Mittwoch, 7. März 2018

Kreta: Judiths Reiseeindrücke


Reise auf die Insel Kreta vom 15.- 22.02.2018

Notiert von Judith, Mitautorin von „EISZEIT-BLÜTEN“

Die griechische Insel Kreta liegt 160 km südlich des Festlandes und hat eine W/O Ausdehnung von 260 km und eine N/S Ausdehnung von max. 60 km. Die Natur auf dieser Insel ist sehr vielfältig. Eine ausgedehnte Gebirgslandschaft mit schneebedeckten Bergen bis zu 2.700 m Höhe, tiefe Schluchten, weite Täler und schöne Sandstrände. Kreta hat eine vielfältige Kultur aus allen Epochen der kretischen Geschichte und Vorgeschichte von über 4000 Jahren, beginnend mit der mionischen Zeit, über die venezianische, Römerzeit etc. Man kann noch teilweise in gutem Zustand, wenn nicht durch Erdbeben zerstört, uralte Klöster, Festungen, Tempelanlagen und Paläste besichtigen.

Wir hatten einen sehr sachkundigen Reiseleiter, dessen Eltern Iraner sind, er aber in Deutschland geboren wurde. So besuchten wir viele historische Stätten wie
- die Ausgrabungen von Knossos aus minoischer Zeit 3.700 Jahre v.d.Z. mit einer Grundfläche von 22.000 qm,
- Kloster Arkadi, Nationalheiligtum,
- Besuch archäologisches Museum in Eleftherna mit Gebrauchsgegenständen versch. Epochen,
- Fahrt zum einzigen Süßwassersee Kourna,
- Romantische Altstadt von Rethymnon mit einem schönen Hafen aus venezianischer Zeit,
- Besuch Kloster Agia Triada,
- Palast von Malia, einer der größten minoischen Komplexbauten , 1900 v.d.Z. durch Erdbeben 750 v.d.Z. Zerstört,
- Ausgrabungen von Aptera,
- Besuch von Chania, ehemalige Hauptstadt mit 55.000 EW und und einem bemerkenswerten Hafen aus venezianischer Zeit,
- Besuch des minoischen Palastes von Phaistos. Hier wurde der berühmte Diskos gefunden, eine gestempelte Tonscheibe, die bisher noch nicht entschlüsselt werden konnte,
- Ausgrabungsstätte Gortys mit Überresten von Tempeln, einer Basilika und eines Amphitheaters,
- Besichtigung der Hauptstadt Heraklion mit der venezianischen Hafenfestung, ca. 20 m hoch und Besuch des modernisierten Museums mit sehr bewundernswerten Gegenständen wie Gebrauchskeramik, in den Formen nicht anders als heute, edler Goldschmuck, 2 m hohe Emphoren, Särge aus Ton u.v.a.
- Fahrt in die wunderschöne Bergwelt zum Kloster Kera, welches noch von 3 Nonnen bewohnt wird mit einer beeindruckenden kleinen Kirche,
- Schifffahrt zu einer Insel, welche bis in die 50er Jahre, streng abgeschirmt, von Lepra – Kranken bewohnt wurde.

Außerdem besuchten wir Leder-, Schmuck und Teppichausstellungen mit Verkauf. Ein vergnüglicher Abend in einer großen Halle mit einem kretischen Tanzensemble bildete eine schöne Abwechslung. Wir waren von früh bis abends unterwegs.

Über soziale und politische Probleme hat uns der Reiseleiter nichts erzählt. Es besteht eine hohe Arbeitslosigkeit bei der Jugend. Ich hätte gern etwas über die Auswirkungen der „Rettungsschirme“ erfahren. Was sehr auffällig ist, dass es sehr viele Bauruinen gibt und diese überall, ob in einem schönen Berg, in den Städten oder am Strand. Auch gibt es viel marode Bausubstanz. Wie überall, wird viel auf Tourismus gesetzt und RSD ist dabei, auch den Winter für Reisetouristen zu erschließen und hat in den letzten Monaten 50.000 Urlauber auf die Insel gebracht (Massentourismus !!) - nicht so richtig für mich, habe es aber mal probiert.

Es war eine sehr interessante aber auch anstrengende Reise. Wir wohnten in zwei sehr gut ausgestatteten Hotels und hatten ein viel zu großes Verpflegungsangebot.