Samstag, 11. Mai 2024

Vom Tanz der Vampire - Textauszüge - RotFuchs, Mai 2024 - H.P.

 siehe auch: https://rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2024/RF-315-05-24.pdf

Tribüne für Kommunisten, Sozialisten und andere Linke RotFuchs


ROTFUCHS


Mai 2024

Ich bin seit Jahren Leser des Rotfuchs. In der heutigen Zeit der Gefahr
eines neuen Weltkrieges ist es bitter notwendig, sich ein Bild zu machen
von den Widersprüchen in der Gesellschaft, um nicht durch Medien
verschaukelt zu werden. Ich freue mich, dem Leser meines Blogs einige
Zitate der Autoren aus dem neuesten Heft des RotFuchs nahebringen zu
dürfen.Oberstleutnant a.D. Harry Popow
Arnold Schölzel, S. 1:
Die faschistischen Pläne sahen vor, daß bis zu 40 Millionen Sowjetbürger Ende 1941 ausgerottet und alle übrigen dem Tod geweihte Sklaven der Herrenrasse sein sollten. Das Wissen um diese Absichten und um die Vernichtung, die 27 Millionen Sowjetbürger das Leben kostete, trennt bis heute Ost- und Westdeutsche. Die Bundesrepublik wurde gegründet, um den Sieg der Roten Armee rückgängig zu machen. Die DDR wurde gegründet, um das zu verhindern. Das waren Feuer und Wasser und sind es geblieben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß „der Russe“, „der Iwan“ in der Bundesrepublik der 50er Jahre als Schrecken dargestellt wurde.
Ella Schleese, S.4:
Heute, scheint es, holt Deutschland den Krieg wieder zurück ins eigene Land. Die Kämpfe in der Ukraine toben nun schon zwei Jahre, und sie werden von der Ampel-Regierung nach Kräften angeheizt und befördert. „Vergessen“ wird, die Bevölkerung über die wahren Ursachen dieses Konflikts aufzuklären. Sie liegen in erster Linie in der für Rußland unzumutbaren Osterweiterung der NATO und in dem Krieg Kiews gegen die autonomen Republiken Donezk und Lugansk seit 2014.
Hans Schoenenfeldt, S. 6:
Kriegserklärung in München? In den Reaktionen der Medien und vieler Teilnehmer wurde ein ganz anderer Ton angeschlagen: „Als Putin im ‚Bayerischen Hof‘ den neuen kalten Krieg erklärte“ titelte der „Stern“ und urteilte, daß die Rede einer „Kriegserklärung“ gleichkäme. (…)
Putin beschwor damals den Westen, ein für allemal der monopolaren Welt den Rücken zu kehren und sich einer alternativlosen multipolaren Welt zuzuwenden. Er sagte: „Die Menschheitsgeschichte kennt natürlich Perioden monopolaren Zustandes und des Strebens nach Weltherrschaft. Alles war schon mal da in der Geschichte der Menschheit. Aber was ist eigentlich eine monopolare Welt? Wie man diesen Terminus auch schmückt, am Ende bedeutet er praktisch nur eines: Es gibt ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Stärke, ein Entscheidungszentrum. Es ist die Welt eines einzigen Hausherrn. Und das ist am Ende nicht nur tödlich für alle, die sich innerhalb dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört.“ Diesen ersten Schwerpunkt seines Vortrags verband er mit einem zweiten, dem der internationalen Sicherheit: „Ich bin überzeugt, daß wir heute an einem Grenzpunkt angelangt sind, an dem wir ernsthaft über die gesamte Architektur der globalen Sicherheit nachdenken sollten.“ … Die Problematik der internationalen Sicherheit ist bedeutend breiter als die Fragen der militärpolitischen Stabilität. Dazu gehören Zum Umgang mit der Wahrheit Vom gemeinsamen Haus Europa, gegenseitigem Respekt und anderen geplatzten Illusionen Seite 6 RotFuchs / Mai 2024 die Beständigkeit der Weltwirtschaft, die Überwindung der Armut, die ökonomische Sicherheit und die Entwicklung des Dialogs zwischen den Zivilisationen. … Dieser allumfassende, unteilbare Charakter der Sicherheit drückt sich auch in seinem Grundprinzip aus: die Sicherheit des Einzelnen – das ist die Sicherheit aller.“ Diese Rede Putins hat der Westen nicht verstanden, Schlimmer, er hat sie ihm nie verziehen – mit bösen Folgen. Sie knüpften den Anfang eines roten Fadens, der bis zur Fixierung der roten Linie führte. Wäre diese vom Kriegsbündnis respektiert worden, hätte Rußland 2022 auf eine militärische Lösung verzichtet. Es hätte dann keine weitere NATO-Osterweiterung, keinen Anspruch der Ukraine auf Mitgliedschaft in der NATO gegeben, vor allem aber wären die schon 2007 von Rußland geforderten Sicherheitsgarantien gegeben worden (…)
Der „Tanz der Vampire“ geht zu Ende „Die Ausbeutung anderer Nationen durch die sogenannte ,goldene Milliarde‘ kommt an ihr Ende. … Die Epoche, in der westliche Nationen andere Länder und Menschen überall auf dem Globus ausbeuten konnten, geht zu Ende …“ „Die ,goldene Milliarde‘ hat sich in den letzten Jahrhunderten daran gewöhnt, sich den Wanst mit Menschenfleisch und die Taschen mit Geld zu füllen. Sie haben in parasitärer Weise Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika ausgebeutet.“ „Aber sie müssen begreifen, daß der ‚Tanz der Vampire‘ jetzt zu Ende geht.“
Wolfgang Herrmann, S. 7:
Die Entwicklung der letzten Jahre belegt, daß wir einen Prozeß des Wandels erleben, der von zwei Tendenzen bestimmt wird. Die eine Tendenz besteht im allmählichen Verblassen der Dominanz der imperialistischen Hauptmächte, angeführt von den USA. Nach der Niederlage des Sozialismus in Europa verfielen sie dem Wahn, Sieger der Geschichte zu sein. Mit den jahrhundertalten reichen Erfahrungen an Eroberung, Kolonialisierung, Ausbeutung und Unterdrückung ausgerüstet sowie wirtschaftlich und militärisch stark aufgestellt, maßen sie sich an, die Welt nach ihren Regeln ordnen zu können. (…)
Nach der „Zeitenwende“ Ende des vergangenen Jahrtausends taten die USA alles, um die Möglichkeit einer strategischen Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und Europa, vor allem mit der Bunderepublik Deutschland, zu verhindern. Die Russische Föderation gab daraufhin ihre Einzugspläne ins europäische Haus auf und ging die strategische Partnerschaft mit der Volksrepublik China ein. Die USA zwangen Europa, die günstigen Energieadern mit Rußland zu trennen. Das hat wiederum schwerwiegende Folgen. In den letzten zwei Jahren ist ein deutliches Nachlassen der Wirtschaftskraft der USA und ihrer Verbündeten zu beobachten. (…)
Sie wenden alle möglichen Techniken der psychologischen Kriegsführung an, um ihre eigene Bevölkerung mit Angst vor der Außenwelt zu traumatisieren. Es ist eine Frage der Zeit, wie lange die westlichen Eliten den Widerspruch zwischen der wirtschaftlichen Realität ihrer selbstzerstörerischen Politik und der Illusion des Wohlstands und der Macht ihrer Gesellschaften vor der eigenen Bevölkerung verbergen können. (…)
Wäre es nicht ein tiefgreifender revolutionärer Prozeß, wenn die multipolare Weltordnung die unipolare ablösen würde? In der Gegenwart scheint dieser Prozeß die Alternative zu sein, welche die Menschheit vor dem drohenden Untergang durch Atomkrieg und Klimawandel retten könnte.
Finian Cunningham, S.10:
Der russische Präsident Wladimir Putin und andere hohe russische Staatsbeamte haben wiederholt erklärt, daß sie keinen Konflikt oder Krieg mit Europa wollen. Der UkraineKonflikt ist ein spezifisches Problem, ein von den USA geführter Stellvertreterkrieg der NATO gegen Rußland. Dennoch ist es er schreckend, welch fieberhafte Kriegstreiberei die deutsche politische Klasse und den Rest Europas erfaßt hat. Ganze Volkswirtschaften werden zunehmend auf Kriegsfüße gestellt. Die gehirngewaschenen, russophoben Politiker in Berlin – und in der EU im allgemeinen – glauben offensichtlich selbst an die Panikmache, die sie verbreiten. (…)
Scholz und seine unterwürfigen Kollegen in der Regierung verraten das deutsche Wohlergehen und treiben das Land in einen weiteren katastrophalen Krieg gegen das russische Volk – lediglich 80 Jahre nach dem letzten, in dem Dutzende Millionen Menschen abgeschlachtet wurden. Dieser kolossale Verrat am eigenen Volk geschieht nicht nur in Deutschland. Die gesamte Europäische Union treibt unter der entsetzlichen Fehlleitung der ehemaligen deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen – einem Sproß einer deutschen Nazi-Familie – Generationen von Zivilisten in die Sackgassen einer Kriegswirtschaft. Das ganze ist angetrieben von Russophobie und völliger Unterwürfigkeit gegenüber dem von den USA geführten westlichen Imperialismus. All diese erbärmlichen Lakaien schaufeln ein Grab für Europa – und werden so lange damit weitermachen, bis die Bürger sich gegen den dreisten Verrat ihrer Eliten erheben.
Reiner Neubert, S. 12:
Es sieht aus, als ob die EU mit der NATO und den USA/England im Rücken Rache für die 1813, 1914 und 1941 mißglückten Versuche, Rußland zu bezwingen, üben will. Wie sonst soll man das ungezügelte Handeln und die wiedersinnige Politik dieser „Staatenlenker“ und deren Mainstreammedien verstehen? Nur so!
Dietmar Hämel, S.14:
Bei all den Geschehnissen in Europa und der Ukraine fragt man sich, wem nützt das alles und wie weit wollen USA und NATO noch gehen, um unter allen Umständen einen direkten Krieg mit Rußland anzuzetteln? Von Vernunft bei den Politikern, in der EU und bei den Lobbyisten der Waffenkonzerne keine Spur. NATO-Generalsekretär Stoltenberg fordert Munitionslieferungen an die Ukraine in Höhe von 1,2 Mrd. Nicht zu vergessen, die Profite der Waffenkonzerne. Allein Rheinmetall hat seit Beginn des Ukrainekrieges seinen Aktienkurs mehr als verdoppelt. In diesem Zusammenhang sei an die Fußnote im „Kapital“ von Karl Marx erinnert: „Für 100 Prozent Profit stampft das Kapital alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“ Letzteres scheint derzeit in der deutschen und europäischen Politik nicht ganz abwegig, denn der deutsche Verteidigungsminister fordert, daß Deutschland in fünf bis acht Jahren kriegstüchtig sein muß. Bis dahin werden die 300 % vermutlich erreicht sein, wenn sich die Menschen nicht mit aller Macht gegen diese Kriegspolitik stemmen.
Michael von der Schulenburg, S.16:
(…) In dem größten und gefährlichsten Krieg, der sich neben uns auf europäischen Boden in der Ukraine abspielt, sind zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte Nuklearwaffen von strategischer Bedeutung. Und doch sind unsere verantwortlichen politischen Eliten in der Europäischen Union einer Logik des Krieges verfallen, den man nur als Wahnsinn bezeichnen kann. Es ist der Wahnsinn einer politischen Unverantwortlichkeit in Zeiten größter Gefahr für die Menschheit. (…) Und doch gibt es Hoffnung. Denn es zeichnet sich ein Umschwung in der öffentlichen Meinung ab. Trotz aller kriegstreibenden Medien gibt es inzwischen europaweit eine wachsende Mehrheit, die sich gegen weitere Waffenlieferung und für Verhandlungen ausspricht. Darauf müssen wir bauen!

Oberst a.D. Gerhard Giese, S.18:
Resümee

Die USA waren bis vor kurzem der Meinung, daß nur Rußland existentiell bedroht wird, und daß das für die USA nicht zutrifft. Mitte März sind zwei MiG-31 mit einsatzbereiten Kinshal-Raketen die gesamte Ostküste der USA abgeflogen und dabei nicht von den USA gesehen oder bekämpft worden. Ende März 2024 sind 10 Atom-U-Boote der RF der geräuscharmen Jaßem-Klasse in den östlichen Atlantik ausgelaufen und konnten bisher nicht von den USA geortet werden. Auch die Zerstörung der „bestens“ bewachten US-Militärbasis bei Kiew Anfang April 24 durch Hyperschall-Zirkon-Raketen gehören zu den effektiven Antworten der RF auf die US-amerikanischen Provokationen. Damit will die RF u. a. Verhandlungen zu Sicherheitsgarantien sowie zur Beendigung des Ukrainekrieges erzwingen und beweisen, daß sich wieder ein stabiles strategisches Gleichgewicht zwischen den atomaren Supermächten USA und RF eingestellt hat, wodurch Verhandlungen, einschließlich solcher über strategische Waffen, möglich würden. Der Ball für eine solche Entwicklung liegt bei den USA.

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