Montag, 1. Oktober 2018

Bulgarien-Impressionen - von Judith


Meine Reise nach Bulgarien / Albena
vom 11.09. - 25.09.2018

Von Judith, Mitautorin von „EISZEIT-BLÜTEN“

Die Reise fand im Rahmen einer Reisegruppe der GBM statt.
Bulgarien ist der ärmste Mitgliedsstaat der EU. Das durchschnittliche Einkommen beträgt 650.- Lewa, die Rente 130 L, Kurs 1 € zu 1.90 L. Es herrscht Arbeitslosigkeit. Die jungen Leute ziehen in die Städte oder ins Ausland. So machen insbesondere die Dörfer einen trostlosen Eindruck. Die alten Leute bleiben und versorgen sich hauptsächlich mit eigenen Produkten. Bulgarien als Agrarland mit viel Getreide, Obst und Gemüse gibt es so nicht mehr. Unübersehbare Felder sind mit Mais und Sonnenblumen bestellt und teilweise vertrocknet. Das für uns gebuchte Hotel reichte nicht aus und so mussten wir in das daneben gelegene, mit niedrigerem Standard, einziehen. Das Essen war ausreichend aber von schlechter Qualität, lag sicher an den Köchen. Aber das Obst wie Pfirsiche und Birnen steinhart, Weintrauben alt und auch angefault, Melonen nicht ausreichend. Aber das ist ja teilweise auch bei uns so. Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich 1958 in einem internationalen Studentenlager zwischen Warna und Goldstrand weilte und es herrliche reife Pfirsiche und Weintrauben gab und riesige Obst- und Gemüsemärkte existierten. Was ich als ganz schlimm empfand, ist der Plastewahn wie überall. Teelöffel, kleinere Teller
und Becher. Zucker und Butter in Kleinstverpackungen. Da dies „all inclusive“ bestand, wurde davon rege Gebrauch gemacht.

70 % der Urlauber waren übergewichtig. Aber alle taten sich gütig an Kaffee, Bier, Wein, Sekt und Spirituosen. Vieles in Plastebechern - obwohl es auch Gläser gab – und die wurden teilweise mit an den Strand genommen. Da lag nun vieles im Sand an Plastemüll und Zigarettenstummel und werden ins Meer gespült. Auf ca. 100 m habe ich 20 Becher eingesammelt, die nahe am Wasser lagen. Das Meer ist nicht mehr klar, es gibt keine Fische und Krabben, sodass die wenigen noch übrig gebliebenen Möven auf die Menschen warten, die ihnen ein paar Brotkrumen zuwerfen. Auch streunende Hunde warteten auf einen Bissen.

Ich war darüber sehr traurig und konnte einige Nächte schlecht schlafen wie sorglos man, ca. 80 % der Leute, mit den Wertstoffen umgehen und das weder von „oben“ wie auch von „unten“ ernsthaft was getan wird, die immer schneller werdende Zerstörung der Natur als unsere Lebensgrundlage zu stoppen. Diese Probleme werden einfach weggeschoben mit dem Satz „Man kann ja doch nichts tun“. Ich habe in den 14 Tagen 1 Becher und 1 Teller benutzt, die meisten ca. 5 pro Tag! Am Himmel entdeckte ich gleichzeitig 7 Flugzeuge, die hintereinander und nebeneinander flogen.

Positiv finde ich, dass ausländische Investoren kein Eigentum erwerben können, so fehlt dann aber auch das ausländische Kapital. 44 Hotels mit 17000 Betten werden von einer bulgarischen AG verwaltet. Es wurden 2 riesige 5-Sterne Hotels, Luxus pur mit einem einem großen Spa – Bereich gebaut. Wer soll das nutzen ? Der Werbemanager hat uns alles gezeigt.

Es gibt ein Überangebot an Textilien aus den gleichen Quellen, woher auch wir sie in Deutschland bekommen. Die Lebensmittel sind sehr teuer, aber vielleicht auch nur für die Touristen. Trotz allem habe ich versucht, mich zu erholen und habe es auch ganz gut geschafft. Es gab nette Leute in der Gruppe (einige vom MfS) mit denen man gut reden konnte.

Zu Hause angekommen haben mich einige Nachrichten doch überrascht:
-Trump wütet weiter und die EU, Russland und China wollen sich wegen der Iranpolitik verbünden, vom Feind zum Verhandlungspartner
- Den bösen „Knaben“ und sein Stellvertreter hat es nun erwischt, für mich eine Genugtuung
- nach fast 30 Jahren erkennt man, dass man eine Kommission zum Gefälle West/Ost bilden müsste, um das Problem zu lösen, ohne die Großkonzerne, das ist ein Lacher
- Der Bundespräsident hat initiiert, dass die Menschen mit pro und contra Meinung sich an einen Tisch setzen sollen. Nun doch nicht alles Rechte.
- Die katholische Kirche hat wieder tausende Missbrauchsfälle aufzuarbeiten.
- Kauder muß unerwartet gehen. Vielleicht kommt doch noch Bewegung ins Land!

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