GLOSSIERTES
Die Bücklingsgesellschaft
Einkaufstag: Eine noch nicht gealterte schöne Frau beim Einkauf. Sie sucht lange nach der richtigen Ware. Sie findet vieles. Ab und zu bückt sie sich. Mehrmals. Sucht jene, die preisgünstig sind. Eine andere Dame beobachtet sie. Wie sie sich mehrmals als üblich bückt. Stets auf der Suche. Später an der Kasse: Die schöne Frau packt alles aufs Band. Vieles aus den unteren Etagen der Verkaufsregale. Hinter der Schönen steht die besagte andere Dame. Plötzlich hört die Schöne hinter ihr die folgende Bemerkung:“Haben sie denn das nötig?“ Langsam sich umdrehend zur Beobachterin entgegnet sie ihr mit lächelndem Gesicht, dass es die Älteren und einstigen Kriegskinder es leider wieder nötig haben, nach preisgünstigen Waren Ausschau zu halten. Die hinter der Schönen stehende Frau an der Kasse schweigt. Man sieht, sie wirkt betreten. Ob sie sogar ein wenig rot geworden ist, dafür kann sich die „Bücklingsfrau“ nicht verbürgen. Was soll man davon halten? Jeder denke und handle doch nach seinem Wissen und Gewissen wie er will. Oder? Vielleicht sollten die Geschäftemacher eine solche Gesellschaft einrichten, dass sich niemand mehr bücken muss? Es scheint, diese Möglichkeit künftig näher ins Auge zu fassen. Oder?
Harry Popow
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