Freitag, 16. Januar 2015

Lügenpresse


Übermittel von Matthias Muntschick

Die Lügenpresse und die Bürger ohne Lobby
Die Entscheidung Lügenpresse zum Unwort des Jahres zu erklären ist eine falsche. Herr Hebel die deutsche Pressefreiheit ist von Lobbyisten und Think Tanks bedroht, nicht von ein paar Tausend deutschen Demonstranten. Nicht die Pressefreiheit ist in Gefahr, unser aller Freiheit dafür schon. Das nur Russland Herrn Snowden Asyl gewähren konnte, sagt viel mehr darüber aus wie es der Westen mit Informations- und Pressefreiheit hält, als wenn ein paar Demonstranten Lügenpresse skandieren.
Volkes Stimme hätte sicher eine andere Entscheidung getroffen. Mein Unwort ist und bleibt Putinversteher, weil ich bis heute nicht verstehe, wie jemand der etwas verstehen will zum Feindbild wird und weil es mich nachhaltig wütend macht. Wütend, weil die Verwendung dieses Begriffs die Kritik mundtot machen will, es wertet bewusst ab um den Streit, die Debatte und den nötigen Konsens zu verweigern. Das ist das Ende der Demokratie und der Wahrheit. Im Ergebnis schwächt es die Position vieler in dieser Gesellschaft, unsere Sorgen, Gedanken, Wünsche und Handlungen werden nicht nur ignoriert, nein sie werden auch verurteilt und abgewertet. Die Entscheidung für Lügenpresse als Unwort stellt sich schützend vor eine abgehobene und arrogante Journalistenkaste, die es eigentlich hart zu kritisieren gilt. Die offenbare Gleichschaltung auf Natokurs, das Unterdrücken von Informationen, bewusste Falschmeldungen und Übertreibungen – es ist unübersehbar das die Presse ihre Aufgabe in der Gesellschaft vergessen und verraten hat.
Die ÖR sollten die Lobby der Bürger sein und nicht Regierungs- oder schlimmer Natosprecher. Man beruft sich in den Redaktionen immer wieder auf die Quoten. Dazu ein Hinweis, ja wir schauen Nachrichten, wir nennen sie jetzt aktuelle Kamera und während wir schauen analysieren wir die Worte und Gesten darauf, wo wir gerade hinter die Fichte geführt werden sollen. Anfangs war das noch lustig, jetzt nach Monaten wird mir nur noch übel, wir sollten wirklich damit aufhören.
Wir hören nichts mehr über den Folterbericht der CIA, weder von der Presse, noch von unserer Regierung. Ich will hören das wir uns davon entschieden distanzieren, das wir es verurteilen. Wer tritt unseren Politikern auf die Füße und stellt dazu bohrende Fragen? Frau alternativlos Merkel wie halten sie es mit der Folter? Bedeutet ihr Schweigen das sie Folter billigen? Gehört Folter jetzt zu unseren westlichen Werten? Erweiterte Verhörmethoden Herr Hebel war wirklich nicht ihr Unwort dieses Jahres? Journalisten die Nazisymbole und die Geschichtsvergessenheit ihrer neuen ukrainischen Freunde hartnäckig übersehen, sollten bei dem Wort Lügenpresse nicht empfindlich zusammen zucken. Eines hat diese Wahl jedenfalls bewirkt, sie hat mich auf die Idee gebracht häufiger ein Wort einzusetzen das ich bisher noch nie benutzt habe. Wer verschweigt, lügt. Wer manipuliert, lügt. Wer die Unwahrheit sagt, lügt. Wer übertreibt, lügt.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Z.

Beste Grüße

Jens