Freitag, 18. September 2015

Mieses Theater - Leseauszug, siehe linkeZeitung

Finsternis ist Licht

Entnommen: http://www.linkezeitung.de/index.php/inland/parteien-2/4654-finsternis-ist-licht    

Leseauszug

Fin­ster­nis ist Licht

Geschrieben von Dag­mar Henn — http://​vine​yard​saker​.de/ Haup­tkat­e­gorie: Inland    Kat­e­gorie: Sozialpoli­tik     Veröf­fentlicht: 17. Sep­tem­ber 2015  Zugriffe: 258

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Wir leben ger­ade in einem deutschem Märchen. Die Geschichte von „Gold­marie und Pech­marie“ hat ein neues Gewand erhal­ten; die aktuelle Über­schrift lautet „Licht­deutsch­land“ und „Dunkeldeutsch­land“. Frau Merkel predigt „Willkom­men­skul­tur“, und brave deutsche Bürger über­schüt­ten syrische Flüchtlinge mit Teddybären.

Wenn es einem gelingt, in der emo­tionalen Flut noch Atem zu holen, kommt man sich vor wie in einem schlechten The­ater­stück. Oder beim Hören eines Musik­stücks, das auf einem ver­stimmten Instru­ment gespielt wird.

Erst ein­mal ist das nur eine Art Schmerz, der schwer zu lokalisieren ist. Als vor eini­gen Jahren das Münch­ner Glock­en­spiel ren­oviert wurde, klang es über ein Jahr lang falsch, tagtäglich; bis dann endlich einige Musiker genau genug hörten, um zu erken­nen, dass die Glocken für c´´ und cis´´ ver­tauscht waren… Noch ist der Quell des Schmerzes beim augen­blick­lichen Drama nicht genau zu orten; aber dass es falsch klingt, das ist sicher.

Ver­suchen wir ein­mal, das Stück in seine Bestandteile zu zer­gliedern und das eine oder andere Mal die berühmte Frage nach dem „cui bono“ zu stellen.

An der Ober­fläche sind es erst ein­mal die Bilder, die stutzig machen. Zwei davon. Das Bild des ertrunk­e­nen Kindes am Strand, und Bilder aus Budapest, die Flüchtlinge mit einem Foto von Angela Merkel zeigen und mit einer EU-​Fahne. Diese Bilder verur­sachten ein Gefühl wie eine Gräte im Mund beim Fischessen.

Wer immer sich mit dem Thema Migra­tion tat­säch­lich befasst, weiß, dass im Mit­telmeer seit vie­len Jahren Men­schen ertrinken. Eine der entset­zlich­sten Geschichten ereignete sich während der Angriffe auf Libyen. Ein Boot mit Dutzen­den Flüchtlin­gen trieb zwei Wochen lang steuer­los auf dem Mit­telmeer, begeg­nete dabei zweimal Kriegss­chif­fen, wurde von Helikoptern über­flo­gen und trieb den­noch weiter, bis die Über­leben­den schließlich in Ital­ien lan­de­ten. Zwei Wochen ohne jeden Ver­such einer Ret­tung auf einer Strecke, die zum dama­li­gen Zeit­punkt völ­lig überwacht war. Die Mel­dung schaffte es nicht in die großen Medien, und es wurde nie bekannt, welche Schiffe welcher Nation­al­ität gegen das inter­na­tionale Seerecht ver­stoßen haben, das zur Ret­tung jedes Schiff­brüchi­gen verpflichtet.

In all den Jahren star­ben Män­ner, Frauen und Kinder. Viele darunter nicht ertrunken, son­dern ver­durstet. In all den Jahren gab es nur wenige Bilder und schon gar nicht die groß angelegte Empörung, die jüngst durch die Gazetten schwappte.

Allerd­ings hatte das Bild des toten Kindes ein kleines Vor­spiel. Die Aktion des „Zen­trums für poli­tis­che Schön­heit“ vor dem Bun­destag. Auch hier gab es Einiges, das über­rascht. Man sollte nicht glauben, dass man so ein­fach jed­erzeit vor dem Bun­destag Löcher in den Rasen graben darf. Dass der milde Polizeiein­satz, der auf den Videos von dieser Aktion zu sehen ist, alles ist, was der Appa­rat hergibt. Nein, in Summe blieb eher der Ein­druck einer min­destens gedulde­ten, wenn nicht gar geförderten Ver­anstal­tung. Man kön­nte die Betreiber dieser Aktion für unschuldige Human­is­ten hal­ten – wenn sie nicht auch schon als Befür­worter eines Mil­itärein­satzes in Syrien aufge­treten wären. Was damals – also vor weni­gen Monaten –Rät­sel auf­gab, ist jetzt klar zu entschlüs­seln. Diese Aktion und das Bild gehören zusammen.

Mit dem Foto von Merkel in Budapest hat sich Tele­po­lis schon aus­führlicher beschäftigt. Merkel und die Europafahne, das wirkt wie organ­isierte Gegen­pro­pa­ganda zu den Bildern, die man aus Griechen­land sieht.

Aber gehen wir doch ein­mal zu den Fakten.


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