Montag, 7. Mai 2018

Die Totenfeier


Totenfeier bei Anne Will

Das war gestern am 06.05.2018 21:45 im ARD eine „Geburtstagsfeier“ für Karl, bei dieser zum x-ten Male zu Grabe getragen wurde. Anfangs schoss ein leerer Kopf aus der Sippe der Unternehmer mit abstoßendem Temperament den Vogel ab, indem er behauptete, seit Marx sei die Welt in Unordnung, ja, in den Schlamassel geraten. Alles müsse man tun, um die Gewinne der Herrschenden zu sichern und alle hätten doch große Chancen, in diesem System mitzuhalten. Der Marx-Bischof fand rein menschlich gesehen einige warmherzige und durchaus zutreffende Worte für das Geburtstagskind, der SPD-Vertreter und seines Zeichens Minister für Finanzen versuchte sich mit hohlen Phrasen und Versprechungen als Verbesserer kapitalistischer Missstände und die tolle Sahra hatte als einzige die Finger auf wirklich große Wunden der gesellschaftlichen Zustände gelegt, ohne allerdings auch nur mit einem Wort das überlebte System des Privateigentums an Produktionsmitteln, so wie die Klassiker es uns als wichtigste Erkenntnis vermittelt haben, zu erwähnen. Schade, sehr sogar. Schön, dass sie von den Zuschauern den meisten Beifall bekam. Das Schlimmste: Kein Wort fiel von den größten Verbrechen, die die Imperialisten-Elite auf dem Kerbholz hat, in der Geschichte als auch brutal in der Gegenwart: Krieg und Kriegsvorbereitung. Insofern war es das größte Verdienst des Sozialismusversuchs, den Kapitalmächtigen den Boden unter den Füssen weggerissen zu haben. Für ein Dacapo der Enteignung der Klasse der Profitgeier hatte die „Geburtstagsrunde“ kein Wort übrig. Verblendung, wie gehabt und bezeichnend für heutige Mitschuld am Ungemach in der Welt. Es war eine wiederholte Totenfeier, man erkennt ja die Größe dieses großen Deutschen an. Welch eine Heuchelei! Es wird Zeit, Karl Marx aus der Friedhofsruhe zu holen samt den schläfrigen Angepassten, um neuen bereits eingeplanten Katastrophen von vornherein den Garaus zu machen.
Harry Popow