Freitag, 15. Dezember 2017

Kleiner Parteitag der Widerständigen


Es gibt sie noch, interessante Kultur in Deutschland


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 15. DEZEMBER 2017

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Am gestrigen Donnerstag fand im Berliner Kino Babylon die fünfte Verleihung des von der NRhZ verliehenen Kölner Karlspreises statt.

Im Vorfeld der dem Journalisten Ken Jebsen zugedachten Auszeichnung hatte der von der Mossad-Fraktion der Linkspartei gestellte Kultursenator Klaus Lederer Druck auf das teilweise mit Senatsgeldern finanzierte Kino gemacht, das Kino als Ort für die nach dem berühmten Kölner Journalisten Karl Marx benannte Preisverleihung zu kündigen. Und hinter ihm stand eine ganz große Empörungswelle der herrschenden Mafia: Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Aluhutträger, Querfrontler, Israel-Hasser – solche Menschen können unmöglich Raum bekommen, um jemanden feierlich einen Preis zu verleihen. Und das Babylon beugte sich prompt dem Druck und kündigte die Räume.

Wo käme man denn da hin, wenn in der Kultur den Herrschenden nicht genehme Meinungen äußern dürften. Man stelle sich nur mal vor, in der Kultur könnte jemand die geliebten Freunde aus Übersee einfach so eine terroristische Bande von Angriffskriegern nennen und 9/11 als Inside-Job bezeichnen, die herrschende Ideologie des Zionismus schmähen oder Gotteslästerung gegen die Überhöhung des Holocausts zum quasi-religiösen Popanz betreiben. Nicht auszudenken. Es ist klar, dass da die Wellen hochschlagen. Kunst und Kultur hat schließlich die Aufgabe, die herrschende Macht in ein positives Licht zu stellen, und sie, wenn überhaupt, dann allenfalls so zaghaft zu kritisieren, dass die Kritik denn auch gleich als Lob verstanden würde, dass es nichts wirklich wichtiges zu kritisieren gibt.

Richtige Kultur ist schließlich, wenn man sich zu Tode langweilt, aber trotzdem hingeht, um dagewesen zu sein. Bloß keine Inhalte und nichts zum Nachdenken. In einer Zeit vor der großen Gleichschaltung von Medien, Kunst und Kultur war das freilich einmal anders. Leute wie Schiller, Marx und Brecht standen zu ihrer Zeit mal für eine Parteinahme in spannenden historischen Auseinandersetzungen. Aber wer weiß das schon noch?

Der Parteivorstand der Linkspartei hat dann auch noch mit Mehrheit einen Vorstandsbeschluss gefasst, indem er dem Senator Lederer den Rücken stärkte bei seinem Versuch, inakzeptable Kultur wie die Verleihung des Kölner Karlspreises an Ken Jebsen zu verhindern. Andere führende Mitglieder der Linkspartei haben allerdings deutlich gemacht, dass sie solcherart Kulturzensur für falsch halten. Dazu wurde dann noch eine Demo für die Kulturfreiheit vor dem Babylon und eine Demo gegen die Freiheit der Kultur, der herrschenden Macht missliebige Dinge sagen zu dürfen, organisiert. Und dann hat ein Berliner Amtsgericht auf Antrag der Veranstalter eine einstweilige Verfügung erlassen, dass das Babylon den Vertrag über die Durchführung der Veranstaltung einzuhalten hat und politischer Druck von oben kein guter Grund für einen Vertragsbruch ist. Herrlich, könnte es bessere Werbung dafür geben, dass in einer Kulturverstaltung mal was anderes als gähnende Langeweile – wie sie etwa in der Volksbühne gegenüber praktisch allabendlich zelebriert wird – zu erwarten ist?

Die Bühne war bereit. Kurz vor der Veranstaltung kamen dann noch Gerüchte auf, Ken Jebsen würde den Preis überhaupt nicht annehmen wollen, sich aber auf der Demo vor dem Babylon dafür aussprechen, dass die Veranstaltung stattfinden darf. Das machte die Geschichte eigentlich nur noch spannender. Und so war es dann auch.

Die Demo für die Kulturfreiheit vor dem Babylon besuchten ein paar Hundert Menschen, während rund ein Dutzend Gegendemonstranten der Mossad-Fraktion der Linken 100 Meter weiter mit plärrender Musik versuchten, die Rede des langjährigen linken Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke zu stören. Nasskalt war es, aber es tat der Stimmung keinen Abbruch. Ebensowenig konnte das anschließend die Schikane des Babylon, das Personen mit Kamera den Eintritt verbot, und dazu erklärte, Kameras sollten die Besucher eben in umliegenden Kneipen oder Restaurants abgeben, damit die Veranstaltung nicht gefilmt oder fotografiert werden kann. Als dann um halb sieben Timothy Grossman, der Betreiber des Babylon, eine kurze Ansprache hielt, und dabei einen zur Preisverleihung eingeladenen Musiker, Gilad Atzmon, als Rassisten beschimpfte und ihm Hausverbot erteilte, war die Stimmung perfekt. Das Publikum war hellwach und buhte ihn aus, obgleich sich mancher gefragt haben mag, ob der Auftritt nicht vielleicht doch zum Programm der Veranstalter der NRhZ gehörte.

Anneliese Fikentscher übernahm dann und bat die Besucher, die es geschafft hatten, eine Kamera ins Babylon einzuschmuggeln, der NRhZ Kopien der Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Ullrich Mies löste sie dann, verkleidet als NATO-General, der die kriegerische Eroberung von Russland plant, mit einer Ansprache zur westlichen Kriegspolitik und der damit einhergehenden Mediengleichschlatung ab. Von Daniele Ganser gab es ein kurzes per Videobotschaft eingespieltes Grußwort. Dass Ken Jebsen zur Preisverleihung nicht erschienen war und auch sein Laudator Matthias Bröckers aufgrund eines familiären Todesfalles verhindert war, störte nicht, denn die von Matthias Bröckers vorbereitete Laudatio auf Ken Jebsen wurde einfach verlesen. Und klar wurde dabei schon, dass, wer als Journalist, Publizist oder Künstler den gleichen Leuten, die mit Märchen wie der Brutkastenlüge und Massenvernichtungswaffen im Irak reihenweise Angriffskriege begründet haben, ihre Geschichte von 9/11 nicht abnimmt, mit beruflicher Existenzvernichtung zu rechnen hat.

Und dann kam Evelyn Hecht-Galinski, Trägerin des Kölner Karlspreises 2016. Sie sah schwach aus auf den Beinen, hatte aber starke und deutliche Worte übrig zum „Israel“ genannten rassistischen Apartheidregime über Palästina und seinen mächtigen Lobbyisten in der westlichen Welt. Und sie kündigte dann, Hausverbot hin oder her, Musik von Gilad Atzmon an. Die Spannung stieg. Würde Gilad Atzmon den Holocaust beleidigen? Nein, er tat es nicht und appellierte stattdessen an das deutsche Schuldgefühl, die Palästinenser als letztes Opfer des deutschen Nazi-Regimes gegen das zionistische Besatzungsregime zu unterstützen.

Klaus Hartmann lieferte anschließend noch eine Menge zur westlichen Angriffskriegsserie und den sie begleitenden massenmedien Lügen und Gleichschaltungen, bevor Wojna von der Bandbreite ein paar Worte sagte. Es herrscht in Deutschland schon längst wieder Faschismus. Faschisten, die reihenweise Angriffskriege starten und Medien und Kultur so gleichschalten, dass die Leute davon genausowenig mitbekommen wie viele es 1933 nicht mitbekommen haben, sitzen längst wieder an den Schalthebeln im Zentrum der Macht. Und drei Schlüssellieder der Bandbreite sang er auch: Selbst gemacht, Was ist los in diesem Land und Brechts Einheitsfrontlied. Ja, es gibt sie noch, interessante Kultur in Deutschland – auch wenn das dem herrschenden Faschismus der Mossad-Fraktion und der NATO-Imperialisten überhaupt nicht passt.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/12/15/es-gibt-sie-noch-interessante-kultur-in-deutschland/



Private Anmerkung von Harry Popow: Ich war dabei. Draußen und drinnen. Klare Worte zu Krieg und Kriegsgefahr, Rüstung und Lügenmedien. Überraschend viele Kundgebungsteilnehmer, erst recht im Babylon. Beifall über Beifall für für treffgenaue Argumente, für Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Gestern in der „jungen Welt“: Die Autoren Daniel Bratanovic und Sebastian Carlens geben sich der Diffamierungsorgie hin und bezeichnen den Titel Neue Rheinische Zeitung als anmaßend. So beschmutzt sich die Zeitung selbst. Man merkt nicht, dass die Macher der NRhZ viel näher bei Marx ... 

Dienstag, 12. Dezember 2017

Aktuelle Blogstatistik

Blog-Statistik

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Denunzianten


Zensur statt Kultur – Dr. Lederer als Krisensymptom der Linken


VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 12. DEZEMBER 2017


von Rainer Rupp – https://deutsch.rt.com

Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant. Ein linker Kultursenator bekämpft eigene Gesinnungsgenossen vehementer als den politischen Gegner. Und er ist nicht der Einzige. Was ist eigentlich in der Linkspartei los?



von Rainer Rupp

Mit der Frage nach dem Geisteszustand, „Sind die Linken im Parteivorstand verrückt geworden?“, traf der engagierte Antimilitarist, vielfach preisgekrönte Schriftsteller und Journalist Dr. Wolfgang Bittner den Nagel auf den Kopf. Auf diese Weise reagierte der promovierte Jurist Bittner am 7. Dezember auf einen Mehrheitsbeschluss des Parteivorstands. Der Beschluss sollte den linken Berliner Kultur-Senators Dr. Klaus Lederer unterstützten, der die Verleihung des von der linken Neuen Rheinischen Zeitung(NRhZ) ausgelobten Karlspreises an den bundesweit bekannten Journalisten Ken Jebsen mit bösartigen Verleumdungen zu hintertreiben versucht hatte.

Als Gebieter über den Kulturetat der deutschen Hauptstadt hatte der linke Zensur-Senator den Betreiber des einzigen städtischen Berliner Kinos – „Babylon“ – genötigt, den Mietvertrag für eine Preisverleihung an Jebsen am 14. Dezember 2017 zu kündigen. Zur Begründung führte Genosse Lederer das Argument an, dass die Veranstaltung nichts Anderes sei als ein „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“. Zudem würde es dort von „Querfront“-Anhängern nur so wimmeln.

Die „Querfront“ unter jedem Gullydeckel



Vergiftete Worthülsen wie „Querfront“, die je nach Gefühl alles und nicht aussagen, sind natürlich ganz tolle justiziable Rechtfertigungen zur Aufkündigung eines rechtsgültig abgeschlossenen Mietvertrags. Wahrscheinlich sind deshalb auch Lederer Zweifel gekommen. Daher hat er mit der noch immer garantiert wirkenden Antisemitismuskeule nachgelegt. Jebsen – so heißt es in seiner Facebook-Nachricht weiter – sei in der Vergangenheit durch „offenen, abgründigen Israelhass“ sowie durch die „Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster in Erscheinung getreten“. Tatsächlich kündigte der Betreiber des Kinos daraufhin den Mietvertrag mit der NRhZ, woraufhin diese prompt einen gerichtlichen Beschluss zu ihren Gunsten erwirkte.

Damit hat Lederer mit seinem Zensur-Versuch vor einem Berliner Amtsgericht eine Schlappe auf ganzer Linie erlitten. Die Preisverleihung wird am Donnerstag, dem 14. Dezember, wie vorgesehen im Babylon stattfinden. Das Gericht sah weder den vom Senator ausgeübten Druck noch die vom Babylon-Betreiber vorgebrachten anderen Argumente als hinreichende Begründung für den Vertragsbruch.

Dabei hätte der promivierte Jurist Lederer es besser wissen müssen – und auch, dass Artikel 5 des Grundgesetzes das Recht eines jeden garantiert, „seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“. War dem Genossen Lederer bereits die Arroganz der Macht zu Kopf gestiegen? Hatte er gar womöglich geglaubt, dass seine denunziatorischen Schlagworte automatisch in Berlin blindes Gehör finden würden.

Vielleicht aber ist Genosse Lederer trotz seines Doktortitels der Jurisprudenz dümmer als man glaubt. Dafür spricht u. a. seine Rechtfertigungsrundmail, die er als Antwort auf die vielen Proteste gegen seinen Zensurversuch in die politische Landschaft geschickt hatte. Für den Kolumnisten Ulrich Gellermann besteht das „Glanzstück“ dieser Mail aus nachfolgender Passage:

‚Verboten‘, wie immer wieder kolportiert wurde, habe ich die Veranstaltung nicht und könnte ich auch nicht. […] (Aber) wer erhebliche öffentliche Mittel erhält, trägt eine besondere Verantwortung dafür, was in seinen Räumen stattfindet und wer dort eine Plattform erhält.

Mehr lesen: Causa Jebsen und der fortschreitende Niedergang der politischen Diskussionskultur in Deutschland
Unverhohlene Erpressung als kritische Äußerung

Mit dieser Warnung wollte der Herr Senator auch dem Dümmsten klarmachen, welcher Wind durch die Flure der Berliner Verwaltung weht. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt heißt das: „Wer Geld aus Lederers Haus erhält, der soll sich gefälligst auch an Lederers Meinung halten“, so Gellermann.

Auch Andrej Hunko, MdB der Linken, übte scharfe Kritik an den Versuch Lederers, sein Fehlverhalten in der Rundmail zu bagatellisieren. In einer persönlichen Erklärung schreibt Hunko:

Es ist ein Unterschied, ob ich eine Preisverleihung an einen Journalisten gut finde oder nicht. Es ist etwas Anderes, ob ich mich dagegen öffentlich äußere oder sogar friedlich demonstriere. Es ist wiederum etwas Anderes, ob ich sie physisch verhindern will. Und es ist etwas Anderes, ob ich als Inhaber eines öffentlichen Amtes Druck auf eine von öffentlicher Finanzierung abhängige Einrichtung ausübe, um die Veranstaltung zu verhindern.

Letzteres als „kritische Äußerung“ zu bagatellisieren, wie es Lederer in seiner Mail getan habe, sei ein Versuch, „genau diese Unterschiede zu verwischen“.

Auch wenn manche Ken Jebsens Art des Auftretens nicht lieben, so wird ihm niemand, der vorbehaltlos seine Arbeit für die antimilitaristische und friedenserhaltende Aufklärung bewertet, umhinkommen, ihm zumindest großen Respekt zu zollen. Erst recht ist Jebsen – jedenfalls nach europäischen Maßstäben – kein Rassist oder Antisemit.

Das ist eine absurde und längst von Gerichten widerlegte Beschuldigung. Dennoch wird diese Beschuldigung von sich als „links“ bezeichnenden Eiferern immer wieder, in der Regel anonym, gegen Jebsen eingesetzt. Dabei gehört der zu den wenigen unbeugsamen Journalisten, die sich mutig der Kriegspropaganda entgegenstellen, die tagtäglich in den Konzern- und Regierungsmedien Verbreitung findet.

Was aber macht Ken Jebsen so besonders gefährlich für das linke Establishment und dessen Anhang? Wahrscheinlich ist es die ungewöhnlich große und ständig wachsende Zahl seiner Leser, Zuhörer und Zuschauer, die in die Hunderttausende geht. Damit aber wird auch das Definitionsmonopol der Parteiführung über linke Friedens-, Sozial- und Wirtschaftspolitik in Frage gestellt. Dies wiederum erschwert die Verwirklichung der Pläne der Parteiführung, die mit ihren angepassten Vorstellungen perspektivisch auf eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen ausgerichtet ist. Eine solche aber würde die Aufgabe linker Grundpositionen voraussetzen, wie z. B. die Ablehnung jeglicher Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Bei möglichen Neuwahlen zum Bundestag könnte sich bereits im Frühjahr 2018 eine Chance auf eine rot-rot-grüne Koalition ergeben. Daher ist es für die Linken-Führung wichtig, die in der Partei und in der Bevölkerung noch vorhandenen Widerstände gegen diese Pläne zu schwächen und sich zugleich von allen linken Bewegungen, die gegen NATO, gegen die EU-Militarisierung und gegen die neoliberale Globalisierung sind, entschieden zu distanzieren. Aber das allein genügt nicht, um bei der SPD und bei den Grünen als Koalitionär auf Bundesebene glaubwürdig zu werden. Daher versuchen die linken Emporkömmlinge im real existierenden Neoliberalismus, sich mithilfe von Diffamierungen linker Andersdenkender als Querfrontler, Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker und durch deren Denunziation als rechtsaffin oder antisemitisch als verlässliche Partner in der marktkonformen BRD-Demokratie zu profilieren.

Das hat auch die über deutsche Grenzen hinaus bekannte Nahost-Expertin und Journalistin Karin Leukefeld am eigenen Leib erfahren. In einem Schreiben an die NRhZ, in dem sie der Redaktion zur Entscheidung des Berliner Amtsgerichts gratuliert, skizziert sie den hinterhältigen Kampf der offiziellen gegen alle andersdenkenden Linken:

Es ist ungeheuerlich, dass in Deutschland erneut Menschen ihrer Meinung und ihres Einsatzes für Frieden und Völkerverständigung wegen öffentlich angeprangert, stigmatisiert, diffamiert und bedroht werden. Autoren, Journalisten, Politiker und viele namenlose Aktivisten sind betroffen.

Begriffe aus dem Sprachschatz der Geheimdienste



Tatsächlich sei seit einigen Jahren im linken Spektrum die erschreckende Entwicklung zu sehen, dass Menschen, die für Frieden und gegen Militarismus eintreten, oder Journalisten, die über sie berichten, als „Querfront zwischen Rechten und Linken“ diffamiert werden. Ziel dieser Kampagnen sei es, Aufklärung zu verhindern und durch Denunziation das Engagement dieser Menschen zu lähmen, die sich gegen eine neue deutsche Großmachtpolitik organisieren, die den Krieg so sicher enthält wie die Regenwolke das Wasser.

In den 1950er Jahren galt diese Art der Diffamierungskampagnen vor allem denjenigen, die gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands und die atomare Rüstung auftraten, darunter viele Kommunisten. Später waren es die Proteste gegen den Vietnamkrieg, gegen Kolonialismus, gegen Besatzung und Rassismus. Dann traf es die Initiativen gegen Atomkraft, Proteste gegen den Jugoslawienkrieg, gegen den Afghanistankrieg und dann den Irak-Krieg, gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung sowie gegen die Militarisierung des Alltags. Diffamierungskampagne folgte auf Diffamierungskampagne. Aktuell richten sie sich vor allem gegen Menschen, die für Frieden und für die Verständigung mit Russland eintreten.

Allerdings gibt heute einen wesentlichen Unterschied zu früheren Zeiten: Damals mussten die Vertreter des Kapitals, die rechten Militaristen, die Revanchisten und Erzkonservative die linken Bewegungen für Frieden und gegen Aufrüstung noch selbst denunzieren. Heute erledigt das Establishment der Partei „Die Linke“ diese schmutzige Arbeit für sie. Dafür dürfen Establishment-Linke sogar in Konzernmedien, die sonst ständig für neue Kriege werben, andersdenkende Friedensaktivisten als „Querfrontler“ diffamieren und möglichst auch noch beruflich ruinieren.

Meist finden die linken Schmutz- und Diffamierungsaktionen gegen Andersdenkende jedoch anonym statt. Nur selten können Ross und Reiter so klar benannt werden wie im Fall Lederer. Daher hat Wolfgang Gehrcke, bis 2017 außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken, daran erinnert, dass Ausdrücke wie „Querfront“ aus der Requisitenkiste der Geheimdienste stammen. Zugleich hat er den Vorstand der Linken aufgefordert: „Macht Schluss mit stalinistischen Geheimverurteilungen.“ Stattdessen plädiert er für eine „öffentliche argumentative Auseinandersetzung“ statt Verurteilungen mit leeren Begriffen.

https://deutsch.rt.com/meinung/61995-zensur-statt-kultur-dr-lederer /





Sonntag, 10. Dezember 2017

Wortmeldung von Fariss Wogatzki

Herr Fariss Wogatzki, dessen Buch "Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!" ich kürzlich unter dem Titel DIE "FACKEL" DES HERAKLES rezensieren durfte, schickte mir soeben aus gegebenem Anlass folgende Zeilen:

Lieber Herr Popow, wir sind informiert und mehr noch erschüttert doch nicht tatenlos über des zum Verbrechen angestachelten, abermaligen und fortgeführten Verbrechens gegen Palästinenser seit vergangenen Mittwoch.Wer die DDR versteht, wer den Raub und die Aushöhlung der faktischen Geschichte der DDR versteht, hat ein zweifelsfrei elementares geistiges Rüstzeug die imperialistische Propaganda zu schlagen. Wie mir jedoch scheint, sind die meisten jungen Menschen nicht in der praktischen Lage,die sonnenklaren Zusammenhänge zu verstehen, oder aber auf diese adäquat und selbstdenkend kreativ zu reagieren. Herzlich Fariss Wogatzki
Mein Name ist Fariss Wogatzki

Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR) geboren. Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD am 04.10.1990 wurde ich durch Räson-Lüge "Im deutschen Namen" zum "immerwährenden" Schuldner der durch die >>reaktionärste Elite Deutschlands, der  deutschen Wirtschaft, der deutschen Rüstungsindustrie, der  deutschen Bankhäuser, der deutschen Regierung!<< am millionenfachen Mord durch die Reichsregierung Deutschlands.
Durch den vergesellschafteten "Lettre de caché" gegen das Volk von
Deutschland, die Schuldverschiebung, die Ursachenleugnung durch die
Bundesregierungen wurde ich mit meinem 19. Lebensjahr zum Mitttäter am Mord von 6 Millionen Juden verurteilt. Wer die vielen Millionen anderen Mordopfer der deutsch-faschistischen Regierung in der bundesdeutschen Geschichtsdeutung sucht, hat zu suchen. Im Geschichtsbild der Bundesregierung gibt es Juden als Opfer und Deutsche als Täter. Das war´s.

Mein Name ist Fariss Wogatzki. Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR)
geboren. Ich besuchte eine Polytechnische Oberschule. >>Meine Lehrer
zeigten mir auf, wer die Installateure des “Dritten Reichs” waren, wo
die Ursachen der deutschen Verbrechen lagen, wo und wie die Verbrecher
nach 1949 wieder eingereiht wurden. Wer könne mir das Gegenteil
beweisen? Wer will die Tatsachen leugnen?<< (Aus: Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!; Zambon Verlag 2017)

Die Inkollektivhaftnahme aller Menschen in Deutschland für die
deutsch-faschistischen Mordtaten, der Massenmorde, wie die
Bundesregierung sie in obszöner Weise reduziert auf 6 Millionen
jüdischer Menschen, zeigt allen Menschen in Deutschland: Das ab Mai 1945 in Ruheschaft befundene System Imperialismus in Deutschland wurde im Oktober 1990 ganzheitlich re-union-ös  reinstalliert. Es herrscht in Deutschland kein Faschismus. Doch die Rekonstruktion der einzigen
Geschichte des deutschen Faschismus, jeder Vernunft gebrauchende Mensch richtet dabei seinen Verstand  allein auf Fakten und nicht auf der
imperialistisch bundesdeutschen Interpretation von Geschehnissen der
Geschichte, sieht, dass sich der deutsche Faschismus nach 1948 in den
bundesdeutschen Amtsstuben in nahezu identischer Position befand.

Die westalliierten Mächte spalteten den Völkerbund deutscher Länder,
installierten als geostrategischen Stützpunkt die Bundesrepublik,
pfropften dem bundesdeutschen Volk das nie vorgelegte Grundgesetz vor im bereits bestandenen Kalten Krieg; vorneweg die losgelöste
Währungsreform. Grundsätzlich und unwidersprochen: "Die Bundesrepublik war ein Glücksfall für die Täter des Verbrecherstaates."

Mein Name ist Fariss Wogatzki. Ich wurde 1971 in Berlin-Pankow (DDR)
geboren. Ich habe nicht die bundesdeutschen Schulbildung erdulden müssen.  Der signifikante Bildungsunterschied der zwei deutschen Teilstaaten ist im Grundsatz zu finden, dass auch mir alle Ursache menschlichen, allem staatlichen Unrecht und faschistischen Verbrechen aufgezeigt wurde. Und aus diesem signifikanten Grund verweigere ich mich der zionistischen Mittäter in Deutschland, der israelischen Verbrecher und ihrem imperialistischen Rassenfanatikern.

Wie ich den deutschen Faschismus verabscheue, verabscheue ich den
israelischen Faschismus gegen das Volk Palästinas. Ich verabscheue mit
Recht & Pflicht die israelischen Faschisten. Ich verabscheue die
bundesdeutsche Proliferation am Faschistenstaat Israel. Und ich
verabscheue es, dass dem Zionismus in Deutschland Haus und Hof,
Schatzkammern, Medien und Formungsanstalten angeschlossen sind; dass es dem Zionismus gestattet wurde, das Judentum zu missbrauchen und der
zionistische Faschismus in Deutschland gefördert wird.

>> Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!<<, dass der Faschismus
vom faschistischen Deutsches Reich in modifizierter, auf des Zionismus
Ansprüche an Israel weitergegeben wurde. Wie Deutschlands
imperialistische Ignoranz, sind die UNO mit ihrem Unrechtsurteil
Resolution 181 Beteiligte am Verbrechen gegen das Volk Palästinas.

Ich, Fariss Wogatzki gebe Zeugnis über meine Verachtung gegenüber dem
israelischen Faschismus und seinen deutschen Zulieferern. Ich gebe
Zeugnis der  Leiden des palästinensischen Volkes; und ich sage: Möge
keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!

Ihr Deutschen wisst um die Verbrechen und Verbrecher! Eure einzige
Schuld ist es, euch dem Faschismus, gleich woher er kommt, gleich
welcher Begründungen er sich bedient, mit aller Kraft nicht
entgegenzustellen. Immer wieder wird auf die ungeheuerliche Schuld hingewiesen, die uns zum Schweigen bringen soll. Aber wie kann man gerade in Deutschland schweigen, wenn erneut ein solches Unrecht, auch durch unsere Hilfe und ein "besonderes Verhältnis" zum "Jüdischen Staat" ermöglicht wird.

Legt ab die Lüge der immerwährenden Schuldketten des Imperialismus, und kämpft als Menschen für das Recht und die Freiheit aller Menschen und aller Völker. Schließt euch alle zusammen, im internationalen Kampf für die Freiheit des palästinensischen Volkes.








Freitag, 8. Dezember 2017

Erfolg vor Gericht

NRhZ-Pressemitteilung, 07.12.2017


Erfolg vor Gericht

Urteil macht den Weg frei für die Verleihung des Kölner Karlspreises an Ken Jebsen am 14. Dezember im Babylon

Das Amtsgericht Berlin-Mitte hat am Donnerstag, 7.12.2017, in der Sache NRhZ ./. Babylon zugunsten des Antrags auf einstweilige Verfügung geurteilt. Die auf Druck des Berliner Senats erfolgte Absage der Preisverleihungsveranstaltung am 14.12.2017 im Berliner Kino Babylon war rechtswidrig und muss zurück genommen werden. Das heißt: die Neue Rheinische Zeitung wird den Kölner Karlspreis für engagierte Literatur und Publizistik am 14. Dezember ab 18 Uhr im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz im Rahmen einer dreistündigen Festveranstaltung an Ken Jebsen verleihen.

Die Absage der Veranstaltung seitens des Babylon war wie folgt begründet worden: „Aufgrund des ausgeübten Drucks des Berliner Senats musste meine Mandantin (Babylon) konsequenter weise Ihnen (NRhZ) gegenüber die Absage erklären... Hervorzuheben ist dabei, dass der Senat seinerseits auf starken Druck von Presse und anderen Verbänden reagierte und diesen Druck eben auf meine Mandantin (Babylon) übertrug.“ Auch von anonymen Drohungen gegen das Babylon als Institution wie auch gegen seinen Geschäftsführer als Person ist in der Absagebegründung die Rede. Diese und weitere nachgeschobene Begründungen rechtfertigen laut Gericht die Absage nicht. Der Vertrag ist einzuhalten.

Insofern ist das Urteil ein Plädoyer, sich auf Zensur hinauslaufendem Druck aus Politik, Medien und Verbänden nicht zu beugen. Demokratie und Meinungsfreiheit dürfen nicht den Interessen der wenigen Mächtigen geopfert werden. Politik – insbesondere Politik, die sich als links versteht – darf sich nicht in deren Dienst stellen. In diesem Zusammenhang benutze diffamierende Begriffe sind keine Argumente. Oskar Lafontaine bezieht in Sachen Karlspreisverleihung aktuell Stellung und bringt es klar zum Ausdruck: „Begriffe wie 'Verschwörungstheoretiker' oder auch 'Querfront' stammen aus dem Arsenal der Geheimdienste.“ Sie sind dazu geschaffen, die Aufklärung imperialer Verbrechen und Bündnisse, die sich dagegen richten, zu torpedieren. Es ist geboten, sich jeglichen offenen oder verdeckten Maßnahmen der Verleumdung zu widersetzen. Deshalb heißt es auf dem Berliner Rosa-Luxemburg-Platz am 14.12. ab 16 Uhr bei der von NRhZ in Kooperation mit KenFM veranstalteten Protest-Kundgebung: "Demokratie und Meinungsfreiheit verteidigen".

Wer sich nicht heute Diffamierung, Verleumdung und Denunziation widersetzt, kann schon morgen in noch üblerer Weise zur Zielscheibe werden.



Pressemitteilung auch hier:

NRhZ-Pressemitteilung: Urteil macht den Weg frei für die Verleihung des Kölner Karlspreises an Ken Jebsen am 14. Dezember im Babylon
Erfolg vor Gericht
NRhZ 640 vom 07.12.2017
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24420

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Neues Buch: HERAKLES IM ABENDLAND

Harrys Bücher


IN DIE STILLE GERETTET

Harry Popow: „In die Stille gerettet. Persönliche Lebensbilder.“ Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2010, 308 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86268-060-3)

ZWISCHEN START UND LANDUNG

Eckhard Lange: „Zwischen Start und Landung, Gelebt-gearbeitet-geflogen“, ein Lebensbericht, (Ghostwriter: Harry Popow), 168 Seiten, Preis: 17,50 Euro – Versandkostenfrei, Juli 2013, Druck und Verlag: dbusiness.de Digital Business and Printing Gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, E-Mail: greifswalder@dbusiness.de oder info@dbusiness.de , www.copyhouse.de , Telefon: 030 44650342. Buchbestellungen bitte über die email Adresse info@copyhouse.de.

WETTERLEUCHTEN

Harry Popow: „WETTERLEUCHTEN - Platons erzürnte Erben haben das Wort“. Rezensionen, Essays, Tagebuch- und Blognotizen, Briefe – ein Zeitdokument“, Verlag: epubli GmbH, Auflage: 1 (18. Dezember 2015), Berlin, 392 Seiten, www.epubli.de , ISBN-10: 3737580650, ISBN-13: 978-3-7375-8065-6, Preis: 21.99 Euro

Im Stillen Park der untoten Seelen

Harry Popow: "Im Stillen Park der untoten Seelen. Tamaras Notizen – auf der Spur von Träumen und ungeweinten Tränen", AAVAA-Verlag, 1. Auflage 2016, Umschlaggestaltung AAVAA Verlag, Coverbild: Harry Popow, 335 Seiten, Taschenbuch, ISBN: 978-38459-1956-0, Preis: 11,95 Euro, Hohen Neuendorf b. Berlin, Neuerscheinungen im Juni:
http://www.aavaa.de/Im-Stillen-Park-der-untoten-Seelen
 Postadresse: Birkenwerderstraße 8, 16562 Hohen Neuendorf, OT Bergfelde, Fax: 49-3303-518 24 49

DÄMMERZEIT

Harry Popow: "DÄMMERZEIT.  EIN KESSEL  STREITLUST", epubli-Verlag. Taschenbuch, Format DIN A5, 204 Seiten, ISBN: 978-3-7375-3822-0, Preis: 11,99 Euro, zu bestellen:
http://www.epubli.de/shop/buch/D%C3%84MMERZEIT-Harry-Popow-9783737538220/52205

Telefon: 030/ 617 890 200

Der Schütze von Sanssouci

Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch: 356 Seiten, Verlag: epubli; Auflage: 1 (22. Dezember 2016), Sprache: Deutsch, ISBN10: 3737538301, ISBN-13: 978-3737538305, Preis: 19,99 Euro
epubli GmbH - Print-on-Demand & Self-Publishing
Verlagsadresse: Prinzessinnenstraße 20, 10969 Berlin
Telefon des Verlages: 030 6178900
http://www.epubli.de/shop/buch/Sch%C3%BCtze-von-Sanssouci-Harry-Popow-9783737538305/59563

Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse & Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch, 356 Seiten, Druck und Verlag: dbusiness.de gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, ISBN 978-3-94683-729-9, Copyright © 2016, Email: info@dbusiness.de, www.dbusiness.de, Bestelladresse: http://www.shop.dbusiness.de/article/show/der-schuetze-von-sanssouci , Preis: 12,95 Euro

Das Schwedenhaus
.
Harry Popow: „Das Schwedenhaus. Abgehauen in die Stille – Persönliche Lebensbilder“, Taschenbuch: 183 Seiten, Verlag: AAVAA Verlag (1. April 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3845922443, ISBN-13: 978-3845922447, Preis: 11.95 Euro, http://www.aavaa.de/Das-Schwedenhaus

EISZEIT-BLÜTEN

Harry Popow: „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“, Taschenbuch: 508 Seiten, Verlag: Independently published, Brokatbook Verlag, (17. September 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549766864, ISBN-13: 978-1549766862, Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 21,6 cm, Preis: 12,50 Euro
https://www.amazon.de/EISZEIT-BL%C3%9CTEN-ROTE-NELKEN-GR%C3%9C%C3%9FE-AUS-BL%C3%9CHENDEN-LANDSCHAFTEN/dp/1549766864/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508245074&sr=1-1&keywords=EISZEIT-BL%C3%9CTEN


HERAKLES IM ABENDLAND

Harry Popow: „HERAKLES IM ABENDLAND. EIN SACK PFEFFER“. Texte: © Copyright by Harry Popow, Umschlaggestaltung: © Copyright by Harry Popow, Verlag: Selbstverlag, Dorfstraße 18 A, 15566 Schöneiche b. Bln. harry.popow@gmx.de , Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, ISBN: 978-3-7450-6521-3, Seiten: 304, Preis: 17,99 Euro
https://www.epubli.de/shop/buch/HERAKLES-IM-ABENDLAND-Harry-Popow-9783745065213/70169



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Auf zur Kundgebung am 14. Dezember, 16 Uhr


05.12.2017
Christiane Reymann und Wolfgang Gehrcke



Unsere Antwort


An die Mitglieder des Parteivorstands der Partei DIE LINKE, an Katja Kipping, Bernd Riexinger und Harald Wolf


Liebe Katja, lieber Bernd, lieber Harald, liebe Genossinnen und Genossen des Parteivorstands der LINKEN, Ihr habt am 03.12. einen Beschluss über uns gefasst und darüber die Öffentlichkeit informiert, nicht aber uns, weder vorher noch nachher. Wir machen es etwas anders: Wir suchen das Gespräch mit Euch und informieren darüber die Öffentlichkeit.

Ihr habt lange im Parteivorstand über uns persönlich diskutiert, so wurde uns berichtet, und dann die Erwartung an die Mitglieder der LINKEN ausgesprochen, nicht an der Kundgebung am 14.12. um 16 Uhr auf dem Berliner Rosa-Luxemburg-Platz teilzunehmen. Es ist, nur zur Klarstellung, eine Kundgebung auf dem Rosa-Luxemburg-Platz „zwischen Babylon, Volksbühne und Parteizentrale der Linken“, wie die Veranstalter schreiben, eine Kundgebung „für „Demokratie und Meinungsfreiheit“ und nicht gegen die LINKE. Ihr erwartet in Eurem Beschluss, dass Mitglieder der LINKEN daran nicht teilnehmen.

Wir unsererseits haben eine Erwartung an Euch: Macht Schluss mit stalinistischen Geheimverurteilungen. Ihr habt uns von dem Tagesordnungspunkt weder vorher informiert, noch uns zu der Debatte eingeladen, noch uns danach informiert. Im Übrigen: Der  Parteivorstand ist keine Schiedskommission und selbst die hat nicht das Recht, in Abwesenheit und ohne Anhörung der „Beschuldigten“ Urteile zu fällen.

Euer Beschluss verdächtigt uns der Querfront-Strategie. Querfront, das ist eine Strategie, um rechtes Gedankengut in linke Bewegungen einzuschleusen. Das ist ein schlimmer Vorwurf an unsere Adresse, nicht bewiesen und nicht zu beweisen, er ist nur eins: diffamierend und falsch. Im Gegenteil: Wir zerbrechen uns den Kopf und arbeiten daran, wie man gegen die dramatische Rechtsentwicklung in unserem Land und in Europa einen breiten antifaschistischen Widerstand aufbauen und stärken kann; in ihm werden sich immer mehr Menschen und Kräfte engagieren, die aus ihren eigenen Motiven und Überzeugungen, die nicht unbedingt unsere sein müssen, mit den Verhältnissen so, wie sie sind, unzufrieden sind.

Ihr wisst, wir sind der Unidad Popular (oder Volksfront und Einheitsfront) verpflichtet, jedenfalls der Konsenssuche, wie sie im Krefelder Appell in den Jahren 1980-83 zu den bislang größten Mobilisierungen gegen Krieg nach dem Krieg geführt haben. Zumindest könntet Ihr es wissen, denn wir kennen uns nun schon einige Jahrzehnte: Wir haben die PDS im Westen gegründet, alles für den Konsens mit der WASG getan, dann die Europäische Linkspartei, endlich sind wir Gründungsmitglieder der LINKEN. Sollte es etwa so sein, dass unsere Freunde und Freundinnen in Israel, mit denen wir viele Veranstaltungen, Seminare, Kunstausstellungen in Deutschland und Israel organisiert haben, unsere Haltung besser kennen als Ihr?

Zurück zum Kern des aktuellen Konflikts: Er entzündete sich unsererseits nicht an der Frage pro oder contra Ken Jebsen, sondern daran, dass der Kultursenator, unser Genosse Klaus Lederer, hinten herum durch Einflussnahme auf den Vermieter, das Kino Babylon, eine politische Auseinandersetzung durch eine administrative Maßnahme ersetzt hat. Dieses Verhalten hat es in der Geschichte der Linken schon zu oft gegeben, es wird gemeinhin als Zensur bezeichnet. Dagegen wenden wir uns.

Das Parteiensystem in Deutschland, wie auch in Europa, ist in einem tiefgreifenden Umbruch begriffen. Wir wollen, dass DIE LINKE nicht Beobachterin, sondern aktiver, progressiver Teil dessen ist. Es ist die Aufgabe der LINKEN zu verhindern, dass in diesem Umbruch die Rechte noch stärker wird. Darin war die PDS im Osten einmal erfolgreich. Wir können nicht nur auf die Partei, ihre Entwicklung, ihre Erfolge bei Wahlen schauen, so wichtig die auch uns sind; wir müssen die ganze Gesellschaft ins Blickfeld nehmen, um zu einer notwendigen breiten Gegenwehr gegen Kriege der Worte, der Waffen und der Wirtschaft beizutragen. Darum haben wir übrigens auch den Aufruf „Abrüsten!“ mit auf den Weg gebracht.

Schon jetzt allerdings hat DIE LINKE, nicht zuletzt durch den Beschluss des Parteivorstands, sehr viel an Zuwendung zur Linken kaputt gemacht und Misstrauen gesät bzw. verstärkt. Solcherlei administrative Unvereinbarkeitsbeschlüsse haben selten genutzt. Der angerichtete Schaden kann, wenn überhaupt, aus unserer Sicht nur durch eine öffentliche argumentative Auseinandersetzung geschmälert werden. Dazu fordern wir Euch auf. Dazu sind wir bereit. Eurer Erwartung, uns aus der Kundgebung für Demokratie und Meinungsfreiheit und/oder der Preisverleihung an Ken Jebsen herauszuhalten, kommen wir nicht nach.

Mit solidarischen Grüßen

Christiane Reymann und Wolfgang Gehrcke