Donnerstag, 11. Februar 2016

Harte Landung im kapitalistischen Alltag

User Elke zum Beitrag „Flüchtlingen helfen – Kapitalismus abschaffen

Das Anliegen des Schreibers erscheint mir klar. Die Gegenüberstellung
Rechtspopulisten /Neonazis versus Linke und Humane (für mich ev. liberales Bürgertum) ist bedenklich, da er eine dritte Front hätte eröffnen müssen, denn Linke und Humane passen nun auch nicht in einen Topf, aber sie bilden natürlich an der Oberfläche eine Front kontra Neo...., dass beide Seiten untergehen, will ich nicht hoffen, denn Linke und Humane müssen schon die Oberhand gewinnen. Die Linke sollte und muss kämpferisch bleiben, die Esoteriker hat er schon richtig bei den Humanen angesiedelt. Natürlich kann man bei den Linken, sofern sie in öffentlichen Gremien auftreten, manchmal das Gefühl haben, sie sind auf der Stufe des Humanismus stehen geblieben. 


Die Diskussion, die Linken hätten zu viel geglaubt, kann er stecken lassen, wer wie wir als DDR Bürger die politische Entwicklung im Sozialismus scharf sah, hat wohl Kämpfe erkannt, wobei wir wirklich manches zu naiv gesehen haben (großer Bruder). Die Forderung nach dem Primat der Ökonomie bringt er und dieses Primat hatten wir schon. Für mich bringt es zur Grundthese von der Beseitigung des Widerspruchs zwischen der gesellschaftlichen Produktion und der privaten Aneignung, also zum Privateigentum von PM. Bei allen Ausbildungsvarianten, ob Fachschule, Uni oder Bezirksparteischule, habe ich das so gelernt und entnehme das auch,verschwommen zwar, dem Artikel. Das ist nicht schlecht. Was ich in meinem ganzen Leben nicht leiden konnte, dass viele Genossen sich immer an vorgegebene Begriffe gehalten haben, so in der Art, „wie schon Genosse Honecker auf dem x. Plenum sagte“, so wurde alles breit- und zertreten und man konnte keinen Fehler, sich aber dafür „beliebt machen“. 

Insofern ist Deine Toleranz gegenüber der Verwendung des Wortes Kapitalismus (schließlich wissen wir ja Imperialismus = höchstes Stadium des Kapitalismus) durchaus gerechtfertigt. In einer Diskussion kann man ja darauf hinweisen, dass wir jetzt das höchste Stadium … leider erreicht haben. Solche versuchten Wortklaubereien erinnern mich an eine bekannte Gestalt aus den Meistersingern. Die Forderung nach Analyse der gegenwärtigen Verhältnisse finde ich sehr gut, denn ich frage mich auch oft, wem soll der gegenwärtige Kampf helfen, wie sind die Klassenstrukturen, was ist mit der relativen Verelendung?


Die Erkenntnis, dass die Flüchtlinge durchaus nicht in ein Paradies kommen, sondern in einen harten kapitalistischen Alltag, sollte man vor allem den Keifern gegen die „Wohlstandsflüchtlinge“ um die Ohren hauen. Gegenüber den DDR Flüchtlingen, die durchaus nicht alle politisch Verfolgte waren, hat man den Begriff nicht gehört.