Mittwoch, 22. Juni 2016

User Elke zu "Schlangenbeschwörer"

User Elke: Meine Meinung zu „Schlangenbeschwörer“



Hallo Harry! Du hast da ein sehr interessantes Buch rezensiert, vor allem,wenn Du von Anaconda sprichst und sie als Spitze der imperialistischen und die Menschheit an den Rand der Selbstvernichtung bringenden Kapitalmächte stellst. Es ist schon beachtenswert, wenn aus dem bürgerlichen Gesichtskreis heraus diese Fragen aufgeworfen werden und ich glaube, dass sie sich damit keine Freunde in ihrem Lager machen. Durch Deinen Hinweis auf den Spiegel habe ich mir die letzten drei Exemplare mit ihren Bestsellerlisten angesehen. Das Buch ist vom Einstiegsrang 20 auf Platz 13 hochgekommen und dann auf Platz 16, danach wieder auf Platz v14 gelandet. Es ist noch nicht lange auf dem Markt, also kann es sich noch ändern und Du hast ja selbst auch schon festgestellt, dass ernsthafte und kritische, womöglich linkslastige Sachbücher, wenig gesellschaftliches Interesse finden, aber auch keine engagierten großen Verlage mit viel überzeugender Werbung finden können - damit würden die sich ja andererseits wiederum die Beine wegschlagen, indem sie von den konservativen Medien aus dem Rennen, natürlich mit kapitalem Druck, geschlagen würden.

Interessant ist die Benennung und wie ich es herauslese, die negative Beurteilung der Entwicklungshilfe. In einer Broschüre las ich, dass die gegenwärtige Entwicklungspolitik geändert werden müsste in Richtung Hilfe zur Selbsthilfe. Welch eine Erkenntnis!! So ist das schon von der DDR und anderen sozialistischen Ländern praktiziert worden. Und ich freue mich, dass manche Leute heute nach 40 Jahren auch dahinter kommen. Nicht zu vergessen: Wir warfen viel Geld in diese Länder, aber korrupte Politiker und die in diesen Ländern angezettelten Kontra-Aktionen schränkten unsere Bemühungen enorm ein, ja, verhinderte sie mitunter regelrecht.

Die Nachfrage nach Rohstoffen und Wasser, Grundversorgung der Menschen etc. ist ein Hinweis auf das Grundgesetz der BRD, auf den schon Sarah Wagenknecht in ihrem Buch übers Kapital hinweist. Unter dem verlogenen Slogan "schlanker Staat" saugt man auch heute dem Gemeinwillen, wie auch immer, die ökonomische Kraft aus. Das lief im Parlament unter dem süß säuerlichen "das Tafelsilber" verkaufen. Ich sehe noch den SPD-Finanzminister Steinbrück bei seiner Rede im Bundestag, wie er als für unbedingt notwendig erklärte, bestimmte „Anteile“ des Bahnvermögens zu verscherbeln. Und das begleitet die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik bis in die Gegenwart. Ist nicht ein hochrangiger Bundespolitiker auch im Bahnvorstand, wie ist das mit Pofalla, Koch und anderen?

Nur noch eines: Zähmungsversuch, wie Du in der Rezension schreibst, stimmt. Nur, wie steht es mit der revolutionären Situation: Die Oben können nicht mehr und die Unten wollen nicht mehr. Die Oben haben geschafft, dass sie radikal und weltumfassend agieren können und die Unten sind ja genug eingedieselt: Geistlose Medien (Geist könnte schaden), Volksaktien, Betriebsrenten und Boni, Freiheit der Bildung, freie Wahlen, freies Reisen, soziale Absicherung usw. Müsste nicht auch die "relative Verelendung" ins Spiel gebracht werden? Höchst überfällig!