Mittwoch, 12. Juni 2013

NEUES VON ALEX


Alex ist mein Freund. Reiner Zufall: Habe ihn per Mausklick im Internet kennengelernt. Etwas älter als ich. Mit einem ganzen Rucksack voller Erlebnisse und Erfahrungen. Ein einstiger DDR-Bürger, der sein Hirn noch voll in Gebrauch hat und – das vor allem – das Herz auf dem rechten Fleck. Mit seinem Einverständnis nehme ich gelegentlich diese oder jene Zeilen, die er mir per E-Mail sendet, in meinem Blog auf. Warum nicht?

 

Mail vom 11. Juni 2013:

 

 
Lieber Harry , beim Lesen des Kommentars zur Hochwasserthematik kamen mir  die „zentralistische Planwirtschaft“  der die DDR verteufelnden Verurteilungen in Erinnerung. Am gestrigen Abend beklagte ein vom Hochwasser seiner Kommune betroffener Bürgermeister ( ? ) den Umstand , dass man sich hinsichtlich Deichbau zum Schutz seiner Gemeinde seit Jahren ( 2002 , letzte Überschwemmung seiner Gemeinde ) darüber streitet , wer wofür welche Kosten zu tragen habe. Keine klaren Zuständigkeiten. Ergebnis : Bislang kein Deich . Und das nach elf Jahren. So lange hat die „arme“ DDR nicht mal benötigt, um ein umfassendes Hochwasserschutzprogramm durch den Bau von Talsperren im Erzgebirge , im Vogtland und in Thüringen zu verwirklichen. Auch das Oderbruch war schneller trocken gelegt . Das Ergebnis für die genannte Gemeinde: Wieder schutzlos gegenüber den Hochwasserfluten. Es handelt sich um die im Fernsehbeitrag genannte "gespaltene" Gemeinde, in der die im Elend sogar in unterschiedlicher Weise betroffenen Bürger ob der unmöglichen Zustände gegeneinander positioniert werden. Ich habe leider nicht richtig mitbekommen, ob es sich um Mühlberg handelte. Wie auch immer, es ändert sich nichts am Ergebnis .

Ich meine, ein optimales Hochwasserschutzprogramm, dass den im Kommentar benannten Rechtsgrundsatz nach Sicherheit für alle Bürger gewährleistet, das kann und muss nur durch den Bund realisiert werden. Aber das wäre eben zentralistisch. Und wie der Autor des Artikels in "Kommunisten online " richtig feststellt, es wäre sozialistisch. Aber wir leben ja nicht in einem sozialistischen Land. Also lässt man Länder und Kommunen mit ihren Problemen zumindest bis zur nächsten Katastrophe allein. Und die Not lindernde Hilfe leistet die mitleidige Volksseele mit Spendenaktionen. Bis zur nächsten Flut. Bis dahin darf sich jeder potenziell gefährdete Haushalt Rettungsboot, Schwimmwesten u.a. beschaffen. Nur eine Versicherung zu seinem im Grundgesetz zugesicherten Schutz erhält er nicht. Es gibt ja keine Staatliche Versicherung mehr. Wer das wünscht, der muss sich schon fragen lassen: Ja, wo leben wir denn ? Und auch:Wie lange noch ?