ständig im Gleichgewicht sind.

Ich denke, die Wahrheit wird ans Licht kommen, wenn die Öffentlichkeit erkennt, dass sie, im Namen der Rettung des Planten, von den multinationalen Unternehmen ausgeraubt wird. Sie wird Nein sagen. Und wir werden zu einer rationalen Energiepolitik zurückgehen.

Ende des Interviews.

Das von dem holländischen Dokumentarfilmer Marijn Poels in 2017 produzierten Werk „The Uncertainty Has Settled“, (Die Unsicherheit hat sich gelegt), in dem auch das Interview mit Piers Corbyn zu sehen ist, kann mit deutschen Untertiteln auf Youtube gesehen werden:

Video 1: The Uncertainty Has Settled“, (Die Unsicherheit hat sich gelegt)
Video 2: Lediglich der Ausschnitt mit Piers Corbyn
Quelle:

https://www.nature.com/articles/s41598-019-45584-3.pdf
Tagesdosis 2.8.2019 – Entlarvung der CO2-Jünger

Kommentar von User Lotti, Mitautorin des Buches „EISZEIT-BLÜTEN“




Vielen Dank für Deine Wochenendmail mit den guten Wünschen, die ich herzlich erwidern möchte. Was soll das für eine Welt sein, die auf der einen Seite großes Aufhebens um einen Feuersalamander oder einen Liter Antarktiseis macht und auf der anderen Seite kriegseingrenzende Massnahmen zu Gunsten von immer perfideren Waffensystemen einstellen will. Sicher ist die uns umgebende Natur zu schützen und auch für den Menschen bedrängende Klimakatastrophen einzudämmen, aber vor den sozialen Problemen der Menschheit stehen sie nicht, denn die Nichtlösung der sozialen Probleme kann mit wenigen Explosionen die ganze Umwelt Null und nichtig machen. Im Grunde genommen wissen das die Klimakämpfer an höchster Stelle auch, das Fußvolk beschütz1 ein miauendes Kätzchen... Denn im Klima - und Umweltproblem wird genauso gelogen, wenn nicht noch mehr, wie in der Politik, um die ökonomischen Machtinteressen zu schützen. Wenn man sich die "wahren Statistiken" beim Kohlendyoxidausstoss ansieht und genau nachrechnen kann, sieht man, dass man aus einem Windchen einen Donnerschlag machen kann im Interesse siehe oben. Da werden Prozentanteile von Grundgesamtheiten hochgeholt, die man mit einfachen menschlichen Möglichkeiten gar nicht erkennen kann, die letztlich beim Leben auf der Erde gar keine Rolle spielen. Dasselbe bringt der von Dir gezeigt Umweltartikel zum Ausdruck und diese Forschungen verdienen höchste Anerkennung. Am Übelsten ist mir in letzter Zeit die Kampagne der jungen Schwedin aufgestoßen, die in ihren doch sehr naiven Vorstellungen die Menschheit "retten" will. Man stelle sich vor, eine junge Schwedin würde alle Schüler freitags aus den Schulen holen, um das Privateigentum abzuschaffen, die käme nicht mal bis an die Landesgrenzen. Umweltschutz ja, aber auf dem Platz, wo er hingehört, auf keinen Fall noch vor der Lösung der sozialen Probleme.






Gespielte "Dialogbereitschaft" - Rainer Rupp



Merkels verlogene Dialogbereitschaft mit Russland (Teil II)

Im ersten Teil ging es um die vermeintliche „Dialogbereitschaft“ der Bundesregierung gegenüber Russland. Im zweiten Teil soll aufgezeigt werden, warum „Eliten“ von Berlin, über Brüssel bis nach Washington an einer friedlichen Beilegung der Ukrainekrise nicht interessiert sind.



von Rainer Rupp

(Erstveröffentlichung des 2. Teils auf RT Deutsch am 31.07.2019)

Tatsächlich ist die „Dialogbereitschaft“ mit Russland von Merkel und Co. nur gespielt. Sie soll das Volk beruhigen und Berlins hinterhältige Strategie an der Seite der „atlantischen Partner“ gegen Moskau verdecken. Noch verlogener sind nur die Begründungen der Sanktionen gegen Russland. Diesbezüglich hatte die SPD-Fehlbesetzung auf dem Posten des Bundesaußenministers vor fast genau einem Jahr mal wieder den Vogel abgeschossen. Am 18.08.2018 hatte Heiko Maas nämlich in einem Interview erläutert, warum Deutschland die Krim niemals als Teil Russlands anerkennen wird, weil nämlich andere Staaten dies laut Maas als grünes Licht für „völkerrechtswidriges“ Handeln auffassen könnten.

Offensichtlich kann oder will der deutsche Chefdiplomat nicht unterscheiden zwischen der Russland vorgeworfenen, gewaltsamen Annexion der Krim einerseits und der friedlichen Sezession der Krim von der Ukraine und ihrem anschließenden Beitritt zur russischen Föderation andererseits. Er kann offensichtlich auch nicht unterscheiden zwischen einer Operation mit militärischer Gewalt und einer friedlichen Sezession mit überwältigender Mehrheit im Rahmen einer Volksabstimmung. Wörtlich sagte Maas damals gegenüber der Welt am Sonntag: „Wenn wir die Krim als russisches Territorium anerkennen, wäre das womöglich eine Einladung an andere, völkerrechtswidrig zu handeln“. Zugleich begrüßte er die Verlängerung der Russland-Sanktionen im EU-Rat, was davon zeuge, „wie ernst die EU ihre Werte“ wahrnehme.

Seltsam nur, dass der bedingungslose Israel-Freund und Bußegänger Maas in all den Jahren noch keinen Pieps von sich gegeben hat, wenn es um die die blutigen Annexionen der Golanhöhen, des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens oder um die brutale Unterdrückung der lokalen Bevölkerung in den besetzten Gebieten durch die Groß-Israel-Fanatiker ging. Bisher hat Israel gegen viele Dutzende von UN-Resolutionen verstoßen. Aber hat es auch nur einmal deutsche Sanktionen gegen Israel oder Befürchtungen gegeben? Hat die Bundesregierung sich je darum Sorgen gemacht, dass ihr Stillhalten gegenüber dem beständigen völkerrechtswidrigen Handeln des jüdischen Staates, „womöglich eine Einladung an andere“ sein könnte?

An dieser Stelle nehmen Apologeten die Nachsicht der Bundesregierung gegenüber den Verbrechen Israels mit dem Verweis auf die „besondere, jüngere Geschichte“ Deutschlands in Schutz. Aber wenn es gegen andere Staaten geht, dann hatten auch alle bisherigen Bundesregierungen keine Skrupel, sich selbst an Völkerrechtsverbrechen zu beteiligen. Obwohl im Zweiten Weltkrieg Deutsche vor allem auch in Serbien mordeten, plünderten und Konzentrationslager der schlimmsten Art betrieben, hat sich vor 20 Jahren die SPD/Grünen-Regierung der Bundesrepublik an dem völkerrechtswidrigen NATO-Überfall und der militärischen Zerschlagung und der territorialen Zerstückelung zuerst Jugoslawiens als Ganzes und dann auch noch Serbiens aktiv beteiligt.

Kosovo, die uralte Provinz Serbiens, wurde von der NATO mit Gewalt von Serbien abgetrennt und einer Bande von albanischen UÇK-Verbrechern zugeschlagen, die noch wenige Jahre zuvor auf der Terror-Liste der US-Außenministerium und ebenso auf der des BND gestanden hatte.

Anlässlich des zwanzigsten Jahrestags der NATO-Aggression gegen Jugoslawien im März dieses Jahres hatte sich Maas zu Wort gemeldet und nochmals die NATO-Bomben auf serbische Großstädte und die anschließende Abtrennung des Kosovo ausdrücklich „für richtig“ erklärt.

Als Zwischenergebnis können wir hier also zusammenfassen, dass nicht nur die Dialogbereitschaft mit Russland vorgetäuscht, sondern die gesamte neo-imperialistische Außenpolitik der deutschen Regierung total verlogen ist.

Tatsächlich handelt es sich bei der von Merkel und Co. vielzitierten „Dialogbereitschaft mit Moskau“ lediglich um eine Hinhaltetaktik zur Beruhigung der Bevölkerung. Das ist leider keine Verschwörungstheorie, denn gerade mit diesem Argument hat Maas sein Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow anlässlich des jüngsten deutsch-russischen Petersburger Dialogs, der Mitte Juli dieses Jahres erstmals auf dem Petersberg bei Bonn stattfand (siehe Teil I), gegenüber den strammen Trans-Atlantikern entschuldigt, die eine noch härtere Gangart gegenüber Moskau forderten und fordern.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sagte Maas dort, dass auf politischer Ebene die Beziehungen in der Vergangenheit zwischen Moskau und Berlin „durchaus schwierig“ gewesen seien. Russland und Deutschland seien immer nur sehr kurz zur Sprache gekommen. Aber jetzt wolle man hier (auf dem Petersberg) auf die gemeinsamen Interessen setzen.

„Wo sehen wir trotz der Schwierigkeiten Schnittmengen?“, zitiert die SZ Maas, der mit Eifer betonte, dass „diese Frage immer wieder gestellt werden“ müsse, allein schon deshalb – so der Außenminister – weil einer Studie zufolge „94 Prozent aller Deutschen eine gute Beziehung zu Russland für wichtig hielten“, so der Bericht der SZ.

Das ist eine Sensation! 94 Prozent. Wenn bisher die bereits sehr hohe Zahl von 80 Prozent der Deutschen, die gute Beziehungen zu Russland wollen, in die Meinungsarena geworfen wurde, vermuteten viele, hier hätten sicherlich sogenannte „Putin-Versteher“ etwas übertrieben. Dazu aber hat Maas gewiss keinen Grund, eher umgekehrt. Das Fazit aber, dass das deutsche Volk fast einstimmig – und 94 Prozent bedeuten ‚fast einstimmig‘ – in Frieden und Freundschaft mit Russland leben will, ist überwältigend.

Sofort stellt sich hier jedoch die Frage, warum zur gleichen Zeit die so genannten „Diener des Volkes“ in der Bundesregierung alles tun, um den erklärten Volkswillen zu konterkarieren.

Auf dem Petersberg bei Bonn hat Maas sich allerdings aufrichtig bemüht, das Volk mit einem Placebo ruhigzustellen. Beschwichtigend betont er, dass wir ja „ohne Moskau die dringenden Fragen der Weltpolitik nicht beantworten“ könnten und ein „anhaltender Frieden in Europa“ nur erreicht werden könne, „wenn wir zusammenarbeiten“. Allerdings dürfte diese Beruhigungspille schnell an Wirkung verloren haben, als zeitgleich andere führende Krisen- und Kriegstreiber in der Bundesregierung in altbekannter Schärfe Russland unter Feuer nahmen.

Und auch Kanzlerin Merkel persönlich machte in der SZ Stimmung gegen Moskau, indem sie erklärte, sie beobachte „generell mit Besorgnis“, wenn Russland versuche, „Einfluss auf die europäische Politik zu nehmen.“ Schließlich sollte doch mittlerweile jeder wissen, dass immer, wenn die Italiener oder die Ungarn sich gegen Brüssel auflehnen oder in Frankreich Macron Probleme mit den Gelb-Westen hat oder die Briten jetzt sogar zu einem No-Deal Brexit bereit sind, Russland an allem Schuld ist.

Bei ihrer Stimmungsmache gegen Moskau wurde Merkel in den Medien kräftig von einem US-General sekundiert, der bis vor kurzen noch der höchste US-Offizier in Europa war. General Breedlove, der Ex –Oberkommandeur  aller NATO-Truppen in Europa (SACEUR),  bemühte sich nach Kräften, den Lesern des „Qualitätsblatts“ BILD-Zeitung eine irrationale Angst vor dem im Kreml residierenden ‚Teufel‘ einzubläuen. Russland führe schon jetzt einen verdeckten Krieg gegen den Westen. Betroffen sei jedes einzelne Land. Deshalb sei die „NATO noch nie so wichtig gewesen wie heute“, so der amerikanische Kriegstreiber und Rüstungslobbyist.

Auch die neue deutsche Verteidigungsministerin A.K.K. erfüllte die in sie gesetzten Hoffnungen in ihrem neuen Amt. Bereits als CDU-Chefin hatte sie die Verlängerung der Russland-Sanktionen gegen alle Kritik aus der Wirtschaft energisch verteidigt. Die russische Regierung habe mit der „Annektierung der Krim“ und dem (angeblichen) „Einmarsch in die Ostukraine“ Völkerrecht verletzt. Europas Antwort könne nicht sein, das tatenlos hinzunehmen. Im Stil der hiesigen Umschreibung von „Schurkenstaaten“ bezeichnete sie die russische Regierung sogar als „Regime“. Laut FAZ-Zitat sagte sie:

„Ich habe durchaus eine gewisse Zurückhaltung gegenüber einem Land und vor allem einem Regime, von dem wir wissen, dass es auch massiv versucht, unser politisches System in Europa und auch hier in Deutschland unter Nutzung von digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, unter Nutzung von fake news – früher hat man das Propaganda genannt – zu destabilisieren.“ Was hat unser Land nur verbrochen, um eine solche Verteidigungsministerin, eine solche Regierung zu verdienen?

Und dann ertönte eine Stimme: „Seid froh. Es hätte schlimmer kommen können“. Und es kam schlimmer, nämlich in der Gestalt der Ursula von der Leyen, die in einer zynischen Polit-Rochade nach Brüssel weggelobt worden war. In ihrem neuen Job als EU-Kommissionspräsidentin, in den sie in einem vorbildlichen Beispiel von  „EU-Demokratie“ nach allen Regeln der politischen Manipulation und Hinterzimmer-Deals von unser selbstherrlichen Eliten „gewählt“ wurde, kann sie weiterhin ihre unverhohlene Feindseligkeit gegen Russland ausleben, diesmal allerdings sogar auf gesamter EU-Ebene.

In ihren ersten Interviews in ihrem neuen Job bekräftigte sie mit Entschiedenheit – und zur Freude aller Atlantiker – ihren harten Kurs gegenüber Moskau und forderte eine starke EU-Armee. Wörtlich sagte sie in einem Interview der Zeitung Die Welt:

„Der Kreml verzeiht keine Schwäche. Aus einer Position der Stärke heraus sollten wir an den Russlandsanktionen festhalten“.

Sie lehnt – anders als ihre früheren Kollegen in der Bundesregierung – sogar den (wenn auch gefakten) Dialog mit Moskau ab. Ein Entgegenkommen durch Dialog und Kompromisse gegenüber Moskau kommt für sie nicht in Frage, sondern – wie sie oben betont hat – einzig militärische Stärke. Als ob die europäischen Staaten als Teil der NATO mit ihren Panzern, Schiffen und Flugzeugen noch nicht nahe genug an die Grenzen Russlands vorgerückt wären.

Aber von der Leyen ist zumindest ehrlich und versteckt sich nicht hinter angeblicher Gesprächsbereitschaft. Denn das Ziel westlicher Strategen ist es, mit der Hilfe der Sanktionen die russische Wirtschaft zu schwächen. Zugleich wird versucht, mit NATO-Militäraufmärschen und Drohgebärden an Russlands Grenzen dem Kreml ein neues Wettrüsten aufzuzwingen, das nur auf Kosten des Lebensstandards der Bevölkerung durchzuhalten wäre. Auf diese Weise würde Unzufriedenheit in gewissen Schichten der Bevölkerung gegen den Kurs im Kreml geschürt werden könne, so hofft man.

Von einer solchen Politik versprechen sich westliche Strategen eine Stärkung oppositioneller, prowestlicher Kräfte unter den russischen Eliten, die im Rahmen der neo-liberalen Globalisierung lieber an den materiellen Verlockungen der westlichen (Un-)Wertegemeinschaft teilhaben würden, als weiter dem entbehrungsreichen Kurs der nationalen Souveränität gegen die US-geführte Hegemonie zu folgen. Diese NATO-Strategie hatte ja Ende der 1980er Jahre schon einmal sehr gut geklappt und schließlich 1991 zur Auflösung der Sowjetunion geführt. Damals – inmitten des so gewollten Chaos und der allgemeiner Gesetzlosigkeit – standen die Türen zu den immensen russischen Reichtümern einige Jahre für den Zugriff westlicher Konzerne weit offen. Gestoppt wurde diese Entwicklung erst, als es einer neuen Gruppe von russischen „Souveränisten“ um Wladimir Putin gelang, die russische Selbstbestimmung zurückzuerobern und den westlichen Einfluss Schritt für Schritt wieder zurückzudrehen.

Vor diesem Hintergrund müssen die westlichen Sanktionen als erneuter Versuch der US- und NATO-Imperialisten gesehen werden, um Russland abermals zu schwächen, zu destabilisieren und mittel- bis langfristig mit einer neuen „Farben-Revolution“ einen weiteren Umsturz zu versuchen. Die Aufregung über die Sezession der Krim ist nur ein willkommener Vorwand. Wenn es die „Krim-Annexion“ nicht gäbe, wäre etwas anderes erfunden worden, um die Sanktionen zu rechtfertigen.

Vor diesem Hintergrund wird auch klar, warum „der Westen“ immer wieder Russland die unmöglich erfüllbare Forderung (siehe Teil I) nach einer „Rückgabe“ der Krim als unabdingbare Vorbedingung für bessere Beziehungen und für ein Ende der Sanktionierungen stellt. Wenn man ständig und total unflexibel etwas fordert, was der andere unmöglich erfüllen kann, dann gibt es nur einen logischen Schluss: Die Falken in Berlin, in Brüssel bei der EU und der NATO und ebenso in Washington, D.C. sind weder an einer Verbesserung der Beziehungen zu Russland noch an einer Entspannung zwischen der Ukraine und Russland interessiert.

Wenn es anders wäre, würde man nämlich in den angeblich so zahlreichen mit Russland geführten Gesprächen – wie zuletzt auf dem drei-tägigen, deutsch-russischen Dialog auf dem Petersberg bei Bonn –nach anderen Wegen für einen friedlichen Ausgleich zwischen Russland und der Ukraine gesucht haben und weiter suchen. Man könnte z.B. daran denken, dass die Ukraine für den ökonomischen Verlust der Krim angemessen entschädigt würde. Russland hat Energieressourcen im Überfluss und die Ukraine bräuchte diese dringend.

Ein langfristiges, vergünstigtes Handelsabkommen für Öl und Gas wäre z.B. für die wirtschaftlich am Boden liegende Ukraine eine dringend benötigte Hilfe. Ein solcher Schritt könnte zudem die Weichen für eine weitere wirtschaftliche und politische Annäherung zwischen Kiew und Moskau stellen. Aber genau an einer solchen Entwicklung, gar Annäherung zwischen den beiden Nachbarn, sind die westlichen Falken überhaupt nicht interessiert. Stur verfolgen sie ihre langfristig angelegte Strategie. Diese lautet: Mit Hilfe der lokalen militärischen und politischen Neonazi-Strukturen die Ukraine vollkommen zum Frontstaat, zum NATO-Rammbock gegen Russland umzubauen, und zwar auf Kosten der dort lebenden Bevölkerung.

Als integraler Teil des üblen „Werte-Westens“ ist auch unsere verlogene Bundesregierung an einer echten Verbesserung zwischen der Ukraine und Russland nicht interessiert. Jüngst ist diese Behauptung ausgerechnet durch den frisch gewählten Präsidenten der Ukraine Wladimir Selenskij bestätigt worden. Der war in Bezug auf die Beziehungen seines Landes mit dem großen Nachbarn Russland nicht länger gewillt, sich vom Westen bevormunden lassen, hatte bei der Suche nach Möglichkeiten für einen echten Dialog auf eigene Faust die Initiative ergriffen und vor drei Wochen ohne westliche Aufpasser einfach mal ein direktes Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin geführt. Laut Medienberichten, die auch nicht dementiert wurden, hatte Selenskij im Anschluss erklärt, dass ihm im Vorfeld seines Anrufs viele (NATO-)“Partner-Staaten“ der Ukraine von dem Telefonat mit Putin dringend abgeraten hätten.

Wörtlich sagte Selenskij:

„Alle – nennen wir sie mal Partner der Ukraine – waren dagegen, dass ich Putin angerufen habe. Ich habe mich dafür entschieden, Putin anzurufen, weil es – in erster Linie – ein Anliegen der Ukraine und unserer Bürger ist. … Wir müssen unseren Partnern dankbar sein, aber gleichzeitig auch eine eigene Meinung haben. Deshalb habe ich Putin angerufen. Alle haben versucht, mir vor diesem Gespräch Angst zu machen“,  fügte er hinzu.

Mit seiner Initiative, der Fremdbestimmtheit der Politik der Ukraine zu entkommen, droht Selenskij die westliche Strategie der Konfrontation mit Russland zu unterlaufen. Diese zielt nach eigenem Bekunden von US-amerikanischer Falken darauf ab:

Erstens die Ukraine als Krisenherd an der russischen Grenze zu erhalten. Denn je nach dem Verhalten Russlands in anderen Weltregionen könnte Washington das schwelende Feuer im Donbass nach Belieben hoch oder runter fahren.

Und zweitens ist die US-Strategie langfristig darauf angelegt, für einen eventuellen Konflikt die hoch motivierten, faschistischen Milizen zur Speerspitze gegen Russland auszubilden und zu deren Unterstützung  Hunderttausende von Soldaten und Reservisten der regulären, aber schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten ukrainische Armee als Kanonenfutter einzusetzen.

Schlimm ist, dass sich die europäischen Falken – vor allem die in Berlin – gegen den einstimmigen Willen des eigenen Volkes, an der US-Strategie der Konfrontation mit Russland beteiligen, die zudem auf dem Rücken des gebeutelten ukrainischen Volkes ausgetragen wird, das zu unterstützen der Westen vorgibt.

Wenn Selenskij tatsächlich hinter die Kulissen dieser Politik geschaut hat und seine Initiative zur eigenständigen Kontaktaufnahmen mit dem Kreml so zu erklären ist, dann wäre das tatsächlich ein Hoffnungsschimmer. Dafür aber müssten zunächst noch viele Hindernisse überwunden werden. Dies wird das Thema eines nächsten Artikels sein.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Rainer Rupp ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes

Link zur Erstveröffentlichung des 2. Teils auf RT Deutsch: https://deutsch.rt.com/meinung/90771-merkels-verlogene-dialogbereitschaft-mit-russland-teil-zwei/







Donnerstag, 1. August 2019


Ostpanzer-Bedrohung?

Dem Vernehmen nach werden im Osten Panzer stationiert, sogar an der Grenze des Deutschen Reiches. Es sei zu vermuten, dass sie östlicher Herkunft sind, ob russische oder gar chinesische, ist noch unbekannt. Das "Angriffsministerium" jedenfalls ist alarmiert. Bundeswehr ist in Bereitschaft versetzt worden. Die Medien schlagen Alarm. Sicherheit geht über alles. Wie sich allerdings Stunden nach dem Fehlalarm herausstellte, waren es selbstgebastelte Modellpanzer. Alarm wird deswegen noch nicht aufgehoben... Man weiß ja nie...

Wie sich nach der Überwachung des Gedankenaustausches von Usern per Mails durch die Sicherheitsorgane herausstellte, schrieb der Mitautor des Buches „EISZEIT-BLÜTEN“, ein gewisser ALEX, folgende Zeilen an seinen Userfreund H.: 







1960 erhielt die Marienberger Flak-Artillerie vier solcher neuer sowjetischer Waffen. Ich wurde als Stellvertreter für technische Ausrüstung des Batteriechefs befohlen. In dieser Zeit lernte ich Kanoniere und Wachmeister sowie Fahrer dieser Waffen kennen und war ihr Vorgesetzter.

Jährlich im September treffen sich Angehörige dieses Zuges gemeinsam mit ihren Ehefrauen und verbringen an jeweils anderem Ort drei gesellige und gestaltete Tage. Irgendwie erinnerten sie sich an mich und luden mich mit meiner Frau zum Treffen 2009 in meiner vogtländischen Heimat ein. Große Freude nach beinahe 60 Jahren . Das Wiedererkennen war nicht einfach . Aber es verlief problemlos und emotional. Jedes Jahr wird am letzten Tag des Treffens der nächste „Organisator" ausgeguckt.

Nun muss man natürlich das zunehmende Alter und den Gesundheitszustand der Teilnehmer bedenken . Es gibt bereits gesundheitliche Behinderungen. Drei Teilnehmer sind schon über 80 Jahre alt . Mit meinen 85 bin ich der älteste Teilnehmer. Das Treffen für dieses Jahr wurde fraglich. Aufhören ? Mit dieser schönen Tradition ? Nein ! Unter dem " Protest der Jugend" und einiger Unentwegter begann das Suchen. Ich zweifelte schon , ob das was wird und sagte vorlaut, dass , wenn es weiter geht, ich eine SFL als Wanderpokal stifte.

Also bastelte ich seit Beginn des Jahres das Modell der Waffe, die uns zusammenführte. Damals Freiwillige, Wehrpflichtige, Menschen unterschiedlicher Herkunft und politischer Ansichten und verschiedener Religionen. Diese Waffe, letztendlich zum Töten geschaffen, trug vor allem zum Erhalt des Gleichgewichts des Schreckens und zur Zügelung der uns Bedrohenden bei. Und wir brauchten nicht töten!!

Was mich betrifft : Ich bin kein Waffenfetischist. Ich empfinde mich eher als militanter Pazifist: Ich fühle mich von jeher an die Fabel vom Igel und den Fuchs von Wilhelm Busch erinnert :



Fuchs und Igel
Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
»Halt!« rief der Fuchs, »du Bösewicht,
kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen Seiner Majestät -
geh her und übergib dein Fell!«
Der Igel sprach: »Nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen;
dann wollen wir uns weiter sprechen.«
Und alsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch


Auch daran wird zu erinnern sein. Ob ich die Teilnahme 2020 nochmal schaffe, das bleibt ungewiss. Aber ich will ja auch den Wanderpokal dort belassen, wo er hingehört : Zu meinen Genossen von damals und Freunden von heute.

Diese meine Modellpanzer wurden in der Sowjetunion entwickelt und später in China als Modellbausatz für Schein-Armeen produziert: ZSU 57/2. In der BRD eines jeden guten Modellbau-Fachgeschäfts für einen Preis so um die 60 EURO zu erhalten. Über 540 Einzelteile mit ca 190 Kettengliedern (jedes einzeln war an das nächste anzupassen) sowie 188 Granaten im Turm zu verstauende Fla-Granaten und Bauteile, teilweise kleiner als einTeilstrich auf einem Maßstab, waren zu verbauen. Alles in Allem zum Schluß noch farblich zu gestalten. So ist das gute Stück eines der am schwersten zu bauenden Waffen-Modelle.

Ich habe Monate daran gesessen und oft geflucht. Meist dann, wenn so ein winziges Bauteil auf den Teppich fiel und nicht mehr gefunden wurde. Aber letztendlich habe ich es geschafft und darüber so manchen Schmerz beim Bauen vergessen.

Das nur mal so noch am Rande zur Ergänzung und Erklärung , weshalb ich mich in den letzten Monaten etwas zurück genommen hatte.