Montag, 2. Juni 2014

Keine Insel des Schweigens


Lieber ALEX!

Ich hatte Dir ja gemailt, dass wir paar Tage auf Hiddensee waren. Unsere Kurz-Impressionen: Diese Weite, diese in rötlichen, gelblichen und bräunlich-grünen Farben strahlende freundliche Heidelandschaft in Neuendorf, diese schmucken reetgedeckten und weiß gestrichenen Häuser, diese Stille, diese Ruhe. Unsere Vermieterin war hier geboren worden. Sie wohnt in einem 250jährigem Haus. In der Diele Fotos ihrer Familie, ihrer Sippe. Genauso ehren die Schweden ihre Vorfahren. Meine Frage nach den doch sehr zahlreichen neuen Häusern, da etliche seltsamerweise umzäunt sind? Unsere Vermieterin: Die Neuen aus dem Inland igeln sich gerne ein.

Unser Kopfschütteln auch, als wir während einer zauberhaften Fahrt mit der Pferdekutsche den Kutscher fragen, wie das Verhältnis der „Kleinbetriebe“ untereinander heutzutage ist. Er schüttelt den Kopf. Man besucht und hilft sich nicht mehr so wie früher in der DDR. Überhaupt: Wenn die Ureinwohner nicht aufpassen, greifen sich Investoren skrupellos den natur- und denkmalgeschützten stillen Ort, grapschen Profitgeil nach der Insel.

Würde die Stille einem Schweigen durch die Einheimischen, die ohnehin in der Anzahl schon geschrumpft sind, gleich kommen, dann sähe es auf dieser Insel zum Nichtwiedererkennen bereits ganz anders aus. Nichts aber gegen still schweigend grasende Schafe, die wir in der Nähe des südlichen kleinen roten Leuchtturms sahen... Sie, und nur sie sind dumm und geduldig.





Gruß von Harry

"Kleine" Ergänzung:

(siehe http://www.linkezeitung.de/)

Brecht das Schweigen: Ein Weltkrieg droht
  
http://socioecohistory.files.wordpress.com/2014/03/world_war_3.jpgWarum nehmen wir die Gefahr eines weit­eren Weltkriegs in unserem Namen ein­fach so hin? Warum erlauben wir die Lügen, die dieses Risiko recht­fer­ti­gen sollen? Harold Pin­ter schrieb einst, daß das Aus­maß unserer Indok­trinierung ein „bril­lanter, sogar witziger und höchst erfol­gre­icher Akt von Hyp­nose“ ist, ganz so als wäre die Wahrheit „nie geschehen, selbst zu der Zeit nicht, als sie sich zutrug“.
Jedes Jahr veröf­fentlicht der amerikanis­che His­toriker William Blum seine „aktu­al­isierte Zusam­men­fas­sung der amerikanis­chen Außen­poli­tik“, die belegt, daß die USA seit 1945 ver­sucht haben mehr als 50 Regierun­gen zu stürzen, viele davon demokratisch gewählt; daß sie sich grob in Wahlen in 30 Län­dern eingemis­cht haben, die Zivil­bevölkerung von 30 Län­dern bom­bardiert und dabei chemis­che und biol­o­gis­che Waf­fen benutzt haben, und daß sie ver­suchten aus­ländis­che Führungs-​persönlichkeiten zu ermorden.

Oba­mas Rede in West Point: Ankündi­gung eines end­losen Krieges

http://images.sodahead.com/polls/002729997/5924781251_newworldorder_xlarge.jpegDie amerikanis­chen Medien haben die Rede, die Präsi­dent Obama am Mittwoch in West Point gehal­ten hat, als Abschieds­gruß an die jahrzehn­te­lan­gen Kriege im Irak und in Afghanistan und Beginn einer eher mul­ti­lat­eralen und weniger mil­i­taris­tis­chen amerikanis­chen Außen­poli­tik dargestellt.
Diese Ausle­gung ignori­ert bewusst den Inhalt der Rede, in der sich Obama, mehr als bisher, zu einer Poli­tik des per­ma­nen­ten und glob­alen Krieges im Namen der Inter­essen der amerikanis­chen Finanzelite bekennt. Diese Verz­er­rung der Medien ist ein­er­seits parteilich motiviert. Oba­mas Repub­likanis­che Rivalen ver­suchen, ihn als schwach darzustellen. Ander­er­seits von der Unter­stützung einer wohlhaben­den und priv­i­legierten „lib­eralen“ Elite für Angriff­skriege, die unter dem Ban­ner von „Men­schen­rechten“ und „Demokratie“ geführt werden.
(Weiterlesen siehe Linke Zeitung)