Montag, 27. März 2017

Appell gegen Idioten

Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23652



Appell gegen die Idioten, die die Welt in den Untergang treiben



Was tun?



Von Paul Craig Roberts

Diese Frage ist auch der Titel des Hauptwerks von Wladimir Iljitsch Lenin. Darin hat dieser die Theorie von der "Avantgarde des Proletariats" begründet, die revolutionäre Ideen unter der Arbeiterklasse verbreiten soll, in der Karl Marx die herrschende Klasse der Zukunft gesehen hat. Erst unter der Herrschaft der Arbeiterklasse werde die von der Oberklasse für ihre Zwecke missbrauchte Demokratie tatsächlich verwirklicht werden können. Da es in der Welt auch das Böse und menschliches Fehlverhalten gibt, konnte Lenins Theorie nicht umgesetzt werden, seine Frage blieb aber wichtig. Die US-Bürger, deren Arbeitsplätze in der Produktion und in wichtigen Dienstleistungsbereichen wie Software-Entwicklung ins Ausland verlagert und deren wirtschaftliche Grundlagen mitsamt den Zukunftsperspektiven ihrer Kinder dadurch zerstört wurden, haben diese Frage mit der Wahl Donald Trumps beantwortet. Die von den Konzernen arbeitslos gemachten US-Bürger haben Trump gewählt, weil er der einzige Präsidentschaftskandidat war, der ihr Problem erkannt und dessen Lösung versprochen hat.

Mit seinem Verständnis für verarmte US-Bürger hat Trump die global agierenden Konzerne und deren Manager und Aktionäre, die von der Verlagerung der Arbeitsplätze in Länder mit niedrigeren Lohn- und Produktionskosten profitieren, gegen sich aufgebracht. Neoliberale Pseudo-Wirtschaftswissenschaftler loben diese Praxis, die viele US-Bürger ins Elend getrieben hat, als alternativlos und zur Sicherung des Freihandels notwendig.

Die Konzerne, die im Ausland produzieren lassen, haben nicht nur die wirtschaftlichen Grundlagen von Millionen US-Bürgern zerstört, sondern auch das Lohnsteueraufkommen reduziert und damit die Pensions- und Krankenkassen an den Rand des Bankrotts getrieben. Der Pensionsfond der Teamsters Road Carriers Local 707 in New York ist bereits zahlungsunfähig. Das ist nach Meinung von Experten aber erst der Anfang eines Tsunamis, in dem noch viele andere Pensionsfonds von Kommunen und Bundesstaaten untergehen werden.

Die Summe der Zusatzkosten, die aus der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland für die US-Steuerzahler entstehen, übertrifft den Zusatzprofit für das "eine Prozent" bei weitem, und das ist ein unhaltbarer Zustand.

Trump gewählt, weil ihn die Medien niedergemacht haben

Die enteigneten US-Bürger haben sich zur Wehr gesetzt. Sie haben sich nicht von den sich prostituierenden Medien verwirren lassen, sondern Trump gerade deshalb gewählt, weil ihn die Medien niedergemacht haben. Trump verdankt seinen Wahlsieg also enteigneten US-Bürgern, die zur Arbeiterklasse gehören.

Die elitären Liberalen, Progressiven und Linken sind nicht an den Problemen der US-Arbeiterklasse interessiert; sie werfen ihr vor, rassistisch, frauenfeindlich, homophob und waffengeil zu sein und auf einer strikten Geschlechtertrennung bei der Toilettenbenutzung zu bestehen. Deshalb stehen die US-Arbeiterklasse und der von ihr gewählte Präsident Donald Trump in den sich prostituierenden Mainstream-Medien ständig unter Beschuss. Deren gemeinsame Parole lautet: "Trump muss gehen."

Sie könnten Erfolg haben. In einem Anfall von Beschränktheit hat Trump General Flynn, seinen Nationalen Sicherheitsberater, entlassen, weil der exakt das getan hat, was er zu tun hatte; Flynn hat mit dem russischen Botschafter gesprochen, um eine harsche russische Reaktion auf Obamas Provokation zu verhindern, der ausgerechnet an Weihnachten russische Diplomaten ausgewiesen hat.

Wer mit Russen spricht, wird verdächtigt, ein Landesverräter zu sein

Die Russen werden verteufelt, und man schreibt ihnen geradezu dämonische Kräfte zu. Wer mit einem Russen spricht, wird sofort verdächtigt, ein Landesverräter zu sein. Das ist das Werk der CIA, des militärisch-sicherheitstechnischen Komplexes und der sich prostituierenden Medien.

Weil Trump Flynn fallen ließ, sucht man nun unter seinen Mitarbeitern nach weiteren Opfern, und er selbst könnte das letzte sein. Auch seinem Justizminister Jeff Sessions werden bereits "geheime Russenkontakte" vorgeworfen. Wenn Sessions fällt, wird auch Trump gehen müssen.

Zur Klarstellung muss gesagt werden, Sessions hat sich als Mitglied des Verteidigungsausschusses des US-Senates nicht nur mit dem russischen Botschafter, sondern auch mit Botschaftern mehrerer anderer Staaten getroffen. Es ist keineswegs ungewöhnlich oder überraschend, wenn ein US-Senator ausländische Diplomaten trifft.

Diejenigen, die Sessoins der Lüge bezichtigen, stellen die Sachlage falsch dar. Sessions ist als US-Senator und nicht als Abgesandter Trumps mit ausländischen Botschaftern zusammengetroffen. Als ehemaliger Mitarbeiter eines US-Senators kann ich bestätigen, dass solche Treffen völlig normal sind. John McCain und Lindsey Graham fliegen ja sogar in den Mittleren Osten, um sich mit Terroristen zu treffen.

Wie Huren: Washington Post, New York Times, CNN

Trotz dieser Sachlage stellen die Washington Post, die New York Times, der TV-Sender CNN und der ganze Rest der Mainstream-Medien, die sich für die CIA prostituieren, die Fakten bewusst und vorsätzlich falsch dar. Brauchen die US-Bürger noch mehr Beweise dafür, dass der Masse der US-Medien die Wahrheit völlig gleichgültig ist? Weil sie sich wie Huren gegen Bezahlung prostituieren, kann man sie nur als Abschaum bezeichnen.

Die einzigen Fragen, die zu stellen sind, lauten: Warum werden völlig legale Kontakte zur russischen Regierung kriminalisiert? Sollen damit nur Vorwände für den Sturz eines Nationalen Sicherheitsberaters und eines Justizministers und die Amtsenthebung des Präsidenten geschaffen werden? Zur Beilegung der Kubakrise hatte Präsident John F. Kennedy direkten Kontakt zu Chruschtschow, dem damaligen Staatsoberhaupt der Sowjetunion. Präsident Nixon hatte direkten Kontakt zur russischen Regierung, als über SALT I und den ABM-Vertrag verhandelt wurde. Präsident Carter stand während der Verhandlungen über SALT II in direktem Kontakt mit den Russen. Präsident Reagan hat in Zusammenarbeit mit dem russischen Staatspräsidenten Gorbatschow den Kalten Krieg beendet. Ich weiß das, weil ich selbst dabei war.

Wenn nun aber Präsident Trump die äußerst gefährlichen Spannungen abbauen will, die verantwortungslose Regierungen unter Clinton, George W. Bush und Obama zwischen den USA und der mächtigen Atommacht Russland aufgebaut haben, obwohl Russland nur Frieden mit den USA will, sollen Trump und all seine Mitarbeiter, die mit Russen gesprochen haben, aus ihren Ämtern gedrängt werden. Diese wahnsinnige Idee verfolgen idiotische Liberale, Progressive und Linke, die CIA, die Demokratische Partei, rechte Spinner wie Lindsey Graham und John McCain in der Republikanischen Partei und käufliche Schreiberlinge in den westlichen Medien.

Wer einen Atomkrieg mit Russland vermeiden will: ein russischer Agent?

Liebe Leser, fragen Sie sich selbst, warum Gespräche, die zur Erhaltung des Friedens und zur Verminderung von Spannungen geführt wurden, plötzlich illegal sein sollen? Gibt es Gesetze, die Gespräche zwischen Vertretern der USA und Russlands verbieten? Warum lassen Sie sich von Medien, die sich prostituieren und Sie nachweislich immer wieder belogen haben, für dumm verkaufen und einreden, jeder der einen Atomkrieg mit Russland vermeiden will, sei ein "russischer Agent"?

Zweifellos ist der Großteil der Bevölkerung des Westens viel zu vertrauensselig. Wenn die Menschen im Westen weiterhin blind auf ihre Regierungen, die westlichen Medien und die ausschließlich von Eigeninteressen geleitete Politik von Liberalen, Progressiven und Linken vertrauen, werden sie nicht mehr lange zu leben haben.

Voller Arroganz, Dummheit und Hybris setzen die Neokonservativen in den USA, die noch immer die Weltherrschaft erringen wollen, das Überleben der Menschheit aufs Spiel. Die neokonservative Ideologie ist eine perfekte Tarnung zur Durchsetzung der materiellen Interessen des Staates im Staat, den der militärisch-sicherheitstechnische Komplex errichtet hat und der die Welt in den Untergang treiben wird.


Dr. Paul Craig Roberts war unter US-Präsident Ronald Reagan stellvertretender Finanzminister der Vereinigten Staaten. Roberts wurde für seine herausragenden Leistungen zur Formulierung der ökonomischen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums ausgezeichnet. Nachdem er aus dem US-Finanzministerium ausschied, betätigte er sich als Berater des amerikanischen Verteidigungs- und Handelsministeriums. Dr. Roberts wurde Mitherausgeber und Kolumnist des The Wall Street Journal, Kolumnist für Business Week sowie den Scripps Howard News Service. Im Jahr 1992 wurde er mit dem Warren Brookes Award für exzellente Leistungen im Journalismus ausgezeichnet. 1993 kürte ihn Forbes Media zu einem der einflussreichsten und besten Journalisten in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 1987 zeichnete ihn die französische Regierung für seine Leistungen einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und -strategien nach einem halben Jahrhundert des Staatsinterventionismus aus und nahm ihn in die Ehrenlegion auf.


Erstveröffentlichung der deutschen Übersetzung am 21.03.2017 bei LUFTPOST – Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein (dort mit zusätzlichen Hinweisen)
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP04517_210317.pdf

Englischsprachiger Originalartikel:
Paul Craig Roberts: "What Is To Be Done?", Institute for Political Economy, 03.03.2017
http://www.paulcraigroberts.org/2017/03/03/done-paul-craig-roberts/

Online-Flyer Nr. 605  vom 22.03.2017