Sonntag, 13. Juli 2014

Hannas Kommentar zur Ukraine-Rezension


"Die Ukraine im Fokus der NATO..."

Lieber Harry Popow,

...ein Buch zu den Geschehnissen in der Ukraine. Dankenswerterweise, während in der Ukraine noch alles im Gange ist und obwohl die deutschen Medien das Gemetzel an der Bevölkerung im Donbass gerne verschweigen würden. Ganz gelingt es dank Internet nicht, als User ist man nicht unbedingt auf die angepasste deutsche Medienlandschaft angewiesen und kann sich ein Bild machen davon, was sich in der Ostukraine tut.

Ja, dass Putin mit äußerster Besonnenheit in Fragen Ukraine
handelt, ist ein Glück für die Menschheit. Das durch NATO und Deutsch-EU über den Nebenschauplatz Ukraine bedrohte Russland braucht in unserem eigenen Interesse die Unterstützung jedes Menschen, der nicht in einem Atomkrieg zugrunde gehen will.
Die Gefahr ist belegt (siehe Brzezinskis Papier), dass die Pläne der USA genau dies beabsichtigen, nämlich Russland, China und, sofern die EU sich nicht bedingungslos unterordnet, auch Europa in einem atomaren Inferno als Konkurrenten für US-amerikanisches Weltmachtstreben auszuschalten, was übrigens auch allein aus geografischen Gründen geschehen würde, wenn die EU sich den USA unterordnet.

Deiner Rezension nach zu urteilen, hat die Autorin mit großer Sorgfalt recherchiert und unterbreitet dem Leser ausreichendes, belegtes Hintergrundwissen und -material zur gegenwärtigen Politik sowohl des Westens als auch Russlands. Für mich als Leserin wäre interessant, zu erfahren, mit welchen Reaktionen und Handlungen vor allem der EU zu rechnen ist, nicht nur wegen der Energie-Abhängigkeit der EU-Staaten von Russland oder aus Gründen von Handels- und sonstigen Beziehungen, ob nämlich Europa die Klugheit aufbringt, um seines eigenen Überlebens willen den unübersehbaren Welteroberungsdrang der USA zu stoppen, indem es normale, gleichberechtigte Beziehungen zu Russland aufbaut, die zur Überlebensfrage der Menschheit geworden sind.

Obama hat versichert, dass seitens der USA an einen Krieg nicht gedacht ist. Die Differenz zwischen Reden und Taten liegt allerdings offen vor den Augen der Völker. Was bisher an militärischem Potential an der NATO-Grenze in Osteuropa steht, wird von Russland selbstverständlich als Bedrohung empfunden. Nur ein Dummkopf redet da von Verteidigung gegenüber russischen Aggressionsgelüsten.

Nebenbei gesagt: Die sogenannte Russophobie in der BRD beruft sich vor allem auf die Vergewaltigungen nach der deutschen Kapitulation 1945. Übersehen wird dabei, was man in ernst zu nehmenden Materialien nachlesen kann, dass es zum Beispiel durch die Wehrmacht in Russland massenhafte Vergewaltigungen russischer und jüdischer Frauen gab, aber von Germanophobie in deutschem Ausmaß habe ich noch nie etwas gehört. Im Gegenteil, mein Eindruck ist, dass die russischen Menschen sehr viel Langmut mit uns Deutschen haben.

Lieber Harry Popow, hab vielen Dank für die Empfehlung dieses Buches, das wir gerade jetzt so dringend benötigen.

Liebe Grüße, Hanna Fleiss


(Hanna Fleiss ist eine Userin in einem viel beachteten Forum. H.P.)