Freitag, 25. Juli 2014

Moskaus Interessen


Moskaus Interessen

Auf Nachfragen von Usern hier einige Textauszüge aus dem von mir (Harry Popow) rezensierten Buch von Brigitte Queck „Die Ukraine im Fokus der NATO. Russland – das eigentliche Ziel“

Seiten 257 – 260:

Moskaus Interessen

Immer mehr droht eine direkte militärische Aggression der

NATO gegen Russland, und dies ist nichts anderes als die Perspektive

des Weges in einen neuen Weltkrieg. Im Unterschied

zur Ära vor 100 Jahren, als sich im Ersten Weltkrieg zwei feindliche

Bündnisse gleichermaßen räuberischer Großmächte mit

dem Ziel der Neuaufteilung der Welt bekriegten, bilden heute

die historischen Zentren des Imperialismus USA, EU und Japan

ein globales Bündnissystem. Dies bedeutet jedoch nicht, dass

die innerimperialistischen Widersprüche und die Konkurrenz verschwunden

wären, dass die Beteiligten nicht versuchten, sich zu

Lasten der anderen Vorteile zu verschaffen. Die sogenannte Triade

unter Führung Washingtons verfolgt seit dem Untergang der

sozialistischen Staaten Europas eine Strategie zur Errichtung

einer neuen Weltordnung.

Die in diesem Rahmen entfesselte Serie von Interventionen

und Aggressionen richtet sich gegen Länder, die in dieser Konstellation

als die »Rivalen« (Russland, China, Indien, Brasilien

etc.) und/oder »Störer« (Jugoslawien, Nordkorea, Syrien, Iran,

Kuba, Venezuela etc.) in Erscheinung treten.

Schon die imperialistische Destabilisierung Syriens, das den

einzigen Mittelmeerstützpunkt der russischen Marine beherbergt,

ist nicht zuletzt gegen Russland gerichtet. Die Übernahme

der Ukraine ist aber in erster Linie eine Kampfansage an das

Land. Die feindlichen Handlungen der NATO – Angriffskrieg gegen

Jugoslawien 1999, NATO-Osterweiterung, Raketenschild, politische

Unterstützung des georgischen Angriffs auf Südossetien

2008 – haben mit der Einkreisung der Krim eine neue Qualität

erreicht, indem zum ersten Mal eine tragende Säule der russischen

Sicherheitsarchitektur bedroht wurde.

Analog zu den vergangenen Kriegen versuchen die Propagandisten

der NATO-Länder der Bevölkerung einzutrichtern, dass die

Aggression in Wahrheit eine Verteidigung gegen Russland sei,

das sie als den eigentlichen Aggressor darstellen.

Die Friedenskräfte sind aufgerufen, sich über den wirklichen

Zusammenhang klar zu werden und konsequent darüber zu informieren.

Solche Aufklärung muss auch die kategorische Absage

an alle Auffassungen einschließen, nach denen Russland

wenigstens eine »Teilverantwortung« für die Eskalation der Krise

trägt. Es wird von vielen, die ehrlich die NATO-Aggression ablehnen,

bekundet, dass Russland ja prinzipiell »nicht besser« sei, da

es ja auch nur seine Interessen verfolge.

Welche Absichten verfolgt die Russische Föderation? Deren

oberstes Interesse ist Stabilität sowohl im Inneren als auch in

den internationalen Beziehungen. Zu dieser Stabilität ist auch

der Erhalt seiner Sicherheitsarchitektur notwendig, weshalb

Moskau besonderen Wert auf die Stabilität von Ländern legt, die

russische Militärstützpunkte beherbergen. Das Land hat weiterhin

ein Interesse an der Entwicklung seiner Wirtschaft. Dieses

deckt sich mit den zuvor genannten, da die russische Ökonomie

Sicherheit und Stabilität benötigt. Insgesamt handelt es sich

also um eine Art von Interessen, die zu haben und zu verfolgen

man keinem Land vorwerfen kann.

Aber auf welche Weise werden sie von der Russische Föderation

verfolgt? Überfällt und besetzt Russland andere Nationen,

wie es die NATO tut? Finanziert, bewaffnet, beherbergt und bildet

es Terroristen aus, die in fremden Ländern Massaker an der

Zivilbevölkerung verüben, um sie ins Chaos zu stürzen, wie es

derzeit eine Koalition aus USA, NATO- und Golfstaaten in Syrien

tut? Stranguliert Moskau andere Staaten eigenmächtig mit

Sanktionen, um ihnen seinen Willen aufzuzwingen? Gibt Putin

wöchentlich eine Liste mit Personen frei, um sie mittels Drohnen

auf dem Territorium fremder souveräner Länder zu eliminieren,

wie es Barack Obama macht? Entert Russland wie Israel

auf internationalen Gewässern Schiffe, die unter der Flagge

fremder Länder fahren?

Russlands Politik zur Wahrung seiner genannten Interessen

war bisher von Zurückhaltung und Zugeständnissen geprägt. Wo

einer feindlichen Maßnahme etwas entgegengesetzt werden musste,

schöpfte das Land niemals auch nur annähernd das Arsenal

der legitimen Gegenmaßnahmen aus. Seine Interessen decken

sich mit dem Friedenswillen des größten Teils der Menschheit.

Die Friedenskräfte müssen diese Tatsache anerkennen.


Seiten 273 – 275:

Blick in die Zukunft

Alle, diejenigen, die in Russland nur einen x-beliebigen kapitalistischen

Staat sehen, mögen mit Verstand den folgenden

Aufruf lesen und selbst beurteilen, ob das wirklich so ist!!!

Russland: Wiederherstellung der

vollen Souveränität Russlands

Aufruf zum nationalen Aktionstag am 23. Februar 2014 zum

Schutze des Vaterlandes und für die Wiederherstellung der vollen

staatlichen Souveränität Russlands

Die Nationale Befreiungsbewegung Russlands (NOD), die

im November 2011 durch W. W. Putin ins Leben gerufen wurde

und deren Tätigkeit vom Duma-Abgeordneten J. A. Fjodorow

koordiniert wird, leitet mit diesem Aufruf eine neue Etappe des

Kampfes zur Verteidigung Russlands sowie für die völlige Wiederherstellung

der staatlichen Souveränität des Landes und

damit gleichzeitig der Stärkung seiner Position im internationalen

Kampf zur Befreiung der Völker ein. Begleitet wird dies mit

dem vom parlamentarischen Klub Russlands in einem über das

Internet durchgeführten gesamtrussischen Referendum zu den

Hauptfragen der weiteren Entwicklung des Landes. Darin wird

zur Abstimmung über folgende Fragen aufgerufen:


Für eine Neue Volksverfassung

der Russischen Föderation

Für Souveränität und Unabhängigkeit

von den Okkupanten

Für die Nationalisierung der Zentralbank

der Russischen Föderation

Für die Nationalisierung der strategischen

Wirtschaftssektoren der Russischen Föderation.

Wir sehen, jene russischen Politiker, die fest zu Putin stehen,

mobilisieren das Volk für die volle Wiederherstellung der staatlichen

Souveränität des Landes! Sie wissen, dass eine rechtmäßige multipolare Ordnung in der Welt nicht von allein entsteht. Für Unabhängigkeit und Freiheit muss man kämpfen: außen- und innenpolitisch, ökonomisch, informativ und ideologisch.

Wenn wir nicht als Zaungäste der Weltgeschichte am verräterischen

Treiben der hiesigen Politiker zugrunde gehen wollen, ist

es zwingend geboten, sich diesem Kampf anzuschließen – wir

haben sonst keine Chance!

Aufruf an einen Verteidiger des Vaterlandes

Unter den Bedingungen der zunehmenden Krise im Westen,

der Verstärkung der zwischenstaatlichen Konkurrenz, der wir

uns alle bewusst sind oder nicht, sind wir Teilnehmer verschiedener

Kriegsarten, vor allem des Informationskrieges. Der Schutz

des Vaterlandes ist eine lebenswichtige Notwendigkeit für jeden

Bürger und für unsere Gesellschaft insgesamt. Der Rückzug von

aktiver Tätigkeit — das ist die Position des Opfers oder des Deserteurs.

Die Aktivitäten müssen sich um den nationalen Führer ranken:

des Menschen, der von der Sache her seinen Glauben an

die Heimat gezeigt hat, indem er unsere Militärmacht erneuerte.

Es ist der Moment gekommen, daß der einheitliche politische

Wille des Volkes — die Frage der Überlebensfähigkeit des Landes

aufwirft.

Wir rufen alle politischen Kräfte der Bürger, des Militärs, der

Vertreter der Machtstrukturen auf, den Willen zur Unterstützung

der Umgestaltungen zu vereinigen, die Wladimir Wladimirowitsch

Putin verwirklicht.

Die aktuelle Lage:

In der Regel sagen wir, dass unser Land nicht souverän ist und

das ist so, vor allem in der Wirtschaft…

Doch es gibt einen Bereich, wo wir souverän sind:

Wladimir Wladimirowitsch Putin hat die nukleare Macht des

Landes wiederhergestellt und erneuert jetzt aktiv die Armee und

die Flotte. Und das ist der Hauptgrund, warum unser Land bis

jetzt nicht unter den Schlägen der gierigen und unersättlichen

westlichen Welt zusammengebrochen ist. Die ganze Welt versteht:

Russland hat einen starken nationalen Führer.

(...)