Samstag, 13. Februar 2016

Gleichgesinnte

User Hennigs Mail: Möchte Gedankenaustausch
Hallo Harry, ich wünsche einen guten Tag. Deine Kommentare und Deine Erinnerung an den ersten und zweiten Weltkrieg (was die Ursachen betrifft) haben mich veranlasst, nach deiner Mail-Adresse zu suchen. Nach einigem Herumsuchen habe ich sie auch gefunden. Mir würde es gefallen, wenn wir auch per Mail Gedanken austauschen könnten, zumal du in Berlin wohnst, meiner Heimat (Marzahn). Vor einigen Jahren bin ich der Liebe wegen und auf der Suche nach Arbeit, nach Bayern gezogen, das Land des geistigen Mittelalters.
Jetzt friste ich mein Rentnerdasein hier am Rand der Welt.


Herzliche Grüße, Hans-Jürgen Hennig


10.02.2016: Harrys Antwort:


Hallo Hans-Jürgen, das freut mich sehr, Dein Angebot, uns zu mailen. Ich bin 79 Jahre alt und bin seit heute dabei, meine 69. Buchrezension zu schreiben. (Buch mit Titel "Die Tragödie der Ukraine. Ein geopolitisches Tagebuch", russischer Autor Nikolai Starikow.) Sei herzlich gegrüßt von 

Harry

12.02.2016: User Hennig:


Hallo Harry, entschuldige, dass ich nicht so schnell geantwortet habe, wie du. Du warst ja wirklich sehr schnell und wie ich im Internet gesehen habe,bist du auch unheimlich aktiv. Mit deinen 79 Jahren bist du ein Mann, der mit seinem Rentnerdasein gut zurecht kommt. Ich bin erst 67, aber mir macht das Rentnerleben zu schaffen.An deinen Kommentaren bei Youtube habe ich gleich gemerkt, dass da einer schreibt, der sich von den meisten abhebt.Manchmal ist es erschreckend, wie dumm viele Leute sind. Seit 2008 wohne ich in Bayern. Bin damals der Liebe wegen und auf der Suche nach Arbeit dort gelandet.In Berlin hatte ich vielfältige Kontakte, aber hier sind sie sehr begrenzt, weil Bayern etwas sehr anders ist als Berlin.

Geistiges Mittelalter trifft man hier massenweise an und der Spruch: "Mir san mir", der sagt schon alles. Bei Lokalwahlen habe ich erlebt, wie das geht. Ganz so aktiv, wie du bin zwar nicht, aber ich habe eine Zeit lang viele Gedichte geschrieben, siehe meine Homepage: http://www.hennig-gedichte-grafik.de/
Seit zwei Jahren schreibe ich an einem Buch, einem Fantasieroman. Eigentlich bin ich schon fertig, aber ich muss noch einige Kapitel überarbeiten, dann geht die ernsthafte Suche nach einem Verlag los.
Das Buch entstand, weil die Geburt meiner Enkelin mich so inspirierte. Sie heißt nämlich Thurid, die weibliche Form von Thor, dem nordischen Gott. Ja, meine Fantasie ist sehr rege und wie ein Dominoeffekt, kam eine Idee zur anderen und das Buch entstand, mit der Hauptheldin Thurid.
Ich wohne jetzt zwar in Bayern, aber mein Herz ist immer und ewig in Berlin. Ich hätte nie geglaubt, dass es mal so schmerzhaft sein würde.
Kurz vor Weihnachten mussten wir auch noch umziehen, weil der alte Vermieter es so wollte. Es war für uns ein Drama, zeigte es doch die Prioritäten in diesem Staat; Geld ist verknüpft mit Recht und macht.
Nun sitze ich in der neuen Wohnung, die zwar sehr schön ist, licht und hell, viel Platz, aber dafür am Arsch der Welt.Ich hoffe, dass ich mit dem länger werdenden Tagen auch wieder Lust bekommen, mein Buch fertig zu machen.


In dem kleinen Land, das von der Karte gewischt wurde, war ich Chef einer Druckerei und auf allen Ebenen aktiv. Nach der Wende gab es in Berlin das große Druckereiensterben. Die BRD war auf diesem Gebiet viel weiter entwickelt als die DDR und dann setzte auch noch die Computerisierung ein, die fast alle kleinen Ladendruckereien dahinraffte.

Herzliche Grüße, Hans-Jürgen